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Die anderen sagen doch auch dauernd dasselbe!

"Planwirtschaft hat erst im Internetzeitalter Aussicht auf Erfolg, und erst die technische Produktivität, die durch die IT (und anderes) möglich wurde, setzt auch solche Gesellschaften in den Stand ausreichend zu produzieren, die nicht auf Ausbeutung und Imperialismus beruhen.

Im Ost-Sozialismus war die Planwirtschaft eine Krücke, man hat nicht einmal das Geld oder eine hierarchische Struktur abgeschafft. Während im Osten der Stalinismus nicht überzeugte, überzeugten im Westen Holocaust, Vietnam und die Ausbeutung der südlichen Kontinente.

Heute überzeugen nicht mehr: Griechenland, Portugal, Spanien ... Alle zu faul oder zu doof die Anreize zu kapieren. Oder warte, das sind "Auswüchse". Je mehr ich dieses Geschwätz höre, desto mehr überzeugt mich das Modell einer kommunal basierten Planwirtschaft mit streng subsidiären Strukturen. Was soll daran eigentlich nicht funktionieren?"

Und das Geschwätz der anderen

Ich halte bekanntermaßen gar nichts von der argumentativen Baseballkeule, man solle doch erst mal Alternativen aufbieten, ehe man etwas kritisiere. Dieses Argument ist schon deshalb dämlich, weil es immer eine gibt, nämlich das zu lassen, was gerade getan wird. Wenn ich auf eine Mauer zurase, ist Bremsen eine Alternative. Die Raser werden freilich sagen, das sei ja nu wohl komplett bescheuert, denn die Bremse würde soundso heiß werden und überhaupt komme man derart nicht voran und so eine Bremse bringt ja gar nichts, wenn der Motor auf Höchstleistung röhrt. Einfach erst mal kein Gas mehr geben ist da natürlich keine Alternative, das ist einfach nur anti.

Was mich wirklich nervt, ist dass im politischen Dauerkarneval überhaupt keine Ideen mehr diskutiert werden, weder alte noch neue, weil sich die Narrenschiffe entweder windschlüpfrig ins Kapital einschmiegen oder ohnehin nur die Bühne für bizarre seelische Störungen des Elferrats bieten. Während die „Linke“ in Richtung Atlantik segelt, sind die „Piraten“ gleich beim Stapellauf auf die Klippe geschrotet; nicht zuletzt, weil sie keine Ahnung haben, welches Potential in der Idee einer netzaffinen Bewegung steckt.

Nicht nur wären die Piraten prädestiniert, das Verhältnis der marktkonformen Staaten zur kommenden Diktatur zu thematisieren, es obläge auch ihnen, Alternative Ökonomien zu skizzieren, die auf völlig neuen Ansätzen von Planung beruhen. Für die schwächeren Mitschüler sei hier angemerkt, dass im Kapitalismus noch mehr geplant wird als in der sogenannten „Planwirtschaft“, also nicht gleich krakeelen, bitte!