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	<title>Kommentare zu: Gute Herren und ihre willigen Sklaven</title>
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	<description>Keine Herren, keine Sklaven!</description>
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		<title>Von: R@iner</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50727</link>
		<dc:creator>R@iner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2016 08:00:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Amike: Ich kann schlecht das ganze Buch zitieren. Natürlich fehlt dort die von dir angemerkte Kritik nicht. Sie schwebt nach einleitenden Erklärungen als Metathema über den Kapiteln.

U.a. schreibt Scheidler ebenda:

&lt;i&gt;[..] Durch die immer akribischere Kontrolle über Raum, Zeit und Bewegung wurde die Lohnarbeit zu einem ähnlich herrischen Disziplinarinstrument wie die Armee und die Schule. Die Menschen wurden einer »Tyrannei der abstrakten Zeit« (so der deutsche Publizist Robert Kurz) unterworfen, einer Diktatur der Effizienz: Nicht mehr die Rhythmen der Gemeinschaft, die Zyklen der Natur oder die Eigenzeit des tätigen Menschen prägten das Leben, sondern der einförmige Takt der Wecker, Stechuhren und Signalglocken. Das komplexe Sinngefüge von Beziehungen, auf denen gemeinschaftliches Leben beruht, wurde durch maschinelle Ketten aus Befehl und Gehorsam ersetzt. Der Fluchtpunkt dieser Entwicklung ist eine Gesellschaft, deren einziges Ziel die unendliche Steigerung der Güterproduktion ist und die dabei alles auslöscht, was diesem Zweck nicht dient. [..]&lt;/i&gt;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Amike: Ich kann schlecht das ganze Buch zitieren. Natürlich fehlt dort die von dir angemerkte Kritik nicht. Sie schwebt nach einleitenden Erklärungen als Metathema über den Kapiteln.</p>
<p>U.a. schreibt Scheidler ebenda:</p>
<p><i>[..] Durch die immer akribischere Kontrolle über Raum, Zeit und Bewegung wurde die Lohnarbeit zu einem ähnlich herrischen Disziplinarinstrument wie die Armee und die Schule. Die Menschen wurden einer »Tyrannei der abstrakten Zeit« (so der deutsche Publizist Robert Kurz) unterworfen, einer Diktatur der Effizienz: Nicht mehr die Rhythmen der Gemeinschaft, die Zyklen der Natur oder die Eigenzeit des tätigen Menschen prägten das Leben, sondern der einförmige Takt der Wecker, Stechuhren und Signalglocken. Das komplexe Sinngefüge von Beziehungen, auf denen gemeinschaftliches Leben beruht, wurde durch maschinelle Ketten aus Befehl und Gehorsam ersetzt. Der Fluchtpunkt dieser Entwicklung ist eine Gesellschaft, deren einziges Ziel die unendliche Steigerung der Güterproduktion ist und die dabei alles auslöscht, was diesem Zweck nicht dient. [..]</i></p>
]]></content:encoded>
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	<item>
		<title>Von: Amike</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50726</link>
		<dc:creator>Amike</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2016 07:51:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@R@iner: Der Lesch hat aber auch nur eine extrem bürgerliche und m.E. realitätsverweigernde Kritik am Bildungssystem. Wenn man sich dafür interessierte, könnte man wissen, dass Schule in erster, zweiter, dritter und vierter Linie zur Disziplinierung dient. Irgendwann dann kommen Inhalte. Für die ist halt kein Geld da, so wie für allen anderen Sozialklimbim auch nicht. Da hilft es auch wenig eine romantisierende Sicht darauf zu pflegen, dass die Kinder ja auch Zeit zum &quot;Kind sein&quot; bräuchten, aber gleichzeitig auch mehr praktische und verwertbare Kenntnisse eingebläut bekommen müssten (interessant auch wie diese komplette Dissonanz da reibungsfrei als zusammenhängende Vision vorgetragen wird; der Typ ist ja nicht blöd, allerdings ist diese Art Merkbefreitheit ziemlich gang und gäbe, auch und gerade bei gebildeten/klugen Leuten).

Der Hauptaufgabe sind Schulen nach wie vor gewachsen, nämlich den jungen Menschen von Anfang an einzuschleifen, dass sie sich zur Verfügung zu stellen haben, jeden Tag, so wie eben auch auf dem Arbeitsmarkt.

Sorry, falls das jetzt nur den Inhalt des von oblomow verlinkten Artikels wiederholen sollte, den hab ich (noch) nicht gelesen.

Nachtrag: Sind wir wohl gleichzietig auf die Idee gekommen, was dazu zu schreiben. Die Kritik, die du zitierst, geht mir insofern nicht weit genug, da sie sich auf Inhalte, Strukturen und v.a. &quot;Entfremdung&quot; konzentriert. Das Problem beginnt m.E. eben schon früher, schon mit der Verfügungsgewalt der Institution über die Lebenszeit (selbst wenn man das nett ausgestaltet mit allerlei Wahlmöglichkeiten und Bastel- und Spielschischi).]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@R@iner: Der Lesch hat aber auch nur eine extrem bürgerliche und m.E. realitätsverweigernde Kritik am Bildungssystem. Wenn man sich dafür interessierte, könnte man wissen, dass Schule in erster, zweiter, dritter und vierter Linie zur Disziplinierung dient. Irgendwann dann kommen Inhalte. Für die ist halt kein Geld da, so wie für allen anderen Sozialklimbim auch nicht. Da hilft es auch wenig eine romantisierende Sicht darauf zu pflegen, dass die Kinder ja auch Zeit zum &#8220;Kind sein&#8221; bräuchten, aber gleichzeitig auch mehr praktische und verwertbare Kenntnisse eingebläut bekommen müssten (interessant auch wie diese komplette Dissonanz da reibungsfrei als zusammenhängende Vision vorgetragen wird; der Typ ist ja nicht blöd, allerdings ist diese Art Merkbefreitheit ziemlich gang und gäbe, auch und gerade bei gebildeten/klugen Leuten).</p>
<p>Der Hauptaufgabe sind Schulen nach wie vor gewachsen, nämlich den jungen Menschen von Anfang an einzuschleifen, dass sie sich zur Verfügung zu stellen haben, jeden Tag, so wie eben auch auf dem Arbeitsmarkt.</p>
<p>Sorry, falls das jetzt nur den Inhalt des von oblomow verlinkten Artikels wiederholen sollte, den hab ich (noch) nicht gelesen.</p>
<p>Nachtrag: Sind wir wohl gleichzietig auf die Idee gekommen, was dazu zu schreiben. Die Kritik, die du zitierst, geht mir insofern nicht weit genug, da sie sich auf Inhalte, Strukturen und v.a. &#8220;Entfremdung&#8221; konzentriert. Das Problem beginnt m.E. eben schon früher, schon mit der Verfügungsgewalt der Institution über die Lebenszeit (selbst wenn man das nett ausgestaltet mit allerlei Wahlmöglichkeiten und Bastel- und Spielschischi).</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: R@iner</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50725</link>
		<dc:creator>R@iner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2016 07:43:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@oblomow: Ich möchte ja nicht als völlig unintellektuell abgestempelt werden, aber Texte, in denen Sätze wie 

&lt;i&gt;&quot;Die Unterordnung alles Seienden unter einen abstrakt-logischen Formalismus raubt der Vernunft völlig ihre Potenz zur kritischen Reflexion der Prämissen der gegebenen Gesellschaftsformation.&quot;&lt;/i&gt; 

stehen, lassen mich eigentlich nur am Verstand des Autors zweifeln. Wenn ich so etwas jedenfalls im Umkreis von einem Kilometer meiner Wohnung raushaue, dann habe ich danach keine (eigenen) Zähne mehr.

Leicht leserlich indessen finde ich die Art und Weise, wie Fabian Scheidler das Schulwesen in &lt;i&gt;&quot;Das Ende der Megamaschine&quot;&lt;/i&gt; beschreibt.

Ein kurzer Abschnitt daraus:

&lt;i&gt;[..] Das Ziel dieser ganzen Prozedur bestand darin, eine reibungslos funktionierende Lernmaschine zu schaffen, wie sie der »Vater der modernen Pädagogik« Johann Comenius bereits im 17. Jahrhundert erträumte: »Sobald es uns gelingt, die geeignete Methode zu finden, wird es nicht schwieriger sein, Schüler in jeder gewünschten Anzahl zu unterrichten, als mittels der Druckerpresse täglich tausend Blätter mit der saubersten Schrift zu bedecken. Erziehung nach meinem Plan ausgeführt zu sehen, wird so erfreulich sein, wie eine automatische Maschine zu betrachten, und der Prozess wird so fehlerlos sein wie diese mechanischen Vorrichtungen, wenn sie geschickt konstruiert sind.«
Auch wenn einige allzu grotesk oder brutal erscheinende Disziplinarmethoden im Laufe der letzten 200 Jahre aus dem Schulwesen verschwunden sind, blieben die Grundpfeiler des Systems doch bis heute dieselben. Ein Schüler hat – zumindest jenseits der Grundschule – im Klassenraum weder das Recht, auf eigene Initiative zu sprechen noch sich zu bewegen, sondern nur auf Geheiß einer Autorität. Er darf von sich aus nicht einmal zum Fenster gehen, um Luft zu schnappen. Er darf mit seinem Tischnachbarn nicht kommunizieren, sondern nur entlang der zentralen Achse zum Lehrer und nur über die von ihm vorgeschriebenen Themen. Selbst Gefangene im Zuchthaus haben mehr Rechte als Schüler im Klassenraum.
Auf den ersten Blick muss die Hartnäckigkeit dieses Systems überraschen. Denn es ist seit langem bekannt, dass die Logik von Befehl und Gehorsam das Lernen eher behindert als fördert. Menschen lernen nachweislich am besten durch Neugier und nicht durch Angst, durch Interesse und nicht durch die fremdbestimmte Vorgabe von Aufgaben, deren Sinn sie nicht verstehen. Dass sich trotz dieser Kritik an den Grundpfeilern des Schulsystems – von oben vorgeschriebene Lehrpläne, die unterschiedslos für alle gelten, Zerlegung des Stoffs in Fächer und Stunden, Notengebung usw. – seit dem 19. Jahrhundert wenig geändert hat, erscheint zunächst irrational. Doch wenn man genauer hinschaut, zeigt sich ein einfacher Grund für diese institutionelle Lernverweigerung. In der Schule ging es von Anfang an gar nicht so sehr um das Erlernen von Stoff, sondern um ein anderes, übergeordnetes Lernziel. Die Schule übt einen Modus ein, der für die spätere Funktion im Wirtschaftsgetriebe unabdingbar ist: den Modus der Entfremdung. Sie bereitet Schüler darauf vor, austauschbare Aufgaben zu erledigen und dafür Punkte in einem abstrakten System von Strafen und Belohnungen zu sammeln, anstatt ihren eigenen Interessen zu folgen und Fähigkeiten zu entwickeln, die unmittelbar dazu dienen, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Die Einübung dieses Entfremdungsmodus ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen später bereit sind, ihren Platz in einer entfremdeten Ökonomie einzunehmen.
Nur wenn Menschen verlernen, ihren eigenen Impulsen nachzugehen, wenn Sie es für unabänderlich und selbstverständlich halten, dass Arbeit darin besteht, Aufgaben zu erfüllen, die sich andere ausgedacht haben, wenn sie ihr Leben an den Punkten, die ihnen von anderen zugesprochen oder abgezogen werden, orientieren, können sie in einer globalen Ökonomie, die jeden Arbeitsablauf nach den Kriterien der Effizienz und Nutzenmaximierung zerlegt, funktionieren. Die moderne Ökonomie braucht den entfremdeten Menschen. An die Stelle von Interesse und Sinnerfahrung tritt in ihr der Lohn, ein abstrakter Geldwert, der für die oft als sinnlos oder zermürbend empfundene Arbeit entschädigen soll – genau wie in der Schule die Note an die Stelle der erfüllenden Lernerfahrung tritt. [..]&lt;/i&gt;

Er erwähnt auch - ganz wichtig - Michel Foucaults &lt;i&gt;&quot;Überwachen und Strafen&quot;&lt;/i&gt;.

Zu Wort kommt auch Olof Palme in einer Fußnote:

&lt;i&gt;»Wenn man die Gesellschaft verändern und demokratisieren will, so ist die Schule ohne Zweifel eines unserer vornehmsten Instrumente. Allerdings sollten wir nicht allzu große Hoffnungen an die Demokratie in der Schulklasse knüpfen, wenn wir nicht gleichzeitig bereit sind, Demokratie auch an den Arbeitsplätzen außerhalb der Schule zu verwirklichen.« (Zitiert nach: Thomas Meyer: Praxis der Sozialen Demokratie, Wiesbaden 2006, S. 65)&lt;/i&gt;

@Amike #64: Ja. :-)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@oblomow: Ich möchte ja nicht als völlig unintellektuell abgestempelt werden, aber Texte, in denen Sätze wie </p>
<p><i>&#8220;Die Unterordnung alles Seienden unter einen abstrakt-logischen Formalismus raubt der Vernunft völlig ihre Potenz zur kritischen Reflexion der Prämissen der gegebenen Gesellschaftsformation.&#8221;</i> </p>
<p>stehen, lassen mich eigentlich nur am Verstand des Autors zweifeln. Wenn ich so etwas jedenfalls im Umkreis von einem Kilometer meiner Wohnung raushaue, dann habe ich danach keine (eigenen) Zähne mehr.</p>
<p>Leicht leserlich indessen finde ich die Art und Weise, wie Fabian Scheidler das Schulwesen in <i>&#8220;Das Ende der Megamaschine&#8221;</i> beschreibt.</p>
<p>Ein kurzer Abschnitt daraus:</p>
<p><i>[..] Das Ziel dieser ganzen Prozedur bestand darin, eine reibungslos funktionierende Lernmaschine zu schaffen, wie sie der »Vater der modernen Pädagogik« Johann Comenius bereits im 17. Jahrhundert erträumte: »Sobald es uns gelingt, die geeignete Methode zu finden, wird es nicht schwieriger sein, Schüler in jeder gewünschten Anzahl zu unterrichten, als mittels der Druckerpresse täglich tausend Blätter mit der saubersten Schrift zu bedecken. Erziehung nach meinem Plan ausgeführt zu sehen, wird so erfreulich sein, wie eine automatische Maschine zu betrachten, und der Prozess wird so fehlerlos sein wie diese mechanischen Vorrichtungen, wenn sie geschickt konstruiert sind.«<br />
Auch wenn einige allzu grotesk oder brutal erscheinende Disziplinarmethoden im Laufe der letzten 200 Jahre aus dem Schulwesen verschwunden sind, blieben die Grundpfeiler des Systems doch bis heute dieselben. Ein Schüler hat – zumindest jenseits der Grundschule – im Klassenraum weder das Recht, auf eigene Initiative zu sprechen noch sich zu bewegen, sondern nur auf Geheiß einer Autorität. Er darf von sich aus nicht einmal zum Fenster gehen, um Luft zu schnappen. Er darf mit seinem Tischnachbarn nicht kommunizieren, sondern nur entlang der zentralen Achse zum Lehrer und nur über die von ihm vorgeschriebenen Themen. Selbst Gefangene im Zuchthaus haben mehr Rechte als Schüler im Klassenraum.<br />
Auf den ersten Blick muss die Hartnäckigkeit dieses Systems überraschen. Denn es ist seit langem bekannt, dass die Logik von Befehl und Gehorsam das Lernen eher behindert als fördert. Menschen lernen nachweislich am besten durch Neugier und nicht durch Angst, durch Interesse und nicht durch die fremdbestimmte Vorgabe von Aufgaben, deren Sinn sie nicht verstehen. Dass sich trotz dieser Kritik an den Grundpfeilern des Schulsystems – von oben vorgeschriebene Lehrpläne, die unterschiedslos für alle gelten, Zerlegung des Stoffs in Fächer und Stunden, Notengebung usw. – seit dem 19. Jahrhundert wenig geändert hat, erscheint zunächst irrational. Doch wenn man genauer hinschaut, zeigt sich ein einfacher Grund für diese institutionelle Lernverweigerung. In der Schule ging es von Anfang an gar nicht so sehr um das Erlernen von Stoff, sondern um ein anderes, übergeordnetes Lernziel. Die Schule übt einen Modus ein, der für die spätere Funktion im Wirtschaftsgetriebe unabdingbar ist: den Modus der Entfremdung. Sie bereitet Schüler darauf vor, austauschbare Aufgaben zu erledigen und dafür Punkte in einem abstrakten System von Strafen und Belohnungen zu sammeln, anstatt ihren eigenen Interessen zu folgen und Fähigkeiten zu entwickeln, die unmittelbar dazu dienen, menschliche Bedürfnisse zu befriedigen. Die Einübung dieses Entfremdungsmodus ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen später bereit sind, ihren Platz in einer entfremdeten Ökonomie einzunehmen.<br />
Nur wenn Menschen verlernen, ihren eigenen Impulsen nachzugehen, wenn Sie es für unabänderlich und selbstverständlich halten, dass Arbeit darin besteht, Aufgaben zu erfüllen, die sich andere ausgedacht haben, wenn sie ihr Leben an den Punkten, die ihnen von anderen zugesprochen oder abgezogen werden, orientieren, können sie in einer globalen Ökonomie, die jeden Arbeitsablauf nach den Kriterien der Effizienz und Nutzenmaximierung zerlegt, funktionieren. Die moderne Ökonomie braucht den entfremdeten Menschen. An die Stelle von Interesse und Sinnerfahrung tritt in ihr der Lohn, ein abstrakter Geldwert, der für die oft als sinnlos oder zermürbend empfundene Arbeit entschädigen soll – genau wie in der Schule die Note an die Stelle der erfüllenden Lernerfahrung tritt. [..]</i></p>
<p>Er erwähnt auch &#8211; ganz wichtig &#8211; Michel Foucaults <i>&#8220;Überwachen und Strafen&#8221;</i>.</p>
<p>Zu Wort kommt auch Olof Palme in einer Fußnote:</p>
<p><i>»Wenn man die Gesellschaft verändern und demokratisieren will, so ist die Schule ohne Zweifel eines unserer vornehmsten Instrumente. Allerdings sollten wir nicht allzu große Hoffnungen an die Demokratie in der Schulklasse knüpfen, wenn wir nicht gleichzeitig bereit sind, Demokratie auch an den Arbeitsplätzen außerhalb der Schule zu verwirklichen.« (Zitiert nach: Thomas Meyer: Praxis der Sozialen Demokratie, Wiesbaden 2006, S. 65)</i></p>
<p>@Amike #64: Ja. :-)</p>
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	<item>
		<title>Von: oblomow</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50721</link>
		<dc:creator>oblomow</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2016 07:06:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Die Franzosen […] haben den Sinn der Wirklichkeit, des Handelns, Fertigwerdens, – die Vorstellung geht unmittelbar in Handlung über. […] Wir haben allerhand Rumor im Kopfe und auf dem Kopfe; dabei lässt der deutsche Kopf eher seine Schlafmütze ganz ruhig sitzen, und operiert innerhalb seiner.“ (Hegel)

Anknüpfend an R@iner der hinweis auf einen beitrag bei &quot;Streifzüge&quot;, aus dem obiges zitat stammt:

&lt;a href=&quot;http://www.streifzuege.org/2016/warum-bildung-bei-der-ueberwindung-der-machtverhaeltnisse-nicht-hilft-zu-deren-erhalt-aber-ganz-wesentlich-beitraegt&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Warum Bildung bei der Überwindung der Machtverhältnisse nicht hilft, zu deren Erhalt aber ganz wesentlich beiträgt&lt;/a&gt;

Bei der gelegenheit auch der ergänzende hinweis zu Peinharts link in #55:

&quot;Es ist die &lt;a href=&quot;http://www.streifzuege.org/2016/wut-des-gegenwaertigen&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Wut des Gegenwärtigen&lt;/a&gt;, die sich hier fortwährend entlädt und gegen die die herkömmlichen Agenturen und Apparate in Machtlosigkeit erstarren.&quot;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Franzosen […] haben den Sinn der Wirklichkeit, des Handelns, Fertigwerdens, – die Vorstellung geht unmittelbar in Handlung über. […] Wir haben allerhand Rumor im Kopfe und auf dem Kopfe; dabei lässt der deutsche Kopf eher seine Schlafmütze ganz ruhig sitzen, und operiert innerhalb seiner.“ (Hegel)</p>
<p>Anknüpfend an R@iner der hinweis auf einen beitrag bei &#8220;Streifzüge&#8221;, aus dem obiges zitat stammt:</p>
<p><a href="http://www.streifzuege.org/2016/warum-bildung-bei-der-ueberwindung-der-machtverhaeltnisse-nicht-hilft-zu-deren-erhalt-aber-ganz-wesentlich-beitraegt" rel="nofollow">Warum Bildung bei der Überwindung der Machtverhältnisse nicht hilft, zu deren Erhalt aber ganz wesentlich beiträgt</a></p>
<p>Bei der gelegenheit auch der ergänzende hinweis zu Peinharts link in #55:</p>
<p>&#8220;Es ist die <a href="http://www.streifzuege.org/2016/wut-des-gegenwaertigen" rel="nofollow">Wut des Gegenwärtigen</a>, die sich hier fortwährend entlädt und gegen die die herkömmlichen Agenturen und Apparate in Machtlosigkeit erstarren.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: R@iner</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50718</link>
		<dc:creator>R@iner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2016 06:39:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bildung: Erstaunlich fand ich, was der hier dazu sagt: &lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=0SuGoCU9pdo&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Bildung und Lesch Wie sollte Bildung funktionieren&lt;/a&gt; (yt, 6 Min.)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Bildung: Erstaunlich fand ich, was der hier dazu sagt: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=0SuGoCU9pdo" rel="nofollow">Bildung und Lesch Wie sollte Bildung funktionieren</a> (yt, 6 Min.)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50652</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 22:02:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Ach, Wat.chen ;-), ich bin dir nie bös, ich zank mich nur mit dir. Was wär das öde ohne.

Das &quot;Bildungsdefizit&quot; ist das nächste Problem. Ich will ja auch niemanden erziehen, aber Beteiligung heißt nicht bloß Brot zuwerfen, sondern einbeziehen, das wäre dann Bildung. Übrigens der nächste Hochverrat der Sozen, die das ja noch auf der Agenda haben und wie immer das Gegenteil dessen tun, was sie versprechen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Ach, Wat.chen ;-), ich bin dir nie bös, ich zank mich nur mit dir. Was wär das öde ohne.</p>
<p>Das &#8220;Bildungsdefizit&#8221; ist das nächste Problem. Ich will ja auch niemanden erziehen, aber Beteiligung heißt nicht bloß Brot zuwerfen, sondern einbeziehen, das wäre dann Bildung. Übrigens der nächste Hochverrat der Sozen, die das ja noch auf der Agenda haben und wie immer das Gegenteil dessen tun, was sie versprechen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Wat.</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50647</link>
		<dc:creator>Wat.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 19:54:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Biste mir wieder lieb @flatter, jedenfalls hast Du gut erfaßt, worum es mir geht. Dieses Bildungsdefizit &#039;darf&#039; auf keinen Fall so bleiben.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Biste mir wieder lieb @flatter, jedenfalls hast Du gut erfaßt, worum es mir geht. Dieses Bildungsdefizit &#8216;darf&#8217; auf keinen Fall so bleiben.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50646</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 19:47:54 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&quot;&lt;em&gt;Wenn einer was nicht wissen möchte - egal. Dann wird eben, wenn ihn das nicht interessiert im Detail oder überhaupt, ohne ihn entschieden.&lt;/em&gt;&quot;
Das ist ein großes Problem im gängigen Format vom &#039;Demokratie&#039;, da ist es beinahe Bedingung, nichts zu wissen, um gefragt zu werden und selbstverständlich, dass &#039;gleichbereŕechtigt&#039; mitbestimmt, wer keine Ahnung hat, worum es geht.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<em>Wenn einer was nicht wissen möchte &#8211; egal. Dann wird eben, wenn ihn das nicht interessiert im Detail oder überhaupt, ohne ihn entschieden.</em>&#8221;<br />
Das ist ein großes Problem im gängigen Format vom &#8216;Demokratie&#8217;, da ist es beinahe Bedingung, nichts zu wissen, um gefragt zu werden und selbstverständlich, dass &#8216;gleichbereŕechtigt&#8217; mitbestimmt, wer keine Ahnung hat, worum es geht.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Wat.</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50645</link>
		<dc:creator>Wat.</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 19:43:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://feynsinn.org/?p=5900#comment-50645</guid>
		<description><![CDATA[@Peinhart(55)

Es fehlt (eigenes) Wissen, nicht ausschließlich auf s.g. Expertenmeinungen/ einschätzungen angewiesen sein. Meinetwegen auch die Einschätzungen von Experten selber beurteilen zu können, nicht nach Nase des Experten; nach Inhalten der Einschätzungen dieser.

Das heißt, es braucht eine (andere) Bildung, viel breiter und &#039;allgemeiner&#039; als Grundlage als heute. Breiter auch als die, die die DDR vorsah - die war &#039;bildungstechnisch&#039; schon nicht wirklich schlecht &#039;unterwegs&#039; - auch wenn&#039;s da bei Lichte betrachtet, auch nur um Verwertungsmöglichkeit(en) ihrer Bildungsinvestition ging.

Du kannst Dir Wissen heute ganz anders als früher holen, siehe ua. Internet, oder wir starten mal sowas wie eine private &#039;AllgemeinBildungsOffensive&#039; - aber die Zeit mußt Du erst mal für so was haben (wollen, können, dürfen)

Wenn&#039;s also doch noch mal um so etwas wie &quot;Keine Herren, keine Sklaven&quot; geht, &#039;darf&#039; es höchstens Leitungsstrukturen innerhalb von Projekten geben, aber dauerhaft keine sich aus manifestierter, fehlender Bildung.
Wenn einer was nicht wissen möchte - egal. Dann wird eben, wenn ihn das nicht interessiert im Detail oder überhaupt, ohne ihn entschieden.
Es macht aber einen Unterschied, ob ich nicht möchte, weil ich keine Lust habe, meine, daß das andere schon irgendwie &#039;ordentlich&#039; hinbringen - oder ob ich nicht (&#039;vernünftig&#039;) entscheiden kann, weil ich die Zeit u/o das Wissen dazu niemals kriegen konnte.

Ich versuche eben, obwohl zZt. reichlich lädiert, immer noch alles, nicht das Direktticket in den Resozismus zu buchen...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Peinhart(55)</p>
<p>Es fehlt (eigenes) Wissen, nicht ausschließlich auf s.g. Expertenmeinungen/ einschätzungen angewiesen sein. Meinetwegen auch die Einschätzungen von Experten selber beurteilen zu können, nicht nach Nase des Experten; nach Inhalten der Einschätzungen dieser.</p>
<p>Das heißt, es braucht eine (andere) Bildung, viel breiter und &#8216;allgemeiner&#8217; als Grundlage als heute. Breiter auch als die, die die DDR vorsah &#8211; die war &#8216;bildungstechnisch&#8217; schon nicht wirklich schlecht &#8216;unterwegs&#8217; &#8211; auch wenn&#8217;s da bei Lichte betrachtet, auch nur um Verwertungsmöglichkeit(en) ihrer Bildungsinvestition ging.</p>
<p>Du kannst Dir Wissen heute ganz anders als früher holen, siehe ua. Internet, oder wir starten mal sowas wie eine private &#8216;AllgemeinBildungsOffensive&#8217; &#8211; aber die Zeit mußt Du erst mal für so was haben (wollen, können, dürfen)</p>
<p>Wenn&#8217;s also doch noch mal um so etwas wie &#8220;Keine Herren, keine Sklaven&#8221; geht, &#8216;darf&#8217; es höchstens Leitungsstrukturen innerhalb von Projekten geben, aber dauerhaft keine sich aus manifestierter, fehlender Bildung.<br />
Wenn einer was nicht wissen möchte &#8211; egal. Dann wird eben, wenn ihn das nicht interessiert im Detail oder überhaupt, ohne ihn entschieden.<br />
Es macht aber einen Unterschied, ob ich nicht möchte, weil ich keine Lust habe, meine, daß das andere schon irgendwie &#8216;ordentlich&#8217; hinbringen &#8211; oder ob ich nicht (&#8216;vernünftig&#8217;) entscheiden kann, weil ich die Zeit u/o das Wissen dazu niemals kriegen konnte.</p>
<p>Ich versuche eben, obwohl zZt. reichlich lädiert, immer noch alles, nicht das Direktticket in den Resozismus zu buchen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=5900#comment-50644</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 May 2016 19:19:52 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Querfront, Queeeerfroont!!
Gut beobachtet, das. Nur der letzte Satz kommt dann doch recht parolenhaft daher. So abstrakt lockt er mich nicht von der Friedhofsbank.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Querfront, Queeeerfroont!!<br />
Gut beobachtet, das. Nur der letzte Satz kommt dann doch recht parolenhaft daher. So abstrakt lockt er mich nicht von der Friedhofsbank.</p>
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