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2016


 
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Es ist immer falsch, auf ein Ereignis politisch spontan zu reagieren. Daraus ergibt sich folgerichtig, dass ein Großteil sogenannter “politischer Maßnahmen”, hunderte Gesetze und vor allem die brutalsten Einschnitte in Rechtssysteme, durchweg falsch sind.

Das beginnt mit der schlichten Einsicht, dass Ereignisse, die völlig überraschend eintreten, mit denen niemand gerechnet hat oder die für undenkbar gehalten wurden, auf Fehler in der Theorie hinweisen. Wenn dann nicht die Theorie geändert wird, sondern aus der Logik derselben Theorie drastische Maßnahmen beschlossen werden, ist das die dümmste aller möglichen Reaktionen. Mehr von dem, was zuvor versagt hat? Das wird sicher helfen!

Genau dies ist aber die Logik aller Bellizisten, Scharfmacher und Wegbereiter des autoritären Staats. Das beste Beispiel ist “Nine-Eleven”. Die umtriebigsten und best vernetzten Geheimdienste, die das nach der offiziellen Version nicht haben kommen sehen, wurden seitdem explosionsartig ausgeweitet. Ihre legalen Methoden sind inzwischen wieder mittelalterlich. Millionenfacher Mord durch Krieg, Drohnen und Folter wurden durch dieses eine Ereignis politisch legitimiert. Der “Kampf gegen den Terror” hat dem Terror zu einem grandiosen Sieg verholfen.

Terror willkommen

Das Problem solcher Ereignisse, die gemeinhin als “Terror” oder “Anschläge” bezeichnet werden, ist dass sie Möglichkeiten schaffen, die die Substanz der Rechtsstaaten mit den Mitteln des Staates zersetzen. Wer also Freiheit und Bürgerrechte abschaffen möchte, braucht nur solche Ereignisse und kommt quasi automatisch zum Ziel. Das Wissen um viele Attacken, die aus genau diesem Grund fingiert wurden, hat kaum je dazu geführt, dass sich Politik, wie es vernünftig wäre, von Ereignissen unabhängig macht, um diesen Automatismus zu durchbrechen. Die Reaktion Norwegens und seiner Bürger auf den Breivik-Terror ist eine löbliche Ausnahme.

Noch dümmer als die ohnehin dumme Reaktion ist der Reflex, der nicht einmal die Zeit lässt, das Ereignis zu verstehen. Absurd ist dieser Reflex, weil er aus dem offenbar falschen Denkmuster, das ein Ereignis nicht erwartet hat, ausgerechnet das zur Maxime des Handelns macht, was sich solche Politik “schon immer gedacht” hat. Die krudesten Vorurteile, Unterstellungen und Stereotypen werden als bestätigt empfunden und das passende Feindbild zum Ziel von Straf- und Vernichtungsphantasien.

Dieses Muster bedient die Erwartungen derer, die ihrerseits keine Idee für ein friedliches Miteinander haben. Für sie hat sich das (schon immer bekannte) Böse manifestiert und muss vernichtet werden. Mittel: “Härtere Strafen” (auch wo es die Todesstrafe schon gibt), “Null Toleranz”, alle Spielarten gnadenlosen Sadomasochismus’. Diese Atmosphäre ist der fruchtbarste Nährboden der Diktatur und absolut vernunftfreies Terrain. Argumentieren zwecklos, der Mob will Blut sehen.

Kill the Beast

Es ist daher das Gegenteil von Vernunft, Freiheitsliebe, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, “Konsequenzen” aus einem Einzelereignis auch nur zu fordern. Die Steigerung dieser Idiotie ist eine begleitende Hektik, die Fakten schafft ohne Informationen zu haben. Zudem hat die Erfahrung wahrlich oft genug gezeigt, dass Ereignisse entweder schamlos ausgenutzt, erfunden oder gleich selbst inszeniert wurden, um braune Suppe zu kochen. “Verschwörungstheorien”, die sich Jahre später als richtige Analysen erwiesen haben.

Wenn ein paar Belgier Bomben legen, braucht es mehr Bomben auf Syrien. Wenn der Verfassungsschutz gemeinsame Sache mit Mördern macht, braucht er mehr Geld und Personal. Wenn islamistische Terroristen den Westen hassen, muss der Nahe Osten in Schutt und Asche gelegt werden. Wenn irgendwer ausländische Straftäter ausmacht, müssen Millionen von Einwanderern in Züge gepfercht und deportiert werden. Im Namen von Demokratie und Rechtsstaat sowie zum Schutze besorgter Bürger, versteht sich.

Wenn politisch auf ein Einzelereignis reagiert wird, so ist das falsch. Immer. Mit Empörung auf Einzelereignisse zu reagieren ist ebenso falsch. Auf unzureichende Informationen von Ereignissen zu reagieren, ist die Steigerung solcher Dummheit (es sei denn, man fragt nach den fehlenden Informationen). Das Dumme ist nur, dass die Politik der Ereignisse und der Reflexe die Regel ist, nicht die Ausnahme. Das mag ein Anzeichen für politische Dekadenz sein oder für die grundsätzliche Unfähigkeit der Menschen zu so etwas wie vernünftiger Politik.

 
Vor genau zwei Jahren hatten wir hier eine Diskussion über die Übergriffe und Lügen der Hamburger Polizei, den phantasievollen Widerstand dagegen, die erbärmliche Rolle der Presse und eine gewisse Parallelität der Ereignisse in Spanien.

Heute schlagen wir uns wieder mit wirren Pressemitteilungen herum, teils von der Polizei lanciert, größtenteils von der Sensationsware “Massenmedien” entsprechend zugerichtet, ohne dass irgendwer weiß, was wirklich passiert ist. Der große Unterschied: Während wir damals eine Öffentlichkeit hatten, die sich mit der Übung ‘losgelassener Sicherheitsstaat gegen Linke und solche, die so aussehen’ befasste, spielt sich das Ganze heute in einem rassistischen Milieu ab, das mit relevanten Ereignissen nichts, dafür aber umso mehr mit einer präfaschistischen Grundstimmung zu tun hat.

Muss man doch wohl sagen dürfen

Die sogenannten ‘Argumente’ der Rechten sind dabei an einer Hand abzuzählen, um nicht zu sagen in einem Satz zusammenzufassen: Linke Lügenpresse verschweigt und verbietet die Wahrheit über kriminelle Ausländer, die in die Sozialsysteme einwandern, uns die Arbeitsplätze wegnehmen, die Frauen schänden und Krankheiten einschleppen. Das ist alles. Schon immer, immer wieder, völlig unabhängig von Ereignissen und Hintergründen.

Es ist tausendfach wiederholt worden und wird dabei von den Jammerlappen stets mit der Behauptung garniert, das, was sie jeden Tag bis zum Erbrechen labern, dürften sie ja nicht sagen. Selbst wenn ein rassistischer Hetzer wie Sarrazin seine Jauche in Millionenauflage in den Buchläden verklappt, behauptet dessen debiles Gefolge, das werde hier zensuriert.

Inzwischen reden wir – aufgrund eines bizarren Ereignisses, das ich mir ohne Verschwörungstheorie nicht erklären kann, von nichts anderen mehr, inmitten realer Probleme, die man einfach lösen muss. Das schwachsinnige Getröte der Rechten kann kein Mensch ernst nehmen, der noch zwei aktive Synapsen hat. Meinetwegen schmeißen wir “die” doch alle raus. Ich bin dabei, wenn mir irgendwer erklärt, wie das ohne einen neuen Holocaust praktisch umgesetzt werden kann. Rechnet nur mal eine Stunde Arbeit pro Einwanderer, ihr Pfosten, dann könnt ihr das Maul wieder aufreißen.

Ihr dürft trotzdem still sein

Nicht reden wir also von der schlicht alternativlosen Integration. Wir reden nicht mehr von der ökonomischen Verwüstung Südeuropas. Wir reden nicht von Profitraten, nicht von Totalüberwachung, von dutzenden aktuellen Kriegen, vom permanenten Verfassungsbruch durch den Einsatz der Bundeswehr im Ausland, von Folter und Mord durch die NATO und schon überhaupt nicht von den Zusammenhängen. Lieber von “kriminellen Ausländern”. Dabei ist selbst der Satz “Nicht alle Ausländer sind kriminell” Faschistendung.

Dass für die Braunen übrigens alles links ist, was sie nicht verstehen oder haben wollen, sei geschenkt. In einem Land, in denen Mittelschichtskapos wie die Funktionäre von Rotgrün als ‘links’ gelten, können diese Spaten ja nur den spärlichen Rest an Orientierung verlieren. Ich wünschte nur, sie würden mit ihrem öden, strunzdummen und immer gleichen Sermon nicht so einen Lärm machen. Die Erwachsenen könnten sich dann vielleicht über reale Probleme und deren Lösung austauschen.

 
Ein Gastbeitrag von Villos Millowicz

Gespräch vor einer Kölner Trinkhalle. Es waren mehrere Personen beteiligt, ich habe nicht notiert, wer was gesagt hat. Der Text ist teilweise vom Kölschen ins Deutsche übersetzt.

“Dass die sich das erlauben, diese nordafrikanischen Araber!”
“Was denn?”
“Na das Angrapschen unserer Frauen. Und dann beklauen sie die Leute.”
“Wie sollen sie die denn beklauen ohne sie anzufassen?”
“Die haben deine Frau angegrapscht?”
“Quatsch!”
“Wie auf dem Kirmes.”
“Was?”
“Na wie auf dem Kirmes. Bei uns im Viertel hattest du die Kremers, die Ehrmanns und die Rüttens. Bei denen bist du schon mal nicht alleine vorbei gegangen. Am Kirmes haben die sich immer zusammengetan. Ganz plötzlich stand einer vor dir. Dann hast du die anderen gesehen. Da hattest du dann die Kleinen in der ersten Reihe, die größeren in der zweiten und die Erwachsenen in der Dritten.”
“Na und?”
“Na und? Wenn die Kleinen einen Groschen wollten, haben die ihn gekriegt.”
“Die haben aber nicht gegrapscht.”
“Stimmt. Das machen nur diese Asylanten, weil die keine Kultur haben.”
“Ich bin auch Asylant.”
“Du? Ja nee is klar.”
“Ich komm nicht von hier. Aber ich musste das auch lernen.”
“Auch lernen? Was denn?”
“Angrapschen.”
“Na jetzt erzählt du aber Stuss.”
“Ja? Was ist denn das ganze Gebötze und Föttschesgeföhle? Hä?”
“Das ist Karneval, das ist was anderes.”
“Genau, außerdem ist das nur in der Session.”
“Eben.”
„Was, eben?“
“Eben. Wann ist denn die Session?”
“Jetzt stell dich mal doof an! Vom Elften im Elften bis Aschermittwoch.”
“Aha.”
“Aha.”
“Dann waren das doch keine Ausländer.”
“Doch, die haben nämlich nicht gebötzt.”
“Aber die wissen, wann die Session ist.”
“Aber Kölsche waren die nicht.”
“Nee, sonst hätten die gebötzt.”
“Und nicht geklaut!”
“Richtig.”
“Vielleicht waren das Belgier, die sehen ja auch aus wie arabische Nordafrikaner.”
“Und wie Syrer.”
“Richtig.”
“Aber die Belgier kennen die Session nicht.”
“Oh mein Gott!”
“Was?”
“Ist doch völlig klar, Sonnenklar!”
“Nu sag schon!”
“Also: Wer weiß, wann die Session ist, bötzt uns nicht, will uns immer schaden, verkleidet sich als Ausländer und klaut sicher auch?”
“Mein Gott, er hat recht!”
“Und die kommen jetzt schon am Silvester zum Dom?”
“Ist ja furchtbar.”
“Nicht zu fassen!”
“Die werden immer schlimmer, diese Düsseldorfer!”

 
de

Saurer die Gurken nie schmecken. Ich hatte selten so viele Themen im Vorlauf und noch seltener so wenig Lust sie zu bearbeiten. Mal abgesehen davon, das mich seit sehr langer Zeit eines vollbeschäftigt, über das ich mich ohnehin nicht auslasse. Na, neugierig? Okay, das war billig, aber es gehört zur Lagebeschreibung.

Worüber ich konkreter nicht schreiben mag: Faschismus zum Beispiel. Polen, Ungarn, Türkei, Saudi-Arabien. Womit wir bei zweiten sind: Krieg. Damit auch beim ewigen: Kapitalismus. It’s all about the Money, das weiß inzwischen sogar der Berger. Ob er dann auch den Schluss ziehen wird, aus welchen Gründen genau die NATO ihre Kriege führt – und wie man das vielleicht regulieren könnte, wenn man nur … ?

Alles Quatsch

Die richtigen Profis sind da noch nicht ganz so weit, schaffen es immerhin mit der SZ zu der gewagten These: so wichtig sind die Scheichs gar nicht, am unteren Ende aber hält wie immer die “Zeit” die Fahne hoch und wirbt für den “schwierigen Partner“. Der Puls der Zeit wird dort gern rektal gemessen.

Über all das mag ich nicht schreiben. Auch nicht über das schon lange im Vorlauf gärende Thema: Wie man sich mit Sanktionen gegen Russland die besten Geschäfte mit Russland sichert. Die von Stratfor-Chef Friedman postulierte Strategie der USA, stets einen Keil zwischen Deutschland und Russland zu halten, ist da womöglich mit einem Zückerchen versehen worden: Ihr macht mit beim politischen Bashing und haltet die nötige Distanz, dafür kriegt ihr die besten Handelsbedingungen.

Auch kein Thema. Hatten wir schon in den Kommentaren, die Sache mit Stratfor. Na ja, und seit Deutschland meine Freiheit am Hindukusch und die Gerechtigkeit auf den Hillybilly-Inseln verteidigt, wenn Sammy das liket, weiß man eh nicht, was als nächstes kommt. Nur eines weiß man: Da ist kein Zusammenhang. Nein! Links ist rechts und quer sowieso, es ist der Mensch, der ist halt so und dieser verrückte Zufall, dass die Diktaturen und Kriege nur so aus dem Rohr spritzen, wenn die Profitraten sinken, da kann man halt nix machen. Langfristig sind wir eh alle tot.

 
zs

“Zwischen den Jahren” dauert manchmal länger. Nach dem Jahr ist vor nach dem Jahr. Beschaulich bei 17° und Sturmböen. Ich habe am Samstag Schloss Neuschwanstein nur aus Spucke und Brot geformt, einschließlich der Katakomben. So langweilig war das hier. Langweilig ist gut, sagt die geschundene Nebenniere, während Teile des Hirns verunsichert sind, weil sie schon einzwei Wochen nicht im roten Alarm unterwegs waren. Selbst Uhura hat das Hörgerät stundenweise beiseite gelegt.

Gut möglich, dass die US-Geheimdienste und der französische Nachrichtendienst aus einer identischen Quelle gespeist wurden

Post-Underdog findet das auch gut, sie ist eher von der ganz gemütlichen Sorte, während ihre neue Kompagneuse hektisch zwischen irgendwem irgendwas lecken und die ‘Alte’ ankauen (die vor einem Jahr noch das Nesthäkchen war) hin und her wetzt. Hunde. Ich. Und Hunde. Wollte ich nie haben, aber ich bin alt und eben nicht mal bei sieben auf dem Baum. Da liegen sie nun und machen mich mich zitieren:

“Als Mit-Hundehalter und leidenschaftlicher Radfahrer habe ich es auch nicht leicht. Bin ich mit dem Rad unterwegs, stören mich die Arschlöcher mit ihren Scheißkötern, gehe ich mit dem Hund, nerven mich die rasenden Wichshähnchen in ihren Papageientrikots. Oft liege ich abends stundenlang wach und disse mich selbst. Zwei Drittel von mir können die Hälfte der anderen nicht leiden.” Intoleranz ist eine Kernkompetenz der Humanressource. Zitieren Sie mich getrost in Ihrer nächsten Powerpointpräsentation!

Ziele
1) herauszufinden, ob eine Quelle echt, verfälscht oder gefälscht ist.
2) den Aussage- bzw. Erkenntniswert der Quelle festzustellen.

Als ich mit Neuschwanstein fertig war, habe ich noch fix den Henri-Nannen-Schule Test absolviert. Ich bin so scheiße gebildet, dass ich echt ne Menge wusste, aber wer aus der geneigten Schnöselei soll da durchkommen? Die könnten das höchsten pauken wie behämmert, um es gleich wieder zu vergessen. Ah, verstehe: Die nächste Kernkompetenz! Wie man Quellen prüft oder recherchiert, wurde leider nicht gefragt.

Das wort “Quellenkunde”, so flüsterte mir die für Weisheit, Tiefsinn und Hochkultur zuständige Synapse, die ich nach einem tragischen Unfall mit einem schottischen Getreideaufguss durch tägliche Hopfeninfusionen zu retten versuche, muss neu ausgeschrieben werden. “Quellenkunde” sei ein Verbraucher, der den atlantischen Lieferservice nutzt. Er sitzt einfach so am Fenster, und wenn er eine Information benötigt, muss er das gar nicht mehr wissen. Sie wird ihm automatisch geliefert. Dann muss er sie nur noch auswertenauspreisen, den dazugehörigen Warnhinweis anfügen und das fertige Qualitätsprodukt an den Kiosk legen.

 
pk

Wenn der Bundesinnenminister aus dem Sachsensumpf sagt, Teile einer Antwort, die er ohnehin nicht gibt, könnten die Bevölkerung verunsichern, dann hat er soeben festgelegt, in welchem Maße er Unruhe provoziert. Ob er das wirklich so wollte, darf man bezweifeln; dazu müsste er Herr seiner Worte sein.

Zu beunruhigen ist jedenfalls kein Tabu, sondern sehr viel näher an einer gwünschten Option. So gezogen am Silvesterabend. Ein Fehlalarm mit dem Zeug zur Panikattacke, den “die Bevölkerung” achselzuckend zur Kenntnis genommen hat. Es war nicht nur nichts dran, es ist weder klar, wer da was angeblich vorhatte, noch hat irgendwer die Quellen geprüft.

Gestaffelter Schutz

Dass Journalisten längst ohne unabhängige Zweitquelle losschwadronieren, geschweige denn recherchieren, wissen wir. Dass aber die Geheimdienste genau so schlampig unterwegs sind und das auch noch offen zugeben, ist schon obszön. Derart im Kern verrottet, verlautbart das, was dort anstellte des Verstandes werkelt, man brauche – wie immer – mehr davon. Mehr Panik schüren, mehr Dilettantismus, mehr “Zusammenarbeit” mit noch mehr Diensten, die noch mehr Fehlinformationen liefern.

Die Bande von Nazis, die in Deutschland das Geschäft besorgt, darf man wohl wahnsinnig nennen, denn das, was selbst hohe Amtsträger von sich geben, ist nicht mehr bloß dumm. Das sind schon paranoide Verschwörungstheorien, hervorgebracht von in der Wolle gefärbten Rechtsextremisten.

Das, liebe Bevölkerung, schützt die Verfassung. Nicht das Grundgesetz, sondern wohl doch eher wieder die vom Vaterland, auf die ihre Gründungsmitglieder einst vereidigt wurden. Das Netzwerk irrer Nazis und taubstummer Bürokraten, die bereit sind, zwischen solchen Chefs und den kahlköpfigen Schlägertruppen zu arbeiten, ist beachtlich. Jedes Bundesland hat seinen VS mit seinen V-Leuten, dazu der Bund. Es gibt den BND und den MAD. Obwohl es eine Bundespolizei gibt, brauchen wir ein BKA und zu den Landespolizeien, die je eine Abteilung für “Staatsschutz” haben, gibt es noch 16 LKAs.

La Le Lu

Was schützen die eigentlich alle und wie? Wen vor wem? Wir wissen, dass alle Warnungen bislang falsch waren. Wir wissen, dass unsere 53 offiziellen Behörden tatsächlichen Ereignissen entweder hinterher laufen oder sie aktiv betreiben, vor allem in der Naziszene. Wir wissen von den “Verbündeten”, vor allem der CIA, dass sie in hunderte aktenkundige Verbrechen involviert sind, darunter Putsch, Mord und Folter. Und was brauchen wir, wenn dort ein Anschlag nicht verhindert wurde und da falscher Alarm geschlagen? Genau: Mehr davon!

Obendrein sind es diese Dienste, die Politiker überprüfen, andersherum klappt ja nicht so. Eine Bevölkerung, die sich davon weder beunruhigen lässt noch diesem Konglomerat von Versagern und Verbrechern die Türen eintritt, sorgt sich um gar nichts mehr. Sie ist verdummt, ignorant oder abgestumpft, und wer sich darüber noch aufregt, hat keine Hoffnung mehr, dass es sich ändern lässt. Friedhofsbank, Zombiepokalypse, im besten Fall Bordkapelle der Titanic. “Beunruhigt” – Schön wär’s!

p.s: Der Ex-BND-Chef hatte sich bereits im Oktober geoutet, Roewer (siehe Link oben )ist kein Einzelfall.

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