facpa
In meiner Arbeit mit Kindern habe ich hundertfach das Argument gehört, jemand müsse sich nicht an die Regeln halten, weil ein anderer sich auch nicht daran gehalten habe. Bei Kindern ist es gemeinhin ausreichend, ihnen das zu illustrieren, um sie davon abzubringen. Es ist ja auch ganz einfach: Wenn ein Regelverstoß die Regel außer Kraft setzt, kann keine Regel je Geltung haben.

Wie irrsinnig ist es dann erst, wenn diejenigen, die in Form von Gesetzen und Staatsverträgen die Regeln aufstellen und umsetzen, sich einen Freibrief ausstellen, weil sie irgendwo wen wähnen, der sich auch jede Freiheit nimmt. Ich zitiere:

Es kann auch nicht sein, dass die Bürger jedem Unternehmen ihre Daten geben, aber nicht dem Staat, der die Aufgabe hat, das Leben von 80 Millionen Menschen zu schützen.

Wenn Bürger sich also von Datenkraken wie Google und Facebook über den Tisch ziehen lassen, dann zieht die Regierungschefin daraus den Schluss, der Staat müsste ebenfalls das Recht haben, völlig rücksichtslos mit der Intimsphäre aller Bürger umzugehen. Solche Argumente sind exakt auf dem oben beschriebenen kindlichen Niveau. Die Behauptung, hier würden „80 Millionen Leben geschützt“, macht es nur noch schlimmer. Als würde jeder einzelne deutsche Staatsbürger massakriert, wenn man nicht alle entrechtet und rundum überwacht. Dieser dummdreiste Putsch wird immer schlimmer.

Wir sehen alles

Dabei bleibt es auch nicht lange, und die Pfarrerstochter legt ihren Gifthauch über das nächste Grundrecht:

Da glauben manche, sie können endlich sagen, was sie schon immer mal sagen wollten. Ich frage mich, ob das gut oder schlecht ist.“

Das sagt kein schräger Diktator aus dem Dschungel, es ist kein Zitat von Stalin oder dem "Paten", das sagt die Bundeskanzlerin. Sie „schützt 80 Millionen“ vor fiktiven Terroristen durch die totale elektronische Überwachung und sorgt auch gleich dafür, dass nicht jeder sagt, was ihm einfällt. Sie verwirklicht kaum verblümt alle Träume, für die ihre Stasi noch nicht die Mittel hatte.

Die Ansage, dass ihre Spießgesellen alles über uns wissen in Kombination mit der Drohung, es könne schlecht sein, seine Meinung frei zu äußern, ist auf einem Kirchentag bestens plaziert. Wenn Gott alles sieht und alles weiß, darf das Christenkind ja auf dessen Gnade hoffen. Was die NATO über uns weiß und ihre Staatsgewalten, die mit dem Kapital in ihrer Allwissenheit um die Wette eifern, ist hingegegn gefährlich. Vielleicht gar nicht gut für uns! Es geht um nicht weniger als Allmacht, und Merkel wähnt ihre Junta dem Ziel so nahe, dass sie uns unmissverständlich droht. Auf die Knie, Untertan!