2005-2013 (alle Beiträge)
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Im Kiez bei Sommerloch am Garnichts wohnt einer, der frug das heute. Zunächst für die ganz Bescheuerten: In Zeiten von Satellitenortung und “Maps” so wie alles andere. Im Zweifelsfall auch per Karte oder nach dem Weg Fragen. Soviel zu den einfachen Antworten. Schwierig wird es, wo aus dem Tal der Eischmeischdeischs ländliche Ahnungslosigkeit aufsteigt, die nicht einmal Kenntnis vom benachbarten Mittelgebirge hat.

Keine Vulkanausbrüche? Dreiviertel meines umfassenden Halbwissens, der äußere Kern meiner kognitiven Besserwisserstruktur mithin, entstammt was-ist-was-Büchern, unter denen “Vulkane” eines meiner Favoriten war. Ich kannte schon im Vorschulalter verschiedene Formen von Lava, Kratern und Ausbruchsformen. Das war schon wichtig für meine Selbstreflexion, erkannte ich doch etwa pyroklastische Ströme als wesensverwandt. Jähzorn war einer meiner Vornamen (Ich schweife schon wieder ab).

Volk, Volker, Klassizismus

Die Eifel ist ein von Vulkanen übersätes Gebiet, und sie ist aktiv (siehe Laacher See). Dass die letzten großen Ausbrüche vor 13.000 (Osteifel) bzw. 11.000 (Westeifel) Jahren stattfanden, ist kein Grund zur Beruhigung. Das sind geologisch betrachtet Wimpernschläge, obwohl es sich um echte Jahrtausende handelt (im Gegensatz zu Deutschen Reichen, in denen ein Millennium nur zwölf Jahre währt).

Was die Bevölkerung angeht, da müssen wir zunächst differenzieren. Es gibt Indigene mit je eigener Sprache, offiziell Nordfriesisch, Saterfriesisch, Dänisch, Ober-, Niedersorbisch und Romani. Weiß aber keiner, ist also wurscht. Und wo wir bei wurscht sind, darf man ja wohl mal darauf aufmerksam machen, dass inoffiziell durch enge familiäre Bindungen (Würg!) und wohl gepflegtes Brauchtum (Brech!) das Volk der Bajuwaren ebenfalls als ein eigenes zu betrachten ist. Wieso spricht eigentlich nie wer von Bayxit?

Ansonsten “achtzig Prozent [...] Vollidioten“? Bleibt eine Menge Raum für Dreiviertel- Halb- und Überidioten, ist also konsensfähig. Hier meint die Jury: Wenn schon Publikumsbeschimpfung, dann richtig. Leider müssen wir einen Punkt abziehen.
Er mag Klassizismus, so lese ich schließlich. Der ist ja ganz groß im Kommen. Architektonische Zitate, nicht bloß um zu zitieren und zu verkitschen, sondern um Weltreichsphantasien zu bedienen. Passt. Rule, Britannia! America First! Heil Germania! Ich bin dann mal weg (Emergency Exit).

 
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Ich habe mich heute gefragt, ob es womöglich am absurden Symbolismus liegt, dass bestimmte Kulturvereine sich über die Jahrhunderte halten, während andere (‘Politik’, ‘Parteien’) nach wenigen Jahrzehnten stets völlig abgerockt sind und sich nur mehr diejenigen in Einigkeit zusammenrotten, die den sich ausbreitenden Verwesungsgestank als Wohlgeruch empfinden.

Nehmen wir mal die ‘katholische’ Geschmacksrichtung der Vereinsmeierei. Die Herren stellen sich keiner rationalen Diskussion, es sei denn, um Rationalität mit ihrem Omm-Omm zu verseuchen. Sie rechtfertigen sich nicht. Nie. Sie stehen über allem, neben allem und jenseits von allem. Genau deshalb gilt das Wort “weltlich”. “Welt” ist alles andere. Dieses Privileg gilt sonst nur für Märchenfiguren und Irre.

Würde des Amtes

Die Repräsentation ist dem entsprechend. Wo die Weltpolitik schon merkwürdige Rituale und Regeln entwickelt hat – etwa das ebenso selbstverständliche wie lächerliche Umbinden von “Krawatten”, gelten für Kleidung, Schmuck und Habitus, kurz: Äußerlichkeiten keinerlei Grenzen der Peinlichkeit. Gerade das aber stellt ‘Würde’ her, die des Amtes. Der Rezipient wird hier genötigt: Er muss sich entscheiden, ob er dem auf dem Boden der Realität begegnet (Schenkelklopfen, Tränen lachen, Vogel zeigen) oder das aus Höflichkeit still hinnimmt, womit die Falle zuschnappt.

Das Oberhaupt wird auf Lebenszeit in einem bizarren Ritual gewählt, um fortan die Nachfolge eines Anhängers jener historischen Figur anzutreten, welche sich vor 2000 Jahren zum Nachkommen eines unsichtbaren allmächtigen Wesens erklärt hat. Von diesem muss (Pflicht!) angenommen werden, es sei von einer jungfräulichen Mutter geboren, später hingerichtet und in einen ‘Himmel’ empor gefahren worden. Der je aktuelle Repräsentant wird – aus Angst, er könne seinerseits ermordet werden – in einer Vitrine durch die Straßen gefahren.

Erfolgsrezept

Auch Frauen dürfen, nein müssen, massenhaft diesem Club beitreten (alle Mitglieder werden als Kinder dazu gezwungen), dürfen in diesem aber keine Ämter innehaben. Die westlichen Demokratien schätzen dies sehr, obwohl die Vergewaltigung von Kindern durch ‘Würdenträger’ zum Alltag gehört. Man will da nicht groß stören und überlässt die ‘Aufklärung’ solcher Falle vereinsinternen Kommissionen. Nach der Symbolfigur dieser Vereinigung nennt sich die als “freiheitlich-demokratisch” oder “Westliche Wertegemeinschaft” bekannte europäische Kultur auch “christliches Abendland”.

So geht Erfolg, und das spricht sich allmählich wieder herum. In Zeiten, da das Kapital sich durch seine ‘demokratische’ Hülle zu sehr eingeschränkt fühlt und dessen ‘Politik’ sich der Aufgabe nicht mehr gewachsen fühlt, die genannten Werte positiv mit Leben zu füllen, wechseln die politischen Repräsentanten des Systems die Strategie und bedienen sich altgedienter Erfolgsmuster. Bizarre Frisuren, ungehemmte Verbrechenskultur und eine hingebungsvolle Irrationalität treten einmal mehr ihren Siegeszug an. Noch haben allerdings nicht alle den Mut zu pompösen Uniformen. Das könnte der nächste Trend werden.

Allgemein betrachtet, leidet die Grundlagenwissenschaft unter dem Leistungs-, Produktions- und Konkurrenzdenken, das letztlich der kapitalistischen Wirtschaftslogik entspringt.

Ein Beispiel dafür, wie die (Aufmerksamkeits-)Ökonomie Wissenschaft
noch auf Nobelpreis-Niveau verseucht.

 
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Quelle: pixabay

Da wird mir immer schwindlig. Wie muss es erst Lesern ergehen, die sich zurecht über die Dreistigkeit von Amtsträgern erregen und dann hier zu lesen kriegen, das sei alles irrelevant. Wir müssen reden. Nicht zuletzt über erstens die allgemeine Entwicklung und zweitens über die Personalie Friedrich Merz – um dann noch meine zähe Kritik am Humanismus durchzukauen. Kommt, das kriegen wir hin!

Augenrollen! Ist POTUS Trump noch ein Beispiel oder so etwas wie das Gegenteil – der Beleg dafür, dass man immer mit allem rechnen muss und im nächsten Moment schon mit dem Gegenteil? Ich möchte hier eine alte These gelten lassen: dass das System nicht zufällig korrumpiert, sondern programmgemäß und dass mit fortdauernder Krise das Zerbröseln der Säulen ‘normal’ ist. Trump ist Symptom dafür, dass der Extremismus der ‘Mitte’ die Hülle der Zivilisation absprengt. Es geht um Macht. Die wird für viele umso attraktiver, je rücksichtsloser und absurder sie genutzt wird.

Der schon wieder

Gesittet hingegen geht es noch im deutschen Vaterland zu, das gehört sich so und hat es als Vorbild bis nach Hollywood geschafft – in der Figur von Hans Landa, dargeboten von Christoph Waltz. Dies als Stimmungsbild. Bei uns sind sie adrett und sachlich, bar hinderlicher Emotionen, wenn es darum geht, die allseits geschätzten schmerzhaften Entscheidungen® zu treffen. Der Ton ist ruhig, der Anzug sitzt, ein calvinistischer Hintergrund von großem Vorteil. Juristenfamilie, nicht weit vom Stamm, bestens vernetzt. Karriere vorprogrammiert. Willkommen bei Bundeskanzler Friedrich Merz!

Passend ist diese ‘Personalie’ schon, weil sie sich bei allem Ehrgeiz, der seine Nähe zur Eitelkeit nicht verbergen kann, daherkommt, als sei sie keine. Es geht nie um ‘ihn’, sondern immer ums Ganze, Wohlstand, Arbeitsplätze, Vaterland. Was er nicht weiß: Er ist tatsächlich nicht mehr als ein Produkt, austauschbar, aber man nimmt am liebsten die, deren Züchter man kennt. Beste Hard- und Software, man weiß genau, welches Dann auf ein Wenn folgt.

Was hinten rauskommt

Ich finde diese Beispiele sehr geeignet für den Grundgedanken, dass es keine Personen gibt, die Einfluss haben auf die relevanten Entscheidungen in Politik und Wirtschaft. Es sind die Rahmenbedingungen, innerhalb derer Spielräume schon immer eng sind und sich weiter verengen. Clowns wie Trump sind nur scheinbar ein Gegenbeleg. Was sie vielmehr belegen, ist dass der ganze Zinnober und die Masken verzichtbar sind. Da erhebt sich einer über alle Regeln, zuerst die des Anstands, und was ändert es? Nach dem adretten eloquenten Schwarzen ein alter weißer Trampel. Wo ist der Unterschied jenseits der Ästhetik?

Nur ein Humanismus, der sich nie von seinen religiösen Wurzeln hat befreien können, kann hier suggerieren, irgendeine Instanz ‘Mensch’ hätte einen entscheidenden Einfluss auf den Lauf der Welt. Was sind die Wechsel von Bush zu Obama zu Trump gegen die Kontinuität von Guantanamo und den Krieg gegen den Teil der muslimischen Welt, der sich nicht mit Dollars hat kaufen lassen? Was ist Warren Buffet in Zeiten einer Sturmflut von Kapital auf der verzweifelten Suche nach Profit? Was sind sogenannte “Sozialisten” in einer vollautomatischen Produktion? Der Mensch – das Maß aller Dinge?

 
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Jetzt geht es ums Ganze. Köpfe müssen rollen, Posten neu besetzt werden. Die Richtigen ans Ruder, am besten ein starker Mann! Lindner schwächelt, aus dem Hintergrund könnte Kubicki schießen. Kemmerich ist nicht zu halten. Wer ist Kemmerich? Kramp-Karrenbauer hat ihre Autorität verspielt. Welche Autorität? Können Walter-Borjans und Esken Vorsitz? Welcher Partei überhaupt? Droht im März der Merz? Worüber lacht Habeck? Und wo ist schon wieder Behle, wenn er dringend gebraucht wird?

Habe ich eigentlich schon einmal nach einer Analyse gefragt? Einer Situationsbeschreibung wenigstens? Der Benennung eines Problems, wenn schon nicht dessen Lösung? Ja? Dauernd, penetrant und wiederholt? Und warum macht das dann niemand? Wir schalten kurz um auf die letzten Zuckungen der besseren Zeiten, unmittelbar vor der Zombieapokalypse: Es ward der wunderbare Spruch: “Universe is such a strange place (Das Universum ist so ein seltsamer Ort)”. Es war in Star Trek, Urheber der HoloDoc, das Hologramm eines medizinischen Notfallprogramms. Er erschien zunächst stets mit der Aufforderung: “Bitte nennen Sie die Art des medizinischen Notfalls! (“Please state the nature of the medical emergency)!”.

Hängt sie!

In einer zeitgemäßen, zumal deutschen Serie müsste er nach Schuldigen fragen, harte Konsequenzen fordern (die niemals folgen) und aus der Situation den für ihn größten Vorteil schlagen. Dabei winkte ihm der größte Erfolg, wenn das Schiff brennend und die Crew halbtot auf ein Schwarzes Loch zu taumelten. Ich weiß, dass die Analogie spätestens in dieser Szene aufhört, eine zu sein, aber wer will sich denn noch mit der Realität befassen, die für eine halbwegs seriöse Fiktion einfach nicht mehr taugt?

Das Desaster in einem der fünf neuen Schrottländer könnte im Rahmen dessen, was hier als “Politik” firmiert, nicht größer sein; mit nur einem wenig Abstand betrachtet, ist es aber nicht einmal ein Problem. Es ist eine bescheuerte Debatte um irrelevante Personen, symbolische Handlungen und Symptome, derer es nicht mehr bedurft hätte, um die Krankheit zu diagnostizieren.

Da ist kein Monster …

Ohne in eine raffinierte Differenzialdiagnose einzusteigen, also auf einem Niveau, das auch solche Mediziner erreichen, deren Eltern sie durch das Gymnasium gepeitscht und in den Kittel gezwungen haben, lässt sich doch erkennen: Das politische System ist in einer unumkehrbaren existenziellen Krise. Alle Korrekturen sind mithin darauf angewiesen, dies zu (an)erkennen und sich auf die Suche nach Ursachen und Alternativen zu begeben.

Dem steht freilich im Wege, dass die ökonomischen Grundlagen, sprich, der fucking Kapitalismus und die damit einhergehende Krisenverschärfung aka “Parlamentarische Demokratie” nicht ausgesprochen, nicht angesprochen und schon gar nicht infrage gestellt werden dürfen. Allein deshalb wären sie schon nicht zu retten. Ich sitze also im Restaurant am Ende des Universums und schaue der Welt beim Untergang zu. Mal sehen, was danach kommt.

 
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Einmauern, das Pack, und Ruhe ist!

Ich bin sicher, da wird eine Menge übertrieben – was die akute Lage nicht besser macht. Die Medienindustrie hobelt sich nicht nur einen auf der Gruselharmonika, sie greift wie immer alles auf, aus dem sich ein wenig Affekt, Empörung, Betroffenheit quetschen lässt. Einzelfälle werden an die so produzierte Öffentlichkeit gezerrt, umso höher, je abstruser das Verhalten der Irren sich gestaltet, die man da vorführen kann, Es bedarf dabei – weniger noch als allgemein schon üblich – auch keiner Fakten; Gerücht reicht völlig aus, ‘Berichte’ Einzelner, die gar nicht prüfbar sind

Wovon redet der Mann? Von der neuen Pest zunächst. Obwohl jeder weiß, dass die Grippe gefährlicher ist – wenn auch nicht für den einzelnen Infizierten, wird das Kranzvirus behandelt wie eine Mischung aus Ebola und Schnupfen – tödlich und unentrinnbar ansteckend. Es ist weder noch. Dazu hatte ich mich bereits in ausreichender Länge geäußert. Es kommt jetzt aber ein Aspekt hinzu: Die Metaebene lässt sich nämlich auch noch ausschlachten.

Herrenrasse bedroht

Alles, was irgendwie chinesisch sein könnte, vor allem jeder, der irgendwie asiatisch aussieht, ist vermeintlich verdächtig. Herrlich! Die dümmsten Vollidioten unter den zeitgemäßen Rassisten geraten in den Fokus – als Story über das Böse, das “Dastutmannicht”. Wie dämlich sind sie aber auch – ein Effekt, der gern mitgenommen wird: das Besserwissen der Anderen – dass sie nicht erkennen, was sie da tun! Alle Asiaten zu verdächtigen, ist (mathematisch) wie alle Menschen zu verdächtigen, nur dass die® halt anders, ähnlich, alle gleich, eben aussehen wie diese verkeimte Rasse eben aussieht. Wohl ungewollt aktuell ist daher diese wunderbare Anleitung zum Faschismus.

Die Gelegenheit, auf eine vermeintlich homogene Gruppe herabzublicken, ergibt sich hier gleichermaßen für die Rassisten wie für das genau so abgerichtete restliche Konsumentenvolk, das sich von Medien zur Freakshow bitten lässt. Guckt euch das an, was für Idioten! Das sind bei anderer Gelegenheit diejenigen, denen man unter denselben Bedingungen zustimmt, so lange es eben das Urteil über Gruppen betrifft, denen man nicht angehört. Mit solchen Affekten und Konditionierungen lässt sich Aufmerksamkeit, sprich: Profit machen. Man könnte die Angelegenheit auch sachlich betrachten, als lösbares medizinisches Problem. Wie langweilig!

So wie es die andere mit dem Umstand befasste Industrie tut, ganz kühl und kalkulierend: Die Pharmaindustrie, deren Vertreter sich den Scharen derer anschließen, die Satiriker und Literaten endgültig überflüssig machen. Es gibt ein Recht auf Profit, soundso muss eine Marge aussehen bei der und der Investition, so berechnet sich auch der Preis fürs Leben. Wir wollen aber mal nicht so sein, ein paar Glückliche lassen sie am Spiel teilnehmen. Lebensnotwendige Medizin per Lotterie oder eben gegen Cash – für Millionäre. Das Perverse daran ist das Normale daran. Gemeinhin kann sich etwa ein Bundesbürger das Überleben leisten. In anderen Teilen der Welt hingegen sterben sie massenhaft an unseren Eigentumsrechten. Aber wen interessieren schon Afrikaner? Das ist Alltagsrassismus, millionenfach tödlicher.

 
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Ein ganz interessantes Thema reißt Epikur heute an, er nennt es “Angst und Macht”. Man könnte sicher mehrere Bücher darüber schreiben. Meine Erfahrung mit dem Schlimmsten hat mich unter anderem gelehrt, dass erstens die Ängste des Alltags plötzlich sehr klein werden und zweitens selbst der Tod eine Herausforderung ist, der man sich stellen kann. Ich schrieb den Artikel damals nach Uenas Krebsdiagnose, dem ersten in einer Reihe von Todesurteilen.

Der Angst, zumal wenn sie Gewissheit wird, aufrecht zu begegnen, ist für mich eine der wichtigsten Fähigkeiten – oder zumindest Bemühungen. Sich klein zu machen, endet in der totalen Ohnmacht. Deshalb reagiere ich auch – übrigens auch schon vor dieser Erfahrung – allergisch auf Versuche, Menschen klein zu machen oder zu halten. Dies ist auch Verbunden mit der Konstruktion von ‘Safe Spaces’. Die Illusion von Sicherheit ist kaum besser als die Forderung danach. Eine ‘sichere’ Gesellschaft ist organisierte Paranioa. Die Menschen aka Bürger werden darin infantilisiert – wie die Kinder muss man sie schützen (am Ende vor sich selbst), behüten, bewachen und bevormunden.

Kniet nieder

Der Gipfel dieser perfiden Strategie hat eine Formel: “Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.” Eine so kranke Ansage kann nur von einem Innenminister kommen, insbesondere einem deutschen. Hintergrund war die Absetzung eines Fußballspiels wegen angeblicher Terrorgefahr. Wie ein kleines Kind, das von seinen Propellereltern vor der Wirklichkeit ‘geschützt’ wird, deren Wirkung davon nicht beeinflusst wird und für die jede Begründung dem Unheimlichen weicht, spielt hier ein Minister dieses Spiel gleich mit der gesamten Bevölkerung.

Diese besteht freilich aus erwachsenen Menschen, gegenüber denen er sich zu verantworten hat. Geheimniskrämerei im Angesicht einer – wie es ja wörtlich heißt – “abstrakten Bedrohungslage” setzt die Behörden, die solchen Spuk für überwachungsstaatliche Maßnahmen benutzen, in den Stand, jegliche Kontrollen zu umgehen. So wurde bislang noch jede Diktatur aufgezogen. Der staatliche Übervater reißt die Handlungskompetenz an sich, um eine finstere Bedrohung abzuwenden. Dass de Maizière es fertigbringt, von einer drohenden Verunsicherung zu faseln, die er damit erst auslöst, ist der Dummdreistigkeit geschuldet, die fehlende Kompetenz durch Eifer kompensiert.

Dergleichen findet in der Regel deutlich subtiler statt, nicht nur ‘politisch’, sondern auf vielen Ebenen. An der Schnittstelle zum Alltag der Massen hat der Staat ein Angstregime errichtet, das mit dem Namen “Hartz” verbunden ist. So schwierig es ist, dem zu widerstehen, so notwendig ist es, denn hier sprießt der Keim der Diktatur besonders gut. Solidarität tut Not, und vielleicht ist der Tod der SPD eine Chance dazu. Es kann ja nicht nur Arschlöcher wie die von der AfD geben, die gegen die Angst eine Hasskultur entwickeln.

p.s.: Nette Comedy zur zitierten und ähnlichen Pressekonferenzen (YT, ZDF).

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Abb.: SPD-Undercover-General Aikan al Barjan

Ich war am Wochenende im Fußballmuseum des FC Bayern München. Sehr interessant. Ich stand gerade in der Ecke, in der das Siegtor per Elfmeter der EM 1976 durch Uli Hoeneß gefeiert wird, als ich bemerkte, dass der Husten zurück ist. Ich dachte eigentlich, ich hätte die Bronchitis überwunden, aber es war offenbar doch noch nicht soweit. Alles spricht dafür, dass es etwas anderes ist: Corona (hier bitte schlimm dissonantes Gedudel einfügen)! Ich weiß nicht, wie lange ich noch habe.

Dabei hatte ich bislang alles überlebt: Vögelgrippe, Schweinegrippe, SARS und EHEC. Ich habe alles, was man braucht: Schutzimpfung, Schluckimpfung und Schluckschutzdämpfung, Tamiflu, Tetracyclin, Isocillin und Sulfonamid. Alles vergebens, jetzt ist es aus. Die Chinesen kommen und rotten uns aus mit ihren Viren. Das kann Putin und seinen Hackern ja nur bestens gefallen. Und dem Iran natürlich. In diesen Zeiten müssen wir fest zu unseren Bündnispartnern stehen.

Bald ist es geschafft

Die Verräterpartei hat derweil endlich einen Strohhalm gefunden, den sie zur Rettungsweste aufblasen kann (gebrochene Metaphern jetzt zum Sonderpreis bei Feynsinn – beim Kauf von dreien gibt es eine gratis!!). Als Gegenpol zur Christlichen Union werden sie Muslimische Partei. Erwischt hat sie dabei der Auschwitzkritiker und wissenschaftliche Rassologe Tilo Sarrazin, der damit ein grandioses Eigentor in den Knick genagelt hat. Püntes verpennt wie immer den Trend und ist in Sachen Konservativismus auf der Überholspur Richtung 70er Jahre unterwegs. Wer ist Püntes? Wo ist Behle? Hier werden die wichtigen Fragen gestellt.

Nachdem ich seit nunmehr einem Jahr außerordentlich hohen Kontakt zu werktätigen Menschen und – schlimmer noch! – ihren verkeimten weichverwöhnten Kackbratzen von Blagen – habe, komme ich zu dem Schluss, dass das kein Stück besser ist als im richtigen Leben (Internet). Damit bestätigt sich nur, was jeder Alien weiß, der beim Passieren der Milchstraße kurz einmal den hiesigen Rundfunk reindreht: Ich hasse doch – alle Menschen! Leider fehlt mir die Todesdröhnung Kill-o-Zappadoing, um den Planeten schnell mal amtlich zu desinfizieren. Aber das erledigt ihr ja eh gerade selber. Macht mal hinne!

 
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Der “Spiegel” hat ein geheimes! Netzwerk! enttarnt!, das auf Facebook mit Fake-Profilen arme Sünder, scheue Rehe und unschuldige arglose Nutzer manipuliert!!1! Puutiin! Uuhuhuhuu! Lässt auch keine drei Zeilen auf sich warten. Sie sind überall, die Schergen aus dem Darknet, die im Auftrag! des Bösen (Putin, Putin, Iran, China, Hacker) unsere schöne Demokratie mit Informationen zerstören.

Dabei knüpfen sie Kontakte, und zwar “offenbar“! – immerhin kann das ehemals um Nachrichten bemühte Magazin also darauf verweisen, eingeräumt zu haben, dass das ganze Getöse und Gefasel nicht etwa auf Informationen beruht, sondern – tadaa! auf Gerüchten. Offenbar, mutmaßlich, wie man aus Kreisen erfuhr, bla, blabla, blablabla.

Dessen Name nicht genannt …

Der Hammer, unerhört: Die Fake-Gestalten, die sich sich selbst ausdenken, erzählen Geschichten. Erfinden irgendwelche Hintergründe, die gar nicht stimmen, Charaktere, die nicht existieren, Ereignisse, die nicht stattgefunden haben, und zwar um dadurch authentischer zu erscheinen. Dieser Putin! Als nächstes (Trump wurde auch kurz erwähnt) kommt dann Erdogan, dann verschwindet der knallhart recherchierte Tinnef gnädig hinter einer Bezahlschranke; gerade rechtzeitig, ehe der Kopf totgelacht und -fazialpalmiert ein letztes Mal auf die Tastatur sinkt.

Die rundgelutschten Stereotypen böses Internet®, Fake News®. böse Böse® (PutinTrumpErdoganKim) sorgen bereits dafür, dass der Niveaulimbo unter der Türkante virtuos gelingt. Die schon aufreizende Distanzierung vom eigenen Geschwätz (offenbar®) liefert gleich das Geständnis dazu; fertig ist der dreiste Versuch, mit billigen Schauergeschichten Lesern die seriösen Medien® als Zuflucht vor dem bösen Wolf anzudienen.

Aber, Freunde, in diesem brutalen Brandanschlag auf harmlose Schädelbewohner akribisch die Methoden eines gewissen Claas Relotius auszubreiten, um sie Hui Buh in die Schuhe zu schieben, das ist so bescheuert, das knackt sogar den Bunker meines Oberstübchens, das statt von Hirnhaut längst von fingerdicker Hornhaut umsäumt wird. Ist nicht euer fucking Ernst. Hört auf, Leute, was soll denn dann Rosenmontag erst von euch kommen?

 
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In Januar 2005, mithin vor 15 Jahren, existierte dieses Blog noch gar nicht. Wieso eigentlich nicht? War ich nicht schon immer da? Also hier? nein, hier! Ach, egal. Ich stöbere mal wieder. “Auf den Tag genau vor ….” ist das Thema, und nämlich “… 13 Jahren” schrub ich einen der Sätze, die der Nachwelt ungelesen hinterlassen wurden. Selber schuld, bescheuerte Nachwelt, nimm das:

Vor allem aber war Existenzialismus ein -ismus mit schwarzen Rollkragenpullovern, Gauloises rauchen und Filme gucken, die keinen Spaß machen.” Hättest du dir jetzt ein Philosophiestudium sparen können. Überhaupt: Wer will einen Bachelor in Philosophie? Absurd!

… 10 Jahren” hat ein Internetverbrecher (klarnamenlos, anonym, aus dem Darknet) einen Kommentar hinterlassen mit Hinweis auf ein Youtubedingsbums, das nicht nur die Finanzmarktbankensubprimeeurokrise erklärt, sondern gleich auch schon mal den Klimawandel. Aliens versklaven uns erst und klauen uns dann unsere Meere. DANKE MERKEL!!!!¹¹¹° Die SPD hat damals übrigens vorgeschlagen, Alien-Weltherrschaft höher zu besteuern.

Das war vor Jaahren

… vor sieben Jahren” war ich noch in der aufklärerischen Phase und habe meine Mitbürger über die Gepflogenheiten des deutschen Wahlrechts informiert:

Wenn die Erststimme verloren geht, unleserlich wird oder aus anderen Gründen nicht gewertet werden kann, insbesondere aufgrund höherer Gewalt, klimatischer Störungen oder eines schweren Ausnahmefehlers, kommt die Zweitstimme zum Einsatz. Sie muss anders sein als die Erststimme, denn wenn die gewählte Partei selbst ausfällt (zum Beispiel durch Verbot oder Sterbefall), muss eine Vertretung gewährleistet sein.
Heute würde ich das verständlicher formulieren. Und dann an mir rumspielen.

Einen Punkt auch für 2014: “Nun ist es schon dem Irrsinn schmiegsam nahe, Kindergärten als “Sozialleistungen” zu bezeichnen.” Dezent. Gnädig. Was bin ich doch ein geiler Typ gewesen manchmal. Hoffentlich habe ich an mir … das sind ürigens die Nachwehen der just überstandenen Bronchitis, die aus dem Tourettekeller die Reste von der nächsten Überschwemmung ange … äh, -schwämmt haben. Also mit dem Schwamm. Mit dem Schwamm anschwemmen. Keine Ahnung, warum. Muss ich das denn immer wissen?! Zitiert wird derzeit von einer Parallelinstanz der hiermit beschäftigten Neuronen ein Satz, der sowohl in “Schweigen der Lämmer” als auch in “Clerks” vorkommt. Und du kennst den auch noch, du Ferkel!

Mindestens so erotisch auch 2017: “Es dauerte aber nicht lange, bis der Reflex, das industriell perfektionierte ‘Argument’ und das virtuose Spiel der professionellen Lügner mit den Hormonen der Massen neue Dimensionen erreichten.” Party im synaptischen Spalt! Neurotransmitter in Lingerie. Sadomaso im zerebralen Bordbistro. Tempo, Tempo Tempo! Ich brauche jetzt dringend ein Bier.

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