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Wird es wirklich immer schlimmer? Ich fürchte ja. Die Echokammer der produzierenden Mittelschicht im Journalismus hat sich erfolgreich von der Wirklichkeit abgekoppelt. Hier schreiben nur mehr Maltes für den Prenzlauer Berg und Aufsteigerkinder für Abstiegskandidaten. Schon die Prioritäten (‘Bildung’ ohne Begriff, Aktien, Gold- und Bitcoinkurse, Immobilienpreise und eben Mittelschichtsblabla), die einem bei der Anschau journalistischer Erzeugnisse entgegenschlagen, belegen das.

Die Selbstdarstellung einer ehemals linken Tageszeitung zeigt einmal mehr, dass der Postillon nicht nur meine Vorstellung von Satire nicht erreicht, sondern schon gar nicht die der Realität. Malen wir uns die Karikatur eines postmodernen linken Journaillikers: Komm, wir nennen ihn “Malte”, er ist ein bisschen schwul (lebt mit Partner), hat aber einen Sohn. Er ist Idealist: Er will durch Journalismus die Welt verbessern. Wir schicken ihn mal nach Berkeley und auf ein Forschungsprojekt. Fertig ist der perfekte Malte.

Tzia, nichts davon ist erfunden, es ist vielmehr zitiert. Nun habe ich gar nichts gegen Malte, aber das Abfeiern dieses “Kollegen” als Auskenner mit traumhafter Vita sagt eben alles über die Welt der Bioladen-Publizisten. Die Welt verändern, na klar. So wie die TAZ und ihre Grünen vermutlich, vom Ökopax zur Trickle-Down-Olive mit Sympathien für Angriffskriege und Laufzeitverlängerung. My ass. Kleiner geht es aber nicht, denn an der Wortfront werden ja die wichtigsten Kämpfe gekämpft.

Der Sprache ist schuld

So assistiert die SZ in ihrem journalistischen Darknet aka “Plus-Content” mit der Weisheit: “Unsere Grammatik widerspricht dem Grundgesetz“. Ja leck mich fett, da hat doch die Sprachentwicklung einfach einen anderen Weg genommen, als die postmoderne Staatslinke sich das vorstellt. Mal kurz diesen linguistisch inkompetenten Linkssexisten ans Bein genagelt:

Nein, die Geschlechter in der deutschen Sprache haben absolut nichts mit Männern und Frauen zu tun. Muss man nicht wissen, das ist eher etwas für Experten(.pdf). Ein Blick in die Begriffswelt könnte freilich helfen: die Mannschaft, die Person, das Mitglied, das Kollegium, der Mensch, der Kellner – mal als Beispiele.

Finde die Unterdrückung der Frau durch die Sprache! Nein, beim “Kellner” sind nicht Frauen mitgemeint und Männer gemeint. Beide sind gemeint. Jahrhunderte lang haben Menschen das verstanden, dann kam der Niedergang der Geisteswissenschaften und ihr naiv politisierter Mittelschichtsmob, der sich wie die meisten Gruppierungen mit Hang zu diktatorischen Strukturen durch pietistischen Eifer auszeichnet.

… to be continued