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	<title>Kommentare zu: Konservativ &#8211; reaktionär &#8211; faschistisch</title>
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	<description>Keine Herren, keine Sklaven!</description>
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		<title>Von: Martin Kozak</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-42275</link>
		<dc:creator>Martin Kozak</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 10 Jan 2016 00:52:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&quot;... ist der Mann bei einer 40-Stunden Woche ein halbes Jahr beschäftigt.
Jetzt füllen Sie einmal Formulare mit denen aus, übersetzen Sie die, bringen sie die Leute unter, geben ihnen etwas zu essen usf.&quot;

Ein unlösbares (&quot;Jetzt füllen Sie einmal...&quot;) zumindest riesengewaltiges Kapazitätsproblem wird da also gesehen.
Als Lösungsrezept wird ein paar Ebenen höher in die oberste universelle Schublade gefasst: Respekt ist es, was jede Kapazität bewältigen lässt. Wenn wir nur lieb sind, dann geht alles. ALLES.
Schnüff. Ich möchte auch wieder so naiv sein wie du, flatter.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;&#8230; ist der Mann bei einer 40-Stunden Woche ein halbes Jahr beschäftigt.<br />
Jetzt füllen Sie einmal Formulare mit denen aus, übersetzen Sie die, bringen sie die Leute unter, geben ihnen etwas zu essen usf.&#8221;</p>
<p>Ein unlösbares (&#8220;Jetzt füllen Sie einmal&#8230;&#8221;) zumindest riesengewaltiges Kapazitätsproblem wird da also gesehen.<br />
Als Lösungsrezept wird ein paar Ebenen höher in die oberste universelle Schublade gefasst: Respekt ist es, was jede Kapazität bewältigen lässt. Wenn wir nur lieb sind, dann geht alles. ALLES.<br />
Schnüff. Ich möchte auch wieder so naiv sein wie du, flatter.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: oblomow</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38296</link>
		<dc:creator>oblomow</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2015 00:48:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[#45 letzter satz

Über dem wissenschaftler (analytiker des kapitalismus), revolutionär (&quot;sarkastischen&quot; kritiker des sozialdemokratischen reformismus) wollen wir, na, jedenfalls ich, den menschen Marx nicht vergessen, mit all seinen ‘fehlern’, &quot;gefangen&quot; in seinen hoffnungen, wünschen, erwartungen, projektionen, träumen (wie wohl ein jeder, zumindest gelegentlich mal, wie anders wäre die realität auszuhalten), in denen das proletariat qua eines resultates seiner analyse ‘objektiv’ träger der revolution hin zur &quot;erlösten&quot; gesellschaft sein musste. Daraus auch resultierte die, bei aller sympathie, die ich für selbige hege, überhöhung/verklärung der zum scheitern verurteilten Pariser Kommune, - tausende tote und der bourgeois saß, während noch gemordet wurde, kaffee trinkend auf den (pracht)boulevards; will sagen: der mensch lebt so 50-70 jahre ‘bewußt’ und hofft die entscheidende veränderung zum besseren noch zu erleben, da ist die revolutionäre geduld dann nicht jedermanns sache (frau ist mitgemeint). Da war der olle Marx nicht anders. 

Ja, was möchten und erträumen wir nicht alles und am ende geht es uns wie im märchen, das erzählt wird, wie könnte es anders sein, von der

&quot;GROSSMUTTER: Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter war Alles todt und war Niemand mehr auf der Welt. Alles todt, und es ist hingangen und hat gerrt Tag und Nacht. Und wie auf die Erd Niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie’s zur Sonn kam, war’s eine verwelkte Sonnenblume und wie’s zu den Sternen kam, warens kleine goldne Mücken die waren angesteckt wie der Neuntödter sie auf die Schlehen steckt und wie’s wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich’s hingesetzt und gerrt und da sitzt es noch und ist ganz allein.&quot;

Georg Büchner, Woyzeck]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>#45 letzter satz</p>
<p>Über dem wissenschaftler (analytiker des kapitalismus), revolutionär (&#8220;sarkastischen&#8221; kritiker des sozialdemokratischen reformismus) wollen wir, na, jedenfalls ich, den menschen Marx nicht vergessen, mit all seinen ‘fehlern’, &#8220;gefangen&#8221; in seinen hoffnungen, wünschen, erwartungen, projektionen, träumen (wie wohl ein jeder, zumindest gelegentlich mal, wie anders wäre die realität auszuhalten), in denen das proletariat qua eines resultates seiner analyse ‘objektiv’ träger der revolution hin zur &#8220;erlösten&#8221; gesellschaft sein musste. Daraus auch resultierte die, bei aller sympathie, die ich für selbige hege, überhöhung/verklärung der zum scheitern verurteilten Pariser Kommune, &#8211; tausende tote und der bourgeois saß, während noch gemordet wurde, kaffee trinkend auf den (pracht)boulevards; will sagen: der mensch lebt so 50-70 jahre ‘bewußt’ und hofft die entscheidende veränderung zum besseren noch zu erleben, da ist die revolutionäre geduld dann nicht jedermanns sache (frau ist mitgemeint). Da war der olle Marx nicht anders. </p>
<p>Ja, was möchten und erträumen wir nicht alles und am ende geht es uns wie im märchen, das erzählt wird, wie könnte es anders sein, von der</p>
<p>&#8220;GROSSMUTTER: Es war einmal ein arm Kind und hat kein Vater und keine Mutter war Alles todt und war Niemand mehr auf der Welt. Alles todt, und es ist hingangen und hat gerrt Tag und Nacht. Und wie auf die Erd Niemand mehr war, wollt’s in Himmel gehn, und der Mond guckt es so freundlich an und wie’s endlich zum Mond kam, war’s ein Stück faul Holz und da ist es zur Sonn gangen und wie’s zur Sonn kam, war’s eine verwelkte Sonnenblume und wie’s zu den Sternen kam, warens kleine goldne Mücken die waren angesteckt wie der Neuntödter sie auf die Schlehen steckt und wie’s wieder auf die Erd wollt, war die Erd ein umgestürzter Hafen und war ganz allein und da hat sich’s hingesetzt und gerrt und da sitzt es noch und ist ganz allein.&#8221;</p>
<p>Georg Büchner, Woyzeck</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kalo</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38123</link>
		<dc:creator>kalo</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 20:27:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[#51
Glaube nicht, dass Abwägen von Optionen immer nur innerhalb der Vorgaben liegt. &quot;Überschreiten&quot; kann auch eine Option sein. 
&quot;Dispo&lt;i&gt;sa&lt;/i&gt;ble time&quot; (©Horst) scheint ihre &#039;materiellen&#039; Bedingungen doch wohl in sog. Machtverhältnissen zu haben. Das alte Verhängnis, dass der Fortschritt &quot;jenem heidnischen Götzen gleicht, der den Nektar nur aus den Schädeln Erschlagener trinken wollte&quot;, scheint nicht aufgehoben, nur abgemildert. Jetzt wird die freie Zeit, der Luxus des menschlichen Lebens, zum Mangel an Anrechten auf Lebensmittel und Anerkennungswürdigkeit gemacht. Ich kann nichts besseres als Marx&#039; Vermutung finden, dass die geschichtliche Aufgabe des Bürgertums darin bestehe, alle Quellen des Reichtums zu erschließen - aber mit dem Reichtum zuletzt nichts anfangen zu können. Unsere Lage sieht mir verdammt so aus, das der wahnsinnig produktive Kapitalismus Potentiale erzeugt, die er gleich wieder stillstellen muß, weil sie seine Selbsterhaltung gefährden. Und wir überqualifizierten Überflüssigen sind Symptom dessen. Unter anderem/anderen.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>#51<br />
Glaube nicht, dass Abwägen von Optionen immer nur innerhalb der Vorgaben liegt. &#8220;Überschreiten&#8221; kann auch eine Option sein.<br />
&#8220;Dispo<i>sa</i>ble time&#8221; (©Horst) scheint ihre &#8216;materiellen&#8217; Bedingungen doch wohl in sog. Machtverhältnissen zu haben. Das alte Verhängnis, dass der Fortschritt &#8220;jenem heidnischen Götzen gleicht, der den Nektar nur aus den Schädeln Erschlagener trinken wollte&#8221;, scheint nicht aufgehoben, nur abgemildert. Jetzt wird die freie Zeit, der Luxus des menschlichen Lebens, zum Mangel an Anrechten auf Lebensmittel und Anerkennungswürdigkeit gemacht. Ich kann nichts besseres als Marx&#8217; Vermutung finden, dass die geschichtliche Aufgabe des Bürgertums darin bestehe, alle Quellen des Reichtums zu erschließen &#8211; aber mit dem Reichtum zuletzt nichts anfangen zu können. Unsere Lage sieht mir verdammt so aus, das der wahnsinnig produktive Kapitalismus Potentiale erzeugt, die er gleich wieder stillstellen muß, weil sie seine Selbsterhaltung gefährden. Und wir überqualifizierten Überflüssigen sind Symptom dessen. Unter anderem/anderen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38104</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 15:30:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&quot;&lt;i&gt;Dann steht die Zeit still. Fuck it!&lt;/i&gt;&quot;

Yep, nur ändert sich durchs Abwägen von Optionen halt nix, weil die eben lediglich Varianten von Sich-einrichten-in-beschissenen-Verhältnissen beinhalten. &#039;&lt;i&gt;Disponible time&lt;/i&gt;&quot; hat eben paar &lt;i&gt;materielle&lt;/i&gt; Voraussetzungen, die man nicht so ohne weiteres einklagen kann. Nicht mal, wenn sie von-wem-auch-immer mit hirnrissigen Begründungen (die allesamt gewaltbasiert daherkommen) verweigert werden.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<i>Dann steht die Zeit still. Fuck it!</i>&#8221;</p>
<p>Yep, nur ändert sich durchs Abwägen von Optionen halt nix, weil die eben lediglich Varianten von Sich-einrichten-in-beschissenen-Verhältnissen beinhalten. &#8216;<i>Disponible time</i>&#8221; hat eben paar <i>materielle</i> Voraussetzungen, die man nicht so ohne weiteres einklagen kann. Nicht mal, wenn sie von-wem-auch-immer mit hirnrissigen Begründungen (die allesamt gewaltbasiert daherkommen) verweigert werden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38094</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 14:02:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Haben sie? Ich stehe gerade vor der Entscheidung, den nämlichen Antrag nicht zu stellen (also eigentlich danach, denn das ist keine Option für mich). Das Wissen, dass sie dich beobachten, dir jedes Geschenk abnehmen werden, dich hinzitieren können und dich zwingen, etwas zu tun, mit dem du dich selbst Demütigst, das lässt doch keine Sekunde &#039;Zeit&#039; übrig, das ist Dauerfolter 24/7, bis du die Methode gefunden hast, dich total zu betäuben. Dann steht die Zeit still. Fuck it!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Haben sie? Ich stehe gerade vor der Entscheidung, den nämlichen Antrag nicht zu stellen (also eigentlich danach, denn das ist keine Option für mich). Das Wissen, dass sie dich beobachten, dir jedes Geschenk abnehmen werden, dich hinzitieren können und dich zwingen, etwas zu tun, mit dem du dich selbst Demütigst, das lässt doch keine Sekunde &#8216;Zeit&#8217; übrig, das ist Dauerfolter 24/7, bis du die Methode gefunden hast, dich total zu betäuben. Dann steht die Zeit still. Fuck it!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38091</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 13:40:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&quot;&lt;i&gt;Vielleicht ist der Austragungsort der Kampf um die freie Zeit?&lt;/i&gt;&quot;
Die haben doch gerade diejenigen, die vom Kapital &lt;i&gt;nicht &lt;strike&gt;verwurstet&lt;/strike&gt; verwertet&lt;/i&gt; werden, nahezu im Überfluss. Blöd halt nur, dass die damit herzlich wenig anfangen können]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<i>Vielleicht ist der Austragungsort der Kampf um die freie Zeit?</i>&#8221;<br />
Die haben doch gerade diejenigen, die vom Kapital <i>nicht <strike>verwurstet</strike> verwertet</i> werden, nahezu im Überfluss. Blöd halt nur, dass die damit herzlich wenig anfangen können</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38089</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 12:53:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&quot;&lt;i&gt;Die Sklavenhaltergesellschaft ist nicht durch Revolution der Sklaven beendet worden und die Feudalgesellschaft nicht durch Revolution der Bauern.&lt;/i&gt;&quot;
Stimmt, aber immerhin haben die sich gewehrt, und ihre Kämpfe (meist aufgrund schlechter Bewaffnung) eben verloren. Von den neuzeitlichen &#039;Proleten&#039; kann man das nicht (mehr) sagen, die berufen sich auf ihr &#039;Recht&#039; als &#039;Staatsbürger&#039; und beklagen sich andauernd bei Instanzen, die für &lt;i&gt;ihre&lt;/i&gt; Belange gar nicht zuständig sind.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<i>Die Sklavenhaltergesellschaft ist nicht durch Revolution der Sklaven beendet worden und die Feudalgesellschaft nicht durch Revolution der Bauern.</i>&#8221;<br />
Stimmt, aber immerhin haben die sich gewehrt, und ihre Kämpfe (meist aufgrund schlechter Bewaffnung) eben verloren. Von den neuzeitlichen &#8216;Proleten&#8217; kann man das nicht (mehr) sagen, die berufen sich auf ihr &#8216;Recht&#8217; als &#8216;Staatsbürger&#8217; und beklagen sich andauernd bei Instanzen, die für <i>ihre</i> Belange gar nicht zuständig sind.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kalo</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38086</link>
		<dc:creator>kalo</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 12:30:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[#45,46

Da läßt sich doch sicher etwas aus dem Umstand machen, daß bei Marx erstens die evolutionäre &quot;Reifung&quot; einer Gesellschaftsformation etwas unverbunden neben der revolutionären Umwälzung steht (hier sind doch zwei Gedankenwelten miteinander verschweißt, das liberale Verständnis von autonomer Entwicklung des Gesellschaftskörpers und das proletarische von direkt-praktischer Aktion, etwas kurz gesagt) und zweitens, selbst bei Richtigkeit des Revolutionsmusters in der Abfolge der Gesellschaftsformationen, doch die Ablösung der kapitalistischen Gesellschaftsverfassung nicht von einer der beiden beteiligten Klassen ausgeführt werden konnte. Die Sklavenhaltergesellschaft ist nicht durch Revolution der Sklaven beendet worden und die Feudalgesellschaft nicht durch Revolution der Bauern. Es hatte sich jedesmal etwas Drittes ausgebildet. Nach dem zu suchen, scheint mir fruchtbar. Dort müßte auch das kommende &#039;Subjekt&#039; zu finden sein.

Daher meine Auffassung, daß sich in der Auflösung des Verhältnisses Kapital-Lohnarbeit ein anderes soziales Verhältnis ausbilden müßte, was dasselbe wie die Ausbildung neuer Verhaltensmuster und -imperative wäre. Sein Entstehen müßte dadurch sichtbar werden, daß sich massenhaft der Drang zeigte, die alten Zwänge, Nötigungen, Verhaltensmuster abzustreifen, aus einem unsichtbaren Käfig ausbrechen zu wollen. Wie weit man das &#039;innerhalb&#039; oder &#039;außerhalb&#039; des Systems angesiedelt sieht, wäre mir dann eine müßige Frage. (Ich halte etwas von der analytischen Tauglichkeit des von Marx angeeigneten Aspekts des Hegelschen &quot;Widerspruchs&quot;, oder bei Bloch dann &quot;Ungleichzeitigkeit&quot;; hier sehe ich Angebote, das Entstehen des Neuen inmitten des Status quo zu denken.)

Vielleicht ist der Austragungsort der Kampf um die freie Zeit? (So, wie die Proletarier seit dem 19. Jahrhundert um die Teilhabe an den Gütern und Dienstleistungen kämpften, die sie selbst herstellten, müßten wir - als Elemente des kommenden Subjekts - um die Teilhabe an freier Zeit kämpfen, die wir durch unser Funktionieren in der hochindustrialisierten Wirtschaft mitproduzieren?)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>#45,46</p>
<p>Da läßt sich doch sicher etwas aus dem Umstand machen, daß bei Marx erstens die evolutionäre &#8220;Reifung&#8221; einer Gesellschaftsformation etwas unverbunden neben der revolutionären Umwälzung steht (hier sind doch zwei Gedankenwelten miteinander verschweißt, das liberale Verständnis von autonomer Entwicklung des Gesellschaftskörpers und das proletarische von direkt-praktischer Aktion, etwas kurz gesagt) und zweitens, selbst bei Richtigkeit des Revolutionsmusters in der Abfolge der Gesellschaftsformationen, doch die Ablösung der kapitalistischen Gesellschaftsverfassung nicht von einer der beiden beteiligten Klassen ausgeführt werden konnte. Die Sklavenhaltergesellschaft ist nicht durch Revolution der Sklaven beendet worden und die Feudalgesellschaft nicht durch Revolution der Bauern. Es hatte sich jedesmal etwas Drittes ausgebildet. Nach dem zu suchen, scheint mir fruchtbar. Dort müßte auch das kommende &#8216;Subjekt&#8217; zu finden sein.</p>
<p>Daher meine Auffassung, daß sich in der Auflösung des Verhältnisses Kapital-Lohnarbeit ein anderes soziales Verhältnis ausbilden müßte, was dasselbe wie die Ausbildung neuer Verhaltensmuster und -imperative wäre. Sein Entstehen müßte dadurch sichtbar werden, daß sich massenhaft der Drang zeigte, die alten Zwänge, Nötigungen, Verhaltensmuster abzustreifen, aus einem unsichtbaren Käfig ausbrechen zu wollen. Wie weit man das &#8216;innerhalb&#8217; oder &#8216;außerhalb&#8217; des Systems angesiedelt sieht, wäre mir dann eine müßige Frage. (Ich halte etwas von der analytischen Tauglichkeit des von Marx angeeigneten Aspekts des Hegelschen &#8220;Widerspruchs&#8221;, oder bei Bloch dann &#8220;Ungleichzeitigkeit&#8221;; hier sehe ich Angebote, das Entstehen des Neuen inmitten des Status quo zu denken.)</p>
<p>Vielleicht ist der Austragungsort der Kampf um die freie Zeit? (So, wie die Proletarier seit dem 19. Jahrhundert um die Teilhabe an den Gütern und Dienstleistungen kämpften, die sie selbst herstellten, müßten wir &#8211; als Elemente des kommenden Subjekts &#8211; um die Teilhabe an freier Zeit kämpfen, die wir durch unser Funktionieren in der hochindustrialisierten Wirtschaft mitproduzieren?)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38084</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 12:06:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://feynsinn.org/?p=4415#comment-38084</guid>
		<description><![CDATA[Für mich ist da zu trennen, wo die Qualität der Theorie divergiert. Es ist auch ganz logisch, dass eine gute Analyse belastbarer ist als selbst der beste Entwurf.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Für mich ist da zu trennen, wo die Qualität der Theorie divergiert. Es ist auch ganz logisch, dass eine gute Analyse belastbarer ist als selbst der beste Entwurf.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=4415#comment-38082</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2015 11:14:40 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://feynsinn.org/?p=4415#comment-38082</guid>
		<description><![CDATA[@kalo #44:

Das Zitat belegt m.E. eher die These vom Rauschebart, wonach der Überbau sich auf die ökonomische Basis gründet, und demgemäß der sog. &#039;Wählerwille&#039; bloße Einbildung ist (das [ökonomische] Sein bestimmt das [gesellschaftliche] Bewusstsein).

Relativ neu ist eher der quasi vorauseilende Gehorsam. Bis vor paar Jahren musste die (geopolitische) Herrschaft hinterher gewaltsam intervenieren, wenn irgendwo jemand wagte, aus der Reihe zu tanzen (die Latte der Kriege / Militärputsche hier aufzuzählen ist mir zu lang). Jetzt bewerkstelligen die Vasallen sowas selber und können offenbar davon ausgehen, mit keinerlei Gegenwehr rechnen zu müssen. Es gab in der Vergangenheit &#039;geringere&#039; Anlässe für Generalstreiks. Aber seit sich die Leute (offenbar nicht nur in D) primär als &#039;Staatsbürger&#039; verstehen, ist das womöglich passé.

@flatter betr. &quot;&lt;i&gt;das ganze marx(isti)sche Revolutionsgedöns&lt;/i&gt;&quot;

Zwischen dem Wissenschaftler und dem Revolutionär ist nicht zu trennen, siehe &lt;a href=&quot;http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_150.htm&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Zirkularbrief an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a.&lt;/a&gt;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@kalo #44:</p>
<p>Das Zitat belegt m.E. eher die These vom Rauschebart, wonach der Überbau sich auf die ökonomische Basis gründet, und demgemäß der sog. &#8216;Wählerwille&#8217; bloße Einbildung ist (das [ökonomische] Sein bestimmt das [gesellschaftliche] Bewusstsein).</p>
<p>Relativ neu ist eher der quasi vorauseilende Gehorsam. Bis vor paar Jahren musste die (geopolitische) Herrschaft hinterher gewaltsam intervenieren, wenn irgendwo jemand wagte, aus der Reihe zu tanzen (die Latte der Kriege / Militärputsche hier aufzuzählen ist mir zu lang). Jetzt bewerkstelligen die Vasallen sowas selber und können offenbar davon ausgehen, mit keinerlei Gegenwehr rechnen zu müssen. Es gab in der Vergangenheit &#8216;geringere&#8217; Anlässe für Generalstreiks. Aber seit sich die Leute (offenbar nicht nur in D) primär als &#8216;Staatsbürger&#8217; verstehen, ist das womöglich passé.</p>
<p>@flatter betr. &#8220;<i>das ganze marx(isti)sche Revolutionsgedöns</i>&#8221;</p>
<p>Zwischen dem Wissenschaftler und dem Revolutionär ist nicht zu trennen, siehe <a href="http://www.mlwerke.de/me/me19/me19_150.htm" rel="nofollow">Zirkularbrief an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a.</a></p>
]]></content:encoded>
	</item>
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