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Späßchen macht er gern, der Herr Bonetti, nicht wahr. Neulich den von “Krieg und Fliesen – Handwerker am Limit“. Hahahaaa! Extrem witzig, wenn man nicht zu der betroffenen Randgruppe gehört oder auf einer fucking Baustelle wohnt. Wenn alles länger dauert als geplant, die Nerven blank liegen und dann noch wer von draußen kommt und um Prügel bittet. Da halt mal an dich!

Früher war das auch besser. Da hat man gemeinsam getan und gemacht, sich geschlagen und vertragen und eine Friedenspfeife geraucht. Zum Frühstück gab es Gutebutter und Bohnenkaffee. Also sonntags oder zu besonderen Anlässen, wenn z.B. das fucking Bad endlich fertig war (außer, dass es “fucking” noch nicht gab). Nein, soweit sind wir noch nicht, es gibt also vorläufig nur Kathreiner und Graubrot mit Rama.

Scheinpolen

Ich sehe noch, wie Mutter in ihrem Kamelamantel (oder war das der Popelinemantel?) in der Tür stand und frug, was sie einholen sollte. Die Handwerker (Onkel Klaus und Vattern, Letzterer zur moralischen Unterstützung) trugen ihr auf, den kaputten Rücken mit vierzehn Flaschen Bier zu beladen. Muttern stöhnte kurz auf und dann lange nach.

Heute lässt du so etwas für Geld machen. Du nimmst also ne Menge Scheine, hältst sie aus dem Fenster und schon wackeln drei Polen an, um deine Butze zu sanieren. Das steckt alles drin in dem Geld. Das macht das. Geld generiert Polen. Geiles Zeug. Musste ich neulich auch denken, als irgendein Mr. Superwichtig salbaderte, alle Menschen müssten “bezahlbaren Impfstoff” erhalten.

Das ist also die Denke von so einem Uno-Einhorn, dass Überleben “bezahlbar” sein muss. “Welch ein blödes Arschloch”, mag man denken, aber wenn man sich umsieht … die Spezies heißt gar nicht “Arschloch”, die heißt “Mensch”. Und geht langsam, aber unter stetigen kognitiven Blähungen unter. Was übrigbleibt, wird sich am Ende sicher um die letzten Buntscheine kloppen, während die Affen in der sauberen Luft leckere Früchte genießen. Vielleicht kriegen die ja irgendwann was Besseres an den Start.