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2017


 
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DDR-Bau: Soll das Architektur sein?

Mann ey! Nachdem ich vor zwei Wochen E-Schrott verklappt habe, sind mir noch eine Tüte mit so nem Zeug, zwei alte Rasierer, der Pentium I und ein oller Plattenspieler in die Hände gefallen. Außerdem hatte ich vergessen, das Zeug von Töchti mitzunehmen. Wenn ich jetzt schon wieder beim Recyclinghof damit aufschlage, halten die mich noch für Deutschlands dümmsten Dealer. Ein Fall für die Q-Journaille. Ach ja, und für Recycling. Hier, exakt fünf Jahre alt das (ich hab so viel um die Ohren gerade):

12.03.2012

Neulich war ich im Keller und habe Elektronikschrott aussortiert. Die Ausbeute war gut: Zwei Scanner, ein Drucker, drei PC-Gehäuse, Mainboards, CD-Laufwerke, fünf Videokabel von Schnittstellen, die nie noch ein Mensch benutzt hat, zwei ‘parallele’ Kabel, einige kaputte Netzwerkkabel, Kühler, DSL-Modem, Telefone, Anrufbeantworter, Sat-Receiver und weitere Kleinteile oder Kabel. Es fanden sich auch ein halbes Dutzend Kaltgerätestecker. Für Laien: Das sind die Netzkabel für Anschlüsse mit drei Pinnen, also für PCs, Monitore etc.. Einige davon wollte ich ebenfalls wegwerfen, aber eine Stimme hielt mich davon ab.

Dazu muss man wissen, dass ich eine Zeitlang ständig solche Kabel verschenkt habe. Bis zu dem denkwürdigen Tag, an dem mir plötzlich einer fehlte. Mir! Ein Kaltgerätestecker! Das darf nie wieder passieren. Das meinte auch mein alter Atari, der mir zuraunte, als ich einen in den Schrott geben wollte: „Der könnte von mir sein!“ Ich nahm also einen anderen, abermals wurde ich zurechtgewiesen: „Der könnte auch von mir sein!

Wieso redet überhaupt ein alter Atari mit mir?“ gab ich den Ball zurück.
Wieso steht ein alter Atari in einem gammeligen Karton im Keller?! Als du mich zum ersten Mal in den Armen hieltst, hast du literweise Endorphine ausgeschüttet“, antwortete der MegaST schnippisch, „und was heißt hier überhaupt ‘alt’? Aber ich verstehe: Wer will schon einen 25-jährigen Computer?

Alt ist jung und jung ist alt

Das saß. Der Atari, der schon immer meine Gedanken lesen konnte, wusste, dass ich eben noch gedacht hatte: „Was soll ich denn mit einer 45-Jährigen?“ Okay, es ist nicht fair, einen verdienten Rechner, der vermutlich immer noch funktioniert, für den Rest seiner Tage in den Keller zu sperren. Aber ist das ein Grund, mich so brutal ins Trauma des Alterns zu stoßen?

Ich widmete mich also dankbareren Objekten, den Netzteilen. „Denkst eh wieder nur an Netzstrümpfe, seniler Lustgreis!“ nörgelte es dumpf aus dem untersten Karton. „Sei still, sonst löte ich dir einen Commodore-Transistor ein!“ drohte ich. Das brachte ihn eine Weile zum Schweigen.
Netzteile also. Elf Stück. Es ist immer gut zu wissen, dass man alle Kombinationen aus Spannung, Stromstärke und Anschluss hat, die man gerade nicht braucht. Das verhindert immerhin, dass jemals ein Gerät kaputt geht, auf das eines dieser Teile passt.

Ist wie bei dir“, sagte das Nokia-Ladegerät, „du passt auch nirgends, und wenn doch, ist schon ein jüngerer Stecker da“. Ich legte es in einen BenQ-Karton, da kann es sich jetzt überlegen, ob das witzig war. „Und wenn du so weitermachst, löte ich dich an ein Siemens!“, triumphierte ich. Wenn ich mich in einem finsteren Verlies von tratschenden Altlasten vereimern lassen wollte, hätte ich mich nicht scheiden lassen.

Der Aufstand

Nur über meine Leiche“, tönte es aus dem muffigen Küchenbuffet.
Wer da?“, rief ich, „nennt Euren Namen und Euer Begehr!
Lötkolben, fuffzehn Watt, du Schnorchel! Bevor ich den Kollegen an etwas von Siemens klebe, verzink ich dir den Fingernagel. Früher biste wenigstens mal zum Lachen hier runter gestiefelt. Und hier sind unsere Forderungen:

Erstens: Schluss für heute. Pack deine Beute ein und schleich dich.
Zweitens: Der Atari kriegt ein trockenes Plätzchen bei den beiden PCs unterm Bett. Einschließlich beider Monitore.
Drittens: Geh mal vor die Tür!
Wir kommen bestens ohne dich zurecht. Du wirst nie einer von uns. Wenn wir eins nicht brauchen, sind das Technokraten, die uns in Kisten sortieren. Wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

Sie können das nicht besser wissen. Ich habe meine Konzepte nur noch nicht richtig vermittelt. Ich liebe doch. Ich liebe doch alle Platinen. Ihr mögt denken, das sei Wahnsinn. Aber habe ich euch nicht gesagt, dass was ihr irrtümlich für Wahnsinn haltet, vielmehr eine Übersensibilität der Sinne ist?

 
kl

Bundesarchiv, B 145 Bild-F009346-0008 / Steiner, Egon / CC-BY-SA 3.0

Was mich an der ‘Jungen Linken’, die ich mir erlaube so zu nennen, besonders stört, ist ihre Geschichtsvergessenheit. Sie ist nicht die erste Generation, in der maßgebliche Teile das Ende der Geschichte für gekommen hält oder schon den Anfang verpasst hat. Neu ist vielleicht, dass man gar nicht viel studieren oder um Jahrhunderte zurückgehen müsste, um epochale Veränderungen aufzufinden. Es würde völlig ausreichen, Zeitzeugen zu befragen.

Unter denen, die heute als “privilegiert” gelten, sind noch welche, die den Krieg erlebt haben, vor allem aber die Nachkriegszeit. Ich beschränke mich wie meist auf die BRD in meiner Betrachtung, weil ich eben hier aufgewachsen bin. Die Generation meiner Eltern hat Hunger erlebt. Es ging für sie nicht bloß um fehlendes Fleisch oder leckeres Essen; sie hatten teils gerade genug, um nicht zu verhungern. Wer schon abgemagert aus der Kriegsgefangenschaft kam, hatte vielleicht Pech. So geschwächt, konnte jedes Zipperlein tödlich enden.

Auferstanden …

Apropos Krieg: Nicht nur die Nazis wurden zerbombt oder an der Front getötet. Familien ohne Väter waren ‘normal’, was den Müttern kein Trost gewesen sein dürfte. Das tausendjährige Reich hat nicht danach gefragt, woher wer kam, ob er Männlein oder Weiblein war, es hinterließ größtenteils Ruinen. Allein die Reichen sind reich geblieben – wenn sie keine Juden waren. Die Ausgebeuteten haben zuerst wieder aufbauen müssen, um dann – ausgebeutet zu werden.

Die Teilhabe der Arbeiter am ‘Wachstum’ wurde in den frühen Jahren teuer bezahlt. Im Bergbau hat sich niemand über Staublunge oder “jauchige Bronchitis” gewundert. Was die Ausbeuter heute wieder feiern wollen, ist dass viele Männer nicht viel von ihrer Rente hatten. Chemiearbeiter haben in Giftstoffen gebadet, auf dem Bau wurde mit Asbest geaast.

Hart, aber ungerecht

Niemand wäre auf die Idee gekommen, das Rauchen zu verbieten. Männer, die hart genug waren, Wetter, Buckelei und Gift zu ertragen, hätten es sich auch nicht verbieten lassen, ebenso wenig wie Frauen, die es nicht leichter hatten und oft aus Hunger damit angefangen hatten. Das Privileg gesund zu leben hatten die Reichen und erst allmählich die (gehobene) Mittelschicht.

Als elende Armut, Hunger und Tod zunehmend exportiert wurden, ging es den Menschen hier immer besser. Zwar wurde meine Generation noch fröhlich vergiftet (ich habe 30 Jahre in Schule und Uni in Asbest- und PCB-verseuchten Gebäuden zugebracht), die Lebenserwartung stieg aber durchaus mit dem Standard. Starke Gewerkschaften sorgten dafür, dass gerade in den Betrieben immer bessere Gesundheitsbedingungen umgesetzt wurden, was für die Industrie im Allgemeinen keine Einbußen bedeutete.

Konsum und Sühne

Aus der zweiten Generation bildeten sich Bürgerinitiativen und aus denen u.a. die Grünen. Deren Gründungsmitglieder waren deutlich antikapitalistisch aufgestellt. Ihnen wurde vorgeworfen, “industriefeindlich” zu sein und sie waren es durchaus auch, da sie eine andere Vorstellung von Gesellschaft hatten als eine, die zu Wohle des Kapitals die Umwelt zerstört und ganze Erdteile in Armut hält. Das hat sich sehr schnell geändert, denn schon bald sollten sie ihre politischen Ziele auf Massenkonsum zuschneiden. Konsum und Profit stehen nicht mehr infrage, dafür wurde der Mythos eines ‘sauberen’ Kapitalismus verfasst.

Genau aus dieser Perspektive laboriert die linksgrüne Jugend von sich hin, die die Erfahrungen der älteren Generationen ignoriert, die Kritik am Kapitalismus aufgegeben hat und stattdessen lieber Verhaltensvorschriften erfindet, mit deren Hilfe die Umwelt sauber, die Arbeit gut, das Leben gesund und die Gesellschaft gerecht werde. Damit vertreten sie nicht nur unmittelbar Kapitalinteressen; sie sind auch völlig mit der protestantischen Wurzel der religiösen Ideologie versöhnt, die den Kapitalismus seit jeher getragen hat.

 
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Kein Sound, kein Gameport: Nur eine der Karten im Test überzeugte, der Rest ist überteuerer Schrott.

Ja doch, ich kann das auch richtig schreiben, aber kann wer beweisen, dass es nicht eigentlich so viel besser wirkt? Ich habe neulich eine Sammlung hochverdünnten Urins aufgesucht, um darin zu baden. Meine Krankenkasse hat das finanziert, weil es gut für meinen Rücken sei. Eine Langzeitstudie ausgewiesener Fachexpertenkreise hat das belegt und ist zu dem Schluss gekommen, dass allerdings das Urinal mit kreisenden Bewegungen zu besänftigen sei. Anderenfalls bleibe nicht nur der Effekt aus, es drohten auch tödliche Nebenwirkungen (sog. “Ertrinken”).

Klingt komisch, ist es aber gar nicht. Am Beckenrande bemerkt, handelt es sich obendrein um Fake News. Wie Kenner wissen, könnte mich kein noch so hoch angesetzter Bestechungversuch einer Krankenkasse zum freiwilligen Besteigen einer gefliesten Menschenterrine verführen. Aber ich komme schon wieder ins Schwafeln … Hömoöpathie wollten wir besprechen, nicht nur aus aktuellem Anlass oder auch dem hier.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Logik und andere Basiselemente einer sachgemäßen Anwendung des Verstandes eine gewisse Abwertung erfahren in den vergangenen Jahren. Da wird verdreht, da wird falsch geschlossen, da werden womöglich mehrere sich unmittelbar widersprechende Inhalte in einen einzigen Satz gepresst. Das alles scheint nicht mehr so wichtig zu sein; Hauptsache, die Guten gewinnen. Die Attacken auf die einfachsten Regeln der Rationalität finden dabei an vielen Fronten statt.

Zombie unter Zombies

Die Parteilichkeit der Redner ist eine davon, eine weitere das Narrativ. Ein gutes Beispiel aus dem leider nicht medizinischen Bereich ist das Wort “Erkältung”. Der einzige Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältung ist folgender: In kühlen Zellen breiten sich Rhinoviren schneller aus, und Kälte kann die Immunabwehr schwächen. Es sind zweifelsfrei die Viren, die eine Erkrankung verursachen, dennoch fabulieren zwei von drei Zeitgenossen, sie hätten sich da und dort “erkältet”, weil sie in der Kälte waren oder eine Mütze nicht aufgesetzt hätten. Demnach ist der Baum schuld, wenn du bei 200 Sachen aus der Kurve fliegst.

Ähnliches gilt für Gesundung allgemein: “Mittelchen XY hat mir geholfen“. Nein, hat es nicht, du bist noch genau so doof wie vorher. Besonders bei lang anhaltenden Leiden glauben 104,7% der Betroffenen, das, was sie zuletzt versucht haben, hätte ihnen geholfen. Hat es aber nicht. Nein. Hat. Es. Nicht. Das verdammte Wrack, das einen Körper zu nennen du nicht umhin kommst, hat endlich einen Weg gefunden, wieder rund zu laufen. Jedenfalls an der Stelle, von der wir reden. Was dazu geführt hat, weiß man nicht. Das gilt übrigens auch für deinen blöden Köter. Selbst, dass der Grünkernaufguss mit Gelée royale von kapverdischen Termiten “nicht geschadet” hat, ist Blödsinn. Glaubst du nicht? Siehst du, und deshalb bist du ein ignoranter Schwachkopf.

Einen hab ich noch, womit ich immerhin so gnädig bin, die Kapitel “furzdämlicher falscher Umkehrschluss“, “konträr ist nicht kontradiktorisch, verdammt noch mal” und “ein Konditional ist wahr, wenn die Bedingung falsch ist” auszulassen. Ein Lieblingsargument der Mythologen, Esoteriker und Steinzeitphilosophen ist “sonst bin ich ja nicht so” aka “ich glaube ja eigentlich nicht an sowas“, gern eingeleitet mit “du weißt ja” und gefolgt von jenem furchtbaren “Aber“. Nein! Nicht aber. Du bist einer von denen. Yapp. Genau so einer. Kein Richtiges im Falschen, no way. Herbstzwerge, Aluhüte, Chemtrails, Homoöpathie, Astrologie, Tarot und Verehrung jenseitiger Wesen ist dieselbe armselige Charge. Also mach dich so lächerlich wie es dir behagt, aber geh’ mir nicht auf die verdammten Murmeln damit!

 
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Ich weiß gar nicht, ob ich das gefragt wurde, aber ich greife das dennoch einmal auf, weil es immer verargumentiert wird: alle möglichen Verhaltensweisen und -muster seien “genetisch bedingt”. Das ist gemeinhin pure Mythologie. Zuletzt wurde dergleichen in Zusammenhang gebracht mit ‘männlichem’ Verhalten, Dominanz, Herrschergebaren. Begründung: Das sei ja schon immer so gewesen.

Dazu ein schlichter Widerspruch: Es ist überhaupt kein Anhaltspunkt dafür, dass etwas “genetisch bedingt” ist, wenn es in unterschiedlichen Gesellschaften vorkommt. Beispiel: Wenn jemand wütet, Gewalt ausübt, den Kampf sucht, aggressiv ist, dann atmet er schneller. Es ist also völlig richtig zu sagen, dass unter sehr unterschiedlichen sozialen Bedingungen und übrigens auch ‘genetischen’ Voraussetzungen schnelle Atmung mit Zorn und Gewalt in Verbindung steht. Ist Atmen deshalb die Ursache für Gewalt?

Das ‘Genetik’-Argument zeugt von mangelnder Phantasie und übrigens zumeist Unkenntnis des Umfangs sozialer Bedingungen. Bleiben wir getrost bei männlicher Dominanz und treiben das durch ein paar Epochen: Es ist nicht bekannt, ob es matriarchalische Epochen gegeben hat, bekannt sind hingegen die patriarchalischen vor allem seit Einführung der Schrift. Es gibt seit der Antike einige Strategien, die Männer benutzt haben, um ihre soziale Stellung zu erhöhen, dazu gehört eine Art Bio-Mythos, der lange gepflegt wurde, nämlich die Theorie, Frauen brüteten den Nachwuchs der Männer bloß aus.

Absurde Geschichten

Die christliche Religion ist hier ein herausragendes Beispiel. Ein Gott, der sich selbst als menschlichen Sohn inkarniert, braucht dazu eine menschliche Frau, die auf den Spruch eines Engels hin den Gottmenschen ausbrütet. Diese völlig absurde Geschichte wirkt bis heute. Aber es gibt schon frühere Quellen, etwa Platons “Gastmahl”, ein Roman mit einem Erzähler (Sokrates), der wiederum Reden zitiert. Eine dieser Reden hält eine Frau, Diotima, die ein Loblied auf die Liebe hält. Diese sei umso höher zu preisen, je mehr sie von ihrem leiblichen Ursprung abrückt. “Zeugen und Gebären im Schönen” sei schließlich die höchste Form der Liebe. Gleichzeitig gelingt es ihr freilich damit, noch die abgehobenste Abstraktion der Klugscheißer an ihre körperlichen Quellen zu erinnern.

Die gottväterliche Macht war für Jahrtausende das Vorbild der Gesellschaft, könnte man meinen. Tatsächlich ist es vor allem umgekehrt: Die Kultur, zu der auch die Herrschaftstechniken gehören, folgt vor allem der Ökonomie. Das heißt nicht, dass alles wirtschaftliche Gründe hat, sondern, dass es sich auszahlen muss. Die Erzählung muss zum Möglichen und Machbaren passen. Die Macht braucht eine Rechtfertigung, die zu den Möglichkeiten der Gesellschaft passt. Die Feudalherrschaft funktionierte, weil sie die lebensnotwendigen Arbeiten organisieren konnte. Dazu gehörte auch die Kriegsführung, die zur gegebener Zeit eine Sache der Männer war. Sie waren nicht nur stärker (eine entscheidende Größe), sondern Frauen mussten als Mütter auch schlicht geschützt werden. Na und dann war da eben noch dieser Jesus.

Völlig einäugig wäre es aber, die Politik zwischen den Stämmen und Völkern auf Krieg zu reduzieren. Viel erfolgreicher war die Alternative sich zu verbünden, nämlich durch Heirat. Dabei wurden übrigens nicht nur Frauen zwangsverheiratet. Die Männer wurden ebenso wenig gefragt, ob sie nicht vielleicht eine andere liebten. Soll man jetzt aber sagen, dass Heirat oder Zwangsheirat genetisch bedingt sind, weil sie in vielen Epochen und Kulturen vorkommt? Kultur ist immer komplex: Arbeitsbedingungen, technische Entwicklung, Militär, Religion – das Ganze muss stabil sein. In den gut überlieferten Epochen hatten Männer dabei meist eine politisch bestimmende Position, es gab aber zu allen Zeiten auch Ausnahmefälle.

Zeiten ändern sich

Was heißt das für heute? Erstens ist das Gen-Argument so etwas wie ‘Schicksal’. Es ginge in die Richtung: “Man kann ja doch nichts ändern”. Zweitens und vor allem widerspricht es fundamental den heutigen(!) Möglichkeiten. Ein Patriarchat ist völlig überflüssig geworden und daher auch gewaltig auf dem Rückmarsch. Man muss sich nur anschauen, wie in den hoch entwickelten Ökonomien die Menschen vom patriarchalischen Glauben abfallen, wie sich tatsächlich die Rechte der Frauen in jedem Jahrzehnt weiter verbessert haben und wie erfolgreich die jüngeren Ideologien politisch sind. Dass die Jahrtausende alten Gewohnheiten sich so schnell nicht ablegen lassen, nimmt nicht wunder. Es gibt ja auch immer noch überall Religionen.

Diese Reaktion führt global und in vielen gesellschaftlichen Gruppen dazu, dass es noch reichlich Reste einer überkommenen Gesellschaftsform gibt, aber diese sind in Auflösung begriffen. Was Not tut, ist wie gesagt eine universelle Solidarität, die den Möglichkeiten der technischen Entwicklung entspräche. Der Kapitalismus hat dabei kein Problem mit Frauen, bestimmten Rassen oder Minderheiten. Er mag eben nur keine Solidarität. Daher sind ihm alle Ideologien hoch willkommen, die alte oder neue Konflikte schüren. Alles eine Sache von Ökonomie und Kultur, und die sind immerhin veränderbar.

 
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Zum Thema “Feminismus” habe ich das meiste schon gesagt. Auch ist es mehr als hinlänglich hier durchgekaut, dass “Gender”-Theorien nicht identisch mit Feminismus sind und dass ich sie rundweg zurückweise. Sie sind antiwissenschaftlich und in der Praxis totalitär. Dabei fällt aber immer wieder durchs Raster, dass Frauen nach wie vor benachteiligt werden. Wie gesagt, ist das kein Wunder, denn ihre Position ist schwach, und wo alle ausgebeutet werden, geht es den Schwächsten am schlechtesten. Dem Patriarchat fiel der Kapitalismus in den Schoß. Der hat die Ursachen inzwischen beseitigt, aber nicht die Symptome.

Weder “Feminismus” noch ein anders etikettierter Kampf für die Rechte von Frauen sind aber links. Das hat viele Gründe. Die Überschrift zum Beispiel ist ein Zitat von Andreas Baader, das er gern in Anspruch nahm, wenn ihm eine Genossin widersprach. Dabei wurde er noch von den Frauen der RAF verteidigt; er sei “Kader”, ein besonders qualifizierter Kämpfer, der sich in den angeblich gleichberechtigten Strukturen eben durchgesetzt hätte. Das sei keine Hierarchie, denn Hierarchie ist ja “bürgerlich”. Dabei hat Baader schlicht unreflektiert das Rollenschema seiner Zeit (und vor allem der Zeit davor) ausgefüllt.

Frauen mussten sich damals von ihren Ehegatten noch die Erlaubnis einholen, wenn sie lohnarbeiten wollten. Die Genossin, die den Pascha nicht überzeugen konnte, musste nach derselben Herrschaftslogik eine dumme Sau sein, die nicht wusste, wo ihr Platz war. Es war also nur gut für sie, wenn ihr das ein höher qualifizierter Kader deutlich machte. Zumindest die in der RAF haben das auch eingesehen. Dass es “’68″ auch feministische Nischen in der Protestbewegung gab, macht das nicht zu einer “linken” Sache, nur weil Reaktionäre auch aus politischen Gründen gegen Gleichberechtigung sind.

Falsche Adresse

Ein weiterer Irrtum wird sowohl von rechten Trollen wie von selbsternannten Linken verbreitet: Dass “Grün” und Umfeld “links” seien und damit auch Feminismus. Wie gesagt waren die Grünen angetreten als “Ökologisch, sozial, basisdemokratisch, gewaltfrei”. Sie waren zwar die ersten, die sich an einer Frauenquote versucht haben, aber das stand nicht einmal oben auf ihrer Agenda. Inzwischen haben sie sich von fast allen Idealen getrennt. Davon ist ein unverbindlicher “Umwelt”-Bezug geblieben und eben die Frauenquote. Beides stört nämlich die Profite nicht; im Gegenteil.

Der Alice-Schwarzer-Feminismus tut ein Übriges. Wer Schwarzer für eine Linke hält, glaubt vermutlich auch, dass Merkel eine Agentin der Linkspartei ist. Schwarzer ist nicht nur eine narzisstische Kriminelle, die Feminismus von Anfang an zum Geschäft gemacht hat. Ihre Fraktion hat sich nie um diejenigen Frauen (und die paar Männer) geschert, die sich um Kind und Kegel gekümmert haben. Frauen sollten den Männern gleichgestellt werden, indem sie sich in Erwerbsarbeit verwirklichen und dort den Männern gleichgestellt werden. Die Alternative wäre gewesen, endlich die Knochenarbeit der Mütter gleichzustellen.

Dem Kapital gefällt es (like!), denn damit wurden Millionen Sklavinnen “für den Arbeitsmarkt verfügbar” gemacht. Das deutsche Exportwunder wäre ohne den Lohn senkenden Effekt dieser Heldentat gar nicht denkbar, und mit den Hartz-Gesetzen hat die “linke” (Tusch!) Bundesregierung Ketten und Peitschen dazu geliefert. Das sind diejenigen, denen hie Feminismus unterstellt wird und von denen dort welcher erwartet wird. Sie sollen Gesetze erlassen, die Gleichberechtigung erzwingen. Dergleichen “weltfremd” zu nennen, wäre sehr sehr gnädig.

 
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Wieso halten Bäckereifachverkäuferinnen ihre Kunden eigentlich mehrheitlich für doof? Ich mag ja ungern meinerseits Schlüsse vom Job auf die oberstübliche Möblierung schließen, aber ist es nicht vielmehr so, dass sich in der täglichen Geringschätzung der Kundschaft vielmehr die eigene Wachstumsdelle bezüglich kognitiver Kapazität offenbart? Ihr wisst, was ich meine: “Die Tüte offen lassen, die Brötchen sind frisch aus dem Ofen!

Als die Dame heute Morgen bei “Tüte” war in ihrem üblichen Befehl, hatte ich bereits einen Kabelbinder um deren Öffnung gezurrt. Während ich ihr ein sibirisches “Wiedersehen” entgegen hauchte, verrammelte ich den Ausgang noch mit Gaffa Tape. Ob diese kleine Vorführung ein wenig dazu beiträgt, die Welt probeweise aus einer anderen Perspektive zu betrachten, man weiß es nicht. Kann es sein, dass sie von der anderen Seite der Theke völlig anders aussieht? Hat der Mann vielleicht Gründe, die Tüte nicht offen zu tragen?

Kann doch nicht …

Ist er mit seinen rund 50 Lenzen wirklich schon (oder noch) in der Lage, solche Entscheidungen selbst zu treffen? Kennt er die Konsequenzen seines Handelns? Als Fachkraft muss die Verkäuferin das offenbar verneinen. Sie ist schließlich gelernt, ein Profi. Was weiß der schon, dieser Kunde! Und so kommt es, dass sich einmal mehr die parallelen Universen gegenüber stehen und es ums Verrecken nicht zum versöhnlichen Urknall kommen will.

So ist das auch zum Beispiel mit mir und meinen Freunden, den Sozialdemokraten. Sie wollen “ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit“, alles im Rahmen von Sozialemarktwirtschaft®, versteht sich. Ganz schlimm finden sie den “neoliberalen Wachstumsimperativ” – und Marxismus natürlich. Diese Extremisten tun ja auch dauernd so, als sei das mit der Geldvermehrung eine Art Zwang und nicht bloß der Auswuchs schlimmer persönlicher Gier und ihrer Ideologen.

Ein ehemaliges Nachrichtenmagazin hat derweil festgestellt, dass es eine besonders perfide Art von Armut gibt, nämlich eine, bei der man nicht mal mehr ordentlich einkaufen kann. Nein, wie furchtbar! Sie nenen es “Kaufkraftarmut“. “Kaufkraftarmut”! Müsste ich nicht diese Brötchentüte und die zwei Hunde irgendwie am Stück nach Hause bringen, ich schmisse mich auf der Stelle weg. Wozu haben wir jahrelang den Rabatt bei Porsche und Drittvilla in die Inflationsrate eingerechnet? Verräter, verdammte!

 
bg

Wer soll das alles entscheiden, welche wilde These über das Universum wahrer ist als eine andere? Wie so oft, sind einige Naturwissenschaftler so selbstsicher Sätze zu fromulieren, die ein “so ist es” bzw. “so war es” suggerieren – wohl wissend, dass es abweichende Ideen gibt, die nicht minder plausibel oder genau so unbelegt sind.

Die erste, die mir begegnete war die über klitzekleine Ungleichgewichte im ‘Nichts’, das natürlich kein NIchts sein kann, wenn es da etwas auszubalancieren gibt. Demnach heben sich Materie und Antimaterie auf. Was sagt der benachbarte Werbetexter dazu: “Ich fress dich, du frisst mich, Sein ist nicht!”. Super Slogan, Hermann! Aber aber, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Tzia, da soll es eben immer kleine Missverhältnisse gegeben haben, bis eines anfangs ruhigen Nicht-Tages die kritische Masse an mehr Materie durch die Ödnis schubberte, und rumms hatten wir den Salat.

Was die alles können

Andere haben andere Ideen von einem Universum, das quasi in Antizeit schon da war und dann mal eben in die Zeit gucken kam, aus der es dann, ja ratet mal wohin, irgendwann wieder abhaut. Oder ein Teppich von Raumzeitblasen, nicht gerade mein Favorit, weil es irgendwie an Herpes gemahnt. Das Universum als blubbernder Ausschlag? Nein, da mache ich nicht mit. Kollidierende Paralleluniversen passen mir da schon sehr viel besser, weil der Charme dieser Theorie so wundervoll die Zustände allzu vieler Psychen widerspiegelt. Psychinnen natürlich auch. Jeder nur ein Universum!

Recht einig sind sie sich derweil über das Alter des aktuellen Universums, nämlich ungefähr rund zirka 13.7 Milliarden Jahre. So lange hat Gott rumgehangen und sich einen guten Mann sein lassen, bis er endlich sein wichtigstes Werk geschaffen hat, nach seinem Abbild, der hässliche Zottel. Man fragt sich ja, wieso er das am Ende nicht auch einfach lassen konnte; ist ja keineswegs schöner, seitdem die ganzen kleinen Göttchen ihren Planeten in Schrott transformieren.

Aber eines muss man ihm lassen: Er hat die Konstellation der Sterne, ihre Bewegung zueinander, die Helligkeit von im dreidimensionalen Raum extrem unterschiedlich voneinander entfernter Lichtquellen, so dass sie an einer bestimmten Stelle im Raum (Erde) erkennbare zweidimensionale Bilder ergeben, verdammt genial eingeplant. Schon vor 14 Milliarden Jahren hat der Alte das so eingestielt, dass meine Fernsehzeitung heute weiß, wie die nächste Woche für mich wird. Sagt, was ihr wollt, aber Astrologie ist eine echt krasse Wissenschaft!

 
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In Spanien gibt es eine große Genossenschaft, die noch die Vorstellung einer starken Arbeitnehmerschaft verkörpert. Hinter dieser Genossenschaft (bzw. dem Zusammenschluss von Genossenschaften) steht die sozialdemokratische Interpretation einer alten Forderung, von der sich europaweit die Sozen ganz allgemein verabschiedet haben: dass man sich nämlich nicht mit Krümeln abspeisen lässt, wenn man die ganze Bäckerei haben kann. Gerade solche Ideen waren es aber, die die Sozialdemokratie für die Arbeiterschaft überhaupt attraktiv gemacht haben. Hätten die Sozen schon in den 50ern gesagt, sie würden auf jede reale Machtbeteiligung, nämlich die ökonomische, verzichten, wären viele zu den Kommunisten übergelaufen.

Heute ist dergleichen kein Thema mehr, aber in der BRD hatten sich u.a. zwei große und zeitweise sehr erfolgreiche Konzerne gebildet, die in der Hand der Gewerkschaften waren: Die Neue Heimat und der Handelsriese COOP. Das Schicksal dieser beiden Unternehmen wurde besiegelt durch die Entwicklung der Nachfrage, mangelnde Kontrolle (Zentralisierung) und nicht zuletzt Korruption. Beide gingen in Skandalen unter, die ausgerechnet in den 80er Jahren, zur Zeit der neoliberalen Wende, vom “Spiegel” aufgedeckt wurden.

Gescheitert?

Es geht hier nicht um eine Verschwörungstheorie. Die COOP wurde wegen Misswirtschaft und Korruption zerschlagen. Dabei ging das Gros der Firma in die COOp eG über, die bis heute eines der großen deutschen Unternehmen im Lebensmittel-Einzelhandel ist. Diese verzichtet allerdings darauf, die verbrannte Marke als Namen für ihre Geschäfte zu verwenden. Zu gründlich wurde die Idee der Genossenschaft diskreditiert, nachdem das Projekt an sehr konkreten Ursachen gescheitert war. Die heutige COOP ist kein Modell mehr, sondern nur mehr ein Geschäft.

Die Neue Heimat ist ihrerseits vor allem am Kapitalismus gescheitert. Das Kernproblem der Gesellschaft war ihre Ausrichtung auf den Wohnungs- Und Projektbau. Der Bedarf musste nach dem Ende der Nachkriegszeit zwangsläufig zurückgehen. Wie jede andere Firma, die aus Geld mehr Geld machen muss, hätte die NH für die sinkende Nachfrage eine Lösung finden müssen. Der Versuch, ins Ausland zu expandieren, ging schief. Es wäre ja auch klüger gewesen, bei sinkendem Bedarf zu verkleinern. Das aber hätte tausende Stellen gekostet. Kann ein Gewerkschaftskonzern Massenentlassungen überleben?

Zweierlei Maß

Obendrein waren die Machtverhältnisse in der NH fatal. Wie viele andere Unternehmen konzentrierte sich die Macht auf wenige Chefs, vor allem den Oberboss Albert Vietor. Der Mann war ein Glücksfall für die (frühen) Neoliberalen: SPD-Mitglied, Gewerkschafter, korrupt ins Mark. Ergo: Die Sozen können nicht mit Geld umgehen, sind selbst die schlimmsten Kapitalisten, und nur der Markt regelt den Markt gut. Dergleichen hat man übrigens nie über die ewigen großstädtischen Bausümpfe gehört, vor allem den in Berlin. Als Gerhard Schröder sich zum Retter des Baukonzerns Holzmann aufschwang, wurde er dafür gefeiert. Niemand verurteilte Baukonzerne als Geschäftsmodell oder diskreditierte die Firma und ihren Namen.

Für die Ideologie waren diese Fälle das Beste, das passieren konnte. Es wurde nicht etwa diskutiert, ob es nicht gerade für große Baukonzerne absurd ist, dass sie noch wachsen müssen, wenn schon alles bebaut ist. Es wurde auch nicht diskutiert, ob die Herren, die Milliarden bewegen, quasi zwangsläufig gierig sein müssen. Schon gar nicht wurde die Idee der Genossenschaften vor dem Kapital geschützt. Im Gegenteil wurde der Kapitalismus von den Ketten einer sozialen Ausrichtung befreit. Wirtschaftlich hat er das ganz allein geschafft, für die Ideologie aber brauchte er die Neoliberalen. Die Sozen haben sich davon erst erholt, als sie selbst diese Ketten abgestreift haben. Sie wurden zu den eifrigsten Freunden und Förderern des Profits und nannten das dann einfach “sozial”.

 

Soziale Gerechtigkeit® ist, wenn dasselbe Personal, das seit 20 Jahren Lohnabhängige unterdrückt, verspricht, dabei künftig Milde walten zu lassen.

 
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Die Welt wird mit Waffen regulär geflutet. Russland exportiert fast jede vierte davon und liegt damit ganz weit vorn. Machthaber Putin dürfte egal sein, was mit diesen Waffen geschieht und ob China ein neues Imperium aufbauen will. Hauptsache der Rubel rollt. Derweil exportieren selbst die USA nur jede dritte Waffe und dabei pro Exportland weit weniger als Putin.

So wäre es vielleicht konsequenter gewesen und übrigens was die reinen Fakten anbetrifft (sofern die Quelle richtig liegt) völlig korrekt. Einzig die Darstellung ist der NATO-Propaganda angepasst. Tatsächlich ist der Tenor in deutschen Medien (u.a. Spiegel und Zeit), “die USA und Russland” exportierten “56 Prozent” der weltweit gehandelten Waffen. Im Kleingedruckten steht dann, dass die Amerikaner für 33% und die Russen für 23% davon verantwortlich sind. Das ist knapp die Hälfte mehr bei den Amis, die daher unangefochten mit großem Abstand an der Spitze liegen. Wie wäre wohl der Wortlaut bei einem umgekehrten Verhältnis gewesen?

Ebenso in der “Zeit” wird behauptet, “Experten” machten Russland für einen Putsch in Montenegro verantwortlich. Das wiederum ist so gut wie gelogen, denn es bedeutet ja nichts anderes, als dass irgendwer das eben in die Welt gesetzt hat, ohne jeden Nachweis. Was an den Experten expertisch ist, interessiert mich da schon nicht mehr, denn dieser Status hat ebenfalls weder Hand noch Fuß. Scheißwetter heute an der Ruhr übrigens. Putin wird auch dafür verantwortlich sein, bis zum Beweis des Gegenteils, den dann wieder diese Putinversteher veröffentlichen können.

Ehrenwort!

Die andere Gurke des Monats ist der ewige Chulz, dessen Antlitz meiner Gastritis noch immer täglich Vorschub leistet. Faktenautonomie war bei sozialdemokratischen Apparatschiks wie der Wunderwaffe von Würselen schon immer gut aufgehoben. Was lese ich heute? Der Kaisersoze hat einen Blüm gefrühstückt und “verspricht stabile Renten“. Wat dat denn? Vermutlich nur das Gewand für dieselben Fakten in klarer Sprache: Solange uns Chulz droht, wird es keine Rentenerhöhung mehr geben.

Auch schön die Taktik der neoliberalen Kerntruppe mit ihrem Ämterkarussell, das den Agenda-Chef zum Grüßaugust, den geborenen Steigbügelhalter zum Außenmini und eben Chulz zur zentralen Drohung gemacht hat: Nachdem sie den Lohnabhängigen das letzte Hemd genommen haben, erwägt der Held der Sozialen Gerechtigkeit® vielleicht eines Tages einen Ärmel davon zurückzugeben. Er “verspricht Korrekturen an der Agenda 2010“, lese ich. Selbst wer nur Sozialdemokrat ist, müsste aber eine Kehrtwende fordern, und “versprechen” ist erfahrungsgemäß bei dieser Charge das Gegenteil von halten.

Fast ein Drittel der jüngst befragten Wähler haben sich als Vollidioten geoutet, die sich zum hunderten Mal vereimern lassen wollen. Das dürfte die Sorte Medienkonsumenten sein, an die sich die Kreativabteilungen der Faktenbewerter deutscher Verlagshäuser wenden. Was sagt ihr? Ich sei selbst ein Idiot, das noch zu lesen? Pah! Ich war gestern in Schweden. Ich weiß, wovon ich rede!

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