Nur Sozialdemokraten an der Spitze konnten diesen Terror decken. Denn jedes andere Regime wäre vor 100 Jahren von der Wut der Massen hinweggefegt worden.
Nur Sozialdemokraten an der Spitze konnten diesen Terror decken. Denn jedes andere Regime wäre vor 100 Jahren von der Wut der Massen hinweggefegt worden.

Ich bin ja so glücklich darüber, wie das deutsche Verlagswesen meine Interessen vertritt! Als Kreativer® muss ich mir nie wieder Gedanken um meinen Wohlstand machen, sollen Urheber® doch vor den schröcklichen Urheberschaftsdieben geschützt werden. Auch für uns gilt nämlich das Supergrundrecht Sicherheit.
Das erinnert mich an die Krankenschwester, die FDP gewählt hat wegen deren Slogan “Leistung muss sich wieder lohnen“. Die dürfte dadurch ähnlich glücklich geworden sein. Kreative® sind derweil obendrein meist studierte Leute, die ja ohnehin nicht wissen, aus welchem Trog sie das ganze fette Fleisch noch fressen sollen. Was ich allein durch die ganzen Kurzfristverträge an Unis verdient habe – wohin nur mit all dem Gold?!
Mit dem Blubb
Was von unseren Profiteuren in die Welt verklappt wird, kann man nicht mehr Narrativ nennen, das ist im Grunde schon für Propaganda zu blöd. Das Maß, in dem wir verkaspert werden, wird auf das Level ‘Endgegner’ gehievt, wo man den Betroffenen selbst verzapft, wie gut es ihnen eigentlich geht und was nicht alles für sie getan wird. Es wäre inzwischen aber wohl anmaßend, etwas anderes zu erwarten.
Wir hätten es von den Schweinen lernen können: Die sind schließlich auch alle glücklich, ganz offiziell. Alles kleine Grinseschweinchen, die uns mit großen Augen ihr Glück entgegen strahlen. Wer wäre auch nicht glücklich – eingepfercht, mit Müll vollgestopft, mit Pillen gemästet, im stickigen Karren zur Tötungsfabrik deportiert und nach stundenlangem Warten im Gequieke der Artgenossen endlich abgeschlachtet? Es kommt immer auf den Vergleich an.
Da muss man als Kreativer® fast neidisch sein, aber ein paar Punkte machen wir auch: In seinem eigenen Namen vereimert, verwertet, ausgebeutet und wenn man es wagt, nicht nur selbst zu publizieren, sondern dabei einen Link mit zu viel Zitat zu setzen, auch noch ruinös abgemahnt. Und jetzt sind wir auch noch diejenigen, für die alle Welt zensuriert werden soll. Ich fühl’ mich saugut!

Soziale Marktwirtschaft, nichtwahr, das ist dieser Trick, mit dem aus dem Bösen (Kapitalismus) das Gute (siehe oben) wird. Arbeit und Kapital versöhnt, staatliche Kontrolle und kapitalistische Freiheit versöhnt, Umwelt und Kapital versöhnt, alles versöhnt. Nun, dann wollen wir mal tun, was dieser Trick so tut, nämlich ‘Nachhaltig’ und Kapital versöhnen. Die Idee: Wir verbieten ab sofort das Schürfen neuer Rohstoffe für die Produktion. Kunststoffe, Metalle, seltene Erden, die ganze Materialschlacht, haben ab sofort aus Müll destilliert zu werden.
Ja sicher, das geht, und ich bin ebenso so sicher, dass da draußen eine Menge grüngewaschener Sozen glauben, das wäre wirklich eine gute Idee. Dolle Sache! Die Idee ist derweil in der real existierenden Wirklichkeit kompletter Quatsch. Wer es noch nicht bemerkt hat: Selbst solche Petitessen wie Erbschafts- und Vermögenssteuern sind kompletter Quatsch. Warum? Weil sie keiner will, ihr Dödel! Seit Jahrzehnten niemand, der irgendwo regiert hat. Warum? Das zweite Warum ist immer die falsche Frage.
It’s A Feature
Sie tun es nicht, obwohl sie es können. Ich könnte das jetzt auch erklären, aber es ist einfach zu müßig. Wie lange muss ein System dieselben Dinge tun und lassen, bis wirklich alle gemerkt haben, dass genau darin das System besteht? Ich weiß: Ein paar Tage länger als ewig. Macht nix, machen wir halt danach weiter mit den guten Ideen.
Proben wir nunmehr den Relotius rückwärts (Merkt ihr? Es sind Relotius-Wochen. Der Mann hätte einen Preis verdient!) und kommen zu einer Anekdote: Als ich noch jung und hässlich war, wurde ich beim Trampen einmal von einem Anzugträger mitgenommen, der mich vollblubberte und zu einem Bier einlud (nee, der wollte nix weiter außer mich vollblubbern). Er erklärte mir, wie man Kapital und Umwelt … ihr ahnt es schon. Sprach von Recycling und wie uns das alle grün und glücklich machen würde und von einem völlig unbekannten Projekt namens “Duales System”. Heute schon Joghurtbecher geduscht?
Was geht
Damit Schluss mit dem Geschwätz und zurück zum Inhalt: Wo immer Kapital versöhnt hat, sah es nachher noch trostloser aus als vorher. Wo immer Staat Kapital ‘kontrolliert’ hat, war es kurz darauf wieder umgekehrt. Ihr wollt das ändern? Okay, wie ist euer Vorschlag? Kontrollieren? Versöhnen? Ja prima! Setzen, der Abdecker kommt gleich. Wie sähe hingegen eine wenigstens nicht vollkommen illusorische Lösung aus?
Ich schlage vor, wir versuchen es einmal mit Kommunismus. Sagt, was ihr wollt, aber der hat wenigstens – darum heißt der übrigens so – immerhin mal real existiert. Und wer ihr jetzt meint, man habe mir das Oberstübchen quer tapeziert, dann schleudere ich euch mannhaft entgegen: Ich habe außerordentlich hohen Kontakt zu werktätigen Menschen, die ich selbstverständlich auch alle liebe.
“No Future” war unser Lebensmotto,
wir haben trotzdem freitags blaugemacht.
#punksnotdead

Ist das nicht eine wunderbar grauenhafte Überschrift? So etwas muss man sich leisten können. Ich war eben in Früher® unterwegs, meinem Blogarchiv, bei dessen Lektüre mich so oft das Gefühl überkommt, unter all dem, was früher besser war, wäre auch meine Schreibe zu verorten. Ist aber gar nicht so. Kommentare zum politischen Tagesgeschäft und deren journalistische Begleitung sind oft einfach nur öde. Dennoch will ich heute wieder einmal einen Artikel würdigen.
Das ehemalige Magazin “Spiegel” stellt nämlich eine Frage, die richtige sogar an der richtigen Stelle. Sodann wird die ganze Chose in das Schwarze Loch der eigenen Geschwätzigkeit gezogen, das ich eben “Relotius-Singularität” nennen will. Was dabei herauskommt, ist ein Haufen Irrelevanz, der sich wie ein Verblödungs-Tsunami über den Leser ergießt.
Nicht wichtig
Es geht um die Pflege in Deutschland. Milena Hassenkamp fragt: “Oder sollte man nicht lieber die Arbeitsumstände so verbessern, dass auch Menschen in Deutschland den Job machen wollen? Mit einem besseren Gehalt? Oder geringerer Belastung?” und kommt zu dem Schluss: “Für Pflegekraft Anastasija stellen sich diese Fragen nicht.” Damit ist das Thema also erledigt. Puh!
Was erfahren wir zum Komplex, wie ist die Sachlage, was die Argumente? Für die preiswürdige Topjournalistin folgende: Sie ‘berichtet’, wie das Wetter ist, wie Anastasija aussieht, wie sie sich schminkt, woher sie kommt, welche persönlichen Beziehungen sie pflegt, ihre Essgewohnheiten, bla bla BLA. Und eben, dass sie sich nicht fragt.
Vergessen Sie es!
Dafür antwortet eine angebliche Pflegedienstleiterin: “Wenn ich die Stellen nicht besetzen kann, werden die Arbeitsbedingungen schlechter …“. Die Arbeitsbedingungen werden also schlechter, wenn man nicht Lohndrücker einstellt, was dazu führt, dass die Arbeitsbedingungen schlechter werden. Da kann man nichts machen. Aber Anastasija interessiert das eh nicht, und die ist ja das Thema hier.
Angesichts solch erbärmlicher Propaganda wundere ich mich nicht, wenn Geistesgrößen mit vergleichbarer Kapazität den Schluss ziehen, man müsse sich gegen Ausländer wehren, die vom Merkel-Regime hergelockt werden, um den Volkskörper zu schwächen. Und überhaupt: Wer nicht für Anastasija ist, ist gegen Anastasija. Wie komme ich jetzt darauf? Worum geht es gerade? Moment, nur ein Werbespot, dann geht es weiter!
Logisch betrachtet, ist das Schlechteste extrem gut.
Wer das nicht versteht, hat lebenslänglich Kommentarverbot. säzzer
Ein Teil von jener Kraft,
die stets das Böse will und stets das Gute schafft
Bekannter Undichter
Unter allen Herrschaftstechniken, zumal denen westlicher Prägung, ist die Drohung mit dem Chaos eine der wichtigsten. Im heimischen Narrativ sind die Rollen dabei wie eisern vergeben: Linke Chaoten® und das konservative Bollwerk, das die Nation vor dem Untergang rettet. Wir hatten das in mindestens einer Diskussion hier am schon antiken Beispiel des Thukydides*, der sich schon vor 2500 Jahren dieser Vision bediente, um die Athener vor den fremden Teufeln zu schützen.
Bis heute wird das vor allem von Reaktionären georgelt – mir klingt noch die Warnung vor dem schlimmen “Rot-Grünen Chaos” im Ohr, aber bis weit hinein in sich als ‘links’ bezeichnende Kreise wird immer wieder der Segen der Ordnung gegen den Fluch des Chaos’ in Stellung gebracht. Welch ein grotesker Unsinn! Es gibt immer nur diese oder jene Ordnung, in die die Welt sich einfügt, auch und gerade die der Menschen.
Hui Buh
Nehmen wir kurz einmal die schlimmste aller Unordnungen an, die, wo kein Staat existiert. Das ist einerseits bekannt als “Anarchie”, die gern verklärt wird, etwa mit Hinweisen auf das Spanien der 30er Jahre. In diesen fehlt dann meist schon der auf die nicht ganz unlogische Folge, dass sie zwischen Faschisten und Partei-’Kommunisten’ zerrieben wurde. Es gibt aber auch andere, überall da, wo Warlords, Kartelle oder Tyrannen übernehmen.
All dies sind Ordnungen. Man kann sie beschreiben, wie sie funktionieren, wie sie strukturiert sind, was sie stabil macht und wo ihre Schwächen liegen. Vermutlich wird dabei jeder kleine Despot in seinem kurzlebigen Miniaturreich vor dem Chaos der Anderen warnen. Dessen Schrecken hat vor allem einen Zweck: Nichts darf so schlimm sein wie der Niedergang der Ordnung, wodurch alle denkbaren Mittel zu deren Aufrechterhaltung gerechtfertigt sind.
In einer sogenannten “Demokratie” wird das irgendwann wahlweise komisch oder pervers. Da wird ein Volk, das offiziell über sich selbst herrscht, in Gruppen zersprengt, von denen immer mehr zur Gefahr erklärt werden. Global betrachtet, wird es vollends absurd, wenn nach innen und außen Gleiche gegen Gleiche gehetzt werden, weil das angeblich in deren Interesse sei. Was Reaktionäre als “Chaos” bezeichnen, ist mithin nichts anderes als der Verlust der Macht aus den Händen derer, die sich daran festkrallen.
*Lange habe ich bei solchen Gelegenheiten Wikipedia verlinkt, aber diese Quelle ist so verkommen, dass ich darauf inzwischen verzichte.

Die Lage ist hoffnungslos, aber niemand nimmt sie ernst. Das ist kein Witz, das ist eine ziemlich treffende Beschreibung des Zustandes der blauen Murmel und ihrer Lage unter der Ägide des Kapitals. Es muss wirklich schlimm sein, denn sogar die “Nachdenkseiten” fühlen sich bemüßigt, zwei Marxianer zu interviewen, die erfreulich verständlich den Sozen erklären, was Kapitalismus eigentlich ist. Keine Widerrede von denen – kein Lob auf BMW und I-phone und auch keine Märkte, die “Waren allozieren”. Wie schön.
Eine lustige Endzeitvariation wird bei Telepolis gespielt, die schon allein deshalb so nicht kommen wird. Dass aber Ideen bzw. Ängste wie die vom “Helikoptergeld” nicht nur möglich sind, sondern durchaus nicht ganz abwegig, ist ein weiterer Hinweis auf den Zustand des Zustands. Wie oft muss es wohl noch passieren, bis die Menschen ein Muster erkennen? Inflation, Deflation, Flatulenz – das Spiel ist mal wieder vorbei, nur dass alle so tun, als ginge noch was und der Pfusch längst zur Regel wurde. Wie auch sonst soll das tote Pferd noch rennen?
Läuft.
Wer derweil wissen möchte, wozu Notstandsgesetze gut sind … weiß es längst. Was die Anderen verpassen: Zum Beispiel die Frage, in welchem Zusammenhang der Bau einer Mauer mit einem nationalen Notstand steht, wenn der Präsident ein Baulöwe ist. Oder auch: Worin genau besteht die Bedrohung der nationalen Sicherheit®, wenn schlimme Importe aus dem Ausland ins Land kommen, etwa deutsche Autos. Also in die USA, da ist Deutschland ja Ausland. Verrückt, oder?
Aber es ist doch Karneval, da wollen wir mal nicht so furchtbar ernst sein. Wie sagt der Kölner so schön: “Et is wie et is, et kütt wie et kütt onn et hätt noch immer jootjejange”. Ja, es ist noch immer gutgegangen. Okay, ein paar Millionen Leichen hier oder da, aber dafür wurde deren Bürgermeister ja der Kanzler des Wiederaufbaus. Unentschieden, und wiedersehen nach dem nächsten!
Das sicherste Passwort ist eines, das erst nur im Kopf des Erzeugers existiert und dann auch von dort verschwindet. Ich habe die Passphrase vergessen und daher neue Schlüssel erzeugt. Der öffentliche ist über den Link im Impressum zu finden.