2014
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politik[25] Comments 02. Jun 2014 12:13

Mit einem Mix aus Amüsement und Resignation stelle ich fest, dass einige, die mir noch kürzlich ganz anders kamen, inzwischen ebenfalls das ‘Wählen’ eingestellt haben. Diese Europawahl ist derweil so selbstredend, das kann man kaum mehr überbieten. Ich fasse das einmal zusammen:
Da wird ein Parlament gewählt, dessen Macht ohnehin darin besteht, Vorschläge abzunicken, die von einem Konglomerat aus nationalen Regierungen besteht sowie aus deren internationalen Freunden und Förderern. Das ist schon so lapidar, dass es eh traditionell die Hälfte der Wahlberechtigten nicht interessiert. Es stehen Parteien zur Wahl, die alle dasselbe wollen. Es wird eine Politik gemacht, die keinerlei Kenntnis von der Lebenswirklichkeit der Menschen befürchten lässt.
Fresst das
Das Ganze hat den Charme eines Kaufladens in der Schikane vom Arbeitslosenamt – wissen’s schon, wo Menschen wie im Kindergarten das Rollenspiel “Einkaufen” absolvieren, weil sie sonst dem Hunger ausgesetzt werden. Eine bizarre demütigende Simulation also, hier der Wahl politischer Vertreter, ein surreales Szenario mit der sehr realen Message; Wir machen mit euch, was wir wollen, und ihr spurt. Eine Testpiste quasi für Zumutungen, die noch widerstandslos hingenommen werden, schlimmer noch: an der die Erniedrigten aktiv teilnehmen.
Wir sind in Deutschland, dem Paradies der Massen, denen eben nur Austerität light zugemutet wird – niedrige Löhne, die längst die Lohnabhängigen nur noch mit Bruchteilen an der Produktivität beteiligen. Immerhin aber noch keine totale Hoffnungslosigkeit, noch keine verlorenen Generationen wie in Südeuropa, wo mehr als die Hälfte der unter 30-Jährigen keinen Job haben und kein Einkommen, wo es keine Gegenwart und keine Zukunft der Erwerbsarbeit mehr gibt. Hier, wo das Lenorgehirn weiß: Wir sind fleißig, deshalb dürfen wir essen, trotz Globalisierung® und Wettbewerb®. Anders als bei den Zigmillionen Südeuropäern, deren Faulheit sie plötzlich alle arm macht.
Hier also traut man sich und simuliert das große Kandidatenrennen, Juncker gegen Schulz. Dass die Wählerinnen und Wähler® nicht den Kommissionspräsidenten wählen, das muss der Leser ja nicht wissen. Der weiß eh nicht, was die Kommission ist, was der europäische Rat, der Rat der EU oder der Europarat. Wozu auch? Deren Vereinbarungen und Treffen sind ohnehin weitgehend irrelevant, so lange nicht die zuständigen Lobbyisten, die NATO und die Banken zustimmen. Aber immerhin: Juncker oder Schulz, SPD oder CDU, rinks oder lechts, ein bisschen was dürfen wir wählen.
Foul is Fair
Gesagt, getan, und Junckers Konservative haben die Mehrheit errungen. Na gut, die entscheidenden Mehrheiten in den einzelnen Ländern liegen häufig im Einstelligen Bereich, in der Slowakei etwa haben drei Prozent der Wahlberechtigten die stärkste Partei gewählt. 97% interessieren sich nicht oder wollen etwas anderes. Die sind dann eben selbst schulz schuld. Hiermit erklären wir die Herrschaft für legitim.
Kommen wir nunmehr zu etwa völlig anderem: Dann gehen die Herrschaften also hin und zeigen auf breiter Front sämtlichen Wählerinnen und Wählern® den Stinkefinger, dem man noch ansieht, aus welchem braunen Loch der gerade kommt. Die Konservativen, deren Wähler sich für Juncker entschieden haben wollen, sind jetzt gegen Juncker. Die Spezialdemokrateninnen und ihre Grünen Pfosten hingegen, deren Wählerinnen und Wähler® gegen Juncker waren, sind jetzt für Juncker und effektiv gegen Schulz, der inzwischen selbst für Juncker ist.
Das muss man nicht weiter kommentieren.

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kunstlyriklamauk[5] Comments 31. Mai 2014 21:44
Zackzack zahln’se vierhundert Euro, aber pronto
auf Ihr Rundfunkgebührenabwicklungskonto
und nutzen sie endlich, wir fordern das seit Jahren -
unser Lastschriftermächtigungseinzugsverfahren
Vielen Dank, Sie wählten Sie die Buchung per Netz
gemäß Luftverkehrsnachweissicherungsgesetz.
Es ergaben sich die Fragen: Was ha’m Sie hier zu zu sagen?
Wer sind Sie? Was wollen Sie? Woll’n Sie sich beklagen?
Geh’n Sie nach Hause, kommen Sie nicht wieder,
das ist hier der Bereich nur für Clubmitglieder.
Und wenn Ihnen das nicht passt, stell’n Sie wie gesagt
einen Bürgerbeschwerdeerlaubnisantrag!
Einen Anzugaffen anzugaffen ist manchmal gefährlich
Ein Agent der Agentur vielleicht, die mögen das eher nich.
Die fordern und b) fördern nach Bedarf ganz gemein
erst heraus, dann hinaus und dann hintenrum rein.
Einmal Streckbank, einmal Schraubstock, schon bist du bereit
Und unterschreibst die Beendigung der Hilfsbedürftigkeit.
Es ergaben sich die Fragen: Was ha’m Sie hier zu zu sagen?
Wer sind Sie? Was wollen Sie? Woll’n Sie sich beklagen?
Geh’n Sie nach Hause, kommen Sie nicht wieder,
das ist hier der Bereich nur für Clubmitglieder.
Und wenn Ihnen das nicht passt, stell’n Sie wie gesagt
einen Bürgerbeschwerdeerlaubnisantrag!
Wenn dann alle Stricke reißen an den Regelbedarfen,
Sanktionen nicht fruchten, nicht mal die ganz scharfen,
dann kommt der Freiheitsregulierungsbeschleunigungsexperte
als Disziplinentwicklungsförderungsberatungsgefährte.
Der weiß auch nix und kann nix und redet nix als Mist,
weil er zertifizierter Schwippschwager ist.
Es ergaben sich die Fragen: Was ham Sie hier zu zu sagen?
Wer sind Sie? Was wollen Sie? Woll’n Sie sich beklagen?
Geh’n Sie nach Hause, kommen Sie nicht wieder,
das ist hier der Bereich nur für Clubmitglieder.
Und wenn Ihnen das nicht passt, dann stell’n Sie wie gesagt
einen Bürgerbeschwerdeerlaubnisantrag!
… to be randomly continued

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kapital[84] Comments 29. Mai 2014 16:16
Es gibt so viele Jobs, die die Welt nicht braucht, die sie schlechter machen, viel schlechter, die nur dazu da sind, Menschen zu quälen, zu töten oder auch einfach nur zu nerven. Ich weiß nicht, was man für ein Charakter sein muss, um sich fürs Töten bezahlen zu lassen. Eine Ahnung habe ich betreffs deutscher Soldaten, dass sie wirklich so dämlich sind zu glauben, sie hätten da einen tollen Job, der mit Technik zu tun hat, Kameradschaft vielleicht, sicher jedenfalls.
“Sicher”! Ja sicher, dass sie inzwischen dauernd geschickt werden, um Handelswege frei zu schießen, damit mögen sie nicht gerechnet haben. Hat ihnen ja auch keiner gesagt, das sollte doch mehr Abenteuer sein und “familienfreundlich”. Naja, und dann gibt es sicher auch die rechten Kameraden, die das alles wirklich geil finden, bis sie selbst ihre Gedärme im Dreck sortieren dürfen. Aber ich will auf etwas anderes hinaus.
Dieses Prinzip, sich zur Arbeit zu melden, zu jeder – wer zum Beispiel meldet sich für einen Einsatz bei Frontex? Wer lässt sich Food Fonds einfallen oder wer verlauft seinen Bekannten und Familienmitgliedern einen Müllmix aus Versicherungen und Finanzprodukten? Was ist das für eine Mentalität, mit der man glaubt, sich ein Leben verdienen zu müssen auf Kosten anderer?
Wird gemacht, Chef
Was sind das zum Beispiel für Leute, die Spambots betreiben oder Malware kodieren, mit der milliardenfach Dreck in Mailboxen und Kommentarspalten gespült wird? Wie muss man drauf sein, um die Axt an den Baum zu legen, auf dem alle sitzen? Was denkt man über sich, wenn man solche Taten vollbracht hat? Gar nicht erst losdenken, wird das Prinzip sein, sonst müsste man sich am Ende noch selbst auskotzen.
Warum haben Menschen nicht die Eier, nein zu sagen? Ich stelle mir eine Situation vor, in der eine Entscheidung fällt. Die darüber entscheidet, ob man sich und andere für den Rest seines Lebens belügt oder ob man noch ohne Abscheu in den Spiegel schauen kann. Nehmen wir einen Objektdesigner, der eine Anstellung bei irgend einem Hersteller bekommen hat. Der designt also etwas oder arbeitet gemeinsam mit anderem an einem neuen Produkt, und dann kommt der Vorgesetzte und sagt ihm: “Schön und gut, dolles Ding, aber jetzt kommt die Endphase. Wir brauchen Sollbruchstellen. Finden Sie Sollbruchstellen! Das Ding soll keinesfalls länger als drei Jahre halten.”.
Dann geht also das Team von Leuten, die alle etwas können, die kreativ sind, gebildet und fleißig, hin und sorgt dafür, das aus einer guten Idee ein Stück Müll wird. Ein Scheißteil, das alle seine Käufer und Käuferinnen ärgern wird, das Ressourcen verschleudert, das man ruckzuck wegwirft. Ein Ding, für dessen Teile Leute für einen Hungerlohn geschuftet haben, für das vielleicht Kinder durch staubige Minen gekrochen sind. Und dann geht man also hin und denkt sich eine Sollbruchstelle aus, im Namen des Profits.
Keiner von denen, die das wissen müssen, steht auf. Keiner sagt: “Das mache ich nicht!”. Alle schweigen und gehen an die Arbeit. Für ihren Lohn. Um ihn sich zu verdienen.

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staat[43] Comments 26. Mai 2014 21:11

Ich stellte eben in den Kommentaren fest, „dass absolut tote Hose herrscht im Netz – und das an einem Montag nach einer Wahl. Erschütternd. In der Slowakei ist die eindeutig stärkste Partei mit gerade einmal 3,1% der Stimmen aller Wahlberechtigten gewählt. Das ist ein derartiger Schlag in die Fresse, da können die Herren in den Sakkos einfach nur noch das Maul halten. Demokratie, na klar!“
Diese betonfressenden Schlipsträger stellen sich dann hin und labern und labern weiter denselben Sermon, dasselbe penetrante Lied von Wachstum®, Wohlstand®, Freiheit®, Arbeitsplätzen® und merken nicht für zwei Pfennig, dass niemand, aber auch überhaupt niemand mehr zuhört. Die von den bösen Kommunisten ach so unterdrückten Balkanbewohner haben sehr schnell den Unterschied herausgefunden zwischen der Lohnsklaverei unter dem real Existierenden und der im Kapitalismus. Hier ist es völlig hoffnungslos, auf politische Prozesse Einfluss nehmen zu wollen, dafür muss man aber die Herrscherklasse nicht auch noch per Wahl bestätigen.
Politische Wüste
Sie haben alles kurz und klein regiert, die Funktionäre und Zuträger des Kapitals. Menschen lassen sie ersaufen, Banken können sie aber retten. Das Einzige, was ihnen blieb, um sich mit ihren stumpfen jahrzehntealten Phrasen an der Macht zu halten, ist der Erfolg ihrer Strategie der Diskriminierung, des Divide-et-Impera. Sehr erfolgreich haben sie alle gegen jeden aufgehetzt, Alte gegen Junge, Arbeitslose gegen Ausgebeutete, Inländer gegen Ausländer, Selbständige gegen Angestellte. Jetzt ernten sie, was sie gesät haben: Hie Desinteresse und Apathie, dort Hass und den Geist des Faschismus.
Ich habe es schon einmal mit Schrecken gesagt und wiederhole es hier: Ich hätte nie gedacht, ich würde mir Helmut Kohl einmal zurück wünschen. Zwar war er es, der mit Lambsdorff und dessen berüchtigtem „Papier“ die Büchse der Pandora hier geöffnet hat, aber selbst Kohl muss angesichts der Entwicklung erkennen, dass er das nicht wollte. Nicht dieses Europa, nicht diese Leere, diese Wüste einer politischen Landschaft.
Ja, für so naiv halte ich den Dicken, für so rührselig, aber noch nicht ganz entmenscht. Nein, das macht sein Regime nicht besser, und Leute wie Lambsdorff und Tietmeyer haben selbstverständlich gewusst, welchen Dienst sie mit seinem Segen dem Kapital leisten durften. Ich fasse das also einmal so zusammen: Kohl war der Letzte Kanzler, der noch glauben machen konnte, es nähme ein gutes Ende. Der Schleier ist zerrissen. So hässlich ist das Europa der sozialen Marktwirtschaft®.

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kunstlyriklamauk[16] Comments 25. Mai 2014 22:10
Die Franzfaschisten gewinnen die Demokratie®. Der Milliardär vom Maidan kauft sich die der Ukraine. Der Nichtelite muss eine Brücke gebaut werden, damit sie nicht an den Beschlüssen der Milliardäre, ihrer Nazis und deren Sicherheitsdiensten herumkritteln. Das ist Europa hier. Ein nordatlantisches Hoch beschert uns strahlende Aussichten.
Und jetzt zum Wehrspocht, präsentiert vom neuen Opel Khedira und Bier, noch mehr Bier: Im Finale der Hansa Exportweltmeisterschaft trennen sich Oben und Unten unentschieden alles zu nix.
Die Ziehung der Zahlen in der nordwestlichen Klassenkampflotterie ergaben 1914, 1939 und 2014. Die Aufsichtsbeamten sind wie immer vom überkorrekten Zustand ihrer braunen Murmeln überzeugt.
Leckt uns am Arsch, die nächste Sendung der Knochenschau folgt wie immer pünktlich zum Einschlafen.
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kapital ,
staat[26] Comments 23. Mai 2014 15:23
Ich würde es jederzeit wieder tun. Auf den Tag vor vier Jahren hatte ich auf der Website vom Deutschlandradio einen Teaser gelesen und das so kommentiert:
Köhler, Sie Horst!
Haben Sie noch alle Gondeln am Seil? Sind Sie Verschwörungstheoretiker? In der Schule nicht zugehört? Den Struck verpaßt? Die Seite gewechselt? Blubberwasser genascht?
In einem Interview habe der damals amtierende Bundespräsident zu Protokoll gegeben, “allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’.”
Ich hatte mich zunächst also gewundert, dass das oberste Organ der Verfassung diese offenbar nicht kannte oder ignorierte. Kurz darauf wunderte ich mich allerdings noch mehr, als nämlich die zitierte Stelle nirgends mehr zu finden war – nicht im Transkript und auch nicht in zwei Audiostreams, die der Sender vorhielt. Erst der dritte enthielt das Original in voller Länge. Ich transkribierte das also selbst und stellte es online. Neben mir hatten auch zwei oder drei andere Blogger diese Entdeckung gemacht, und so zog die Nachricht ihre Kreise – zunächst nur in Blogs.
Der Weg der Falken
Warum Tage später erst allmählich die Massenmedien das Thema aufnahmen, weiß ich nicht, vielleicht hatte es damit zu tun, dass sie jemand angerufen hatte. Es geschahen seltsame Dinge, bei der Frankfurter Rundschau war wohl der Zensor pinkeln, so dass mein Blog dort nicht nur erwähnt, sondern gar verlinkt wurde. Einige Stunden später war das Malheur freilich korrigiert – von deutschem Qualitätsjournalismus soll niemals ein Link auf eine Quelle ausgehen – und der Artikel war umgeschrieben worden. Kein Wort mehr von meinem Posting.
Was daraufhin geschah, ist bekannt: Merkel nutzte die Gunst der Stunde, einen amtierenden Ministerpräsidenten als Konkurrenten auszuschalten. Wulff hat zwar den Esprit einer Kassenbrille, aber die Kanzlerin weiß wohl, dass sie selbst auch nichts zu bieten hat und jeder andere, der dem Kapital brav aus der Hand frisst, ihren Job tun könnte – gerade wenn er langweilig genug ist. Der lahme Hannoveraner war dann noch so deppert und legte sich mit Friedes Springerverlag an, womit der Fall endgültig erledigt war und es eines neues Grüßaugusts bedurfte.
Dann kam es zu einem der raffiniertesten Coups der deutschen Atlantiker seit dem Fall des Eisernen Vorhangs: Die Opposition konnte einen Kandidaten als scheinbare Opposition positionieren, von dem sie genau wussten, dass der Mann für das versammelte Establishment und vor allem für die breite Front der Atlantiker der perfekte Kandidat war. Antikommunist mit zweifelhafter Vergangenheit, also auf Kurs und doch gegebenenfalls erpressbar, christkonservativ und neoliberal – ein Profil, das dem der Kanzlerin selbst nicht zufällig ähnelt. Ein Pfaffe, der Bigotterie lebt und überzeugend in Worte zu fassen weiß, ein Kollaborateur, der sich als Widerständler feiert, einer, der von morgens bis abends von “Freiheit” schwadroniert und stets “Marktfreiheit” meint.
Äußerster Vorbeimarsch
Was werden sie gefeiert haben auf der “Brücke”, der sie alle angehören oder angehört haben, die Spitzenpolitiker der FDP/CDU/CSU/SPD/Grünen. Wulff ist zwar auch einer von ihnen, war aber offenbar ein Griff ins Klo. Gauck hingegen verquarzt seinen neoliberalen antikommunistischen Pseudofreiheitsweihrauch derart psychedelisch, dass die militaristische Dreingabe im Rausch gar nicht mehr groß auffällt.
Gegen Gauck war Köhler der reinste Friedensengel, aber das Thema “Verteidigung der Freiheit auf sieben Kontinenten” ist durch. Wenn fast alle gegen Krieg sind, ist das halt nur ein Vermittlungsproblem. Steinmeier sieht daher “tiefe Gräben” zwischen der Elite, der er angehört und dem Pöbel, der ihn wählt. Zu dem und seinen Vaterländischen hat Pantoufle im übrigen alles gesagt.
Nein, da ist nichts besser geworden, und das Herummeißeln an faschistischen Fratzen gehört nicht zu meinem revolutionären Konzept. Aber wie gesagt: Ich würde es jederzeit wieder tun. Wenn ich schon einmal ein klein wenig zur Verbreitung der Wahrheit beitragen kann, mache ich das. Wahrheit ist keine Frage der politischen Strategie. Nicht in einem Qualitätsblog.

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kapital ,
staat[29] Comments 20. Mai 2014 17:02

Ich brauche unbedingt Drohnen – wer auch nicht? Die Lage der internationalen Bedrohung ist nur durch stärkere Bedrohnung in den Griff zu bekommen. Wer sitzt nicht zu Hause und hat Angst, weil wir zu wenige Drohnen haben?! Das sind die Probleme, die uns alle bewegen, oder nicht? Okay, das Schicksal unserer Banken ist ebenso dringend, auch das ist Thema bei jedem deutschen Frühstück, und in der Sonntagsmesse beten wir für sie. Es scheint zu helfen, denn ein Freund steht uns bei, der Scheich von Qatar, welch eine “gute Nachricht“! Der Steuerzahler schläft wieder ruhig, seit er weiß, dass der gnädige Herrscher seine fleißigen Untertanen zur unser aller Entlastung antreibt.
Aber zurück zu den Drohnen: Auch ein Zensor sucht gelegentlich das Urinal auf, woraufhin solche Sätze fallen:
” Nach einer Branchenstudie wird der Umsatz mit Drohnen sich in den nächsten zehn Jahren auf mehr als acht Milliarden Euro verdoppeln.” …
“Im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau unterstreicht der SPD-Verteidigungsexperte im Bundestag, Rainer Arnold, die „industriepolitische Bedeutung“ des Projektes. Für die europäische Luftfahrtindustrie werde das Geschäft nie wieder so gut wie in den vergangenen Jahren,“.
So etwas darf man doch so nicht sagen! Habt ihr schon vergessen, wohin das führt, wenn man “Verteidigung” aus Versehen “Handelswege sichern” nennt? Da kann man doch nicht hingehen und den Kampf gegen den Terror® als “Industriepolitik” bezeichnen.
Europa bedeutet Frieden
Was wollen wir sonst noch? Vielleicht einen Führer, als Rabatt im Paket “Ermächtigung” als Feature nämlichen Antiterrorkampfes? Für unsere Faschismusrelativierungsgegner ein kleiner Hinweis: Wenn etwas so ähnlich gemacht wird wie bei den Nazis, genau so funktioniert wie bei den Nazis und es dafür bereits ein treffendes Wort gibt, dann ist das kein Nazivergleich und schon gar keine “Relativierung”. Exakt eine “Ermächtigung” ist nämlich das, was das US-Parlament unter Schorsch Kabeljau erwirkt hat und unter Yesweken aufrecht erhält: Die Selbstentmachtung und damit die Ermächtigung eines Führers mit diktatorischer Befehlsgewalt.
Zwar spricht da derzeit niemand von “arischer Rasse”, es wehen auch keine Hakenkreuzfahnen und es gibt schon gar keinen Holocaust, aber das Verfahren ist dasselbe. Noch werden Menschen unter solchen Bedingungen relativ individuell gefoltert und in Kleingruppen ermordet, aber ist das jetzt wohl das entscheidende Kriterium, von “Rechtsstaat” und “Demokratie” zu reden? Von unseren “Partnern” und “Freunden”?
Aber ich wollte auf etwas ganz anderes hinaus: Wir brauchen also Drohnen, stabile Banken, solche Freunde, Arbeitssklaven und eine explosive Industriepolitik? Das ist es, was „die Politik“ bewegt, was sie ausmacht? Das sind die Prioritäten derer, die als Volksvertreter ihr Volk vertreten? Was ist das für ein Volk? Meinen die euch? Wählt ihr so etwas? Wollt ihr so etwas? Was seid ihr doch für eine merkwürdige Spezies!

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interna[31] Comments 18. Mai 2014 14:44
Jadoch, es kommt immer ganz dicke, vor allem, wenn man doof ist. Ich habe zwar die allerbesten Ausreden, wieso ich in den letzten Wochen kein Backup gemacht habe, aber keine, warum ich dann ausgerechnet heute die Datenbank lösche. Wer noch Artikel aus April und Mai im Reader oder sonstwo hat – ich wäre sehr dankbar, wenn ihr sie mir schicktet. Werde in den nächsten Tagen auch mal den Cache der großen Müllhalde besuchen, so es den noch gibt. Facepalm …
Update:
Heißen Dank, die Daten habe ich jetzt offensichtlich, und wenn nicht, weiß ich, wen ich fragen muss. Ihr seid großartig!
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kunstlyriklamauk[3] Comments 14. Mai 2014 19:40

Eigentlich sind der Vergleiche genug gefallen, und so recht passt keiner. Was werden die USA wohl sagen, wenn Japan dessen Truppen rauswirft und sich lieber China zuwendet? Oder wenn eine ‘demokratische’ Revolution in Mexiko stattfände, finanziert von einem russischen Oligarchen, unterstützt von Russland und China oder meinetwegen Burkina Faso? Oder wenn Russland Kuba paramilitärisch unterstützen würde? Wie dem auch sei – der Krieg um Absatzmärkte wird vom Westen an Russland herangetragen, nicht umgekehrt, dazu reicht ein Blick auf die Landkarte.
Nun wird das dennoch von hiesigen Millionären aus der Journaille und ihren ausgebeuteten Zuträgern als “Putins Imperialismus” verkauft, was sich zunehmend schwieriger gestaltet, denn das Verdrehen von Fakten ist eine Herkulesaufgabe, wenn die derart schwer wiegen. Es ist nicht mehr zu fassen: Der Sohn des amerikanischen Vizepräsidenten wird Director beim größten Gasproduzenten der Ukraine, und uns wird das als Unterstützung der dortigen Demokratie® verbrämt.
Das Ende der Verschwörungstheorien
Hunter Biden ist nicht nur Sohn von Beruf, sondern ein bestens vernetzter Jurist, von dem bislang allerdings nicht bekannt war, dass ukrainisches Handelsrecht sein Fachgebiet ist. Man lernt nie aus. Ein Gutes haben derlei Vorgänge immerhin: Man muss sich nicht mehr groß mit dem Vorwurf der “Verschwörungstheorie” befassen, denn das ist ein offener Raubzug bei hellichtem Tag.
Dem kommt man vermeintlich nur noch mit gesteigerter Verblödung bei. Beispiel? Gregor Gysi hat wieder einmal eine Klage an den Hacken wegen seiner angeblichen Stasivergangenheit vor mehr als 25 Jahren. Während die Gründungsgeschichte der BRD auf dem Boden des Nationalsozialismus immer deutlicher wird, die Dienste bis heute Nazis unterstützen, bezahlen, decken und fördern und der Totalüberwachung durch die Spitzel der NATO zuarbeiten, werden hier Klamotten aufgebauscht, die zehn mal verjährt sind. Na klar: Die Stasi bedroht die Demokratie!
Was sie jetzt noch sagen
Selbst die britische Justiz ist derweil inzwischen so weit, die Methoden ihrer Geheimpolizei als illegal zu betrachten, was Deutschlands oberste Bücklinge aber nicht davon abhält, das alles als unbedenklich einzustufen und stattdessen Phantome zu jagen.
Als es noch einen echten Kalten Krieg gab, ging es um die Sicherung der jeweiligen Territorien; der Westen war nicht geneigt, seine Handelswege und Absatzmärkte an das Sowjet-Imperium abzugeben. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verleibten sich die fast ausschließlich westlichen Großkonzerne den Rest der Welt ein. Angesichts der Gegenwehr eines russischen Konglomerats aus ähnlich entschlossenen Militärs, Milliardären und Funktionären werden nunmehr die Stahlhandschuhe ausgepackt, um die letzten Ressourcen und Märkte zu kontrollieren. Eine völlig offensichtliche Entwicklung, über die deutsche Journailliker offenbar nicht sprechen dürfen. Die Wahrheit ist gestorben. Der Krieg hat begonnen.

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kunstlyriklamauk1 Comment 13. Mai 2014 19:40
“Yes, we can”, das heißt so etwas wie “Wir können Ja”. Amen können wir auch. Wir können auch Mathematik, und wenn Duweißtschonwer sagt, das zwei plus zwei fünf ist, dann ist es fünf. Wenn Drohnen aus Deutschland geflogen werden, dann werden sie aus den USA geflogen. Schon allein, weil sie von dort befehligt werden. Geht uns nichts an. Können sie machen, wie sie wollen. Gesteuert werden sie auch aus den USA. Selbst wenn sie aus Deutschland gesteuert werden, denn das ist Internet, und wer ist das Internet? Seht ihr! Wenn also, um das zum Abschluss zu bringen und die Akte dem Staub zu übergeben, nicht der Befehl, die Ausführung und das Objekt aus Deutschland kommen, dann ist das nicht unser Bier. Außerdem ist das eh alles US-Territorium, auch wenn es innerhalb der Grenzen Deutschlands liegt.
Völkerrechtlich is das alles astrein, denn Menschen aufgrund ihrer Kontakte zu töten, ist Friedensdienst. Ausgezeichneter sogar, denn der Befehl zur Friedenssicherung durch Fernfeuerung kommt vom Nobelpreisträger höchstselbst. Krieg ist Frieden. Angriffskriege sind nicht strafbar. Die Vorbereitung schon, aber nicht der Krieg selbst. Wenn und insofern also der Feind und seine Familien unvorbereitet getroffen werden, dann ist das in Ordnung. Sollten sich dennoch Vorbereitungen nachweisen lassen, muss man das Ganze noch einmal nachjustizieren, denn es kommt immer darauf an, wer handelt. Wir sind die Guten.
Vertrauen, Freundschaft, Liebe
Deshalb sind “Kriegslisten” eben auch gut. Heimtücke, iwo! Die bösen sind heimtückisch, wir sind einfach clever. Niemand macht sich die Hände schmutzig, keiner ist zuständig. Wer sich mit Terroristen abgibt, muss sich seiner Eigenverantwortung stellen. Wer mit Leuten verwandt oder bekannt ist, die sich ihrer Eigenverantwortung stellen müssen, ist bedauerlich. Kollateral. Hobelspan quasi. Von oben sehen die Feinde sowieso immer aus wie Ameisen. Gelten für Ameisen die Genfer Konventionen? Liegt Genf nicht in der Schweiz und ist damit gar kein Teil der NATO?
Das klingt alles ein wenig hölzern oder gestanzt? Nein, das klingt dumm, primitiv und dreist. Das klingt wie das Gefasel des Schulbullys, der seine zwei Synapsen gerade zu der Erklärung abkommandiert hat, warum sein Opfer eigentlich der Täter sei. Das klingt wie das Geschwätz des Idioten mit den brutalen Fäusten, der die aktuell gültige Auslegung der Regeln verkündet. Das klingt nach der unmotivierten verlogenen Rechtfertigung der Gewaltherrschaft. Jener Art von Rechtfertigung, die selbst bloß Folter ist, der Fußtritt nach dem Fußtritt, der den Unterlegenen deutlich macht, dass es kein Entrinnen gibt. Dass Ethik Pause hat. Moral kommt als verbaler Bauschaum daher, der die Lücke dicht macht, wo Recht und Anstand amputiert wurden. Eine Aufgabe, der sich willfährige Juristen schon immer mit Leidenschaft gewidmet haben.

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