
Der Screenshot im letzten Artikel, aus 2005, ist ein guter Anlass für einen näheren Rückblick zum Jubiloim. Es ist ein Kommentar zu einem Interview mit Norbert Röttgen (btw: die Halbwertszeit seine Versagens scheint um zu sein, ich sah ihn neulich über eine Mattscheibe huschen) und Heiner Geißler. Den letzten Satz hatte ich bereits einmal aufgewärmt, um deutlich zu machen, dass ich das heute völlig anders sehe. Hier das Zitat aus der Passage davor:
”
“Entschuldigung, Heiner, dazu hat der Staat doch gar nicht das Recht. Er kann doch dem Eigentümer nicht sagen, er dürfe kein Interesse an der Rendite seines Unternehmens haben, weil er sonst ein Spekulant sei.”
Abgesehen von der rhetorischen Übung, das Augenmerk auf das Interesse des Spekulanten zu richten, obwohl es um die Wirkung seines Handelns geht, zeigt sich hier klar, wie Ökonomismus funktioniert: Dem “Staat” wird ein Recht abgesprochen, während der “Eigentümer” geschützt werden muß. Diese Umkehrung der Sozialbindung des Eigentums geistert unter dem (falschen) begriff “Neoliberalismus” durch die Debatten. Dazu gehört selbstverständlich, daß “staatliche Eingriffe in die Wirtschaft” böse, falsch und fatal seien.
Wer aber soll die Menschen vor den katastrophalen Entscheidungen der Verwalter von Geldlawinen schützen, wenn nicht der Gesetzgeber?
”
Diese Auswüchse
Das Modell ist das der sozialdemokratischen bzw. keynesianischen Glaubensgemeinschaft: Der Staat sorgt für die soziale Marktwirtschaft®, indem er die ‘Auswüchse’ verbietet. Da oben werfe ich Röttgen vor, abzulenken, indem er eben so tut, als sei das Profitinteresse von Unternehmern dasselbe wie Ausbeutung, das Ausbluten der Staaten und die Konzentration riesiger Gewinne und Vermögen.
Tja, Röttgen hatte recht, auch wenn er das nie zugäbe. Es ist nämlich dasselbe: Kapitalismus. Nachdrückliche Eingriffe des Staates gegen Profitinteressen sind dasselbe wie Eingriffe, die das Entstehen großer Vermögen und Profite verhindern. Dass die sich in der Hand weniger großer Konzerne konzentrieren, ist ebenso logisch wie dass der Druck auf die Löhne Teil der unausweichlichen Krise ist, die Profite eben schwierig macht. Sowas kommt von sowas.
Selbst wenn der Staat wollte, wäre das u.a. an zwei Bedingungen geknüpft: Erstens müssten seine Organe im Zeitalter der Hyperreichen gegen Korruption immun sein. Das ist zumindest paradox. Zweitens müsste er die Mittel dazu haben und sie anwenden. Der Staat müsste auf jede missliebige Entwicklung der Wirtschaft lenkend reagieren, er wäre eine Art Wirtschaftsdiktatur mit Freiheiten, die jederzeit eingeschränkt werden könnten. Planungssicherheit wäre für Unternehmen unmöglich. Wozu dann überhaupt ‘Marktwirtschaft’?
Si tacuisses
Letztere hat sich aber noch nie solche Ketten anlegen lassen, denn sie ist eben nur ein Gewand des Kapitalismus, und der sprengt jede Grenze, das liegt in den Prinzipien, nach denen er funktioniert. Demgemäß ist das Peinlichste da oben das rührende Pochen auf eine “Sozialbindung des Eigentums”. Eigentum an Produktionsmitteln bedeutet, dass der Eigentümer sein Eigentum vermehrt oder verliert. Da der Staat dieses Eigentum aber garantiert, muss er schon politisch dafür sorgen, dass die Priorität auf die Vermehrung des Eigentums gelegt wird. In sehr guten Zeiten kann da auch etwas für Besitzlose abfallen. Ist das dann “Sozialbindung”?
Nein, im Gegenteil liegt es in der Struktur der Verhältnisse, dass es eine Eigentumsbindung der verfassten Gesellschaft, sprich: des Staates gibt. Die Behauptung, es könne den umgekehrten Fall geben, ist absurd. Eine nette Idee, aber eben logisch unmöglich, wo aus Geld mehr Geld gemacht werden muss.

September 29th, 2015 at 23:36
Dank @bernd_r fräse ich mich diese Tage durch Robert Kurz’ “Schwarzbuch Kapitalismus”. Gerade heute hatte ich das Kapitel über Thomas Hobbes beendet, der bei Kurz als doppelzüngiger Übeltäter wegkommt, der dem Absolutismus und dem Liberalismus gleichermaßen als Quelle diente.
Ohne diese Lektüre hätte ich zugegeben weniger Idee von dem, was in dem hiesigen Artikel stehen könnte.
Scheiße. Vor zehn Jahren dachte ich noch, ich hätte von ein paar Sachen echt Ahnung. Inzwischen – einige Bücher weiter – verspüre ich oft nur noch Ohnmacht.
Wird das eigentlich irgendwann wieder besser? Ich will meine Naturwissenschaft als Basis wieder zurück! Ihr seid schuld!!1!
September 30th, 2015 at 09:00
Weil es so schön zum Jubiläums-Thema passt: vor über 6 Jahren schrieb ich im ZG-Blog einen Artikel über ein neues Grundgesetz:
“Artikel 1 [Würde des Profites, des Kapitals und der Kapitalseigner]
(1) Die Würde des Eigentums ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Kapitalrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft.”
Das sollte damals noch Satire sein.
September 30th, 2015 at 09:20
@Rainer – laut Wittgenstein ist das alles ja ohnehin ‘unsagbar’. :p
September 30th, 2015 at 10:16
@ R@ainer Nr. 1
Na dann, viel Spaß – und nicht den Namen “Joachim Gauck” überlesen!
September 30th, 2015 at 11:07
Der war doch Mitautor des anderen Schwarzbuches.
Oder steh ich auf Leitung?
September 30th, 2015 at 11:10
Ach Leutz, ich wollte doch gar nicht vom Thema “Eigentum” ablenken. Einfach nicht beachten meinen doofen Kommentar ihr sollt.
September 30th, 2015 at 11:13
Lasst uns positiv kommunizieren: Eigentum ist Gerechtigkeit!
September 30th, 2015 at 11:27
Uns gehört doch schon der Staat. Was wollen wir noch? Etwa Mitsprache über den Einsatz der Mittel? Zeit für eine Runde provopoli.
September 30th, 2015 at 12:04
@flatter #7 – Eigentum ist Freiheit! Und da Freiheit bekanntlich das Höchste ist, müssen Gleichheit und Gerechtigkeit sich eben fügen. So leid uns das auch immer wieder tut…
September 30th, 2015 at 12:12
@Peinhart: Aus dir wird nie ein Werbetexter.
Der Nächste …
September 30th, 2015 at 12:21
Deshalb habe ich diesen Weg ja seinerzeit auch ausgeschlagen. Das wär ja eh nix geworden, wenn ich immer einen Disclaimer angehängt hätte… :p
September 30th, 2015 at 13:45
@7. flatter: Klar ist Eigentum Gerechtigkeit und Freiheit. Man sollte also deshalb jedem Menschen soviel Eigentum zur Verfügung stellen, dass er damit in Frieden leben kann. Ach, Du meinst Geld? Nö, Geld sollte man vorher erst abschaffen – evt. mit einem bedingungslosen Grundeinkommen in der Übergangszeit. Als Direktmaßnahmekönnte man heute schon mal alles Eigentum über 10 Mio. € in Gemeinnutz überführen. Mit ausschließlich eigener Arbeit kann man im gesamten Leben vielleicht 1,5 -2 Mio. machen. Es sollte den Betreffenden also nicht sonderlich weh tun.
September 30th, 2015 at 13:49
Das sagst du. Frag mal die Reichen, wie die sch fühlen, wenn die ihre zwölf schönsten Schlösser, Inseln und Wälder abgeben müssen, das ist für die schlimmer als Kreuzigen.
September 30th, 2015 at 14:05
@ninjaturkey(12) – Wer ist denn so ‘großmütig’, daß er weiß, wieviel jeder Mensch so braucht, daß er glücklich ist? Wem gestehst Du das zu?
September 30th, 2015 at 14:07
@ninjaturkey #12: Bis vor paar Jahren war fast jeder Italiener jeden Monat Millionär ;)
@flatter: Rendite hat doch nix mit Schlösser, Inseln und Wälder zu schaffen
September 30th, 2015 at 15:28
OT/2: Mal wieder ein Konicz: Die Nation in der Krise
Okay, dann doch lieber ein Beauty-Blog …
p.s.: Eigentum ist Menschenrecht lt. Artikel 17 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.
September 30th, 2015 at 16:10
OT: Das musste mal gesagt werden: Axel Springer sieht Journalismus nur als Vehikel für Werbung
[..] “Das Kerngeschäft der Klägerin ist die Vermarktung von Werbung. Journalistische Inhalte sind das Vehikel, um die Aufmerksamkeit des Publikums für die werblichen Inhalte zu erreichen.” [..]
September 30th, 2015 at 17:32
Naja, vielleicht bekommen wir die “Echte soziale Marktwirtschaft” wieder, wenn das Volk bei Laune gehalten werden muss, wie z.B. bei einem neuen kalte Kriege in Front mit dem Reich des Pösen. >:)
Ansonsten ist schon klar das soziale Regularien, die den ihren Namen verdienen, überhaupt nicht kompatibel sind zu dem, was gemeinhin als Globalisierung bezeichnet wird. Darum wird dieser “soziale Ballast”, so sehen es wohl die Verantwortlichen, ja bei TTIP, CETA&Co. mit Sicherheit noch weiter geschliffen werden.
Beste Grüße
September 30th, 2015 at 17:38
Ich fürchte, das hast du gobal missverstanden. Die Profitraten lassen es schlicht nicht zu, das Volk bei Laune zu halten. Arbeit lässt sich nicht mehr in ausreichendem Maß ausbeuten, um das vorhandene Kapital zu vermehren. Zu viel Kapital, zu wenig Arbeit, zu wenig solvente Kunden, zu wenig Schuldner. Rien ne vas plus; da ist Wichstum eben nur noch nach innen, auf Kosten anderer möglich.
(Echokammer?)
September 30th, 2015 at 17:57
@flatter
Meine Gedanken schweiften in diese Richtung: Wie die soziale Marktwirtschaft den Kalten Krieg gewann und damit überflüssig wurde
Ganz subjektiv habe ich auch den Eindruck, dass der ganze Unbill in seiner vollkommen unerträglichen Form erst ab 1990 so Richtig Fahrt aufnahm. Für mich ist dies kein Zufall, dass da auch die udssr zeitgleich zusammenbrach.
Mein Ergo: Wenn man den Pöbel unbedingt braucht um seine Interessen zu schützen, gibt man diesem auch ein wenig ab vom Profit.
Beste Grüße
September 30th, 2015 at 18:29
Stimmt aber ganz und gar nicht. Entscheidend waren (wie immer) die Profitraten, die Mitte der 70er in einen steilen Sinkflug gingen. In der Folge wurden in Westeuropa die (unrentabel gewordenen) Zechen geschlossen, Gewerkschaften systematisch geschwächt, “rationalisiert”, Löhne gesenkt, der ganze Klumpatsch. Das Lambsdorff-Papier ist von 1982, da hatten Reagan und Thatcher bereits gezeigt, wie es geht.
edith: Ich habe mir das noch einmal angeschaut; da sieht es offebar so aus, dass die Profitraten von 1950-1965 stark gestiegen sind und der Folgedekade schon stark abgerutscht sind; seitdem geht das Ganze in eine Art Flatline auf niedrigem Niveau über. Trotz aller technologischen Fortschritte und der Expansion in globale Exportmärkte hat sich das nie mehr erholt. In den 70ern gab es zudem die Ölkrisen und einen steilen Anstieg der Arbeitslosenzahlen, mithin ‘gute Argumente’ für ein Gegensteuern im Sinne der Profitraten. Der Druck blieb aber, da war das Ende des Kalten Krieges für weitere Grausamkeiten wilkommen. Wenn man jetzt nach dem Grund für das Timing schielt, fragt sich, warum wir zur Jahrtausendwende die nächste Welle der Maßnahmen haben (New Labour, Hartz, Deregulierungen, Euroeinführung) – die ja dennoch die kurz daruf folgenden heftigen Krisensymptome nicht verhindern konnten.
September 30th, 2015 at 19:59
@flatter
GB unter Thatcher war kein direkter Frontstaat im kalten Kriege, und war auch nicht geteilt wie Teutschland, wo jeder der beiden teutschen Teil- Staaten auf seine Weise seinen BürgerInnen klar machen musste, dass sie im besseren der beiden möglichen Systeme lebten. Ohne diese fragwürdige Legitimation und Abgrenzung der Systeme, wäre keine Front möglich gewesen, und auch durfte z.B. in Westdeutschland bis 1989 trotz teilweise hoher Arbeitslosigkeit kein immenser sozialer Abstieg der Betroffenen erfolgen, weil sich damit die gelobte soziale Marktwirtschaft selbst in Frage gestellt hätte. Später wurde alles anders, und für mich ist es kein Zufall, dass dies zeitlich mit dem Fall des Ostblock zusammenfällt.
Beste Grüße
Nachtrag im Kontext: Die Waage e.V., “Meinungsverschiedenheiten zwischen Fritz und Otto” (1957)
September 30th, 2015 at 20:01
[Opener] “Das Modell ist das der sozialdemokratischen bzw. keynesianischen Glaubensgemeinschaft: Der Staat sorgt für die soziale Marktwirtschaft®, indem er die ‘Auswüchse’ verbietet.
Da oben werfe ich Röttgen vor, abzulenken, indem er eben so tut, als sei das Profitinteresse von Unternehmern dasselbe wie Ausbeutung, das Ausbluten der Staaten und die Konzentration riesiger Gewinne und Vermögen. Tja, Röttgen hatte recht, auch wenn er das nie zugäbe. Es ist nämlich dasselbe: Kapitalismus. …
Selbst wenn der Staat wollte, wäre das u.a. an zwei Bedingungen geknüpft: Erstens müssten seine Organe im Zeitalter der Hyperreichen gegen Korruption immun sein. Das ist zumindest paradox. Zweitens müsste er die Mittel dazu haben und sie anwenden. Der Staat müsste auf jede missliebige Entwicklung der Wirtschaft lenkend reagieren, er wäre eine Art Wirtschaftsdiktatur mit Freiheiten, die jederzeit eingeschränkt werden könnten. Planungssicherheit wäre für Unternehmen unmöglich. Wozu dann überhaupt ‘Marktwirtschaft’?”
Weil ‘uns’ immer noch nichts anderes einfällt :P
Ich mein’ die Variante, die sich die Marktwirtschaft dann auch geklemmt hat, gab’s ja nun auch schon…
September 30th, 2015 at 20:07
@Heldentasse: Ich habe in #21 schon die Meinung geäußert, dass 1989 eben gar nichts passiert ist, sondern vielmehr 1982 und um die Jahrtausendwende. Wäre nett, wenn du auf Argumente eingingest.
September 30th, 2015 at 20:11
@Heldentasse(22)
“Später wurde alles anders, und für mich ist es kein Zufall, dass dies zeitlich mit dem Fall des Ostblock zusammenfällt.”
Damit fielen dann auch die letzten Reste von Surplus-Verdiensten (Extra-Profite) erstmal w wie wech.
Wir auf der anderen Elbseite waren nicht nur das Schreckgespenst, was wir unbestritten bestimmt waren, wir waren für ‘Euch’ das spätere China.
So blöd es klingt, der Fall des Ostblocks hat ‘Dir’ sogar noch Luft verschafft, so kam die richtige Sch… öne Seite des Kapitalismus erst so um die Jahrtausendwende. In Ostelbien war von Anfang an gleich nur harte Kante.
Btw. hier wurden von dem einen auf den anderen Tag 300.000 Bergleute nach Hause geschickt, wenn ich recht erinnere – da gab’s und gibt’s bis heute keinen Kohlepfennig für.
September 30th, 2015 at 20:18
@ R@iner 16
danke für den Hinweis auf Konicz.
Empfehlenswert sind auch die Kommentare dazu.
Ihren Glauben an die Nation wollen sie sich von so einem wie dem Konicz doch nicht versauen lassen.
September 30th, 2015 at 20:19
@flatter
Bis Ende des Jahrtausend alles klaro im teutschen Sozialstaat bis auf das Pamphlet des Grafen? IMO ganz im Gegenteil, da fand der wohl größte Raubzug aller Zeiten auf Kosten der Sozialkassen statt:
Nicht nur die politischen Parteien und die westdeutschen Konzerne steckten ab 1989/1990 ihre Claims in Ostdeutschland ab, auch die westdeutschen Sozialversicherungsträger „erstreckten ihre Zuständigkeit“ auf das „Beitrittsgebiet“, wie es im Einigungsvertrag hieß. Seitdem bedienten sie nicht nur die Ansprüche ihrer bisherigen Mitglieder, sondern darüber hinaus auch die laufenden Sozialleistungsansprüche der ehemaligen DDR-Bürger. Überwiegend waren es Bestandslasten, die aus Versicherungsfällen zu DDR-Zeiten herrührten, und der genaue Umfang dieser Lasten ist bis heute unbekannt, weil er in keiner Statistik je ausgewiesen worden wäre. Diese (aus westlicher Sicht nicht zufällig etwas lästig klingend so genannten) „Altlasten Ost“ oder „DDR-Altlasten“ mußten mit Transfers aus dem Westen erbracht werden. Bundeskanzler Helmut Kohl setzte sich damals gegen den Sozialminister Norbert Blüm durch und sorgte persönlich dafür, daß diese Lasten aus Sozialversicherungsbeiträgen aufzubringen waren. Man war sich damals auch unter Juristen darüber einig, daß es keinen Rechtsgrund gebe, aus dem heraus die Sozialversicherungsträger für diese Lasten einen Ausgleich aus Steuermitteln hätten verlangen können. Erst heute ist man sich weitgehend darüber einig, daß der Verzicht auf einen solchen Ausgleich und die faktische Finanzierung eines beträchtlichen Teils der deutschen Vereinigung über Sozialversicherungsbeiträge zu erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen geführt hat, die bis in die Gegenwart fortwirken. Franz-Xaver Kaufmann hatte schon 1997 darauf hingewiesen, daß ein Gutteil der darauffolgenden sozialpolitischen Diskussion in Deutschland sich letztlich um die Verteilung der vereinigungsbedingten Lasten gedreht habe.
Aus Die soziale Mauer
Beste Grüße
September 30th, 2015 at 20:23
Was hat das bitte mit dem Thema “soziale Marktwirtschaft” und der Beteiligung der Lohnabhängigen am ‘Wachstum’ sowie neoliberalen ‘Reformen’ zu tun?
September 30th, 2015 at 20:23
@Wat. #25
Da stimme ich Dir voll und ganz zu!
Beste Grüße
September 30th, 2015 at 20:24
Daß die Sozialkassen die Renten der Ostler finanzieren, da stimme ich @Heldentasse zu, ist eine Unverschämtheit!
Wenn Staat beschließt, daß die Rentner aus dem Osten so oder so oder anders bezahlt werden, als das, was sie in ihre Kassen eingezahlt und an den ‘Westen’ überführt haben, dann soll das gefälligst auch Staat aufbringen.
Im Prinzip war das nur eine weitere Variante, wie Sozialkassen mit und durch Staat geplündert werden.
Kassenfremde Leistungen eben mal wieder…
@flatter: Was es damit zu tun hat? Die Lohnabhängigen haben von ihrem in die Sozialkassen eingezahlten Lohn bezahlt und zahlen noch. Nicht der Staat, der damit die Unternehmer gerade nicht belastet(e). Denn wo hätte er sonst das Geld besser und für die Renditen ‘kostenneutraler’ hergekriegt.
September 30th, 2015 at 20:30
@flatter #28
Bitte korrigiere mich,aber einer der vielen Fragen ist doch die, gab es je eine soziale Marktwirtschaft die den Kapitalismus zügelte bzw. zügeln konnte?! Und ich denke solange die beiden Systeme in starker Konkurrenz standen, gab es m.E. partiell und zwangsläufig, alleine schon um die West- Teutschen bei Laune zu halten, so etwas wie soziale Eingriffe des Staates in den “freien” Markt.
Beste Grüße
September 30th, 2015 at 20:36
Nein @Heldentasse, da widerspreche auch ich. Entweder ein Unternehmen besteht in der Konkurrenz oder nicht.
Mehr raushauen, das können ‘die’ nur, wenn sie auf die Gesamtprofite gesehen Extra-Profite machen und immer noch die Konkurrenz bestehen, ansonsten ist da keine Luft.
Mildtätigkeit kann sich da ‘niemand’ leisten, nicht weil er nicht wollen würde, weil er nicht kann.
September 30th, 2015 at 20:37
@ Heldentasse (31): Das ist deine These, der ich da oben widerspreche.
September 30th, 2015 at 20:44
@Wat. #32
Ich lasse mich “gerne” Überzeugen, aber noch glaube ich nicht daran das nicht alles und jedes in der Politik und Gesellschaft von Profiten bestimmt wird. Wenn dem doch so wäre, könnten wir ja gleich einpacken, denn kein Wandel zum Besseren wäre denkbar.
Beste Grüße
September 30th, 2015 at 20:49
Ist es hier nicht, aber einpacken mußt Du darum mE trotzdem nicht.
September 30th, 2015 at 20:53
@Heldentasse(34): Ergo: Was nicht sein kann, das nicht sein darf.
Es kann doch nicht so schwer zu sein zu verstehen, dass ein Kapitalismus ohne Profite unmittelbar zum Kollaps führt. Ein Unternemen, das keine Profite macht, ist pleite. Wo es keine Profite gibt, wird im Kapitalismus nicht gearbeitet (außer beim bösen Staat, der dafür aber Steuern einnehmen muss, die von profitablen Unternehmen, am Ende also aus Arbeit kommen).
September 30th, 2015 at 20:58
Kollaps des Staates, Kapitalismus kollabiert so schnell nicht.
September 30th, 2015 at 21:00
@Heldentasse, ganz allgemein, Geld/Kapital, denn Geld kannst du nur als Kapital denken, ist sicher ne menschengemachte Sache. Aber es folgt nicht menschengemachten Regeln, sondern der ihm innewohnenden Logik. Die ist einerseits, sagt Mr. Spock, der Beginn aller Vernunft, andererseits ist logik Zwang (der stumme Zwang der Verhältnisse – Marx), der Prozess muss so verlaufen. Mensch ist nur der Exekutor, es sei denn… siehe Mr. Spock, Mensch erkennt die Logik und greift ein und beendet den Spuk.
@Wat, wat wäre denn passiert wenn nur die DM wie der Teuro heuer in EU in der DDR ohne begleitende Gesetztgebung eingeführt worden wäre?…Richtig, spätestens am 1. 9.1990 hätte die NVA den Spuk beendet…
die a Taste hängt, einfch dazu denken wenns ma fehlt…
September 30th, 2015 at 21:08
Die NVA hätte es vielleicht nicht mal gebraucht. Der Dicke hatte ein unglaubliches Gefühl für Zeitfenster…
September 30th, 2015 at 21:23
@Wat.(37): Kollaps der regionalen Ökonomie, wäre meine Forulierung. Siehe Südeuropa.
September 30th, 2015 at 21:25
Territorial mag das vielleicht stimmen, es zieht aber Staatsbankrotte nach sich…
September 30th, 2015 at 21:33
@Wat: Der Dicke wie du schreibst hat dahin meinen Respeckt dass er die Löhnung der ler letzten Repartionszahlungen verweigert hat. Sonst nicht. Egal.
Was den Kap. angeht, der hat das was ich grad bin, völlig fertig. Wie`s Flatter oben schrieb: zuviel Kapital, zu wenig Arbeit. Da is nix mehr, nix profitebles. In was soll Kapital noch investieren ,in was???
September 30th, 2015 at 21:49
Die Welt ist ein bisken größer als DE oder EU @langlode(44)
Großkapital geht endgültig raus, Staat verkündet Staatsbankrott, … im Kopf ist immer noch das gleiche (Produktivkräftestand) und mit nen bisken Pech aber Logik beginnen die ‘Tauschereien’ von vorn.
Um was anderes als Warenwirtschaft zu machen, hängen ‘wir’ gedanklich viel zu sehr in ihr fest.
Und solange der Glaube an einen (egal welchen) Staat fest sitzt, gibt’s mE keinen wirklichen Ausweg.
Aber woher soll etwas anderes als dieser kommen?
Ich mein ja vorsichtig erstmal nur den Gedanken.
Kommunistische Ansätze sind traditionell fest mit einem zu schaffenden Staat verbunden, Anarchistische fest mit dem Tausch…
Bleibe ich blöder mißratener Kommu… der von überall nur Keile kriegt. Is’n büschen wenig für anderes. ;)
Hat aber was gutes – ist gleich aus zwei Richtungen hier keine Echokammer (Danke fefe und Danke @ninjaturkey an die Erinnerung dieser schönen ‘Wortschöpfung’)
September 30th, 2015 at 21:59
@Wat, wir tun tun morgen weiter. Mo. Vorbereitung, Di, Mi 4 Kubik Beton im Dreiseitenkipper, ich habe fertig…
Jetzt gibts noch ne Folge EKVH, dann muzeln…
Have a goog night, have a good day…
September 30th, 2015 at 22:03
Dito Langer – bieg Dein Kreuz halbwegs grade, falls das noch geht ;)
Schlaf schön, ich muß auch um 4 wieder raus…
September 30th, 2015 at 22:24
@flatter: Die Reagan-’Variante’ hat m.E. wenig mit der Profit- resp. (was nur deren ‘anderer’ Ausdruck, und daher im Osten preferiert wurde) Akkumulationsrate zu tun. Vorausgegangen war der Vietnamkrieg, und den hatten die Amis ‘auf Pump’ finanziert, deswegen wurde bspw. in letzter Konsequenz Bretton Woods gecancelt, d.h. die fixen Wechselkurse und Goldbindung der Leitwährung aufgegeben. Das hatte zweierlei zur Folge: 1) Geld konnte drucken, wer die militärischen Mittel hatte, sich irgendein von allen gebrauchtes materielles Ding unter den Nagel zu reißen, um den ‘Rest’ der Welt damit zu erpressen, 2) Solange es keinen Crash der Leitwährung gibt, kann das System ewig funktionieren, weil die ökonomisch/militärisch Überlegenen einen Markt ggf ‘stimmulieren’, d.h. simulieren können.
Den Crash des Ostens kann man auf zweierlei Art sehen: 1) quasi ‘systemimmanent’ als Bestätigung der Luxemburg-These, wonach das Kapital solange akkumulieren kann, wie es Gegenden findet, die es noch nicht unterworfen hat (die These ist allerdings umstritten); 2) weil der Osten mit der Akkumulation dem Westen hinterher hinkte (m.E. aus politisch/empathischen Gründen), wurde der Laden von Teilen der ‘Eliten’ aufgegeben (mir hat vor Jahren mal ein zum Immobilienhai ‘aufgestiegener’ früherer Bauingenieur gesagt, die DDR sei zu Grunde gegangen, weil Arbeiter da mehr verdienen konnten als Ingenieure, und sowas dürfe es einfach nicht geben).
September 30th, 2015 at 22:38
Zu den Reaganomics: Da ist was dran, aber in den 80ern war eben global Flaute und vor allem wurde die SU ökonomisch aus dem Rüstungswettbewerb gekauft – die konnten nicht so schön weltweit Ressourcen dazu einbinden, da wurden drei Fliegen mit einer Klappe gehauen. Dass Thatcher drauf ansprang, war die dritte Fliege – den anstehenden Klassenkampf im Handstreich gewinnen.
Der Crash des Ostens interssiert mich in dem Zusammenhang nur, wofern er mit dem Fortgang des Kap. zu tun hat. Tatsächlich spielen beim “Crash” Details wie Gorbatschows Wodkaverbot eine Rolle. Ich muss mal nen Opener dazu machen, das ist eine völlig verrückte historische Situation gewesen, ein einziges Unglück.
Langlode sagt’s ja in #44, objektiv ist das das Problem, wie ich hier echokammere: Trotz der technischen Revolution, trotz der Gelddruckmaschine, trotz der ‘Zockerbuden’ kann das System Kapital nicht so schnell binden wie es akkumuliert i.e. konzentriert wird. Gerade die Kapitalisierung des Ostens hätte doch einen Schub geben müssen, aber wie lange hat der die Krise aufhalten können?!
September 30th, 2015 at 22:39
@Heldentasse – Natürlich hat der Untergang des Resozismus der neoliberalen Ideologie noch einmal so richtig Auftrieb gegeben, aber nur als verstärkender Faktor, nicht als ursächlicher. Der liegt mE genau da, wo auch @flatter ihn verortet, beim Niedergang der Profitraten ab etwa 1970. Und das ist nicht nur der Grund für den Abbau der ‘sozialen Marktwirtschaft’, des ‘Wohlfahrtsstaates’ gewesen, sondern auch ursächlich für den Untergang des Resozismus.
Du kannst den ganzen Ostblock meinetwegen als eine Art Riesengenossenschaft betrachten, die aber nach wie vor in einem kapitalistischen Weltmarkt agierte, mit dem sie sich austauschte und auch austauschen musste. Nur war diese Genossenschaft, nicht zuletzt auch wegen der von ihr gewährten ‘Wohlfahrt’, eben längst nicht so ‘effizient’ organisiert wie kapitalistischen Konzerne, mit denen sie dort in Konkurrenz treten musste, zudem wurde sie über Sanktionen und Boykotte – Cocom-Liste etc – auch noch vom Produktivitätsfortschritt ‘des Westens’ so gut es ging abgekoppelt.
Und dieser ‘Ostbetrieb’ ist so schlicht das erste und bislang prominenteste Opfer dieser kapitalistischen Außenkonkurrenz geworden, es hat ihn aus den gleichen Gründen ‘gerissen’ wie im Westen parallel dazu eben auch schon der Abbau der Wohltaten begonnen hatte, vielleicht noch etwas zögerlicher im ‘Frontstaat’ BRD, eben wegen der noch bestehenden ‘Systemkonkurrenz’, aber begonnen hatte er eben definitiv auch schon. Zwei Ereignisse mit letztlich einer gemeinsamen Ursache.
September 30th, 2015 at 22:56
@ Heldentasse
ich sehe das ähnlich wie Du!
Wenn die Probleme schwächelnder Profitraten bereits vorher bestanden haben, so ist das zunächst einmal nur ein Hinweis darauf, dass das Kapital gezwungen ist, die Grenzen seiner Verwertung aufzuheben.
Und die waren durch den sog. Ostblock erst einmal gesetzt und haben ihm im Systemvergleich Schranken auferlegt, die er bestimmt gerne eingerissen hätte.
Mit dem Zusammenbruch des Realsozialismus (der keiner war, weil er sich selbst so genannt hat -Thomas Ebermann-)sah sich das Kapital auch von den Beschränkungen seiner Kapitalverwertung befreit.
Und diese Beschränkung ist , mit Blick auf das variable Kapital, wenn die Profitraten schwächeln um so mehr , der Lohn und seine Bestandteile, die für die Reproduktion der Ware Arbeitskraft aufgewendet werden müssen.
Hier insbesondere die sog. Lohnnebenkosten (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlte Urlaubstage, Feiertage, Pausenzeiten, Krankenkassenbeiträge, Beiträge zur Sozialversicherung und weiteren Sozialklimbim).
Also ich sehe da durchaus einen Zusammenhang.
Ich würde auch nicht behaupten wollen, dass sich die deutsche Dominanz in Europa und das ökonomische Schwergewicht auch ohne die Wiedervereinigung so entwickelt hätten.
Gruss Troptard
September 30th, 2015 at 23:24
Zu Gorbatschow fällt mir ein Agentenschinken (glaube aus den frühen 2000ern) ein. Da sagt ein Russe zu einem aus dem Westen so ungefähr, die Geschichte der SU sei die Geschichte des Kampfes zwischen Partei und Geheimdienst, und am Ende habe der Geheimdienst gewonnen. Aus der Perspektive von Hollywood-geprägten Filmemachern mag das so erscheinen. Allerdings gab es wohl tatsächlich schon in den frühen 80ern Leute, die sich fragten, wer den Gorbatschow, der vorher irgend ein unbekannter Landwirtschaftsbeamter war, quasi aus dem Hut zauberte.
Gut möglich auch, dass die SU sich mit der Afghanistan-Geschichte ökonomisch übernommen hatte, insofern als bspw. das Kreditwesen im Osten auf anderer Basis funktionierte und einen anderen Zweck hatte (alle Ausgaben für Produktion waren formal Kredit, dafür gehörten alle Einnahmen dem Staatshaushalt).
Was den Fortgang angeht, würde ich sagen, es gibt offenbar zuhauf politische Gründe, gerade in der jetzigen Situation den Markt nicht zu ‘bereinigen’, nur verfolgen all diese politischen Kaspereien bloß den einen Zweck, die Leute quasi ‘bei der Stange’ zu halten. Die Herrschaften in den Zentralen wissen offenbar ziemlich genau, dass sie Staatsbankrotte in den Metropolen nicht überleben würden, wahrscheinlich noch nicht mal ein ‘zweites’ Cuba (und dabei darf man nicht vergessen, dass Castro & Co keineswegs als Kommunisten in den Kampf zogen, das wurden die erst hinterher, als außer der SU niemand ihnen beistand). Deswegen auch die Propagandamaschinerie, der quasi eine akademische Korruption vorausgeht.
Prinzipiell hat Wat. ja recht, es würde für den Anfang wohl auf eine Art (geplante) Warenwirtschaft rauslaufen (die Marxschen ‘Muttermale’ lassen grüßen), und die/der Revolte/Umsturz müsste sich wehren können, nicht nur wegen deines Einwands wg. Korruption. Wie das, wie gesagt für-den-Anfang, ohne ‘empathische Profis’ gehen sollte, wüsste ich nicht zu sagen …
Den Klassenkampf hatte die Sozialdemokratie m.E. allerspätestens in Godesberg ad acta gelegt, und das war ‘Mitten im Aufschwung’, aber kurz nach dem (deutschen) Kommunistenverbot. Andererseits hat das Kapital auch nirgends kampflos ‘Zugeständnisse’ gemacht. Insofern ist halt zu fragen, wieso Thatchers Handstreich gelingen konnte.
September 30th, 2015 at 23:34
Letzteres verstehe ich nicht. Thatcher hat die Gewerkschaften niedergerungen in dem Wissen, dass sie sprichwörtlich aushungern würden. Keine Zugeständnisse, null. Ich frage mich da, ob und warum es keine breitere Solidarität mit den Kumpels gab, die Bildungslücke muss ich mal schließen.
September 30th, 2015 at 23:46
@Peinhart: Der Produktivitätsfortschritt des Westens beruhte zu einem Gutteil auch auf direkter und indirekter Sklaverei in den Kolonien resp. deren ’3.-Welt’-Nachfolger. In ‘seiner Einflusszone’ hat die Riesengenossenschaft das genaue Gegenteil gemacht, und zwar keineswegs nur ‘Wohlfahrt’.
September 30th, 2015 at 23:55
@flatter #51: Das frage ich mich auch, gut zehn Jahre vorher hat es eine Annäherung zwischen Studenten und Gewerkschaften und spontanen Arbeitern gegeben, und de Gaulle war fast schon weg, und dies obwohl es noch halbweg ‘aufwärts’ ging.
[Edit] Die einzige Erklärung, die mir ‘spontan’ einfällt, aber nicht bewiesen ist, läuft darauf raus, das die Gewerkschaften uneins waren, und Teile der Führung so argumentierten wie heute die Gewerkschaften hierzulande, dass man Zugeständnisse resp. Kompromisse machen müsse, um Arbeitsplätze zu erhalten usw. usf. Kohl war da raffinierter und hat Budenzauber mit ABM etc. veranstaltet
Oktober 1st, 2015 at 01:15
Nothing is as simple as it seems: vor dem hintergrund geben die wiki-artikel – englisch und deutsch – als einstieg einen brauchbaren überblick auch über die ‘konflikte’ in der NUM und über den größeren zusammenhang, Thatchers wirtschafts- und antigewerkschaftspolitik:
UK miners’ strike (1984–85)
Britischer Bergarbeiterstreik 1984/1985
Und natürlich der hinweis auf David Peace, GB84
und dazu, lange nicht gehört: The Members – Sound Of The Suburbs
Oktober 1st, 2015 at 01:39
Du machst mich (mal wieder) schmunzeln oblomow – war grad am suchen nach geeigneter musikalischer Untermalung – nice one! :-)
Oktober 1st, 2015 at 10:57
@R@iner (1)
Willkommen im Club. Es gibt aber eine einfache Lösung: Gala abonnieren, RTL guggen – koi Koppschmerzze mehr, gell!
Oktober 1st, 2015 at 11:00
@oblomow # 54:
Der Hintergrund erklärt aber nicht die ausgebliebene Solidarität. Dass Regierungen Gestze erlassen, ist eben so, die Frage ist, warum die Betroffenen sich das gefallen lassen. Die naheliegende Frage ist doch, warum war die TUC nicht in der Lage, einen Generalstreik zu organisieren.
Meet the new boss, Same as the old boss (nimmt, wenn man’s will vorweg, was bei den Grünen ebenso passiert ist wie in den KP’s)
The Who – Won’t Get Fooled Again
Oktober 1st, 2015 at 11:30
Volle Zustimmung zu Samson, einschließlich der Musik ;-)
Den Wiki-Artikel kenne ich schon.
Oktober 1st, 2015 at 12:30
OT: Hat mal wer ne Mio? Wir haben uns hier gerade son schönes Rittergut mit reichlich Land ausgeguckt. Ich nähm’ euch auch alle mit ;-)
Oktober 1st, 2015 at 12:59
Nächste Chance: morgen abend…
Oktober 1st, 2015 at 13:00
Ich bin hier, bring das Zeug rein!
Oktober 1st, 2015 at 15:28
@flatter (51)
“Ich frage mich da, ob und warum es keine breitere Solidarität mit den Kumpels gab, [...]“ Weil es keine Solidarität gibt – außer temporär/taktisch bestimmt? Weil die Mehrheit der Menschen nicht weit genug voraus denkt (weil man gerne gutgläubig ist, damit man nicht denken muss)? Weil …?
Mir ist die scheinbare/tatsächliche Abweisenheit von Vernunft und Logik jeden Tag auf’s Neue ein Rätsel. Das geht los mit Alltagsdingen … und hört nie auf (und iss wohl auch subjektiv?).
Oktober 1st, 2015 at 15:40
@Samson (50)
“Wie das, wie gesagt für-den-Anfang, ohne ‘empathische Profis’ gehen sollte, wüsste ich nicht zu sagen …” Mein reden seit ’33: Die Transitionsphase! Vermutlich wird’s gar nich soweit kommen, die Utopie bleibt beim Versuch der Abwicklung des Alten schon im Morast des menschlichen Wesens stecken. Sry, mein Menschenbild iss bekannt, ich komm’ nich davon weg.
Oktober 1st, 2015 at 16:52
@Samson(50)
Nett, daß ich mal wieder “prinzipiell recht” habe. Nutzt nur nix, wenn sich dann an der gedachten ‘Vorgehensweise’ nichts ändert bzw. wenigstens mal gesucht wird, ob da nicht doch eine andere wäre ;)
“Wie das, wie gesagt für-den-Anfang, ohne ‘empathische Profis’ gehen sollte, wüsste ich nicht zu sagen…”
‘Empathischer Profi’ ist da ein Widerspruch.
Wenn Du ‘richtig’ empathisch bist, kannste das notwendige nicht durchsetzen und wenn Du Profi bist, kannste keine Rücksicht auf empathischen Firlefanz nehmen.
Sorry für die Formulierung, aber so meint es das, was ich ausdrücken möchte.
Es gibt auch auf der anderen ‘Schreibtisch’-Seite eine Ohnmacht…, ich kenne sie schon.
‘Zwischen zwei Stühlen sitzen’, dat is’ nich. Hop oder top.
Das lassen ‘sie’ Dir mit ‘nem Jugendbonus vielleicht noch durchgehen…
… haben/ kriegen wir hier alle nicht mehr :P
‘Du’ verheizt damit die letzten ‘Guten’. Die Guten auf der Seite der ‘Sache’ und die Guten, die Linken doch noch einmal vertrauen woll(t)en.
Ich bin in dem, was ich schreibe, bestimmt nicht immer besonders geschickt, trotzdem ist es nicht nur dahergesagt. Ich weiß, wovon ich rede!!1!
Oktober 1st, 2015 at 17:15
@Vogel: Dein Menschenbild ist mir zu inkonsistent. 1) hab ich jeden Tag zuviel mit ‘Funktionsträgern’ oder solchen, die sich dafür halten, zu tun um nicht zu wissen, dass die ‘hinter der Fassade’ auch nur in Ruhe gelassen werden wollen. 2) brauchts für Logik weder Altruismus noch Philantropie. Es ist ja auch nicht gleich Hedonist, wer mal mehr frisst als er ‘eigentlich’ benötigt.
Für ’33 ff. gibts m.E. durchaus rationale ‘systemimmanennte’ Erklärungen.
3) werde ich mit bischen Glück demnächst Opa, und seh die Kleine mit noch mehr Glück aufwachsen. Schlösse ich mich dir an, müsste ich zum Suizid raten …
@flatter: was hältst du von der Gründung einer Bad Bank ;)
Oktober 1st, 2015 at 17:23
@Wat. – ganz kurz, vielleicht später mehr: gemeint ist jetzt und ein Revival von ‘Berufsrevolutionär’ i.d.S. von Lenin (ich weiß, dass der als Theoretiker/Ökonom wenig taugt), Castro/Che (waren anfangs nichtmal Kommunisten), Allende (war ‘empathischer’ Arzt), Chavez (empathischer Militär mit Hang zu Trotzki); jedenfalls alle besser als Pappnasen wie Varoufakis, der allen Ernstes den Kapitalismus ‘retten’ will.
Was daraus sich entwickeln könnte hängt ohnehin von den Beteiligten ab, und wie der Laden sich verteidigen kann.
[Edit] Das zwischen den Stühlen sitzen hat m.E. wenig mit Empathie zu tun, gehört eher in die Rubrik ‘Verteidigung’; muss ja nicht gleich Erschießungskommando sein, politisch ‘unschädlich’ machen reicht ja ;)
Oktober 1st, 2015 at 17:35
Ich frag mich ‘einfach’, ob es nicht vorher was gibt, daß das ‘leichter’ ist.
Peinhart schreibt hier ‘rauf und runter’, daß mit Mehrwert nicht mehr soviel zu machen ist, weiß die Wertproduktion ‘krampft’. Marx schrieb, daß auch der (Feudal-)Staat immer wieder anderes (also Bürger auf dem ‘aufsteigenden Ast) eingefangen hat, bis er sie nicht mehr einfangen konnte. Ich sehe hier mit Peinhart und auch mit Dir zusammen, daß wichtige Sachen der Reproduktion ‘outgesourced’ wurden und sind, auf die sich Staat zwar parasitär draufsetzt, die aber eben ohne ihn gemacht werden/ angefangen wurden/ neu entstehen. In Hamburg zb. macht die Freie (oder freiwillige) Fabrik ‘Flüchtlingsempfang’ der besonderen Art, ohne Staats-, Partei, was weiß der Fuchs-Auftrag…
Es gibt also Möglichkeiten Menschen zu verbinden, ohne daß dabei auch nur ein einziges Äquivalent drin ist.
Mir würde schon gemeinsames Tun ‘reichen’, verabreden, freiwillig, so weit jeder schon will – und hier gibt’s das sogar schon ohne ‘Knete’.
‘Sie’ sind viel weiter, als mancher denkt… trauen wir uns doch mal was zu und trauen wir uns.
Da wo es ‘paßt’, mit dem, das paßt – Weltrevolution soll keiner gleich machen (wollen), aber wo es wenigstens mal zeitweise, ortsweise, interessenweise ohne Konkurrenz geht, warum sind ‘wir’ nicht dabei…
… das ist, was mich so schmerzt. Der Michel ist nicht dämlich, ‘wir’ sind es, soweit ‘wir’ meinen, nicht der Michel zu sein.
Edit: Ich laß mich nicht immer provozieren :P
Oktober 1st, 2015 at 18:22
Zu der Diskussion zw. flatter und Heldenstasse. Ich folge hier zu 100% dem Kommentar von Peinhart (48). Sehe die Systemkonkurrenz nach all der Lektüre und Argumente auch nicht als Ursache, danach wurde aber quasi zwei Gänge höher geschaltet bei Rückabwicklung des Sozialstaats und Forcieren der neoliberalen Strategie.
@Peinhart Ich glaube einer der grössten Fehler aller Versuche von Sozialismus und Kommunismus ist, dass es über autoritäre und teils sogar totalitäre Strukturen versucht wurde, anstatt demokratisch. An sich finde ich nämlich Planwirtschaft sogar viel sinnvoller, solange es eben über demokratische Willensbildung strukturiert ist und somit die Bedürnisse der Bevölkerung bestmöglich (und natürlich dynamisch immer wieder angepasst) abbilde. Das große Manko daran ist, dass damit nicht zwingend Dinge wie Umwelt, Ressourcen, “Sinn”, usw. in die Betrachtung fliessen. Ob ich nun im Kapitalismus oder Sozialismus z.B. Elektroschrott Müllberge oder atomaren Abfall produziere ist unerheblich, Ergebniss ist identisch. Die Frage, ob durch das Wegfallen der systemimmanenten Zwänge des Kapitalismus hier auch insgesamt ein “vernünftigeres” Wirtschaften ermöglicht ist halt leider nur theoretischer Natur.
@flatter (51) Ich denke Vogel (62) hat da schon ne gute These in den Raum geworfen. Zum Einen wäre auch die Frage wie gut damals schon die Propaganda bezüglich Splitten der gesellschaftlichen Gruppen war (also innerhalb der Lohnabhängigen), wie wir es heute kennen. Wenn das Credo Thatchers “So etwas wie eine Gesellschaft gibt es nicht” wirklich in vielen Köpfen verankert wurde und zudem auch noch besonders bei denen die Megaphone hatten (Medien), dann wäre hier auch ein Ansatz für ne Erklärung.
@ Vogel (63) Ich sag nur Dunning-Kruger Effekt. Menschen, welche sehr gebildet sind und ein hohes Maß an Wissen haben, schätzen sich meist als eher unwissend ein, weil sie dann erst überhaupt in der Lage sind zu sehen, was es noch alles an Wissen gibt und es niemals genug ist. Der Unwissende überschätzt sich meist und glaubt dennoch eher die korrekten Argumente und Fakten zu haben. Erstere neigen somit eher zum Zweifeln, Hinterfragen, Kritik und Reflexion, ob nun bei anderen oder sich selbst. Zweitere treten meist selbstsicher und voller Überzeugung auf. Nun braucht man nur noch 1+1 zählen, wer von beiden öffentlich besser ankommt und das Dilemma wird klar.
Sie müssen das noch nichtmal als Mittel zur Manipulation anwenden, oft handeln sie ja sogar aus Überzeugung und müssen nur genug weitere Leutz mit ähnlichem Weltbild finden, welche ihnen folgen. Diese “empathischen Profis” hätten somit wahrscheinlich sowieso keine Chance. Ob das vielleicht auch die Denkweise der DDR Führung war? Das die Transitionsphase erstmal über Zwang überbrückt werden muss und dann hoffentlich spätere Generation die Ideale von Alleine tragen?
Oktober 1st, 2015 at 18:30
JA!!!1!!!
Oktober 1st, 2015 at 19:52
OT: So sieht die Analyse der derzeitigen Lage aus, wenn sie ein Nichtmarxianer vornimmt: Aufrufe zum Aufstand wegen “Souveränitätsverlust” durch Finanzpolitik
Oktober 1st, 2015 at 21:25
Wegen der Musik noch der: Eric Burdon & War – Tobacco Road (Live, 1970)
[..] But it’s home, it’s home
The only life that I’ve ever known
I despise you ’cause you’re filthy
But I love you because you’re my home [..]
Sowas von geil. Das ersetzt glatt drei Jahre Gewerkschaftssitzungen, wo früher ohnehin nur zu viel geraucht wurde. :-)
Oktober 1st, 2015 at 22:25
Hallo R@iner,
eine geile Scheibe und ich habe sie und auch noch so einen AKAI Plattenspieler mit AKAI Röhrenverstärker aus 1975.
Dann eine Fender Stratocaster-Nachbau von Hohner, limitierte Auflage in schwarz, läuft super und noch eine Western, allerdings ziemlich hart zu greifen.
Neben meinen Büchern sind das meine Schätze! Ich bin wirklich reich!
Oktober 2nd, 2015 at 11:14
@Samson
Erstmal Glückwunsch zur bevorstehenden Großvaterschaft – bin selber am 3.07. und 14.07. zum ersten und zweitenmal Opa geworden, ein wunderbares Gefühl/Erlebnis. Verlass’ Dich drauf: Alles wird gut!
Mein Menschbild besagt ja nicht, dass der Mensch mit bedacht böse oder schlecht ist, es besagt ja nur dass gerade die von Dir reklamierte Logik ihm abgeht (u.a.; habe gestern Abend in D’dorf Flassbeck gehört – Bestätigung: Keine Logik unter der Mehrheit). Und die Funktionsträger die ‘in Ruhe’ gelassen werden wollen – wie bitte? Funktion tragen und dann seine Ruhe haben wollen? Irgendwie, hm, Logik … isch weises nedd, dess passd doch nedd, gell!
Mit systemimmanenten Ergebnisse bzgl. ’33 ff bin ich naturlich d’accord, passt aber auch: Die Menschen, die, die danach überwiegend im Widerstand waren oder von nix ‘was wussten, wollten auch nur ihre Ruhe haben und ein bisschen Wohlstand, dass die (jüdische) Nachbarschaft ‘unter etwas unglücklichen Umständen’ ausgezogen ist – “dess habbe mir nedd mitgekrischt, dess habbe mir nedd gewusst, gell!”
@Umdenker
Der alte Goethe ‘mal wieder; hatte den schon vergessen ;-). Donnerwetter, dass Goethe, Dunning und Kruger sich kannten, das wusst ich nich :-D.
Btw.: Danke für den Hinweis, war mir echt nich präsent, iss erst’mal wieder was zum Nachlesen.
Oktober 2nd, 2015 at 11:21
@Vogel(62):
“Weil es keine Solidarität gibt – außer temporär/taktisch bestimmt” – auch wenn man das so sieht, ist die Frage ja, warum sich der Streik, der ein dauerhafter Massenstreik war, so einkesseln ließ. Ganze Städte waren über ein Jahr im Ausstand, es gab noch Gewerkschaften, unter den Minors gab es organisierte Solidarität. Es war m.E. offensichtlich, dass nicht nur die Kumpel unter die Räder kämen. Ergo gab es die Chance, die Organisation und und den Anlass zum Generalstreik. Die Medien haben hier sicher eine große Rolle gespielt, aber monokausale Erklärungen sind meist falsch, daher suche ich nach weiteren Faktoren.
Oktober 2nd, 2015 at 11:42
Notiz an mich: In Opaforum umbenennen …
Oktober 2nd, 2015 at 11:51
OT: Ich habe mir gerade das hier bei Twitter angeguckt, nachem Fefe mal wieder in diese Ecke linkt. Merken die eigentlich nicht, was die für einen komplett irrelevanten Stuss täglich in ihrer Filterblase explodieren lassen? Das ist der Grund, warum ich Twitter für kompletten Bullshit halte; eine Piste, die nicht moderierbar ist und in der differenzierte Äußerungen schlicht unmöglich sind. Geht mir auf den Sack, dieses Twitter, schlimmer finde ich aber noch Multiplyer, die das ernstnehmen.
Oktober 2nd, 2015 at 12:23
@flatter(76): Schließt Deine Kritik jetzt EMN (und fefe?) mit ein (oder wer ist “die”)? Ich kann dir grad nicht ‘folgen’.
Oktober 2nd, 2015 at 12:38
Natürlich schließt die das ein.
Oktober 2nd, 2015 at 14:19
@flatter
Selber Opa! So!!
Oktober 2nd, 2015 at 17:04
@flatter(74) – hatte nicht kräftig die City ‘aufgerüstet’… daß da mal so was wie Mittelschicht entstand…
… habe ich aus “Weissgarnix-Zeiten” über die 80-er auf der Insel noch so im Ohr.
Oktober 2nd, 2015 at 18:06
@ Flatter 74
Ich würde den Zeitfaktor mit einbeziehen und die Entsolidarisierung die sich während dieser Zeit innerhalb der Gewerkschaften selbst, unter den Streikenden und deren Parteien vollzieht.
Im Prinzip lässt sich jeder Widerstand über die Zeit und dem eintretenden Mangel an Geld erledigen.
Und die Thatcher war so vorausschauend, dass sie genau gewusst hat, dass die Zeit ihr bester Freund sein wird, und dass sie die Gewerkschaften und ihre Arbeiterpartei endgültig erledigen wird, wenn sie sich kompromislos zeigt, egal wie lange der Streik auch dauern würde.
Für den englischen Kapitalismus hatte sie damit verbindlich klargestellt, dass das Kapital darüber entscheidet, wer über die Reproduktionsbedingungen der Arbeitskraft letztendlich entscheidet.
Solidarität und Generalstreik, das hat einen guten Klang. Nur wie lässt sich das herstellen, wenn denen, die ihn machen wollen, nach kurzer Zeit die Luft ausgeht.
@Wat
Ja, die hat mächtig aufgerüstet mit dem Versprechen vom Erwerb von Privateigentum, dem Erwerb von Wohnungen mit zinsgünstigen Krediten.
Und soweit ich das noch in Erinnerung habe, gibts inzwischen 70% Immobilienbesitz mit unerschwinglich hohen Preisen für so etwas wie Wohnklos.
Aber möglicherweise ist da jemand besser informiert als ich es gerade bin.
Oktober 2nd, 2015 at 19:54
Thatcher vorausschauend?
Ich will ihre politische Grundhaltung nicht bestreiten, nur wo Kapital nicht investieren will, ob in altes oder neues, hätte sie auch als Linke nichts hinzaubern können…
Generalstreik ist mE so ein Mythos geworden… und Solidarität in Geld… nach meiner Überlegung kann das auch nur kurzfristig überbrücken. Es muß ‘einer’ da sein, der es gibt/ geben kann und will und dann noch ‘einer’, von/ bei dem ‘ich’ das zu kaufen bekomme, was ‘ich’ brauche/ haben möchte.
Oktober 2nd, 2015 at 22:04
OT: Falls mal jemand die Orientierung verliert, dann kann er nachschauen, wie man als Deutscher zu sein hat: Refugee Guide
Religionstolerante Sitzpinkler, die ihren Chefs die Meinung in Form konstruktiver Kritik mitteilen. Es fehlt nur der Hinweis auf die Tennis-Socken in den Sandalen.
Oktober 2nd, 2015 at 23:12
OT: Kapitalismus ist geil, hat den Längsten und kann einfach alles: Farmers’ suicides: the rising human cost of the EU’s agriculture crisis
Ich glaube, man müsste mal drüber reden. Die raffen ja garnix. Da bekomme ich wieder so Anwandlungen nach einem lesbaren Marx.
@Flatter, Du musst ein Buch schreiben. Es hilft alles nichts.
Oktober 2nd, 2015 at 23:58
Sag’ mir worüber und schreib’ mit, wenn’s hilft.
Oktober 2nd, 2015 at 23:58
Dem Wunsch in @R@iners (#84) letzten Satz möchte ich mich anschließen!
Oktober 3rd, 2015 at 00:59
@flatter #85:
Über eine grundlegende Analyse der jetzigen Zeitläufte, etwa recurrierend, präzisierend, erweiternd, aber auch allgemeinverständlicher aufbereitend und fortführend, zu z.B. R.Kurzens Hauptwerk, dabei vielleicht auch mit noch mehr philosophischer Schärfe versehen als das generell mMn auch für unbefangene Leser empfehlenswerte (habe es mir dank R@iner kürzlich zu Gemüte geführt) “Ende der Megamaschine” von Scheidler.
Bei Deiner Qualifikation als Philosoph und der aus vielen von mir verfolgten Beiträgen auf Deinem Blog ersichtlichen fundierten Kenntnis der auf diesem Gebiet vorliegenden Literatur hielte ich es für fruchtbar, den Focus vom Schreiben meist brillianter Glossen auf tiefere theoretische Durchdringung und konzeptionelle, strukturierte Darlegung Deiner Sicht umzuleiten. Also die vielen Andeutungen in eine faßbare – und dank Deiner Beherrschung der Sprache – verständliche Form zu gießen.
Schwierig, ich weiß! Harte Arbeit, na klar! Aber im Sinne der Aufklärung vielleicht belebend oder sogar mitreißend! Präzise Handlungsanweisungen wirst Du nicht (oder nur begrenzt) geben können, das ging (und geht) aber vielen so, das würde ich auch nicht erwarten. Aber wie können wir, ohne eine genaue und grundlegende Analyse der Geschichte und Gegenwart, einen Ausblick in – und Hoffnung für – die Zukunft gewinnen?
Mit dieser Aufmunterung und meinen besten Wünschen
Bernd
Oktober 3rd, 2015 at 09:40
@flatter (74)
Solidarität, die dann aufhört, wenn’s richtig(!) ernst wird, iss keine – und schlimm für die ‘Urbetroffenen’ wenn die dann sehen, wie’s brökelt: Scheinsolidarität temporär/taktisch bestimmt.
Zum (flatter-)Buch: Ich hab’ da ‘mal ‘n Text gelesen, der geht so los: “Der Ausgangspunkt dieser Einlassungen war der Versuch, ein Phänomen zu beschreiben, das in modernen Gesellschaften unter die Räder zu kommen scheint und sich nur indirekt, etwa als ungestilltes Bedürfnis in Erinnerung bringt: Fürsorge. Der Begriff ist problematisch. Einerseits erscheint er banal, als Beschreibung des Umstands, daß jemand sich nicht selbst zu helfen vermag und eines Anderen bedarf. Im Sprachgebrauch versteht man gar die Verkürzung dessen darunter, also staatliche Unterstützung zum Lebensunterhalt. [...]“ Keine Widerrede, flatter, ein Anfang iss gemacht! Ich bin bei der Subskription dabei.
Oktober 3rd, 2015 at 12:47
@flatter: Bezgl. Buch hätte ich einen Vorschlag: Irgendwer müsste sich mal darum kümmern, Ernst Blochs Karl Marx und die Menschlichkeit in eine, meinetwegen ‘proletenkompatible’ Schreibe zu ‘übersetzen’. Zur Finanzierung könnte man ja was ähnliches ‘ankurbeln’ wie David Knopfler fürs neuen Album, musst ja nicht hinterher damit auf Tour gehen :-)
Oktober 3rd, 2015 at 13:25
Ah, ein Wünsch-dir-was! Bin ich dabei!
Vielleicht ein Text, der Marxens ökonomische Kritik (als immer noch aktuelles Fundament jeder Kritik, die es verdient eine solche genannt zu werden), die Kritische Theorie (ich halte die Frage danach, wieso es eben NICHT auf eine Arbeiterrevolution hinausläuft immer noch für brennend und interessant) und Wertkritik (als aktuelle, interessanterweise ausserakademische, “Schule” von Kritik, gerne auch die feminstischen Aspekte der Wert(abspaltungs)kritik, die ich für die interessanteste Form von Feminismus halte) zugänglich macht.
Eventuell in der Form eines längeren einleitenden Text und dann “dumme” Fragen und Ja-aber-Einwände aufgreifen und beantworten. Ich erinnere mich, dass ich da in allen Bereichen mit meinen eigenen Fragen und Einwänden konfrontiert war und die nur durch weitere Recherchen und zusätzliche Lektüre geklärt werden konnten (teilweise über sehr lange Zeiträume hinweg), z.T. auch bis heute nicht oder eher unbefriedigend.
In einer anderen Situation und vllt mit einer anderen Grundeinstellung hätte ich vieles als Quatsch oder zu schwer abgetan. Kann mir vorstellen, dass es da vielen nicht anderes geht.
Die akademische Qualifikation, die in den Jahren als “Erzieherin” geschulte Pädagogik und die Übung durchs jahrzehntelange Blogschreiben halte ich für gute Voraussetzungen für ein interessantes Ergebnis. Ausserdem möchte ich Peinhart als Co-Autor vorschlagen. Bei dem frag ich mich ja eh schon seit Jahren warum der keinen eigenen Blog hat :-)
Oktober 3rd, 2015 at 13:50
(Bück’ich mich jetzt oder gehe ich doch das mit dem Weltfrieden an?)
Oktober 3rd, 2015 at 16:52
Ja stimmt, den hatte ich vergessen. Gut, dass du selber dran denkst. Also, los jetzt :-P
Oktober 3rd, 2015 at 18:20
Allewetter.
Der nächste Versuch proletarische und bürgerliche Kritik am Kapitalismus in ‘Einklang’ zu bringen.
Diesmal Marx mit Adorno und Bloch.
Mindestens.
Viel Erfolg.
Oktober 3rd, 2015 at 20:05
Vielleicht wäre ja auch ein Kinder- oder Jugendbuch eine Idee. “Kevin und Chantalle auf der Suche nach dem Glück” oder so.
Oktober 3rd, 2015 at 20:32
Ja, oder halt ne Marx-Neuausgabe ohne Änderungen ausser dem extra Untertitel “Alles andere ist nur bürgerliches Geschwätz”. Wird bestimmt ein Reisser. Macht auf jeden Fall mal weniger Arbeit, dann haste noch Zeit über für Weltfrieden und so.
Oktober 3rd, 2015 at 20:43
Ich denke an folgende Titel.
- Wie Sie jetzt noch mehr aus Ihrer Revolution machen
- Warum das Proletariat die Marktwirtschaft wählt
- So gefährlich ist Kommunismus wirklich
- Erfolg trotz Kollaps: Sichern Sie sich jetzt Gewinne trotz Totalverlust
- Marx über Nacht in drei einfachen Schritten
Oktober 3rd, 2015 at 21:14
Mmh, kannst Du malen?
Oktober 3rd, 2015 at 21:54
Mäßig.
Oktober 3rd, 2015 at 22:26
Ich gar nicht. Macht (mir) aber nix, ich halte auch Kritik für Kritik und nicht für Geschwätz.
Die Titel haben was und der vorgeschlagene von R@iner auch.
Mal eine Frage, kann es sein, daß Kinderbücher noch schwerer zu schreiben sind, wenn sie einen solchen Anspruch haben?
Oktober 3rd, 2015 at 23:38
da bin ich ma die Nr. 100, @ Wat, Flattermann hat nen neuen Kumpel, Kind und Kegel warn da, es war ein schöner Tag, Bücher sind genug geschrieben, wie solls weiter gehn, das wär wichtiger…
Oktober 3rd, 2015 at 23:41
Tz, Gerüchte. Namen, Quellen! Biste bei der Stasi oder was?
Oktober 3rd, 2015 at 23:43
@R@iner
Muss heißen “Öwes und Chantalle” heißen denn Kevin iss aut, heißt jezz Öwes. Die neue Lehrerin: “Buchstabier ‘mal, bitte!” “Öwes? Y_v_e_s, Öwes!”
scnr
Oktober 3rd, 2015 at 23:57
@Nro. 101: Kontakte hat ich, abgelehnt!
Flattermann, Frau Trulla hatte vor grob 6 – 8 Wochen einen der beiden Wellensitsche abgeschossen, gestern lag am Markt meines Vetrauens ein Zettel – Flugsaurier zugeflogen – na dann muss der hier her..was denn sonsnt…