2005-2013 (alle Beiträge)
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nt

Die Nebenstelle des Verfassungsschutzes AfD spaltet und spaltet sich. Nachdem die Herrenreiter Henkel und Co. den Steigbügel für die Storchs und Petrys erfolgreich gehalten hatten, kommen allmählich die Pegidisten und kurzhaarigen Sakkoträger zum Zuge. Wie schon bei der NPD, werden die nicht lange das Reichszepter halten und alsbald die Jungs mit den hohen Lackschuhen und dem blanken Oberstübchen “die Fahne hoch” halten.

Auch hier dürfen wir bald wieder Wetten abschließen, wer das Rennen macht: Der Neonazi-Flügel vielleicht (Ja ja, der lustige Vogel, der nur einen Flügel hat und immer im Uhrzeigersinn flattert)? Es ist auch wirklich nicht leicht, die Rechtsaußen der Rechtsaußen passend zu betiteln. Hatten wir aber schon, geht prima: “Rechte Rechte” oder einfach “Hitleristen” sind bewährte Kategorien. Dass ein -ismus gemeinhin auf eine Theorie verweist, ist so weit in Ordnung, die “Theorie” dieser Charge bescheidet sich in Attitüde, Uniform und Stechschritt, und ein Buch kennen sie auch. Wie viele der ABC-Schützen von der Standspur der Reichsautobahn mögen wohl “Mein Kampf” als Kopfkissen benutzen?

Ich hatt’ einen …

Man könnte den Verfassungsschutz fragen, der reichlich vertreten sein dürfte im Bund der Kameraden. Fragt sich erstens, wie laut sie das Horst-Wessel-Lied mitsingen. Sind sie bei den “Hitleristen” oder geben sie den Schäubleschen “geläuterten Patrioten” und Gelegenheitsantisemiten? Gibt es dazu Seminare, auf denen sie lernen, die Hacken zünftig zusammen zu knallen, ohne dabei den Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu verlassen? Und was machen sie zweitens, wenn die AfD auseinander bricht? Wieder die NPD pushen? Oder doch weiter die Filiale? Müssen sich die in Stadt und Land bekannten Geheimagenten dann für eine Seite entscheiden, die einen noch lauter singen und die anderen ihre Reichskriegsflagge umsiedeln?

Wir gedenken bei der Gelegenheit der Kameraden aus FAP, EAP, DVU, REP, Statt- und Schillpartei, die je zu ihrer Zeit für die braune Füllung der hohlen Waffel gesorgt haben. Einst unkte ich, es könne eine Art FPD erscheinen, ähnlich der FPÖ. womöglich unter der Leitung des eisernen Kämpfers für Rechts und Ordnung, dem Ex-Generalbundesanwalt von Stahl. Dann kam es anders, nämlich genau so: Henkel, Lucke, Storch, Petry, Höcke. Die neoliberalen Zündstufen wurden pünktlich nach dem erfolgreichen Abheben abgesprengt; übrig blieb der faschistische Kern. Denken von vorgestern im Gewand von heute, dem man nur mehr mit den Texten von gestern begegnen kann. Was sollst du dazu auch noch sagen?

 
rr

Habe ich gelacht! Ein brauchbarer Texter hätte etwas dazu Passendes und Wirksames geschrieben. “Rauchen ruiniert die Frisette und macht doofe Flecken ins Taschentuch” vielleicht. “Rauchen macht Päckchen mit ekligen Bildern auf den Tisch”. Was soll das? Meine Freunde, die Grünen Gesundheitsnazis, finden das sicher ganz groß. Warum? Weil sie so gern Dinge verbieten, und wer es sich nicht verbieten lässt, gehört halt angeprangert. Da, eine Rauchersau! Sie wollen die Menschen erziehen, zu gesundem Leben, Arbeit und Ordnung, aber glauben sie ernsthaft, durch diesen Mist ließe sich irgendwer vom Quarzen abhalten?

Einmal aus dem Extremen berichtet: Als ich feststellte, dass meine Tochter raucht, habe ich ihr gesagt, dass sie nicht ein bisschen qualmen kann, sondern sich dafür entscheidet, ihr Leben lang Kohle für Kippen rauszuhauen. Dass das nicht gesund ist, wüsste sie ja. Das nenne ich “Aufklärung” und Respekt vor dem Menschen, den es betrifft. Nicht- und Exraucher hingegen, die sich solchen Quatsch ausdenken, wollen Leute gängeln und bestrafen. Bah, die haben Spaß! Uneinsichtig sind die. Die müssen diszipliniert werden!

Wie ekelhaft!

Das andere Extrem war der Raucherclub einer Palliativstation. Menschen auf der letzten Meile, die nicht bereuten und gemeinsam ihr Pfeifchen schmauchten. Pfui Satan! Selbst an der Schwelle zum Tode wollen sie nicht gestehen und in den Schoß der gesunden Allgemeinheit zurückkehren. Was sind das nur für Menschen? Wie kann man sie nur zu ihrem Besten zwingen? Wenn nicht mit Argumenten, dann eben mit sozialer Kontrolle.

Das geht wie immer auf dem erprobten Pfad des Divide-et-impera. Kein Raucher wird wegen dieses Ästhetischen Terrors aufhören zu rauchen. Man setzt daher auf Biomütter und andere Moralapostel, die angewidert fragen werden, wie man denn etwas so Ekelhaftes nur anderen zumuten könne (die Kinder, die KINDER!!). Als hätten die Raucher darum gebeten, mit derlei Kunst beschenkt zu werden. Immer dasselbe: Sie sind schuldig, denn sie könnten ja aufhören. Die Raucher werden diese Absurdität zurückweisen. Es wird emotional werden. Ziel erreicht.

 
udowahr Immer dasselbe hier. Der gute Thomas hat das brave Tierchen jetzt ein ganzes Jahr gepflegt, jetzt muss es mal was Neues sehen. Wie immer suche ich tolle eher unbekannte Blogs, denen ich das schöne Bild in die Stube hängen kann, den röhrenden Hirsch gibt’s selbstverständlich gratis dazu. Sagte ich eben “immer dasselbe”? Nein! Es wird diesmal etwas geben, das es lange nicht gab, nämlich einen Gewinner, der noch nicht auf der Blogrolle steht.
Was ein Underdog ist, fragt ihr? Ich bin heute sehr unmotiviert und verklinke daher die Erklärung vom letzten Jahr. Wohlan!

 
zb

In der “Zeit” haben ein paar Fachexperten aufgeschrieben, wie der Große Bruder uns künftig vor den schrecklichen Gefahren des Cyber schützen will. Seit in Deutschland in den 90er Jahren zuständige Bürokraten und deren dienstbare Journalisten erfahren haben, dass es ein Internet gibt, ist Großalarm. Zunächst wurde ihnen erklärt, dass es neue Autobahnen gibt, eine Infrastruktur, durch die Menschen und Waren zueinander kommen. Da bei Politikern und Journalisten diesbezügliche Fachkenntnisse nicht ganz so weit verbreitet sind wie solche über Quantenphysik, waren die Reaktionen wie erwartet: Die Mutigeren machten sich eine herzzerreißend kindische Vorstellung und verbreiteten dem gemäße Märchen, die weniger Mutigen erfasste die nackte Angst.

Es ist etwas ganz, ganz Schlimmes, das unsere Jugend gefährdet durch Killerspiele und Porno, wo sich Verbrecher völlig ungehindert und unerkannt Zugriff auf Leib und Leben anderer verschaffen und das nur wenige Erleuchtete mit magischen Kräften beherrschen und verstehen. Mit der Zeit wurde das keineswegs besser. Je mehr Menschen das Internet ganz selbstverständlich benutzten, desto schriller die Hysterie. “Internet” ist daher schon ein Begriff, den man meidet, klingt er doch irgendwie … nett. Den Unterschied zwischen World Wide Web und Internet kennt eh keiner, und auch WWW klingt viel zu optimistisch.

Highway to Hell

Nach der “Datenautobahn”, ein nicht mehr steigerbar dämlicher Begriff, der mich immer an “aber es war doch nicht alles schlecht” erinnert, entdeckten die Daueralarmierten also die olle Kamelle “Cyber”. Das klingt mystisch, kommt das Wort doch nicht nur von “Kybernetik”, einem für Halbhirne unbegreiflichen Dings, sondern es hat auch noch einen griechischem Wortstamm, wie so vieles Übernatürliche. “Cyber”, das ist die Dimension hinter den Dimensionen, aus der sie kommen. Der Äther des Fremden, die Sphäre des Grusels. Und so sieht das semantisch aus, wenn sie darüber reden und schreiben:

Cybersicherheitsstrategie, Cyberabwehrzentrum, Cyberabwehr, Cyberangriffe, Cyberkriminalität, Cyberwaffen, Cyberfähigkeiten, Cybersicherheit, Cyberplan, Cyberkonzept, Angreifer, Computer Emergency Response Team, zivil-militärische Zusammenarbeit, digitale Eingreiftruppe, Quick Reaction Force, Mobile Incident Response Team, Eingreifteams, verdächtige Aktivitäten, Strafrecht, Anti-Terror-Paket, Sicherheitsdienstleister …”

Eine Auswahl aus dem verlinkten Artikel. Es herrscht Krieg; gegen die Kriminellen, den Terror, die unheimliche dunkle Bedrohung. Selbstverständlich ist die Überwachung aller und ihrer sämtlichen Kommunikation unter diesen Vorgaben nicht nur eine Option, sondern quasi natürliche Konsequenz. Der Gedanke, dass der Staat dem mit Offenheit begegnen könnte, mit der Transparenz, die einer Demokratie würdig wäre, kommt gar nicht erst auf. Im Gegenteil muss der Staat vor den Bürgern geschützt werden, von denen jeder einzelne verdächtig ist. Man stelle sich vor, das Internet und seine Möglichkeiten wären etwas Gutes, das Spaß macht und nützlich ist. Nicht auszudenken!

 
fs

Nein, ich bin nicht aggressiv. Nur genervt dann und wann und eine marginalisierte Minderheit. Wir Minderheit werden nie triggergewarnt, so wie Mainstreamopfer und hippe Minderheiten. Sexminderheiten zum Beispiel, Hautminderheiten oder Körperminderheiten. Mir steht niemand bei und warnt micht mit einem freundlichen “Triggerwarnuung!”, auf dass ich die Straßenseite wechseln kann, wenn sie kommen. Die mit dem Grinsen. Mit dem verklärten Blick. Mit der Mission. Argh. Sie haben alle Menschen lieb, sogar mich (glauben sie, anfangs), aber sie handeln schon mal nicht so. Sonst ließen sie Menschen wie mich in Ruhe. Nicht ansprechen, nicht füttern, alles gut.

Gottmenschen sind unter denen so ziemlich das Schlimmste. Ich meine nicht die Heuchler von der Kathole, die heute fremdpimpern und morgen beichten gehen. Schon eher meine Evangelen, die sich permanent auskippen müssen, weil ihre inkompetente Höherwesenheit ihnen nie etwas vergibt. Meine ich aber eigentlich gerade auch nicht. Ich meine diejenigen, die ernsthaft damit kommen, sie hätten einen Lieben Gott. Ihr wisst schon: Theo Dizee, der alles kann und alles sieht. Ich meine: Wer einen Beweis braucht, dass es keinen unfehlbaren Gott gibt, muss sich doch nur Velbert angucken. Oder Til Schweiger sabbeln hören. Marc Beise lesen. Lanz gucken. Rafft ihr’s echt nicht? Es gibt keine Erlösung!

Der Dings, Mann!

Andererseits sieht man, dass auch ohne Schöpfung alles einen Sinn haben kann, und sei es als schlechtes Beispiel. Ich habe da so eine Geschäftsidee, und die kam so: Es ist vermutlich für jeden Cineasten ein Highlight, mir dabei zuzuhören, wie ich über Filme spreche. Das Problem ist ein Clusterfuck der Alzheimeritis (TRIGGERWARNUNG! WIE KANN ER NUR?!), ich kann mir nämlich Titel und Namen nicht merken. Das geht dann also wie folgt: “Ich meine den Actionfilm, wo der Dings den Kindermörder gespielt hat; der hat auch die Hauptrolle in dieser Prohibitions-Serie gespielt, und in dem Film hat doch der eine mitgespielt, so ein Schnöselgesicht, der hat auch in dem Film gespielt mit dem Zimmer, aus dem er nicht mehr heraus kam. Wie hieß der noch?

Ja, ich weiß. Das ist furchtbar, aber sagt nicht, es wäre langweilig. Das ist nämlich Kult. Ich könnte eine Talkshow machen, die wäre ein absolutes Must-See für Experten. Okay, ihr habt recht, das bringt nicht die Quote, Kino ist eh nur noch Zischpeng, Titten und Scheidungen, aber vielleicht fange ich auch klein an, in einer Zeitschrift. Jede Woche ein Kulträtsel, und dazu muss ich nur erzählen, was ich aus meinem Oberstübchen zusammenfege, das stets so wohlgeordnet ist wie wenn gerade das SEK zu Besuch war. Das werden Millionen lesen! Was meint ihr? Nein? Nicht? Och menno!

Aber da ich das schon mal aufgeschrieben hab: Wer war’s denn nun? Inspiriert hat mich übrigens die Frage einer Freundin, wie der Schauspieler hieße, der den den „Reverend aus dem Film mit dem Öl” gespielt hat. Tatsächlich wusste ich sofort, was gemeint war, kam aber zunächst weder auf den Titel des Films noch auf den Namen des Schauspielers (der nicht identisch ist mit dem, den ich oben meine).

 
ks

Eine Käsewolke liegt über Unna. Dies steht in in keinem Zusammenhang damit, dass ich neulich mit jemandem von einem Pflegedienst über Helios-Kliniken sprach. Der Dienst selbst arbeitet nicht mit Helios zusammen, vielmehr berichtete die Mitarbeiterin über Zustände in einer Klinik, in der sich eine Verwandte von ihr aufgehalten hatte. Obwohl ihr Zustand nicht gut war, ließ sie sich verlegen.

Na klar, da kann Helios nix dafür, iwo! Das kommt überall vor. Es wäre auch nachgerade töricht, jetzt den Stab über Helios zu brechen, wo die doch den Kommunen so viel Geld gespart haben. Allein durch notwendige personelle Umstrukturierung, Outsourcing, schlanke Hierarchien und Crossdoctoring, virtuelle Ausbildung, effiziente Leistungssteigerung etcetera etcetera.

Lügenpresse gegen Leistungsträger

Die Öffentlichkeit, jene linksversiffte Lügenpresse, die es nicht so hat mit Leistung und ihren Trägern, mag das alles nicht. In den Suchmaschinen sind die Schlagworte “Helios” und “Skandal” eine glückliche Ehe eingegangen, da hilft es auch nicht, wenn das Opfer seine demokratischen Rechte wahrnimmt und die Skandalisierung gerichtlich verbieten lässt.

Ich anerkenne aber selbstverständlich das Recht auf ungeschädigtes Geschäft und will daher hier nicht wiederholen, wie scheiße der Laden ist, über den wir da gesprochen haben. Sicher alles Zufall oder Lüge, wie diese bösartigen Berichte eben. Auch will ich kein Sterbenswörtchen verlieren über die ehemaligen Städtischen Kliniken meiner Heimatstadt, die an diese Investoren® verscherbelt wurden. Ich weiß nur, dass ich mich aus dem fahrenden RTW stürze, ehe ich mich in einem ihrer Läden verklappen lasse.

Privat kann besser

Privat kann besser, ja sicher! Nun ist das alles ja kein neues Thema, jaa doch! Alles einssiebzig, nicht wahr? Boring. Öde. Kein Thema. Sowas von Zweitausendelf. Es gibt aber für das infotainmentverwöhnte Publikum noch etwas zum Schmunzeln vor dem Wetterbericht. Die Schweiz, vielmehr deren Konzerngesellschaft Swiss Post Solutions, lässt falsch adressierte Briefe jetzt in Vietnam codieren. Wie es heißt, sei ein schwäbischer Unternehmensberater gefragt worden, ob und wohin man diesen Dienst auslagern solle und der habe geantwortet: “Hanoi.”

Womit wir bei Unna sind. Mir wurde mehrfach Käse aus den Allgäu zugeschickt, mit einem Paketdienst, der ein legendäres, was sage ich, berüchtigtes Frachtzentrum in Unna seinen Stolz nennt, und dort fühlt sich Fracht wie Post so wohl, dass es gern eine Woche auf zwei länger verweilt. Unna, die wohl erfolgloseste Kreisstadt aller Zeiten, verschwand am 03.07.2016 in einer Käsewolke, als ihr berühmtester Sohn Karl Ranseyer versuchte, in einer Sortieranlage des örtlichen Frachtzentrums eine Sendung von Zürich nach Winterthur zu finden und dabei in ein Päckchen gut erhaltenen Napalms trat. Selbst der IS wies jede Verantwortung für das Ereignis zurück.

 
ad

Wie der Telegraph berichtet, sind Studenten an amerikanischen Universitäten angehalten, künftig Verträge abzuschließen, aus denen eindeutig hervorgeht, dass ein geschlechtlicher Akt einvernehmlich stattgefunden hat. Feynsinn hat auf dieser Basis einen Kontrakt entworfen, den auch junge deutschsprachige Kopulanten zur Grundlage eines sich anschickenden Sexualverkehrs machen können.

Vetrag nach der neuen deutschen Sexualverkehrsordnung

Das vorliegende Vertragswerk regelt im Folgenden den einmaligen Vollzug eines Aktes zwischen dem Vergewaltiger (V) und seinem Opfer (O). V bekundet hiermit die Absicht, mit seinem Geschlechtsteil in primitiver Weise Körperöffnungen von O penetrieren zu wollen im vollem Wissen, damit dasselbe zu tun, was Verbrecher ihren unrettbar traumatisierten Opfern anzutun pflegen. O stimmt dem in Kenntnis der unvermeidlich notwendigen Abläufe des biologischen Programms zu und erklärt sich hiermit bereit, V straffrei davonkommen zu lassen, sofern V sich an die Details der vorliegenden Vereinbarung hält.

Der Ablauf des Aktes wird zwischen den Vertragspartnern vereinbart und bedarf in sämtlichen Einzelheiten der ausdrücklichen Zustimmung von O. Das Nichteinholen der Zustimmung von O, die Missachtung einer verweigerten Zustimmung oder Handlungen, die nur vermeintlich unter Zustimmung von O zustande kommen, sind als Sexualverbrechen zu behandeln. Es ist dabei unerheblich, ob V irrtümlich und in gutem Glauben handelt. Es obliegt seiner Pflicht, jederzeit über diesbezügliche Inhalte informiert zu sein.

Abweichungen von den vereinbarten und videotechnisch dokumentierten Teilhandlungen und Praktiken sind durch einen neuen Vertrag oder einen dokumentierten Anhang festzuhalten, Die Schriftform reicht hierbei nicht aus. Zur Orientierung kann der Leitfaden ‘Praktiken, Penetrationsziele und Hilfsmittel’ (PPH) dienen. Dazu sind die entsprechenden Aktionsnummern und die Bezeichnung der Aktion aufzurufen und jeweils mit “ja” zu dokumentieren.

Dieser Vertrag hat auch dann Gültigkeit, wenn er nicht abgeschlossen wurde. In diesem Fall gelten jegliche haptischen und penetrativen Handlungen als ohne Zustimmung vorgenommen und werden entsprechende strafrechtliche Konsequenzen haben. Dabei ist es unerheblich, ob O einen Kontrakt vorgelegt hat. V hat sich aktiv um einen solchen zu bemühen.

Ort, Datum, Name des Opfers, Name des Vergewaltigers


Wir wünschen den Kopulierenden einen gelungenen Akt!
Ihre JLgS

 
xx

Wie neulich schon erwähnt, personalisiert die Journaille gern, und der „Spiegel“ ist dabei ganz weit vorn. Das Dauerfeuer gegen Putin ist dabei ein probates Mittel, gegen Russland zu hetzen ohne sich der sprichwörtlichen Volksverhetzung schuldig zu machen. Ich weiß nicht, ob sie dort so denken, allemal trauen sie sich aber nicht zu sagen, die Russen seien ein finsteres Volk, das stets Böses will, finstere Pläne schmiedet und an allem schuld ist, was irgendwo in der Welt vermeintlich schiefgeht. Dem Bösen Mann hingegen kann man’s jederzeit in die Schuhe schieben.

Personalisierung birgt aber noch andere ‘Vorteile’, vor allem die Sündenbockfunktion. Die wiederum bietet zwei strategische Vorteile für Lügner und Propagandisten: Man kann jederzeit Gegner schlechtmachen, um die eigenen Interessen hinter solchen Bezichtigungen zu verbergen und man kann von den sachlichen Hintergründen ablenken. Letzteres, weil Information die eigene Position schwächt und windschiefe Lügen entlarvt. Menschen, deren Aufmerksamkeit sich auf Personen lenken lässt, denen man ihre Emotionen vorkauen kann, lassen sich leicht führen. Wer sich aktiv sein eigenes Bild macht, ist hingegen für die Propaganda verloren.

Er hat die Briten verführt

Das aktuelle Beispiel, der sogenannte „Brexit“, ist ein besonders trauriges. Zunächst war es Boris Johnson, der „begnadete Populist“, dem der Spiegel die Verantwortung für das „Leave“ zuschob: „Der Mann, der den Brexit herbeiführte, um sein Ego zu befriedigen“ (Letzteres ist übrigens derselbe Vorwurf, der schon GdL-Chef Weselsky gemacht wurde).

Als nächstes fanden sie Nigel Farage: „Der Rechtspopulist Nigel Farage hat 25 Jahre auf den Brexit hingearbeitet. Wer ist der Mann, der sein Land aus der EU gedrängt hat?“ Der Eine drängte die Briten also hinaus, der Andere führte das herbei.
Auch der ewige Putin durfte selbstverständlich nicht fehlen: „Putin wirds freuen“, wissen die Kampagneros, die geglaubt hatten, ihr „Bittebitte bleibt“-Dauerfeuer hätte irgendwen auf der Insel interessiert. Teufel Putin freut sich halt über alles Schlechte.

Vade retro

Der „Spiegel“ sucht überhaupt fieberhaft nach all den bösen Motiven jener Abtrünnigen, die nicht länger Bürger der EU sein wollten (es war die Mehrheit, hört ihr?). Schon die Unfähigkeit sich klar zu machen, dass nicht die Mehrheit der Briten vom Teufel besessen sein kann und daher kein böser Wille den Ausschlag gegeben haben kann, verweist auf die Qualität solchen Denkens. Es ist religiöser Wahn, kollektives magisches Denken, das sich den Zugang zu Analysen zwanghaft verbietet. Die bleiben daher aus, stattdessen projiziert man die eigene Scheu vor der Rationalität auf den Gegner, der sich hat verführen lassen.

Der einzig zielführende Weg zur Erklärung des Ereignisses führt über die Frage, was die EU eigentlich ist. Ihr Anspruch – bei ihrer Gründung und heute, ihre Wirklichkeit und das, was bei den Menschen davon ankommt. Wenn man freilich glaubt, die Glaubenssätze der Guten müssten es doch sein, die in den Köpfen sitzen und plötzlich feststellt, dass die ganze Wucht der medialen Verkündung nicht ausreicht, kann man nur noch nach Schuldigen und Bösen suchen, die den wahren Glauben zersetzen. Auf dieses Niveau ist solcher „Journalismus“ gesunken. Es schreiben dort bloß noch mäßig nützliche Idioten, und selbst die haben sich nicht selbst gemacht.

 
bo

Die Superreichen sind eine marginalisierte Minderheit, ähnlich den Obdachlosen. Man solle sie verehren, gar heiligsprechen für ihre Steuern, Wohltaten und die Arbeitsplätze, die sie schaffen, meint Boris Johnson, der laut tagesschau.de “charismatisch. und volksnah” ist. Hier zur Erinnerung die Ansicht des Taxifahrers “chunkymark” zum “Übertroll” Boris Johnson.

 
hl

Das gängige Bild von der Inquisition ist das der Eisernen Jungfrau, Torturen und grausamen Hinrichtungen, aber Inquisition bediente sich im Regelfall ganz anderer Mittel. Die Anfänge liegen vermutlich im beginnenden Spätmittelalter, die Exzesse der Hexenverfolgung, die oft mit der Inquisition verwechselt werden, in der Neuzeit. Dabei waren übrigens Protestanten besonders eifrig, deren Vorgehen mit der Inquisition wiederum gar nichts zu tun hatte.

Inquisition war ein mehrstufiges Verfahren, um insbesondere Ketzer in den Schoß der Kirche zurück zu holen. Es ging darum, deren Wirkung einzudämmen, was in der nämlichen Zeit eine wichtige Säule des Machterhalts für den Klerus darstellte. Dessen geschlossenes Weltbild war durch neue Erkenntnisse, Techniken und die sich allmählich formierende Wissenschaft bedroht. Es gab da ein Denken, das die Religiosität und damit die Autorität im Kern erschütterte. Das musste im Zaum gehalten werden.

Die Mittel dazu waren zunächst der Besuch von dafür ausgebildeten Geistlichen, Gespräche und Befragungen (daher auch der Name). Die Verdächtigen wurden zur Ordnung gerufen und ermahnt. Sie wussten in der Regel schon, was ihnen drohte, wenn sie der Mahnung nicht nachkämen. Dabei war die Möglichkeit des Ausschlusses aus der Kirche gemeinhin nicht weniger beängstigend als das letzte Mittel, Folter und Tod (meist durch weltliche Gerichte).

Zurück ins Glied

Herr Steinmeier hat jüngst auf recht zurückhaltende Weise darauf aufmerksam gemacht, dass eine Konfrontation mit Russland nicht ungefährlich ist. Dabei hat er sogar brav den Dicsclaimer aufgesagt, dass er gar nicht die aktuellen Manöver der NATO infrage stellt. Egal, sie springen sofort aus den Büschen, die Bündnistreuen und sind “empört”. Er schwäche die NATO, so CDU und Medien, er erfreue die Linke und man dürfe jetzt “Keine Nachgiebigkeit gegenüber Putin” zeigen.

Ich zitiere im Folgenden aus einer unvollendeten Arbeit, an der ich gerade tippe, es geht um die 80er Jahre und das Original des Kalten Krieges:


Auf den Punkt illustriert ein Artikel des “Spiegel” aus 1983 das Narrativ, in dem die Reaktionen auf eine Kritik dieses Irrsinns durch den Oberbürgermeister von Saarbrücken aufgezeichnet sind. Der hieß seinerzeit Oskar Lafontaine und hatte gesagt: „Leute, die einen Atomkrieg für führbar und gewinnbar halten, die können niemals unsere Bündnispartner sein. Das sind Verrückte. […] Es gibt Bedingungen, zu denen eine Mitgliedschaft in der Nato nicht mehr tragbar ist, das heißt, wenn diese Nato uns auf ein Pulverfass setzt, bei dem die Lunte gleich mitgezündet wird.

Lafontaine hatte also deutlich gemacht, dass er es für Irrsinn hielt, eine „Partnerschaft“ zu pflegen, bekannt als „Deutsch-Amerikanische Freundschaft“, in der einer den anderen in einem Atomkrieg der Vernichtung preisgibt. Hier nun zeigte sich die geballte Kraft des Narrativs, denn selbst um den Preis der Vernichtung Europas oder der Welt durfte nicht angezweifelt werden, was im Glaubensbekenntnis stets wiederholt wurde. So sprang nicht nur die bürgerliche Presse auf und stellte (durch die Springerpresse) fest, Lafontaine stehe den Sowjets jetzt näher als den „Freunden“, es war auch der Fraktionsführer und Kanzlerkandidat Hans-Jochen Vogel, der sofort öffentlich die „Bündnistreue der SPD“ erklärte und deutlich machte, Lafontaines Kritik sei “nicht mehrheitsfähig”.

Im Westen nichtes Neues

Die deutsche Sozialdemokratie stand treu bis in den Tod zu USA und NATO. Der totale nukleare Krieg wurde ebenso wenig infrage gestellt wie die strategischen Interessen, die hinter dem Kalten Krieg standen. Überhaupt ist die SPD zu jeder Zeit die Repräsentanz der deutschen Schizophrenie gewesen. Motto hier: Wir wollen die Vernichtung Europas kritisch begleiten, aber dafür nicht den Kommunisten in die Hände spielen. Obwohl Deutschlands Funktionäre treu bis zum Suizid den neuen Herren dienten und die gewählten Parlamentarier zu 100% mitzogen, obwohl die Medien dem nur äußerst sporadisch etwas entgegensetzten und vielmehr entschieden die NATO-Doktrin propagierten, schloss sich das Volk immer noch nicht der Militärpolitik an. Eines der faszinierendsten Momente in der ungebrochenen Einstellung dieses schrägen Volkes ist der Unwille Krieg zu führen.

Im Westen nichts Neues. Wer auch nur den leisen Verdacht erweckt, aus der Glaubensgemeinschaft auszuscheren, dem wird sofort die Inquisition geschickt. Zurück in die Reihe, wenn du einer von uns bleiben willst! Die Funktionäre und Eliten, diejenigen, die Zugang zur medialen Öffentlichkeit haben, werden eingeschworen und überwacht, dass sie stets in Treu und Glauben handeln. Draußen wurde dieser Wahn nie angenommen. Seit Jahrzehnten will niemand mehr dem Ruf zu den Waffen folgen, und Feinde haben wir auch keine. Aber so ist das mit dem Klerus, der braucht manchmal ein paar hundert Jahre, um sich mit einfachen Erkenntnissen anzufreunden. Bis dahin müssen sie die Welt halt ein paar Mal anzünden.

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