2005-2013 (alle Beiträge)
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Er ist dick, trägt einen weißen Bart, rote Klamotten und einen Sack auf dem Rücken. Was ist das? Richtig: Der Komparse von Coca-Cola. Millionen halten ihn dennoch für den “Weihnachtsmann”. So ist das mit der Mythologie. Wenn man nicht fest an sie glaubt, fällt sie der Lächerlichkeit anheim.

So ist das auch mit der Computertechnik. Es ist völlig egal, welchen Buzz aus dem großen Bingo man den Leuten um die Ohren haut, es ist großes Raunen, mächtige Magie und Uiuiui. Die es besser wissen, spricht man nicht an. Denen haut man damit nur seit Jahrzehnten immer auf dieselbe Stelle. Cyber, Cyber! Blockchain! Hacker! Digitalisismusifizierung, Kaa Iih! Es ist exakt dasselbe wie Abrakadabra oder lateinische Messen. Auf die Knie, staunen, Fresse halten – oder mitsingen!

Was wir wissen

Was ist KI®? In der Regel das Füttern von Datenbanken, selektive Abfragen und Analyse der Resultate – ggf. in Endlosschleife. Ich will mich heute einmal mit letzteren befassen. EDV-gestützte Prozesse führen zu Ergebnissen. Diese werden publizistisch als ‘Wahrheit’ verbreitet. Kaum jemand kann das kontrollieren, widerlegen oder bestätigen. Wer also die Macht hat, Resultate zu erzeugen und zu verbreiten, bestimmt den Dikurs. Dies ist völlig unabhängig davon, ob das der größte Stuss ist oder seriöse Wissenschaft.

Ein ganz wunderbarer Nebeneffekt – je nach Blickwinkel auch der Zweck der Übung – ist wie an allen Ecken und Enden des Problems die Intransparenz des Verfahrens. Am besten (auch hier reicht wieder die Behauptung) man beruft sich auf Machine Learning® oder Deep Learning®, dann hat die Magie der Maschine unwiderruflich entschieden. Wie immer ist niemand verantwortlich und der quasi göttliche Ratschluss unergründlich. Wie ausgesprochen praktisch!

Was ihr wissen sollt

Was wir also derzeit unter dem Etikett “KI” erleben, ist eine Steigerung der Prostitution, die in den Wissenschaften zu demselben Rückfall in religiöse Strukturen geführt hat, nur dass das KI-Gebrabbel von Anfang an eng mit PR verwoben ist. Man muss es halt glauben oder nicht. So wie das Publikum in wissenschaftlichen Angelegenheiten überfordert ist, immerhin aber noch theoretisch beurteilen kann, ob eine Veröffentlichung seriös ist, findet ‘KI’ gleich in der Black Box statt.

Tatsächlich ist es daher wesentlich preisgünstiger, die Nutzung aktueller Datentechnik lediglich zu behaupten, wenn es um die Ergebnisse sog. “Studien” geht. Der publizistische Clusterfuck ist garantiert; seriöse wissenschaftliche Falsifizierung? Die wird eh meist schon in der Fragestellung abgehängt. So weist man flugs mit ‘KI’ nach, wer ein Krimineller ist, wer schwul oder lesbisch – anhand der Gesichtsform! Alles bereits von KI® i.e. einer Software zur Gesichtsanalyse auf Fotos geleistet. Die kann halt alles besser. Ich habe hier übrigens schon eine Maschine stehen, die erkennt anhand des Fingerabdrucks einer Person, ob sie ein Terrorist ist. Ja sicher.

Alle Artikel zum Thema in Reihe gibt es hier.

 

Eine Überschrift beginnt nicht mit einem Interrogativpronomen. Niemals!

säzzer

 
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Ich mache mir einen Einkaufszettel. Mal sehen; was kaufe ich mir denn heute?

Marmelade. Käse. Brie. Und Bier. Brie, Bier und Brei. Brot. Und Wein. Whisky. Zigarren. Eine Stunde mit einer Hure. Ein Fahrrad, Klopapier, Rasierer – und das Auto, mit dem man statt zum Kindergarten einfach offroad fahren und das Leben genießen kann. Eine Urlaubsreise, ein Bügeleisen, ein Abonnement.

Der Wirt tauchte ein Geldstück in eine Bierlache und wir bedankten uns dafür. Ein Stück Eisen, mit Kupfer ummantelt, wird von allen geehrt. Wenn es als “Restgeld” in eine Plexiglasschachtel eingeführt wird, rettet es Tiere und Kinder. Früher hat es gearbeitet, wenn man es auf eine Bank legte. Heute nicht mehr, aber wenn man es Leuten gibt, müssen die tun, was man will oder einem Sachen dafür geben.

Ein ganz normaler Vorgang

Kaufen! Kaufen! Heute gehen Edelmetalle, aber der Bitcoin ist schwach. Immobilien halten. Technologie im Auge behalten. In Food Fonds investieren. Hunger muss gar nichts Schlimmes sein. Agricultural Euro Fonds. Dammbruch? Beton. Trockenheit? Tiefbau. Konflikt? Kleinkaliber. Privat kann besser.

Hans Hallmackenreuther aus Hamm-Clov ist nicht zufrieden. „Wenn das die beste je getestete Matratze sein soll”, ätzt er, “dann möchte ich nicht die zweitbeste sehen. Jetzt zeigen Sie mir mal die wirklich guten, aber pronto!”
“Wir führen nur gute Ware, der Herr …”, setzt der Verkäufer an, ein eher schüchterner kleiner Mann, aber Hallmackenreuther fährt ihm dazwischen:
“Das ist ja nun nicht an Ihnen, das zu beurteilen. Werden Sie nicht unverschämt! Ich möchte sofort den Geschäftsführer sprechen!”

Alles hat seinen Preis. Man muss nur handeln. Jeder kriegt, was er verdient. Der Kunde ist König. Dafür bezahle ich Sie schließlich. Ich muss für mein Geld auch arbeiten. Und alles von meinem Geld. Von meinem Geld! Mea pecunia, mea maxima pecunia. Si vis pacem, eme bellum. Wer zu spät kauft, den bestrafen die Märkte. Gerne. Vielen Dank und auf Wiedersehen!

 
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Update ist Fortschritt, Update macht alles neu, Update ist Sicherheit. Unwissenheit ist Stärke, Krieg ist Frieden und Freiheit ist Sklaverei (wobei letzteres in Bezug auf den neoliberalen Begriff absolut zutrifft). Es entgleitet einem. Es hat mich schon oft genervt, wenn eigentlich intelligente Menschen mir suggerieren wollten, sogenannte “Updates” einer Software sorgten für “mehr Sicherheit”. Ja nee ist klar.

Allein auf einer Ebene stimmt das: Die jeweils bekannten und aktuellen Sicherheitslücken werden durch Updates meist gestopft. Nur ist das schon nicht “mehr Sicherheit” wie in “jetzt noch schwangerer“, sondern immer noch unsicher. Das größte Problem aber liegt ja ganz woanders.

Mit dem Update kommt ziemlich sicher das Upgrade. Manchmal gibt es das Eine nicht ohne das Andere, und selbst wenn, kennt der Normalverbraucher den Unterschied nicht. Der ist ohnehin von der Industrie auf dumm und gierig getrimmt, kann also gar nicht genug ‘Features’ bekommen, die die anderen ja auch alle haben. Klicki bunti Emoji wish swish blinki swoosh. Wer weniger hat, ist zweitausendachtzehn.

Von vorgestern

Treten wir einen Schritt zurück und fragen einen aus guten Gründen Konservativen, also mich. Ich weiß seit dreißig Jahren, wie Computer funktionieren und nach wie vor mehr über die Geräte, die ich selbst kaum benutze, als das Volk, das sich regelmäßig vor die Laterne streichelt, weil es Momo nicht gelesen hat. Die Grauen Herren schwärmen nicht mehr selbst aus; sie haben Glasbretter verteilt, in die Massen von Kommunikationszombies ihre Zeit freiwillig einfüllen.

Ja doch, ich schweife ab. Es ist derweil falsch, ich könne meinen Hass auf diese Technik und die soziale Entwicklung, die sie repräsentiert, nicht verbergen. Ich will es bloß gar nicht. Aber zurück zum Thema, das ja auch den guten ollen PC betrifft bzw. seine Datenorganisation. Was soll das?

Was ist die Kernaufgabe des Geräts? Texte schreiben, kommunizieren und lesen. Ggf. Medien verbreiten, womöglich einbinden. Noch gegebenerenfalls (hier sind wir allerdings bei den Profis) solche erstellen. Letztere lasse ich aus Gründen einer gewissen Übersichtlichkeit aus. Schließlich – ebenfalls durchaus auch professionell – die Organisation von Daten im Rahmen des Betriebes.

Leck’ mich

Das alles ging schon vor zwanzig Jahren auf einem Niveau, das sich seitdem kaum verbessert hat. Die Geräte bzw. der Datendurchsatz ist deutlich schneller geworden, wir geben uns allerdings die größte Mühe, das durch unsinnige Datenmassen wieder zu kompensieren. Alles wird derweil schwachsinnig komplex, befeuert durch Dilettanten, die nicht mehr wissen, was sie tun und Produkte, bei denen das auch gar nicht mehr möglich ist.

Skripte werden im Dutzend verschachtelt, Code automatisch erzeugt und durch weiteren automatisch erzeugten aufgebläht. Ab und an legt wer Hand an und repariert etwas an einer Stelle, das einem anderen an einer anderen auf die Füße fällt, der dann seinerseits dasselbe in rückwärts bastelt. Projekte werden mit Projekten verzahnt, ohne dass irgendwer einen Überblick hat, und wenn das nach dem tausendsten Update endgültig nicht mehr zu regeln ist, kommt spätestens die nächste Programmversion, mit der das Spiel von vorn losgeht (abgesehen von uralten Bugs, die wie magisch Jahrzehnte überleben).

Dafür kippen links und rechts immer mehr Programme und Geräte über den Rand, die unbrauchbar werden. Noch halbwegs verständlich, wenn sie wirklich veraltet sind und z.B. neuere Technik oder höheres Tempo nicht mitgehen können, offenbar aber auch oft, weil sie nicht sollen. Kauf neu, du User, nutzloses Viech! Nirgends zeigt sich krasser, wie den Leuten Nachhaltigkeit® am Arsch vorbeigeht. Und ehe ich mich jetzt eingehender mit Firefox befasse, belasse ich es an dieser Stelle bei einem Daten sparenden “Fuck You!”.

 
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Es wird nicht besser in den Beiträgen über ‘KI’, zumal die sogenannten Experten, die vom politischen Betrieb zum Arbeitskreiseln geschickt werden, das bekannte Bullshit-Bingo eher noch steigern. Warum soll auch ausgerechnet dieses Thema anders als in PR-Begriffen abgehandelt werden, wenn längst schon Gesetze betitelt werden wie Werbeanzeigen?

Es waltet dieselbe Unkenntnis der Realität und der Möglichkeiten, diese zu beeinflussen, wie schon allgemein, insbesondere wenn es um Wirtschaft bzw. Kapitalismus geht. An der Schnittstelle zwischen diesem und ‘KI’ war daher nichts Gutes zu erwarten. Kostproben? “Nationale KI-Strategie” “AI made in Germany“, Deutschland als “führender KI-Standort” – alles Zitate aus dem Artikel von Michael Brendel.

Déjà vu

Wenn das so läuft wie die legendäre Datenautobahnn® muss man sich ja keine Sorgen mehr machen. “Substanzlos” ist noch ein nettes Urteil über dergleichen. Begrenzt werden soll hier eine mythische Macht, die andererseits selig macht, nämlich in Form von Wachstum®. Woher kenne ich das bloß? Prompt beschweren sich die Sozen der ‘Linken’, die Vorschläge der Regierung seien “rein wettbewerbsorientiert und [ihnen] würden die Gemeinwohlorientierung sowie ethische Kriterien fehlen” – ja leck’ mich fett!

Ein Déjà vu jagt das nächste. Traurig, dass auch die ‘Linke’ in den Neusprech einstimmt und “wettbewerbsorientiert” sagt, wo “Profit” gemeint ist. Nicht minder , dass ihr Kopf schon wieder vor dieselbe Wand klatscht: Die Regierung (oder eine sonstige Macht) trifft Entscheidungen gegen die Moral und für den Profit. Hegt sie schnell ein! Gähn.

Zu meinem Bedauern zerfällt der Artikel von Brendel endgültig, als auch er sich in den üblichen müden Horrorstreifen verabschiedet: “Wenn Maschinen erst einmal so intelligent sind wie Menschen…” ist es zu spät. Apokalypse, Armageddon, Matrix Nullachtfuffzehn. Dazu wurde hier genug gesagt. Folgerichtig verliert er den Kern der Sache völlig aus den Augen, den er eingangs selbst benennt:

Reale vs. mythische Macht

Wenn ein schlauer Algorithmus in Diensten einer Versicherung heute schon die Schadensabwicklung übernimmt …” – was daran schlau sein soll, erschließt sich mir nicht, aber genau das – Tadaa! – ist reale ‘KI’. Algorithmen, die von irgendwem aufgesetzt und optimiert werden, bis der Investor® zufrieden und niemand mehr verantwortlich ist. Auch knapp daneben: Wirklich interessant wären hier die Berechnung der Prämien oder z.B. die sogenannter ‘Bonität’ gewesen.

Algorithmen entscheiden längst über Biographien. Intelligent ist daran gar nichts, dafür aber vieles profitabel und wie gesagt bestens dazu geeignet, sich dahinter zu verstecken. Das, so denkt der Sozialdemokrat zurecht, müsste dringend eingeschränkt, wo nicht verboten werden. Die Chancen sind dabei nicht besser als bei allen anderen Ideen, die irgendwann der Aussicht auf Profit im Weg waren.

Alle Artikel zum Thema: hier

 

Eritreer begehen 99% der Verbrechen in ihrem Heimatland.
DANKE MERKEL!!!11!!

 
Die bekannte Influenzerin Bratzo-Biggi hat anlässlich eines aufgeheizten Sommerlochs den Blogger “flatter” besucht und ihm einige kritische Fragen gestellt. Im Folgenden veröffentlichen wir die Mitschrift ihres Typemanagers.

Bratzo-Biggi: Flatter, du bist Blogger, ne?

flatter: Yo, bin ich, ne?

Bratzo-Biggi: Wieso eigentlich?

flatter: Ich musste. Diese Stimmen, weißt du?

Bratzo-Biggi: Ja, das kenn ich. Ich hab die auch immer im Kopfhörer. Aber ich mein: Wieso machst du das immer noch? Das ist sowas von … zweitausendeins.

flatter: Ja richtig. Ich wollte mal was Hippes machem, was Modernes. Was, das die Leute interessiert. Was Eigenes.

Bratzo-Biggi: Du bist ja inzwischen Großvater …

flatter: Danke! Vielen vielen Dank! Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Bratzo-Biggi: Biste jetzt beleidigt?

flatter:: Nicht für die Kohle. Frag weiter, ich kann noch.

Bratzo-Biggi: Was sind eigentlich deine Vorbilder?

flatter: Früher Jesus und die Eifel, inzwischen Jens Berger, Roberto De Lapuente und Stefan Sasse.

Bratzo-Biggi: Wer ist das?

flatter: Falsche Frage, Biggi. Wenn du keine Ahnung hast, einfach so tun als ob!

Bratzo-Biggi: Okay, also … und wieso sind das deine Vorbilder?

flatter: Weil die es geschafft haben. Ich bin hier draußen … ganz allein. Ich will aber doch nur dazugehören! Gemocht werden. Dass Heiner Flassbeck mich liebt!

Bratzo-Biggi: Wer ist … ach so, der Heiner! Ja, das verstehe ich. Macht dich das traurig?

flatter: Sehr. Ich habe schon mehrere Selbstmordattentate auf mich verüben lassen. Hat alles nichts gebracht. Nicht mal der Stadt-Anzeiger hat berichtet.

Bratzo-Biggi: Du bist also eigentlich gescheitert.

flatter: Nicht “eigentlich”, total. Sogar als Märtyrer.

Bratzo-Biggi: Warum machst du nicht was ganz Anderes?

flatter: Was denn? Ich kann doch nix.

Bratzo-Biggi: Na Twitter, Facebook, Insta oder YouTube.

flatter: Meinst du, das kann ich?

Bratzo-Biggi: Hm … nö. Ey, ich will dich nicht krank machen, ne? Aber du bist alt, du siehst scheiße aus, du bist voll langweilig und ich versteh’ deine Geschichten überhaupt nicht.

flatter: Dann musst du halt Tagesschau gucken, die spritzen zuverlässig nach 15 Minuten ab.

Bratzo-Biggi: Siehste, das versteh’ ich auch wieder nicht. Tagesschau? Was soll das denn bitte sein?!

flatter: Ich breche das an dieser Stelle ab.

Bratzo-Biggi: Wieso das denn?

flatter: Kippen alle, Wodka alle.

Bratzo-Biggi: Zeig’ mal die Marken, du Noob!

An dieser Stelle tritt der Säzzer ins Bild, beleidigt Biggi sexistisch und zerhaut einen Tisch mit einer Axt. Man sieht im Abspann, wie er mit ‘flatter’ in den Sonnenuntergang reitet. Das Video wurde nie veröffentlicht und jüngst zufällig von einem Kammerjäger entdeckt.

p.s.: Die Rechtschreibkorrektur schlägt als Alternative zu “Influenzerin” “Influenzaviren” vor.

 
sw

Endlich mal ein Grund, müde zu sein. Na, geht noch wer arbeiten? Was ist das bloß für ein beschissenes Land, in dem schon morgen um sieben die Sonne aufgeht? Nee, im Ernst ist nix drin heute. Also machen wir ein bisschen Spaß und lesen was:

Netz-Reaktionen zum Hymnenwechsel bei Borussia” überschreibt ein Kollektor publizistischer Glanzleistungen eine solche. Wo fangen wir da an? “Was ist Borussia”? könnte man fragen und wäre schon sehr einsam, wenn man nur wüsste, dass das Wort etwas mit Preußen zu tun hat. Die Zielgruppe hingegen weiß: “Fußball”, und die Adresse der Redaktion weist auf die aus Menschenjagdbach hin, Home of Reichspropagandaminister. Gowdwin. Bingo!

Dummdidumm …

So weit tappen wir also in die Falle einer inhaltlichen Annäherung an das Nichts, um das es da geht. Die Kenner und Experten aber haben längst notiert: Hier kann einmal mehr ungehemmt Twitter zitiert werden, ‘Insta’ und Fräsbook, fertig ist der ‘Inhalt’ für die Leistungsgeschützten. Ob die Urheber aus dem Netz das dann mit Link auf die Quelle zitieren können, ohne dafür zahlen zu müssen?

Bleiben wir kurz bei Spocht und Zelebrities; eine niederländische Leichtathletin wurde “mit mehr als 50 Kilogramm Drogen erwischt“, dabei u.a. Meth. Bloody Hell, dafür sieht sie noch gut aus – oder hat das Zeugs eine leistungssteigernde Wirkung, von der die Öffentlichkeit nichts wissen darf (wegens Beunruhigung, wissens’ schon)? Immerhin könnte das der erste echte Einzelfall sein. So brutal hat nicht mal Lance Armstrong zur Kanüle gegriffen. Fun Fact: Der Bildredakteur hatte die großartige Idee, die Dame in Arbeitskleidung mit Sporttasche abzubilden. Das ist der Beweis!!111!

… Keksee!

Beinahe ohne Worte: “5500 Paar Schuhe stehen in Flammen“. Das soll eine Meldung sein? Oder ist das auch wieder eine dieser Propagandameldungen und Durchhalteparolen? Bei den Asphalttemperaturen kann mir niemand erzählen, das wären nicht mehr.

Eine kleine innere Oktoberparade aus traurigem Anlass: Ein nicht ganz unterprivilegierter Sprechsänger, der sich dabei hat filmen lassen, wie er wen amtlich vermöbelt (vulgo “Körperverletzung”), wurde dafür in Schweden der Strafjustiz zugeführt. Der Komiker Trump, Donald, derzeit als POTUS im Raum Amerika unterwegs, kann das nicht leiden und fordert daher den Schwedischen Ministerpräsidenten auf, diese lästige Gewaltentrennung gefälligst aufzuheben und den US-Bürger subito ziehen zu lassen. Tja, Schweden, wenn das der Lohn der Arschkriecherei ist, gibt es doch noch Spuren von Gerechtigkeit in der Asche dessen, was früher (alles besser®) einmal “Diplomatie” hieß.

 
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Bundesarchiv B 145 Bild-F049327-0028 Wegmann, Ludwig

Als Wissenschaftler lebt man ganz gut mit der Erkenntnis, dass diese ein Haltbarkeitsdatum hat. Das veranlasst zwar manche Geisteswissenschaftler, sich in ein Geschwätz einzuwickeln, das den Hauch der Ewigkeit verströmt (weil es sich so anfühlt, wenn man das liest), aber gerade je genauer man etwas wissen will und je kritischer man sich selbst prüft, desto mehr dominiert der Zweifel.

Für Nichtwissenschaftler ist das tendenziell eine Einladung, sich religiösem Firlefanz zuzuwenden, denn entweder sind die Antworten auf deren Fragen immer unbefriedigend, weil mit doppeltem Boden versehen, oder sie sind gelogen, was sich früher oder später rächt. Also mutet man ihnen zu, irgendwem etwas zu glauben, was sie nicht verstehen. Dann kommen die Experten, mit denen die Korruption und die Propaganda.

Freies Stimmvieh

Mithin gibt es eigentlich keine Alternative als sich selbst zu informieren, selbst zu lernen und zu studieren, wenn man verstehen will. Dies wiederum überfordert viele, insbesondere ausgerechnet diejenigen, die sich für besonders schlau halten, weil sie eine Abkürzung zum Wissen kennen. Bedient werden sei damit von Scharlatanen, die auf alles dieselbe Antwort vorhalten und mit schwindelerregenden Argumenten ‘beweisen’, dass es Götter, Einhörner und geheimnisvolle Kräfte gibt.

In einer Massengesellschaft führt das unweigerlich dazu, dass sich Herrschaftsstrategien durchsetzen, die auf Entmündigung, Manipulation und autokratische Führung hinauslaufen. Dies umso mehr, je korrupter die Instanzen bereits sind, die einerseits informieren und andererseits zu Entscheidungen führen sollen. Das kann nicht im Sinne eines Wissens funktionieren, das auch nur halbwegs auf der Höhe der Zeit wäre.

Mit anderen Worten: Die Entscheidungen, die in einer ‘Demokratie’ getroffen werden, beruhen notwendig auf Desinformation, Manipulation, Dummheit und einem Mix kruder Religionen, von denen deren Anhänger oft gar nicht wissen, dass es welche sind. Daran scheitern die meisten nicht-autoritären Ansätze einer politischen Organisation und es erklärt dementsprechend, warum sich immer wieder autoritäre durchsetzen.

Bottom Up

Die einzige Chance für eine wirklich demokratische Alternative ist die, dass Entscheidungsträger wissen, was sie tun. Dies wiederum bedeutet für die meisten Entscheidungen, dass sie von unnötiger Komplexität befreit werden. Wenn Menschen vor Ort, dort, wo sie leben, über das entschieden, was sie selbst betrifft, wenn sie diejenigen kennen, die Entscheidungen umsetzen und sich mit allen anderen austauschen, die von ihren eigenen Entscheidungen betroffen sind, wäre schon sehr viel gewonnen.

Auch das spricht – auf der rein organisatorischen Ebene – für eine Priorität der Kommune über die anderen (überregionalen) Ebenen. Damit ist das Problem noch nicht gelöst, dass es für komplexere Probleme nach wie vor ‘Experten’ bräuchte, aber die wiederum müssten sich vor Menschen verantworten, die gelernt hätten, welche Konsequenzen die eigenen Entscheidungen haben. Sie wären eben keine bevollmächtigten Stellvertreter mehr.

 
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Exemplarisch für die Zunft der Abschreiber verlinke ich hier den “Stern”, der es einmal mehr schafft, die Begriffe “Twitter” und “Empörung” in einem Text unterzubringen. Ach was! Da lässt jemand in ein paar Zeilen eine Provokation auf der Trollpiste vom Stapel und darauf springen welche an? Hatten wir ja noch nie, zumal wenn der Urheber dafür bekannt ist, seine faschistischen Ausfälle nicht kontrollieren zu können oder zu wollen.

Wann kommt endlich der Aufstand der Generäle?“, so seine Frage, die er später, wie die Sandkastenfaschisten das heute so zu tun pflegen, relativiert. Aber neiin, er meinte doch nicht einen Putsch! Es muss einem völlig egal sein, was er meinte, wie er es meinte und ob er überhaupt etwas meinte. In dieser Phase des Zerfalls einer Parlamentarischen Demokratie haben die Nazis nicht die Eier, Klartext zu reden. Sie ergehen sich in Andeutungen, Vieldeutigkeiten und schlimmstenfalls nehmen sie morgen zurück, was sie heute schwadroniert haben.

“Endlich”

Sie werden dafür gewählt. Nein, nicht trotzdem, sondern deswegen. Ihre Wähler wollen das. Sie wollen in dieser Phase diese Repräsentation ihrer faschistischen Gesinnung, so wie sie in einer späteren Phase den ganzen Rest wollen, vom Pogrom bis zum Vernichtungskrieg. Das macht sie geil, damit fühlen sie sich überlegen und stark. Ihre Weltuntergangsphantasien halten sowohl ihr krudes Weltbild als auch ihre Psyche zusammen. Sie sind dasselbe Pack auf derselben Basis wie dunnemals.

Und wie dunnemals glauben die Schleichers, von Papens und Brünings, die Konservativen, Klerikalen und heimlich Nationalen, das sei eine Randerscheinung, gestützt von verirrten Bürgerlich-Konservativen, die sich schon wieder einreihen werden. Alles nur Großmannssucht, Provokation und Protest. Ihnen gefällt sogar, dass die Rechtsnationalen die Linken in den Schatten stellen.

Einer der Hauptunterschiede ist der, dass wir das alles schon hinter uns haben, dass eigentlich niemand glauben kann, so etwas könne es nicht geben. Trotzdem lässt man die Faschisten gewähren, die einen Testballon nach dem anderen ablassen, bis “endlich” einer fliegt oder zwei oder drei. Immerhin haben sie den politischen Mord bereits realisiert, jetzt kokettieren sie mit dem Putsch. Das sind Nazis. Sie reden so, sie denken so, sie handeln so. Und dafür werden sie gewählt.

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