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kunstlyriklamauk


 
Zackzack zahln’se vierhundert Euro, aber pronto
auf Ihr Rundfunkgebührenabwicklungskonto
und nutzen sie endlich, wir fordern das seit Jahren -
unser Lastschriftermächtigungseinzugsverfahren
Vielen Dank, Sie wählten Sie die Buchung per Netz
gemäß Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz.

Es ergaben sich die Fragen: Was ha’m Sie hier zu zu sagen?
Wer sind Sie? Was wollen Sie? Woll’n Sie sich beklagen?
Geh’n Sie nach Hause, kommen Sie nicht wieder,
das ist hier der Bereich nur für Clubmitglieder.
Und wenn Ihnen das nicht passt, stell’n Sie wie gesagt
einen Bürgerbeschwerdeerlaubnisantrag!

Einen Anzugaffen anzugaffen ist manchmal gefährlich
Ein Agent der Agentur vielleicht, die mögen das eher nich.
Die fordern und b) fördern nach Bedarf ganz gemein
erst heraus, dann hinaus und dann hintenrum rein.
Einmal Streckbank, einmal Schraubstock, schon bist du bereit
Und unterschreibst die Beendigung der Hilfsbedürftigkeit.

Es ergaben sich die Fragen: Was ha’m Sie hier zu zu sagen?
Wer sind Sie? Was wollen Sie? Woll’n Sie sich beklagen?
Geh’n Sie nach Hause, kommen Sie nicht wieder,
das ist hier der Bereich nur für Clubmitglieder.
Und wenn Ihnen das nicht passt, stell’n Sie wie gesagt
einen Bürgerbeschwerdeerlaubnisantrag!

Wenn dann alle Stricke reißen an den Regelbedarfen,
Sanktionen nicht fruchten, nicht mal die ganz scharfen,
dann kommt der Freiheitsregulierungsbeschleunigungsexperte
als Disziplinentwicklungsförderungsberatungsgefährte.
Der weiß auch nix und kann nix und redet nix als Mist,
weil er zertifizierter Schwippschwager ist.

Es ergaben sich die Fragen: Was ham Sie hier zu zu sagen?
Wer sind Sie? Was wollen Sie? Woll’n Sie sich beklagen?
Geh’n Sie nach Hause, kommen Sie nicht wieder,
das ist hier der Bereich nur für Clubmitglieder.
Und wenn Ihnen das nicht passt, dann stell’n Sie wie gesagt
einen Bürgerbeschwerdeerlaubnisantrag!

… to be randomly continued

 
Die Franzfaschisten gewinnen die Demokratie®. Der Milliardär vom Maidan kauft sich die der Ukraine. Der Nichtelite muss eine Brücke gebaut werden, damit sie nicht an den Beschlüssen der Milliardäre, ihrer Nazis und deren Sicherheitsdiensten herumkritteln. Das ist Europa hier. Ein nordatlantisches Hoch beschert uns strahlende Aussichten.

Und jetzt zum Wehrspocht, präsentiert vom neuen Opel Khedira und Bier, noch mehr Bier: Im Finale der Hansa Exportweltmeisterschaft trennen sich Oben und Unten unentschieden alles zu nix.

Die Ziehung der Zahlen in der nordwestlichen Klassenkampflotterie ergaben 1914, 1939 und 2014. Die Aufsichtsbeamten sind wie immer vom überkorrekten Zustand ihrer braunen Murmeln überzeugt.

Leckt uns am Arsch, die nächste Sendung der Knochenschau folgt wie immer pünktlich zum Einschlafen.

 
gehlen

Eigentlich sind der Vergleiche genug gefallen, und so recht passt keiner. Was werden die USA wohl sagen, wenn Japan dessen Truppen rauswirft und sich lieber China zuwendet? Oder wenn eine ‘demokratische’ Revolution in Mexiko stattfände, finanziert von einem russischen Oligarchen, unterstützt von Russland und China oder meinetwegen Burkina Faso? Oder wenn Russland Kuba paramilitärisch unterstützen würde? Wie dem auch sei – der Krieg um Absatzmärkte wird vom Westen an Russland herangetragen, nicht umgekehrt, dazu reicht ein Blick auf die Landkarte.

Nun wird das dennoch von hiesigen Millionären aus der Journaille und ihren ausgebeuteten Zuträgern als “Putins Imperialismus” verkauft, was sich zunehmend schwieriger gestaltet, denn das Verdrehen von Fakten ist eine Herkulesaufgabe, wenn die derart schwer wiegen. Es ist nicht mehr zu fassen: Der Sohn des amerikanischen Vizepräsidenten wird Director beim größten Gasproduzenten der Ukraine, und uns wird das als Unterstützung der dortigen Demokratie® verbrämt.

Das Ende der Verschwörungstheorien

Hunter Biden ist nicht nur Sohn von Beruf, sondern ein bestens vernetzter Jurist, von dem bislang allerdings nicht bekannt war, dass ukrainisches Handelsrecht sein Fachgebiet ist. Man lernt nie aus. Ein Gutes haben derlei Vorgänge immerhin: Man muss sich nicht mehr groß mit dem Vorwurf der “Verschwörungstheorie” befassen, denn das ist ein offener Raubzug bei hellichtem Tag.

Dem kommt man vermeintlich nur noch mit gesteigerter Verblödung bei. Beispiel? Gregor Gysi hat wieder einmal eine Klage an den Hacken wegen seiner angeblichen Stasivergangenheit vor mehr als 25 Jahren. Während die Gründungsgeschichte der BRD auf dem Boden des Nationalsozialismus immer deutlicher wird, die Dienste bis heute Nazis unterstützen, bezahlen, decken und fördern und der Totalüberwachung durch die Spitzel der NATO zuarbeiten, werden hier Klamotten aufgebauscht, die zehn mal verjährt sind. Na klar: Die Stasi bedroht die Demokratie!

Was sie jetzt noch sagen

Selbst die britische Justiz ist derweil inzwischen so weit, die Methoden ihrer Geheimpolizei als illegal zu betrachten, was Deutschlands oberste Bücklinge aber nicht davon abhält, das alles als unbedenklich einzustufen und stattdessen Phantome zu jagen.

Als es noch einen echten Kalten Krieg gab, ging es um die Sicherung der jeweiligen Territorien; der Westen war nicht geneigt, seine Handelswege und Absatzmärkte an das Sowjet-Imperium abzugeben. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verleibten sich die fast ausschließlich westlichen Großkonzerne den Rest der Welt ein. Angesichts der Gegenwehr eines russischen Konglomerats aus ähnlich entschlossenen Militärs, Milliardären und Funktionären werden nunmehr die Stahlhandschuhe ausgepackt, um die letzten Ressourcen und Märkte zu kontrollieren. Eine völlig offensichtliche Entwicklung, über die deutsche Journailliker offenbar nicht sprechen dürfen. Die Wahrheit ist gestorben. Der Krieg hat begonnen.

 
“Yes, we can”, das heißt so etwas wie “Wir können Ja”. Amen können wir auch. Wir können auch Mathematik, und wenn Duweißtschonwer sagt, das zwei plus zwei fünf ist, dann ist es fünf. Wenn Drohnen aus Deutschland geflogen werden, dann werden sie aus den USA geflogen. Schon allein, weil sie von dort befehligt werden. Geht uns nichts an. Können sie machen, wie sie wollen. Gesteuert werden sie auch aus den USA. Selbst wenn sie aus Deutschland gesteuert werden, denn das ist Internet, und wer ist das Internet? Seht ihr! Wenn also, um das zum Abschluss zu bringen und die Akte dem Staub zu übergeben, nicht der Befehl, die Ausführung und das Objekt aus Deutschland kommen, dann ist das nicht unser Bier. Außerdem ist das eh alles US-Territorium, auch wenn es innerhalb der Grenzen Deutschlands liegt.

Völkerrechtlich is das alles astrein, denn Menschen aufgrund ihrer Kontakte zu töten, ist Friedensdienst. Ausgezeichneter sogar, denn der Befehl zur Friedenssicherung durch Fernfeuerung kommt vom Nobelpreisträger höchstselbst. Krieg ist Frieden. Angriffskriege sind nicht strafbar. Die Vorbereitung schon, aber nicht der Krieg selbst. Wenn und insofern also der Feind und seine Familien unvorbereitet getroffen werden, dann ist das in Ordnung. Sollten sich dennoch Vorbereitungen nachweisen lassen, muss man das Ganze noch einmal nachjustizieren, denn es kommt immer darauf an, wer handelt. Wir sind die Guten.

Vertrauen, Freundschaft, Liebe

Deshalb sind “Kriegslisten” eben auch gut. Heimtücke, iwo! Die bösen sind heimtückisch, wir sind einfach clever. Niemand macht sich die Hände schmutzig, keiner ist zuständig. Wer sich mit Terroristen abgibt, muss sich seiner Eigenverantwortung stellen. Wer mit Leuten verwandt oder bekannt ist, die sich ihrer Eigenverantwortung stellen müssen, ist bedauerlich. Kollateral. Hobelspan quasi. Von oben sehen die Feinde sowieso immer aus wie Ameisen. Gelten für Ameisen die Genfer Konventionen? Liegt Genf nicht in der Schweiz und ist damit gar kein Teil der NATO?

Das klingt alles ein wenig hölzern oder gestanzt? Nein, das klingt dumm, primitiv und dreist. Das klingt wie das Gefasel des Schulbullys, der seine zwei Synapsen gerade zu der Erklärung abkommandiert hat, warum sein Opfer eigentlich der Täter sei. Das klingt wie das Geschwätz des Idioten mit den brutalen Fäusten, der die aktuell gültige Auslegung der Regeln verkündet. Das klingt nach der unmotivierten verlogenen Rechtfertigung der Gewaltherrschaft. Jener Art von Rechtfertigung, die selbst bloß Folter ist, der Fußtritt nach dem Fußtritt, der den Unterlegenen deutlich macht, dass es kein Entrinnen gibt. Dass Ethik Pause hat. Moral kommt als verbaler Bauschaum daher, der die Lücke dicht macht, wo Recht und Anstand amputiert wurden. Eine Aufgabe, der sich willfährige Juristen schon immer mit Leidenschaft gewidmet haben.

 
Wer dieses Blog länger kennt, weiß dass ich aus einer Kritik des Neoliberalismus zu grundsätzlicheren Ansätzen gekommen bin, die keinen Anlass dazu übrig lassen, an so etwas wie soziale Marktwirtschaft zu glauben. Der Kapitalismus hat nicht etwa zufällig diese Spielart angenommen, sondern vielmehr zwangsläufig. Es liegt mir daher auch nichts daran, hier von ‘gerechten Löhnen’ oder Reformen innerhalb der ‘Marktwirtschaft’ zu fabulieren. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das nicht funktionieren kann.

Nun sind da draußen nicht nur viele anderer Meinung, sondern vielleicht gerade diejenigen, die ich erreichen könnte, noch nicht so weit und interessieren sich vermutlich nicht für meine Abgesänge, weil sie dort noch Hoffnung sehen und sich womöglich darüber wundern, dass hier die empörenden Zustände des neoliberalen Zeitalters kaum mehr zur Sprache kommen. Das mag man durchaus denken, wenn man vergleicht, wieviel hier noch auf die konkrete Kritik neoliberaler Machenschaften aufgewendet wird und was andere alles dazu zu sagen haben.

Tatsächlich befasse ich mich lieber mit den Möglichkeiten von Alternativen, tiefer gehenden Analysen oder Klamauk, der mich notdürftig bei Laune hält. Das bedeutet aber keineswegs, dass ich nicht sehe, wie sich die schon grenzdebile Propaganda in die windigen Höhen einer Psychose steigert, gegen die das Politbüro der DDR volksnah und stramm realistisch wirkte. Ich müsste dazu eigentlich regelmäßig Links auf alte Artikel setzen, denn ich mag mich nicht wiederholen wie die Neusprechpuppen, ich schaffe das aber derzeit nicht und empfehle daher gelegentliche Besuche im Archiv, zum Beispiel so.

Alles bestens

Ich muss heute allerdings noch einmal zurücksteigen in den Ring, in dem der Irrsinn jeden Abend seine Gong Show zelebriert. Bemerkenswert, dass es immer wieder die Mittelschicht ist, um die es geht, die den treuen Kern der hoffnungswahnsinnigen Gesundbeter stellt, nachdem sie längst das dumpfe Brüllen im Schiffskörper hätten hören müssen. “Das ist kein Eisberg”, lassen sie sich beruhigen, “das ist nur eine temporäre hydrodynamische Erscheinung”, eine Folgeerscheinung arktischer Reformen.

Der Neusprech des Monats im verlinkten Artikel ist demnach auch so eine Erscheinung für die Mittelschicht: “gerechtes Wachstum“. Gerechtes Wachstum! Das ist so bescheuert, dass selbst die Kokshuren der Polit-PR-Industrie einige Jahre gebraucht haben, um ihre Hirne so sturmreif zu schniefen, dass sie diesen Stuss aus dem Giftschrank gekippt haben. Was kommt als nächstes? Saubere Börsen? Gerechter Großgrundbesitz? Faire Ausbeutung?

Sie behängen ihre Propagandablasen einfach mit kuscheligem Beiwerk. Seit Jahrzehnten dieses Gefasel von Arbeitsplätze®, Wachstum®, Reformen®, Verantwortung®, Marktwirtschaft®, dazu einfach etwas von sozial®, gerecht®, gut®, effizient® und erfolgreich® blubbern, fertig ist die Weihnachtsstimmung. Nicht ganz, weil das Braune, das so eklig riecht mit dem Lametta obendrauf immer noch aussieht wie Scheiße – nur mit Lametta.

Weihnachtswurst

Dabei ist “Wachstum”, von dem die Texter des Profits vermutlich ernsthaft glauben, das hielten alle für etwas richtig richtig Gutes, schlicht entlarvend. Was wächst denn, wenn alle “sparen” sollen? Wenn die Kohle, ohne dass irgendwer das anzweifelt, von immer mehr Menschen in immer weniger immer fettere Taschen fließt? Wenn ganze Generationen keine Aussicht mehr auf einen Erwerb haben, kürzlich noch reiche Kontinente mit zufriedenen Bürgern in ökonomische Mondlandschaften verwandelt werden? Da kratzt der letzte Ignorant doch an der Wahrheit: Dass es die letzten Profite der letzten Profiteure sind, die da wachsen und sonst nichts.

Ja, und dieses Paket kriegt jetzt das Schleifchen umgebunden. “Gerecht” heißt es. Gerechtes Wachstum für gerechte Milliardäre. Besorgt von den immer emsigen Besserverdienern, die ihren verdienten® Lohn durch faule Arbeitslose und Wirtschaftsflüchtlinge bedroht sehen. Na klar: Wenn es immer mehr Arbeitslose gibt, weil das faule Pack seiner Eigenverantwortung® nicht nachkommt, zahlt das die Mittelschicht. Immer zahlt die Mittelschicht, dabei sind das doch die einzigen Fleißigen und Aufrechten. Aber ruhig Blut, denn jetzt kommt es ja endlich: Das wahre echte gerechte Wachstum. Wenn wir nur fest genug daran glauben.

 
whynotSie ist nicht nur eine Geißel, sie ist auch in jeder Hinsicht völlig kontraproduktiv. Niemand braucht sie. Den einen macht sie zum Beißer, zum Schläger, Vorwärtsverteidiger, der vermeintlich präventiv handelt und damit permanent auslöst, was er eigentlich verhindern will: den Stressfall, Schaden, Verletzung, Kampf und Feindseligkeit. Der andere duckt sich scheinbar unter ihr hinweg, vermeintlich fliehend, um erst recht immer tiefer in ihren Bann gezogen zu werden, bis er bewegungsunfähig ist und doch in dem dringenden Sehnen nach Flucht dem Grauen erliegt, dem er sich entziehen wollte.

Es gibt keinen Grund. Es gibt nie einen Grund. Gerade diejenigen, die es wissen, können daran irre werden, wenn sie nach dem Schlüssel suchen, der Einsicht hinter dem Wissen, dass es gerade herzlich sinnlos ist zu grübeln und den Punkt zu finden, wo sich endlich die Ruhe einfindet, die sie doch haben müssten. Aber das verblödende Adrenalin und seine befreundeten Chemikalien treiben weiter an, als gelte es den letzten halben Kilometer des Marathons noch zu absolvieren. Den entscheidenden Punch zu setzen gegen einen lächerlichen Gegner, der einem nichts anhaben kann als den nächsten Tag zu versauen. Wahre Meisterschaft: Sollte dann endlich einmal Ruhe sein – die Zeitspanne ist irrelevant – eine Minute, ein Tag, eine Woche – kann man sich mit der Frage verdummen, warum denn plötzlich Ruhe ist und man sie sonst nicht findet.

Fick dich, Amöbe!

Langzeitverblödete schaffen es dann sogar, andere teilhaben zu lassen an vergangenen Episoden, sich aufzuplustern wie das Monster, von dem sie sie sich einst selbst verfolgt fühlten. Der Zwang zur Wiederholung lässt sie zu Tätern werden an unschuldigen Opfern, als könnten sie endlich den Kampf gewinnen. Ein einziger abartiger Hirnfick, Relikt aus der Zeit, als es so etwas wie Hirn gar nicht gab. Es braucht kein Hirn dafür, und ein Hirn braucht das nicht. Nutzlos, schädlich, widerwärtig. Die Klügsten sehnen sich nach Stumpfsinn, die Trotzigen begrüßen den Schmerz.

Kampf, Krieg, Gemetzel erscheinen tröstlicher als alles, was jenseits des Irrsinns zählte. Ein Freigeist des Lebens sah nur diesen Ausweg: den Krieg als Mittel zum Frieden lieben, um zu überwinden, was ihm mit Recht unerträglich erschien. Nietzsche propagierte den “Übermenschen”, ein Wesen ohne Angst. Ich weiß nicht, wie ich das einschätzen soll – als Suizid aus Angst vor dem Tod oder als Vision, dem Nachtmahr endlich zu entkommen, der jeder Aussicht auf wirkliche Freiheit mit seinen Ketten kommt. Wie dem auch sei, es bleibt nur der Trotz, sich nicht klein machen zu lassen. Sich nicht jeden Tag den Zentner in den Nacken legen zu lassen. Jeder Tag, an dem es sich aufrecht gehen lässt, ist ein guter Tag.

 
Viele Kommentatoren, die sich als “Zinskritiker” äußern, glauben, es könne eine Marktwirtschaft oder zumindest eine Tauschwirtschaft geben, ohne böse Profite, die von Gierhälsen eingetrieben würden, deren Mittel Zins und Zinseszins seien, mit denen sie andere in die Knechtschaft trieben. Ich möchte darauf noch einmal kurz grundsätzlich eingehen, vor allem aber deutlich machen, dass das Grundproblem jede Art von Verdienst ist. Zins ist dasselbe Spiel wie Lohnarbeit oder andere Geschäfte, und in einer “Marktwirtschaft” i.e. Kapitalismus ist der Zins so selbstverständlich wie Kaufen und Verkaufen.

Zwei Beispiele: Der Mietzins, gemeinhin “Miete” genannt ist ein Zins wie jeder andere. Jemand hat eine Immobilie übrig und vermietet diese. Das ist nichts anderes als ein Zins auf den Wert der Immobilie. Kauft sich jemand von seinen Mieteinnahmen weitere Immobilien und vermietet diese, ist das Zinseszins. Es sind zwar andere Mieter, die den Zinseszins zahlen, das ist aber auch schon der ganze Unterschied auf dieser Ebene.
Löhne funktionieren genauso. Da Lohnarbeit keine Beteiligung am Gewinn ist, sondern nur ein geringer Teil des Gewinns, kann das Unternehmen expandieren, weitere Lohnarbeit einrichten usf..

Geld, mehr Geld

Das Problem ist dasselbe bei Geschäften mit Gütern, die jemand ganz für sich allein herstellt. Er muss aus dem investierten Geld mehr Geld machen, um Gewinn zu erwirtschaften. Wo soll das herkommen, wenn es nicht irgendwie “geschöpft” wird? Theoretisch wäre es zwar denkbar, dass Geld so zirkuliert, dass alle Beteiligten mit demselben Geld ihre Geschäfte tätigen, also ein totaler Ausgleich stattfindet.

Diese Konstruktion ist aber ein extrem unwahrscheinlicher Fall, der sich in der Praxis schon deshalb nicht umsetzen lässt, weil es dazu einer Instanz bedürfte, die alle (!) wirtschaftlichen Vorgänge planen könnte. Selbst wenn es eine solch göttliche Wirtschaftsinstanz geben könnte, wäre dann aber Geld sofort überflüssig, denn was sollte man noch mit Geld, wenn jegliche Produktion und Verteilung ohnehin geregelt würde?

Es gibt immer noch viele, die meinen, es könnte eine Tauschwirtschaft geben, womöglich sogar eine ehrliche und gerechte, aber das hat mit der Realität absolut nichts mehr zu tun. Tausch beruht auf einer Ausgeglichenheit, die es nie gab – die begriffliche Nähe von Tausch und Täuschung ist da kein Zufall. Jahrtausende lang war das Hauptproblem der Mangel, heute wird der Überfluss durch künstlichen Mangel dem Irrsinn der ökonomischen Religion angepasst.

Kein Profit ohne Mangel

Wo der Mangel also nicht für die Profit fördernde Ungleichheit sorgt, muss das System das eben anders regeln. Zins ist ein Symptom, keineswegs aber Ursache. Nicht einmal eine Ursache, schon gar nicht die entscheidende. Solange es Geld gibt, gibt es den Zwang, es zu vermehren. Das Fieber namens “Zins” folgt dem auf dem Fuße. Auch Phänomene wie geplante Obsoleszenz sind völlig logisch, wenn es darum geht, noch Profite zu erzielen, wo der Bedarf längst gesättigt ist. Während Zinsen erst Geldschöpfung ermöglichen und damit die Geldvermehrung längerfristig ermöglichen, sorgt der künstliche Mangel für ausreichenden (möglichst steigenden) Bedarf.

Worum geht es bei Alternativen zum Kapitalismus? Es geht darum, die Menschen zu versorgen und gemeinsam in Würde zu (über)leben. Das wird auf lange Sicht nur gehen, wenn die Menschheit sich vom Geld, seinen Zwängen und Wahnideen befreit. Das nackte Überleben wird derzeit konterkariert durch den blanken Wahnsinn um Profitmöglichkeiten. Ich sehe keinen Weg auch nur zu überleben, der nicht in die Einsicht mündet, die für mich definiert, was es bedeutet. “links” zu sein: Keine Herren, keine Sklaven! Wir müssen diesen Weg finden.

 
udokiezIch tue mich nicht nur mit allem schwer, sondern hier besonders mit der fälligen Eloge zum lange feststehenden Preisträger 2014. Das kommt nämlich daher, dass die Würdigung unter anderem mangels Konkurrenz nicht genug Konfetti generiert. Ich weiß, das ist eigentlich Quatsch, denn seine Arbeit spricht für sich und ein Großteil der mangelnden Konkurrenz ist darauf zurückzuführen, dass die Suche nach ähnlich geilem Lesestoff auch dann relativ hoffnungslos wäre, wenn sich da draußen die geilen Schreiber und Schreiberinnen die Ellbogen gäben wie die Honks beim Anbieter elektronischen Gammelfleischs, wenn es ein neues Gameboxschmachtfonsuperpezehvolksdudelding gibt. Nix da. Niemand weit und breit.

Ich lese also, dass die Würdigung doch allmählich in Schwung kommt. Ich mag seine Schreibe. Ich mag seine Schreibe. Und es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich seine Schreibe mag. Es mag eingewendet werden, er sei auch nur so ein Rantingking (bitte dieses Wort nicht so schnell lesen wie es mir gerade in den Kopf schoss. Eher mehrfach und dann auch mal laut lesen, sagt der Säzzer.). Ich aber sage: Nur ein Rantingking?! Seid doch mal einer! Für zwei drei Artikelchen. Seht ihr? Rantingking ist Qualitätstexten. Musst du erst mal draufhaben. Hat er. Ich liebe es.

Naja, und “nur” ist eh eine Frechheit. Der Mann kann auch ein Schnitzel schreiben. Die Aufmerksameren unter euch haben bemerkt, dass ich das auch über mich selbst schon gesagt habe. Gut, ist also nicht originell und müffelt vielleicht in dieser Hinsicht, aber ich gebe zu, dass es mir da an Selbstdingsgefühl nicht mangelt. Wer als Kind schon früh in eine Buchstabensuppe fällt, nimmt halt das Talent mit, und wenn man dann noch lernt, übt und tut, wird’s was. Wenn …

Ja, wenn zum Vertexten noch ein Denken kommt, das einen Charakter hat und sich mit dem Vertexten verwebt. Womit wir beim nächsten Punkt sind. Da, wo mir der Neid käme, wäre mir der nicht so fremd. Der Mann hat es nicht nötig, seine Leserschaft auf irgend eine Lichtung zu führen. Er hat seine Meinung, das kommt von “mein”, in dem Falle also sein. Er hat etwas zu sagen, egal ob es ums Fressen, ums Arbeiten oder die Schnöderia des Lebens und des Universums geht. Gern haut er’s uns um die Ohren, mal lässt er es lax raus, manchmal arrangiert er es fragil zu unseren Füßen. Macht damit, was ihr wollt. Ohne sein Blog wäre mein Leben ärmer.

So, reicht jetzt. Ich hoffe, du hast rote Ohren und den spontanen Drang, das zu relativieren und tiefer zu hängen. Oder – weil du eh lange wusstest, das es dich diesmal trifft, scheißt drauf und stopfst mir meine Arroganz in den Schlund, mit der ich es wage, deine Leidenschaft in einen Rahmen zu hängen. Egal, solange du weiter schreibst, denn wenn nicht, werde ich dich finden, deinen Müll trennen und dich mit dem Hund zum Bioladen schleifen. Verlass’ dich drauf, Kiezneurotiker!

 
und ich verlinke. Ein Interview mit Gabriele Krone-Schmalz über Journalismus wie er ist und nicht sein sollte. Was mir nur fehlt, ist eine tiefergehende Problematisierung des Phänomens der Personalisierung, das zwar in bezug auf Putin beschwingt die Hürde zum Irrsinn nimmt, aber ganz allgemein zum Niedergang politischer und daher journalistischer Diskurse und Kommunikation beiträgt.

Update: Dazu passt das hier von den “Querschüssen” (Thnx Vogel).

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Quelle: Wikimedia Commons / Colin Smith

Vorab eine Bemerkung zu den Kommentaren: Es kommt vor, dass ich einen überlese oder gar mehrere. Höfliches nachfragen hilft da eventuell, es kann zwar auch sein, dass mich ein Kommentar nicht besonders interessiert und ich kann auch nicht jeden beantworten, aber manchmal geht mir einer durch wie zum Beispiel der hier. Die Frage darin: “inwiefern ist z.B. die Menschenwürde nicht auch bloß eine “festgelegte Wahrheit?” Kommunikationsbeschränkungen kann man ja auch in dem Fall ausfindig machen.
Das Thema ist hier ein Dauerbrenner, derzeit ist auch ein anderer Strang damit befasst, man könnte es vielleicht die “Autosuggestion des Bürgertums” nennen.

Ich verdamme das – im Gegensatz zu anderen Linken – keineswegs, im Gegenteil finde ich die Zielsetzungen, die sich sowohl in der bürgerlichen Revolution als auch in dem Versuch, Menschenrechte zu verfassen, manifestieren, ungemein wichtig. Da unterscheidet sich mein Denken grundlegend von streng ‘materialistischen’ Sichtweisen. Der Mensch setzt sich Ziele, das macht ihn aus, und wenn er damit aufhört, hört damit gleichzeitig alles auf, worüber wir hier diskutieren, nämlich Theorie, Politik, Ethik, das Leben des bewussten Universums. Die Antwort auf die Frage der Landratte ist von daher, dass es eben nicht bloß eine festgelegte Wahrheit ist, sondern ein Ziel, die Vorstellung eines Zustandes, wie er sein soll. Dass tatsächlich die bürgerliche Gesellschaft in Form der kapitalistischen ‘Demokratien’ noch immer von Menschenrechten schwafelt und sich der überprüfbaren Wirklichkeit dabei nicht schämt, liegt nicht an der Zielbestimmung.

Soll das alles sein?

Zielbestimmungen wie die Menschenrechte, die bürgerliche Freiheit und andere sind unerlässlich für die Bildung eines Common Sense, der an historischen Schnittstellen den Stand des Bewusstseins markiert. Dieses ist eben nicht bloß durch den Stand des materialen Sein bestimmt, wenn es sich selbst (und) eine Welt entwirft. Es sind gern Versprechungen, deren Einlösung gar nicht vorgesehen ist von denen, die sie in die Welt setzen. Sie können aber immer nur in Form von Widersprüchen den Kurs wenden; Orwell brachte es auf den Punkt: „Pigs are more equal“. Die Sprache bricht ebenso zusammen unter der Gewalt der Herrschaft wie die Idee vom Paradies, das für alle geschaffen werden sollte. Das Missverständnis ist immer ein doppeltes: Dass das Versprechen so gemeint war und dass der Bruch des Versprechens alternativlos sei.

Insofern bestimmt das “Sein” – die Form der Herrschaft und ihrer (Produktions)bedingungen – das Bewusstsein. Das Bewusstsein aber, wenn es eben nicht mehr mit den herrschenden Zuständen zu versöhnen ist, bestimmt die Frist dieses Seins. Zwar kann man den Wandel im Bewusstsein der Menschen ebenfalls als Wirkung der Herrschaft betrachten, es bleibt aber an genau diesem Punkt dem Bewusstsein vorbehalten, die Ketten zu sprengen und die Widersprüche gegen jene zu verwenden, die sich zu spät von ihren Lügen distanzieren. In der aktuellen Situation des sogenannten “Westens” befinden wir uns in der Phase, in der noch ausreichend materieller Wohlstand und eine Propaganda, die noch als glaubwürdige in die Köpfe gepflanzt wurde, auf himmelschreiende Widersprüche treffen. Die Propaganda degeneriert zusehends, das wird nicht ohne Wirkung bleiben.

Der bürgerliche Staat, dessen Verteidiger sich gemeinhin wirklich einbilden, was da auf dem Papier steht, sei schon darum wahr, ist ein in seinen Grundzügen oft ungemein ehrlicher, wachsamer und kluger Versuch, das Versprechen einer gerechteren Welt zu etablieren. Er ist umso blöder, je weniger sich noch wer um seine Substanz schert und den Versuch aktualisiert. Natürlich ist einer seiner Grundwidersprüche der, dass es eine unausgesprochene wirtschaftliche Basis dieses Experiments gibt, mit deren Kollaps auch das Staatsmodell scheitert. Wer aber darum alle Ideen, die Milliarden in den Bann zogen und noch immer ziehen, ebenfalls verwirft, hat nicht kapiert, dass der Mensch immer wieder zum Barbaren wird, weil er sich das Bewusstsein vom Sein und dessen Verwaltern vernebeln lässt.

Und hier euer Disclaimer: Nein, ein Bewusstsein kann an den Verhältnissen heute nichts ändern. Es sollte aber gerade deshalb den Anspruch haben, dass sich das ändert.

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