
Hat auch keinen Bock mehr: BVB-Fan auf der Flucht
Wer sich einmal ein bisschen umschaut in der Republik, muss einen verdammten Pfeil im Kopf haben, um die Umwelt mit Sprüchen von faulen Arbeitslosen verpesten zu können. Selbst diejenigen, deren Hirnkapazität bereits mit dem Gedanken überfordert sind, dass die Arbeitslosenquote nicht vom Fleiß der Belegschaften abhängt.
Ich hatte vor Kurzem bereits einen Fernsehbeitrag gesehen, in dem jemand durch den ländlichen Norden tourte, um dort unter anderem in einem Dorf zu erfahren, dass es dort einmal ein Supermarkt, einen Bäcker und einen Metzger gegeben hatte, die schon lange ihre Geschäfte dichtgemacht haben.
Alles muss raus
Dasselbe erfuhr ich am Wochenende in einem Eifelstädtchen, in dem sich dies just im letzten oder vorletzten Jahr ereignet hat. Mit nach letzter Zählung gut 1500 Einwohnern gilt der Ort als Mittelzentrum. Inzwischen gibt es dort eine geballte Supermarktpräsenz mit zwei Discountern und einem weiteren großen, die sich quasi einen Parkplatz teilen. Obwohl hier also eigentlich Bedarf für mehrere Bäcker und Metzger wäre, haben die Alteingesessenen das Handtuch geworfen.
In den Nachbargemeinden sieht es dementsprechend aus. Deren Bewohner fahren halt zum Konsumzentrum und versorgen sich dort billig und bei großer Auswahl. Qualität wäre noch ein Aspekt, aber die muss man sich leisten können und der Sog der Konzentration bringt einen kalten Wind mit sich.
Diese Prozesse sind für Kenner und Liebhaber seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts keine Überraschung, sie schreiten aber noch immer voran. Auf dem Land ist das nicht die erste Welle, aber vielleicht die letzte. Hier wird bald keiner mehr gebraucht. Selbst schuld, sie hätten sich ja anständig qualifizieren und sich ein bisschen bemühen können.

November 4th, 2019 at 19:12
Ich weiß man sollte nicht mit einem OT anfangen, aber eben TS gelesen und ich ringe mit meinem Verstand.
Da hat man jetzt für die Opfer der NSU so nen bisschen lächerliches Grünzeux gepflanzt und dann dies:” Eine Eiche zum Gedenken an das erste NSU-Opfer, den Blumenhändler Enver Simsek, war Anfang Oktober nur wenige Wochen nach ihrer Pflanzung abgesägt worden. Auch eine im Anschluss provisorisch aufgestellte Gedenkbank wurde von Unbekannten zerstört.”
Und weiter im Text: “Die neuen Gedenkbäume sollen nachts beleuchtet werden, um sie vor erneuten Übergriffen zu schützen.”
Sach mal wen wollen die eigentlich verarschen?
PS ist dafür On Topic:
Schöner Feuersalamander und tolles Photo. Hast Du das geschossen?
November 4th, 2019 at 19:29
Komisch, gerade heute mittag ging mir durch den Kopf, dass wir hier früher mal vier selbständige Fleischereien hatten, jetzt nur noch eine. Glücklicherweise aber sogar die beste, und die betreibt sogar noch ihren eigenen kleinen Schlachthof. Und wir haben noch einen Schuhmacher, sogar einen Sattler und Polsterer! Und noch so manches. Aber wenn die, kurz vor’m Renteneintritt, dann ihre Geschäfte dicht machen, dann bleiben sie auch dicht. Nachfolger nicht in Sicht. Leerstand wie schon anderswo. Absehbar. Der Fortschritt ist eben unaufhaltsam.
November 5th, 2019 at 18:48
“Das Existenzminimum ist unverfügbar” – Gibt es Pfeile lang genug für acht in Reihe…?
November 6th, 2019 at 15:31
“Diese Prozesse sind für Kenner und Liebhaber seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts keine Überraschung,”
.
Meinten Sie vielleicht nicht doch eher die “Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts”, also die 19hundert60er Jahre, als peu a peu die Kinos zumachten (wg. TV) und Supermärkte sich drin niederließen und ein Tante-Emma-Laden nach dem anderen verschwand… ? Dazu hatten die Leute inzwischen alle Autos und konnten in den Riesenmärkten auf der grünen Wiese außerhalb der Stadt ihre Milch für fünf Pfenning weniger einkaufen …
November 6th, 2019 at 15:58
Nö, ich meinte schon 1867.
November 6th, 2019 at 15:59
@Fred: Yo, Lurchi ist mir persönlich begegnet.
November 7th, 2019 at 08:32
[...] Kein Bäcker, kein Metzger 04.11.2019, 16:55 Uhr. Feynsinn – https: – [...]
November 8th, 2019 at 15:37
Interessanterweise ist es hier in der Großstadt eher andersrum. Hier machen Bäcker, Metzger, Schuster u.ä. eher auf als zu. Das sind dann aber Spezialisten, die hochwertige Waren für zahlungskräftige Kunden anbieten. Der Metzger hier um die Ecke z.B. hat ausschließlich Schwäbisch Hallesches Landschwein, Hohenloher Rind und frisches Wild aus den Wäldern um die Ecke im Angebot.
Und hier gibt es tatsächlich auch noch einen richtigen Wochenmarkt, wo zumindest teilweise lokal produzierte Saisonware verkauft wird.