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	<title>Kommentare zu: Zivilisation und Kampf</title>
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	<description>Keine Herren, keine Sklaven!</description>
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		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74712</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Feb 2018 15:18:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine zugegeben recht späte Ergänzung, aber ich kann nicht widerstehen... ;)

&quot;Der Kontinent [Afrika] ist nach meiner Meinung der bestgeeignete Ort, um eine Antwort auf die drängende Frage nach der Zukunft des Lebens auf unserem Planeten zu finden.

Dieser Frage können wir uns nicht angemessen zuwenden, wenn wir nicht gleichzeitig unsere Kritik am Kapitalismus sowie an einigen grundlegenden Annahmen und damit zusammenhängenden Praktiken des sogenannten westlichen Denkens intensivieren – jenes Denkens, das den Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form erst ermöglicht hat. Mit anderen Worten, eine radikale Kritik des Kapitalismus ist von einer erneuerten Kritik des westlichen Denkens nicht zu trennen, weil beide eng miteinander verknüpft sind. Das beinhaltet automatisch eine Entkolonialisierung des westlichen Denkens, die Aufhebung seiner Provinzialität und Beschränktheit. Und das geht nur, wenn Kapitalismus und westliches Denken gleichzeitig der Kritik unterzogen werden.

Was sind nun einige dieser grundlegenden Annahmen des westlichen Denkens? Zum Beispiel die Vorstellung, dass die Natur eine feste Größe ist, dass man sie messen kann, dass sie uns zur freien Verfügung steht und wir sie ausbeuten dürfen. Dass ferner materielle Objekte nur dann aktiv werden, wenn von außen auf sie eingewirkt wird; die Vorstellung, dass der Mensch die einzige Spezies ist, die ein Bewusstsein hat, und unabhängig von der Welt existiert, dass die Menschen Herren des Universums sind und so weiter. Diese Annahmen gehen auf solche Dualismen und binären Gegensätze zurück wie Subjekt und Objekt, das Gleiche und das Andere, das Menschliche und das Nichtmenschliche, das Normale und das Abnormale. Das westliche Denken wäre ohne diese Gegensätze nicht entstanden.

Interessanterweise entstammen einige der Mittel, die für die Kritik am westlichen Denken notwendig sind, diesem selbst. Wir müssen also diese dem westlichen Denken innewohnenden Instrumente nutzen, sie dem entnehmen, was Édouard Glissant, ein Schriftsteller aus Martinique, die »All-Welt« (frz. »Le Tout-Monde«) nannte – also die »Archive der gesamten Welt«. Das steht wiederum im Einklang mit dem, was ich bereits als »Zeitalter der planetarischen Verschränkung« anführte, das wir uns als ein Leben in Gemeinsamkeit vorstellen, das nur möglich ist, wenn wir nicht nur ein Archiv, sondern die der gesamten Welt berücksichtigen.&quot; 
(&lt;a href=&quot;https://www.jungewelt.de/beilage/art/325832&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Quelle&lt;/a&gt;)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Eine zugegeben recht späte Ergänzung, aber ich kann nicht widerstehen&#8230; ;)</p>
<p>&#8220;Der Kontinent [Afrika] ist nach meiner Meinung der bestgeeignete Ort, um eine Antwort auf die drängende Frage nach der Zukunft des Lebens auf unserem Planeten zu finden.</p>
<p>Dieser Frage können wir uns nicht angemessen zuwenden, wenn wir nicht gleichzeitig unsere Kritik am Kapitalismus sowie an einigen grundlegenden Annahmen und damit zusammenhängenden Praktiken des sogenannten westlichen Denkens intensivieren – jenes Denkens, das den Kapitalismus in seiner gegenwärtigen Form erst ermöglicht hat. Mit anderen Worten, eine radikale Kritik des Kapitalismus ist von einer erneuerten Kritik des westlichen Denkens nicht zu trennen, weil beide eng miteinander verknüpft sind. Das beinhaltet automatisch eine Entkolonialisierung des westlichen Denkens, die Aufhebung seiner Provinzialität und Beschränktheit. Und das geht nur, wenn Kapitalismus und westliches Denken gleichzeitig der Kritik unterzogen werden.</p>
<p>Was sind nun einige dieser grundlegenden Annahmen des westlichen Denkens? Zum Beispiel die Vorstellung, dass die Natur eine feste Größe ist, dass man sie messen kann, dass sie uns zur freien Verfügung steht und wir sie ausbeuten dürfen. Dass ferner materielle Objekte nur dann aktiv werden, wenn von außen auf sie eingewirkt wird; die Vorstellung, dass der Mensch die einzige Spezies ist, die ein Bewusstsein hat, und unabhängig von der Welt existiert, dass die Menschen Herren des Universums sind und so weiter. Diese Annahmen gehen auf solche Dualismen und binären Gegensätze zurück wie Subjekt und Objekt, das Gleiche und das Andere, das Menschliche und das Nichtmenschliche, das Normale und das Abnormale. Das westliche Denken wäre ohne diese Gegensätze nicht entstanden.</p>
<p>Interessanterweise entstammen einige der Mittel, die für die Kritik am westlichen Denken notwendig sind, diesem selbst. Wir müssen also diese dem westlichen Denken innewohnenden Instrumente nutzen, sie dem entnehmen, was Édouard Glissant, ein Schriftsteller aus Martinique, die »All-Welt« (frz. »Le Tout-Monde«) nannte – also die »Archive der gesamten Welt«. Das steht wiederum im Einklang mit dem, was ich bereits als »Zeitalter der planetarischen Verschränkung« anführte, das wir uns als ein Leben in Gemeinsamkeit vorstellen, das nur möglich ist, wenn wir nicht nur ein Archiv, sondern die der gesamten Welt berücksichtigen.&#8221;<br />
(<a href="https://www.jungewelt.de/beilage/art/325832" rel="nofollow">Quelle</a>)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74152</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jan 2018 11:00:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nochmal kurz zum Thema Gewalt: wenn wir die wie Krieg unterscheiden in (illegitimen) Angriff und (legitime) Verteidung, dann trifft das Gewaltmonopol des Staates in erster Linie letztere. In diesem Zusammenhang könnte es sich lohnen, auch mal über &#039;Gewalt und Grenze&#039; nachzudenken. Und inwiefern das Gewaltmonopol eine &#039;Entgrenzung&#039; des Einzelnen bedeutet. Das wird im Opener, insbesondere im letzten Absatz, zwar schon angesprochen, wäre aber vielleicht noch einer näheren Betrachtung wert. 

Was meine &#039;Obsession&#039; angeht, so verstehe ich, dass sich das im Einzelnen alles ziemlich banal anhört. Kennt man, weiss man, ist im Grunde nichts Neues. Leider gelingt es mir offenbar noch nicht so recht, die mE überaus weitreichende Bedeutung dieser &#039;simplen&#039; Fehlannahme herauszustellen. Ich drohe hiermit an, weiter daran zu arbeiten. 

Ich könnte mich natürlich auch völlig verrannt haben. Dann wäre ich aber für Widerspruch dankbar.

Wie dem auch sei, ich hoffe, das Thema &#039;Zivilisation und Kultur&#039; wird weiter fortgesetzt.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nochmal kurz zum Thema Gewalt: wenn wir die wie Krieg unterscheiden in (illegitimen) Angriff und (legitime) Verteidung, dann trifft das Gewaltmonopol des Staates in erster Linie letztere. In diesem Zusammenhang könnte es sich lohnen, auch mal über &#8216;Gewalt und Grenze&#8217; nachzudenken. Und inwiefern das Gewaltmonopol eine &#8216;Entgrenzung&#8217; des Einzelnen bedeutet. Das wird im Opener, insbesondere im letzten Absatz, zwar schon angesprochen, wäre aber vielleicht noch einer näheren Betrachtung wert. </p>
<p>Was meine &#8216;Obsession&#8217; angeht, so verstehe ich, dass sich das im Einzelnen alles ziemlich banal anhört. Kennt man, weiss man, ist im Grunde nichts Neues. Leider gelingt es mir offenbar noch nicht so recht, die mE überaus weitreichende Bedeutung dieser &#8216;simplen&#8217; Fehlannahme herauszustellen. Ich drohe hiermit an, weiter daran zu arbeiten. </p>
<p>Ich könnte mich natürlich auch völlig verrannt haben. Dann wäre ich aber für Widerspruch dankbar.</p>
<p>Wie dem auch sei, ich hoffe, das Thema &#8216;Zivilisation und Kultur&#8217; wird weiter fortgesetzt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74131</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Jan 2018 13:59:18 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich möchte eine Konsequenz des oben gesagten noch einmal besonders herausstellen: wenn uns von &#039;Natürlichem&#039;, vom &#039;allgemein Menschlichen&#039; erzählt wird ist es tatsächlich fast immer &#039;gesellschaftlich Spezifisches&#039;. Der Ausnahmen sind wenige, und selbst diese sind immer noch &#039;gesellschaftlich spezifisch überformt&#039;. 

Zur Genese griechischen Denkens wäre noch anzumerken, dass deren &#039;Urmythologie&#039; eigentlich schon die ganze Geschichte erzählt: in das unglaubliche &#039;Chaos&#039; der Titanen und Giganten mit ihren unvorstellbaren Grausamkeiten - Kinder fressen, Vater entmannen etc - kam erst so etwas wie &#039;Ruhe und Ordnung&#039;, als Zeus den Posten als &#039;Herr im Haus&#039; übernahm. Dieser &#039;Göttermonarch&#039; mit seinen spezialisierten &#039;Ministern&#039; für alle möglichen Bereiche und Angelegenheiten gibt dann auch gleich die heute noch gültige Blaupause für das organisierte Staatswesen europäischer Prägung ab. 

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass diese jahrtausendealte &#039;Tiefenströmung&#039; eigentlich kaum zu überschätzen ist. Den Kapitalismus loswerden ist das eine, aber der ausgesprochen fruchtbare Boden, auf den er fiel, sollte auch dringend mal gründlich umgepflügt werden... 

Zur Ergänzung vielleicht auch nochmal der Hinweis auf meine früheren Grobheiten &lt;a href=&quot;http://feynsinn.org/?p=8012#comment-67065&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; und &lt;a href=&quot;http://feynsinn.org/?p=8720#comment-71549&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich möchte eine Konsequenz des oben gesagten noch einmal besonders herausstellen: wenn uns von &#8216;Natürlichem&#8217;, vom &#8216;allgemein Menschlichen&#8217; erzählt wird ist es tatsächlich fast immer &#8216;gesellschaftlich Spezifisches&#8217;. Der Ausnahmen sind wenige, und selbst diese sind immer noch &#8216;gesellschaftlich spezifisch überformt&#8217;. </p>
<p>Zur Genese griechischen Denkens wäre noch anzumerken, dass deren &#8216;Urmythologie&#8217; eigentlich schon die ganze Geschichte erzählt: in das unglaubliche &#8216;Chaos&#8217; der Titanen und Giganten mit ihren unvorstellbaren Grausamkeiten &#8211; Kinder fressen, Vater entmannen etc &#8211; kam erst so etwas wie &#8216;Ruhe und Ordnung&#8217;, als Zeus den Posten als &#8216;Herr im Haus&#8217; übernahm. Dieser &#8216;Göttermonarch&#8217; mit seinen spezialisierten &#8216;Ministern&#8217; für alle möglichen Bereiche und Angelegenheiten gibt dann auch gleich die heute noch gültige Blaupause für das organisierte Staatswesen europäischer Prägung ab. </p>
<p>Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass diese jahrtausendealte &#8216;Tiefenströmung&#8217; eigentlich kaum zu überschätzen ist. Den Kapitalismus loswerden ist das eine, aber der ausgesprochen fruchtbare Boden, auf den er fiel, sollte auch dringend mal gründlich umgepflügt werden&#8230; </p>
<p>Zur Ergänzung vielleicht auch nochmal der Hinweis auf meine früheren Grobheiten <a href="http://feynsinn.org/?p=8012#comment-67065" rel="nofollow">hier</a> und <a href="http://feynsinn.org/?p=8720#comment-71549" rel="nofollow">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74075</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2018 09:06:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der von dir skizzierte Ausweg entspräche in etwa den Gesellschaften, die Hermann Amborn in seinem Band &#039;Das Recht als Hort der Anarchie&#039; beschreibt. Die Schwierigkeit bestünde darin, diese Grundsätze in unseren hochkomplexen und &#039;ausdifferenzierten&#039; Gesellschaft in Institutionen zu gießen. Eine der Voraussetzungen der von dir angesprochenen Gleichheit wäre (ua) nämlich auch, dass die Betroffenen zugleich auch &#039;Wissende&#039; sind, um ihre Belange überhaupt sinnvoll und &#039;verständig&#039; vertreten zu können. Das erfordert mindestens eine verstärkte Rückbindung von Teilaspekten an ein &#039;grundsätzliches Ganzes&#039;, eventuell sogar die Reduktion einer nicht mehr handhabbaren Komplexität. 

&#039;Möglichst gleiche Anteile an Macht&#039; bedeutet auch, dass Macht nicht wie bislang immer nur &#039;errungen&#039;, sondern dass sie vor allem &#039;zugestanden&#039; wird. Der Doppelcharakter von Macht - als &#039;Vermögen, etwas zu bewirken&#039;, das einem Einzelnen aber bei &#039;Ausschließlichkeit&#039; auch immer die Möglichkeit der Dominanz eröffnet, muss besser aufgedröselt werden. Aus &#039;Wissen ist Macht&#039; müsste &#039;Macht ist Wissen&#039; werden - das Wissen um die Notwendigkeit und die Vorteile, beides zu &#039;teilen&#039;. 

Gegen &#039;liberale Züge&#039; wäre nichts einzuwenden - ausser dass ein solcher Liberalismus auch neu begründet werden müsste, jenseits des Eigentums bzw mit einem veränderten Eigentumsbegriff, in etwa entlang der Kontroversen zwischen dominium und patrimonium. Also noch einmal neu sortieren, was &#039;mein&#039; und &#039;dein&#039; sein kann und sollte, und was, angefangen mit Grund und Boden, immer nur &#039;unser aller&#039; sein kann - sich aber doch immer in der praktischen Verfügung Einzelner bzw einzelner Gruppen befinden muss. Ich kann und will von hier aus nicht entscheiden, was im einzelnen mit irgendeinem Acker bei Kalkutta geschehen soll - solange das in einem &#039;Rahmen&#039; bleibt. &#039;Menschheit&#039; nicht nur zu denken, sondern wirklich zu &#039;sein&#039; wäre also eine weitere kleine Aufgabe.

Packen wir das noch die nächsten 10-20 Jahre...? :p]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der von dir skizzierte Ausweg entspräche in etwa den Gesellschaften, die Hermann Amborn in seinem Band &#8216;Das Recht als Hort der Anarchie&#8217; beschreibt. Die Schwierigkeit bestünde darin, diese Grundsätze in unseren hochkomplexen und &#8216;ausdifferenzierten&#8217; Gesellschaft in Institutionen zu gießen. Eine der Voraussetzungen der von dir angesprochenen Gleichheit wäre (ua) nämlich auch, dass die Betroffenen zugleich auch &#8216;Wissende&#8217; sind, um ihre Belange überhaupt sinnvoll und &#8216;verständig&#8217; vertreten zu können. Das erfordert mindestens eine verstärkte Rückbindung von Teilaspekten an ein &#8216;grundsätzliches Ganzes&#8217;, eventuell sogar die Reduktion einer nicht mehr handhabbaren Komplexität. </p>
<p>&#8216;Möglichst gleiche Anteile an Macht&#8217; bedeutet auch, dass Macht nicht wie bislang immer nur &#8216;errungen&#8217;, sondern dass sie vor allem &#8216;zugestanden&#8217; wird. Der Doppelcharakter von Macht &#8211; als &#8216;Vermögen, etwas zu bewirken&#8217;, das einem Einzelnen aber bei &#8216;Ausschließlichkeit&#8217; auch immer die Möglichkeit der Dominanz eröffnet, muss besser aufgedröselt werden. Aus &#8216;Wissen ist Macht&#8217; müsste &#8216;Macht ist Wissen&#8217; werden &#8211; das Wissen um die Notwendigkeit und die Vorteile, beides zu &#8216;teilen&#8217;. </p>
<p>Gegen &#8216;liberale Züge&#8217; wäre nichts einzuwenden &#8211; ausser dass ein solcher Liberalismus auch neu begründet werden müsste, jenseits des Eigentums bzw mit einem veränderten Eigentumsbegriff, in etwa entlang der Kontroversen zwischen dominium und patrimonium. Also noch einmal neu sortieren, was &#8216;mein&#8217; und &#8216;dein&#8217; sein kann und sollte, und was, angefangen mit Grund und Boden, immer nur &#8216;unser aller&#8217; sein kann &#8211; sich aber doch immer in der praktischen Verfügung Einzelner bzw einzelner Gruppen befinden muss. Ich kann und will von hier aus nicht entscheiden, was im einzelnen mit irgendeinem Acker bei Kalkutta geschehen soll &#8211; solange das in einem &#8216;Rahmen&#8217; bleibt. &#8216;Menschheit&#8217; nicht nur zu denken, sondern wirklich zu &#8216;sein&#8217; wäre also eine weitere kleine Aufgabe.</p>
<p>Packen wir das noch die nächsten 10-20 Jahre&#8230;? :p</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74068</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2018 21:15:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich hatte schon kurz erwogen, dich zu diesem Thema zu kontaktieren, weil das genau in &#039;deine&#039; Richtung zielt. Mal schauen, was noch daraus wird.
Die Risse, die durchs Individuum laufen, sind in dieser Kultur (die noch näher zu umreißen ist) nicht zu kitten. Es soll irre indivduell sein, sein Spielraum (oder Laufstall) sind dabei so tolle Angebote wie Konsum, Klamotten, abstrakter Status. Es soll &#039;frei&#039; sein, unterliegt aber tausenden Zwängen, die es nicht durchschaut und nicht wirklich beeinflussen kann. 
In Subkulturen kommen immer wieder Strukturen zustande, die anders funktionieren. Teils ist mehr Raum für Individualität, weil Hierarchien nicht zementiert sind und die Einzelnen eben mehr Einfluss haben. Teils schlägt das auch schnell ins Gegenteil um, weil der Zwang doppelt zuschlägt: Es gibt ja den äußeren Rahmen (Staat) und einen inneren (Gruppe/Subkultur), wobei letzterer durch unmittelbare Gewalt auch unmittelbare Kontrolle ermöglicht, die wiederum brutale Autoritäten ermöglicht. 
Einen möglichen Ausweg sehe ich nur in dynamischen Verhältnissen von Regeln und Verhandlungen mit direkter Beteiligung der Betroffenen. Dazu müssen sie möglichst gleiche Anteile an Macht haben (quasi demokratisch), damit aber eben auch an unvermeidlicher Gewalt. An dieser Stelle haben wir dann das Gegenteil von Staat, der die Individuen schwach und machtlos macht.

p.s.: Das trägt eineige sehr &#039;liberale&#039; Züge, nur eben mit einer klaren Tendenz zur Gleichheit, die Individualität nämlich erst ermöglicht. ]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte schon kurz erwogen, dich zu diesem Thema zu kontaktieren, weil das genau in &#8216;deine&#8217; Richtung zielt. Mal schauen, was noch daraus wird.<br />
Die Risse, die durchs Individuum laufen, sind in dieser Kultur (die noch näher zu umreißen ist) nicht zu kitten. Es soll irre indivduell sein, sein Spielraum (oder Laufstall) sind dabei so tolle Angebote wie Konsum, Klamotten, abstrakter Status. Es soll &#8216;frei&#8217; sein, unterliegt aber tausenden Zwängen, die es nicht durchschaut und nicht wirklich beeinflussen kann.<br />
In Subkulturen kommen immer wieder Strukturen zustande, die anders funktionieren. Teils ist mehr Raum für Individualität, weil Hierarchien nicht zementiert sind und die Einzelnen eben mehr Einfluss haben. Teils schlägt das auch schnell ins Gegenteil um, weil der Zwang doppelt zuschlägt: Es gibt ja den äußeren Rahmen (Staat) und einen inneren (Gruppe/Subkultur), wobei letzterer durch unmittelbare Gewalt auch unmittelbare Kontrolle ermöglicht, die wiederum brutale Autoritäten ermöglicht.<br />
Einen möglichen Ausweg sehe ich nur in dynamischen Verhältnissen von Regeln und Verhandlungen mit direkter Beteiligung der Betroffenen. Dazu müssen sie möglichst gleiche Anteile an Macht haben (quasi demokratisch), damit aber eben auch an unvermeidlicher Gewalt. An dieser Stelle haben wir dann das Gegenteil von Staat, der die Individuen schwach und machtlos macht.</p>
<p>p.s.: Das trägt eineige sehr &#8216;liberale&#8217; Züge, nur eben mit einer klaren Tendenz zur Gleichheit, die Individualität nämlich erst ermöglicht. </p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74067</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2018 20:29:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Oder kurz: der &#039;Deal mit der Zivilisation&#039; ist hinfällig wg fehlender Geschäftsgrundlage...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Oder kurz: der &#8216;Deal mit der Zivilisation&#8217; ist hinfällig wg fehlender Geschäftsgrundlage&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74066</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2018 19:18:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://feynsinn.org/?p=9312#comment-74066</guid>
		<description><![CDATA[Ich mach&#039;s einfach mal ganz grob: ich halte schon die Annahme, es gebe so etwas wie einen vorkulturellen, vorzivilisatorischen Menschen, für einen fatalen und überaus weitreichenden Irrtum. Erst recht, dass dieser sodann eine quasi unbeleckte &#039;Natur&#039; aufweise, über die man auch noch postive Aussagen treffen könne. Ein solches Wesen gibt es nicht und hat es nie gegeben (die Kaspar Hauser-Fälle mal aussen vor gelassen). Menschliche Kultur ist nachweislich älter als der Homo Sapiens, er hat dieses Merkmal bereits von seinen Vorfahren bzw Vorläufern geerbt. Er hätte ohnehin keine drei Generationen überlebt, wenn seine erstmal ja &#039;unzivilisierte&#039; Natur tatsächlich im &#039;Krieg aller gegen alle&#039; läge. 

Der &#039;Fehler&#039; von Leuten wie Thukidides oder, wieder aufgegriffen, von Hobbes etc war dementsprechend, angesichts der von ihnen beobachteten bzw beschriebenen Gewaltexzessen nicht die naheliegende Frage gestellt zu haben, was denn das für eine Scheißkultur sei, wenn sowas dabei rauskomme, sondern sich stattdessen in dieses Märchen einer &#039;menschlichen Natur&#039;, die eben egoistisch, raffgierig und gewalttätig sei, zu flüchten. 

Diese niederträchtige &#039;Natur des Menschen&#039; bildet seitdem die gängige Rechtfertigung für die Herrschaft des Menschen über den Menschen - eine solche &#039;Natur&#039; müsse natürlich, und natürlich notfalls auch gewaltsam, gezähmt und eben beherrscht werden, und in Ermangelung praktisch tätig werdender &#039;Höherer Wesen&#039; kommt dafür halt auch nur wieder der Mensch selbst in Frage - auch wenn er sich dabei gerne hinter solchen versteckt. 

Diese sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Abendlandes ziehende Sichtweise - die mE ganz tief in unseren Mythen, Legenden und &#039;Narrativen&#039; steckt - wäre sozusagen die &#039;rechte&#039; und geschichtlich zweifellos tonangebende. &#039;Sündenfall&#039;, &#039;Erbsünde&#039; und andere Modelle, die im Gegenteil die menschliche Natur als grundsätzlich gut, lieb und nett aufassen und die Schuld für all die &#039;Auswüchse&#039; bei einer verkorksten Kultur sehen, mögen damit zwar vielleicht etwas näher an der Wahrheit sein, übernehmen dabei aber auch fatalerweise genau diese eingebildete Dichotomie. Sie sind so gesehen auch nur ein Vexierbild dieses Irrtums. 

Dieser &#039;alternative&#039; Strang der Ketzer, Rebellen und Revolutionäre zieht sich ebenfalls durch unsere Geschichte, diese sozusagen &#039;linke&#039; Sichtweise konnte sich aber ausser gelegentlichen Etappensiegen nie wirklich durchsetzen, auch wenn sie dem &#039;rechten&#039; Strang im Laufe der Zeit schon einiges abtrotzen konnte. Dem Christentum mit seiner ausgeprägten Doppelzüngigkeit kommt dabei eine interessante Sonderrolle zu - vom Ansatz und der Figur des Jesus von Nazareth her eher &#039;links&#039; hat es sich praktisch immer auf die rechte Seite geschlagen (so gesehen auch eine Art Vorläufer der Sozialdemokratie...).

Die Dichotomie selbst, der &#039;unversöhnliche&#039; und im Hauptstrang dann eben auch nur &lt;i&gt;gewaltsam&lt;/i&gt; zu beherrschende Gegensatz von (eingebildeter) &#039;Natur&#039; und (tatsächlich vorhandener) &#039;Kultur&#039; scheint mir darüber hinaus auch eine Art Blaupause abgegeben zu haben für unseren Umgang mit verschiedensten Arten von &#039;Polaritäten&#039;. Statt sie als integrale Bestandteile eines Ganzen zu begreifen, oder als ein Kontinuum zwischen Polen, neigen &#039;wir&#039; offenbar immer eher einem (ausschließenden) Entweder-Oder zu (tertium non datur). &#039;Gut&#039; und &#039;Böse&#039; bieten in dem hier skizzierten Kontext nur ein besonders prominentes und weitreichendes Beispiel. Andere Kulturen unterscheiden sich davon teilweise doch beträchtlich, man denke zB an das chinesische Yin-Yang-Symbol. 

Der Vorrang des Individuums vor der Gesellschaft, diese merkwürdige Mär vom &#039;Gesellschaftsvertrag&#039;, von zunächst mal lauter &#039;alleinstehenden&#039; Individuen, die sich dann anschließend erst zu einer Gesellschaft zusammenfinden, gehört natürlich auch in diesen Komplex. 

Nochmal: es gibt keine &#039;menschliche Natur&#039; jenseits menschlicher Kultur. Jeder Mensch ist und war immer schon ein Produkt seiner jeweiligen Kultur. Selbst die existentiellsten biologischen Bedürfnisse des Menschen wie zB die Nahrungsaufnahme sind immer schon kulturell überformt - was als Delikatesse oder auch nur überhaupt als Nahrung akzeptiert wird unterliegt weit weniger irgendwelchen plumpen Nützlichkeitskriterien als den jeweiligen kulturellen Vorgaben. Für Kleidung, Behausung - und natürlich auch den Sex - gilt entsprechendes. Das Wesen des Menschen &lt;i&gt;ist&lt;/i&gt; seine Kultur.

Soweit erstmal und wie gesagt etwas grob meine aktuellen und unwesentlichen Gedanken zu diesem Clusterfuck mit der &#039;menschlichen Natur&#039;. Das Thema Gewalt habe ich zwar erstmal nur gestreift - aber dass es vielleicht keine so gute Idee war und ist, gegen etwas rein Eingebildetes gewaltsam vorgehen zu wollen, dass das nur eine Gewaltspirale in Gang setzt, die irgendwann überdreht und eine solche &#039;Zivilisation&#039; am Ende sogar in totale gegenseitige Vernichtung umzuschlagen droht, das scheint mir doch irgendwie naheliegend zu sein. 

(Und an dieser Stelle auch noch einmal der dankbare Hinweis auf das schmale Bändchen &#039;The Western Illusion of Human Nature&#039; von Marshal Sahlins)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mach&#8217;s einfach mal ganz grob: ich halte schon die Annahme, es gebe so etwas wie einen vorkulturellen, vorzivilisatorischen Menschen, für einen fatalen und überaus weitreichenden Irrtum. Erst recht, dass dieser sodann eine quasi unbeleckte &#8216;Natur&#8217; aufweise, über die man auch noch postive Aussagen treffen könne. Ein solches Wesen gibt es nicht und hat es nie gegeben (die Kaspar Hauser-Fälle mal aussen vor gelassen). Menschliche Kultur ist nachweislich älter als der Homo Sapiens, er hat dieses Merkmal bereits von seinen Vorfahren bzw Vorläufern geerbt. Er hätte ohnehin keine drei Generationen überlebt, wenn seine erstmal ja &#8216;unzivilisierte&#8217; Natur tatsächlich im &#8216;Krieg aller gegen alle&#8217; läge. </p>
<p>Der &#8216;Fehler&#8217; von Leuten wie Thukidides oder, wieder aufgegriffen, von Hobbes etc war dementsprechend, angesichts der von ihnen beobachteten bzw beschriebenen Gewaltexzessen nicht die naheliegende Frage gestellt zu haben, was denn das für eine Scheißkultur sei, wenn sowas dabei rauskomme, sondern sich stattdessen in dieses Märchen einer &#8216;menschlichen Natur&#8217;, die eben egoistisch, raffgierig und gewalttätig sei, zu flüchten. </p>
<p>Diese niederträchtige &#8216;Natur des Menschen&#8217; bildet seitdem die gängige Rechtfertigung für die Herrschaft des Menschen über den Menschen &#8211; eine solche &#8216;Natur&#8217; müsse natürlich, und natürlich notfalls auch gewaltsam, gezähmt und eben beherrscht werden, und in Ermangelung praktisch tätig werdender &#8216;Höherer Wesen&#8217; kommt dafür halt auch nur wieder der Mensch selbst in Frage &#8211; auch wenn er sich dabei gerne hinter solchen versteckt. </p>
<p>Diese sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Abendlandes ziehende Sichtweise &#8211; die mE ganz tief in unseren Mythen, Legenden und &#8216;Narrativen&#8217; steckt &#8211; wäre sozusagen die &#8216;rechte&#8217; und geschichtlich zweifellos tonangebende. &#8216;Sündenfall&#8217;, &#8216;Erbsünde&#8217; und andere Modelle, die im Gegenteil die menschliche Natur als grundsätzlich gut, lieb und nett aufassen und die Schuld für all die &#8216;Auswüchse&#8217; bei einer verkorksten Kultur sehen, mögen damit zwar vielleicht etwas näher an der Wahrheit sein, übernehmen dabei aber auch fatalerweise genau diese eingebildete Dichotomie. Sie sind so gesehen auch nur ein Vexierbild dieses Irrtums. </p>
<p>Dieser &#8216;alternative&#8217; Strang der Ketzer, Rebellen und Revolutionäre zieht sich ebenfalls durch unsere Geschichte, diese sozusagen &#8216;linke&#8217; Sichtweise konnte sich aber ausser gelegentlichen Etappensiegen nie wirklich durchsetzen, auch wenn sie dem &#8216;rechten&#8217; Strang im Laufe der Zeit schon einiges abtrotzen konnte. Dem Christentum mit seiner ausgeprägten Doppelzüngigkeit kommt dabei eine interessante Sonderrolle zu &#8211; vom Ansatz und der Figur des Jesus von Nazareth her eher &#8216;links&#8217; hat es sich praktisch immer auf die rechte Seite geschlagen (so gesehen auch eine Art Vorläufer der Sozialdemokratie&#8230;).</p>
<p>Die Dichotomie selbst, der &#8216;unversöhnliche&#8217; und im Hauptstrang dann eben auch nur <i>gewaltsam</i> zu beherrschende Gegensatz von (eingebildeter) &#8216;Natur&#8217; und (tatsächlich vorhandener) &#8216;Kultur&#8217; scheint mir darüber hinaus auch eine Art Blaupause abgegeben zu haben für unseren Umgang mit verschiedensten Arten von &#8216;Polaritäten&#8217;. Statt sie als integrale Bestandteile eines Ganzen zu begreifen, oder als ein Kontinuum zwischen Polen, neigen &#8216;wir&#8217; offenbar immer eher einem (ausschließenden) Entweder-Oder zu (tertium non datur). &#8216;Gut&#8217; und &#8216;Böse&#8217; bieten in dem hier skizzierten Kontext nur ein besonders prominentes und weitreichendes Beispiel. Andere Kulturen unterscheiden sich davon teilweise doch beträchtlich, man denke zB an das chinesische Yin-Yang-Symbol. </p>
<p>Der Vorrang des Individuums vor der Gesellschaft, diese merkwürdige Mär vom &#8216;Gesellschaftsvertrag&#8217;, von zunächst mal lauter &#8216;alleinstehenden&#8217; Individuen, die sich dann anschließend erst zu einer Gesellschaft zusammenfinden, gehört natürlich auch in diesen Komplex. </p>
<p>Nochmal: es gibt keine &#8216;menschliche Natur&#8217; jenseits menschlicher Kultur. Jeder Mensch ist und war immer schon ein Produkt seiner jeweiligen Kultur. Selbst die existentiellsten biologischen Bedürfnisse des Menschen wie zB die Nahrungsaufnahme sind immer schon kulturell überformt &#8211; was als Delikatesse oder auch nur überhaupt als Nahrung akzeptiert wird unterliegt weit weniger irgendwelchen plumpen Nützlichkeitskriterien als den jeweiligen kulturellen Vorgaben. Für Kleidung, Behausung &#8211; und natürlich auch den Sex &#8211; gilt entsprechendes. Das Wesen des Menschen <i>ist</i> seine Kultur.</p>
<p>Soweit erstmal und wie gesagt etwas grob meine aktuellen und unwesentlichen Gedanken zu diesem Clusterfuck mit der &#8216;menschlichen Natur&#8217;. Das Thema Gewalt habe ich zwar erstmal nur gestreift &#8211; aber dass es vielleicht keine so gute Idee war und ist, gegen etwas rein Eingebildetes gewaltsam vorgehen zu wollen, dass das nur eine Gewaltspirale in Gang setzt, die irgendwann überdreht und eine solche &#8216;Zivilisation&#8217; am Ende sogar in totale gegenseitige Vernichtung umzuschlagen droht, das scheint mir doch irgendwie naheliegend zu sein. </p>
<p>(Und an dieser Stelle auch noch einmal der dankbare Hinweis auf das schmale Bändchen &#8216;The Western Illusion of Human Nature&#8217; von Marshal Sahlins)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74065</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2018 16:08:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Direkte Gewalt gibt es noch in der Unterschicht, aber auch da ist sie eingebettet in externe Regeln, die tendenziell Brutalität fördern. Da sie illegal ist und keine eigenen Regeln hat, muss sie sich auch vor dem Zugriff des Gesetzes schützen. Daher ist es clever, sie entweder in mafiöse Strukturen einzubetten oder so aufzutreten, dass die Opfer sich nicht trauen, den Staat zu aktivieren.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Direkte Gewalt gibt es noch in der Unterschicht, aber auch da ist sie eingebettet in externe Regeln, die tendenziell Brutalität fördern. Da sie illegal ist und keine eigenen Regeln hat, muss sie sich auch vor dem Zugriff des Gesetzes schützen. Daher ist es clever, sie entweder in mafiöse Strukturen einzubetten oder so aufzutreten, dass die Opfer sich nicht trauen, den Staat zu aktivieren.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Fluchtwagenfahrer</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74061</link>
		<dc:creator>Fluchtwagenfahrer</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2018 15:00:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Habe ich das richtig verstanden?
Abwesenheit von Gewalt.
Nunja aufm Radweg, Straße, in der Familie, aufe Arbeit, am Gartenzaun usw.
Die Ratten kloppen sich, gegenseitig.
Den Buback macht hier keiner mehr, das heißt ankommen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Habe ich das richtig verstanden?<br />
Abwesenheit von Gewalt.<br />
Nunja aufm Radweg, Straße, in der Familie, aufe Arbeit, am Gartenzaun usw.<br />
Die Ratten kloppen sich, gegenseitig.<br />
Den Buback macht hier keiner mehr, das heißt ankommen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Wal B.</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=9312#comment-74058</link>
		<dc:creator>Wal B.</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jan 2018 11:39:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Schutzlos in der Zivilisation“ das hat was. Vorher war Schutz durch einen Herrn personalisiert, dem man angehörte. Große Herren gaben viel Schutz, kleine Herren wenig. Das gab Hauen und Stechen allzumal.
Die Zivilisation reduzierte die vielen Herren auf einen Einzigen: die Staatsmacht. Das war der Rechtsstaat. Der brachte es dann fertig, Millionen Untertanen gegeneinander in Weltkriegsschlachten zu schicken. 
„Das „Untertanen-Subjekt“ verzichtet jedoch nicht auf Gewalt, nur weil die Zahl der Herren reduziert wurde.
Siehe zum Beispiel hier: http://marx-forum.de/Forum/gallery/index.php?image/998-f%C3%BChren-afd-hasspostings-zu-mehr-angriffen-auf-fl%C3%BCchtlinge/
„Der Staat“ schützt uns Untertanen nicht vor Privatgewalt. Hohe Politiker und Funktionäre erhalten Personenschutz, mehr nicht. Strafverfolgung bietet keinen Schutz. 
Fakt ist auch, dass jede größere Disco Türsteher und Rausschmeißer anstellt und jedes größeres Unternehmen einen Werkschutz unterhält. Das ist auch Privatgewalt. Andere kaufen Reizgas oder sammeln Schusswaffen. 
Ich glaube jedoch nicht, dass Waffen über unsere Zukunft entscheiden. Ich glaube: Wer das E-Werk, die Wasser- und die Lebensmittelversorgung unserer Kommunen in Gang halten kann, diejenigen halten unsere Zukunft in Händen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„Schutzlos in der Zivilisation“ das hat was. Vorher war Schutz durch einen Herrn personalisiert, dem man angehörte. Große Herren gaben viel Schutz, kleine Herren wenig. Das gab Hauen und Stechen allzumal.<br />
Die Zivilisation reduzierte die vielen Herren auf einen Einzigen: die Staatsmacht. Das war der Rechtsstaat. Der brachte es dann fertig, Millionen Untertanen gegeneinander in Weltkriegsschlachten zu schicken.<br />
„Das „Untertanen-Subjekt“ verzichtet jedoch nicht auf Gewalt, nur weil die Zahl der Herren reduziert wurde.<br />
Siehe zum Beispiel hier: <a href="http://marx-forum.de/Forum/gallery/index.php?image/998-f%C3%BChren-afd-hasspostings-zu-mehr-angriffen-auf-fl%C3%BCchtlinge/" rel="nofollow">http://marx-forum.de/Forum/gallery/index.php?image/998-f%C3%BChren-afd-hasspostings-zu-mehr-angriffen-auf-fl%C3%BCchtlinge/</a><br />
„Der Staat“ schützt uns Untertanen nicht vor Privatgewalt. Hohe Politiker und Funktionäre erhalten Personenschutz, mehr nicht. Strafverfolgung bietet keinen Schutz.<br />
Fakt ist auch, dass jede größere Disco Türsteher und Rausschmeißer anstellt und jedes größeres Unternehmen einen Werkschutz unterhält. Das ist auch Privatgewalt. Andere kaufen Reizgas oder sammeln Schusswaffen.<br />
Ich glaube jedoch nicht, dass Waffen über unsere Zukunft entscheiden. Ich glaube: Wer das E-Werk, die Wasser- und die Lebensmittelversorgung unserer Kommunen in Gang halten kann, diejenigen halten unsere Zukunft in Händen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
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