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	<title>Kommentare zu: Wo die Geschichte fehlt</title>
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	<description>Keine Herren, keine Sklaven!</description>
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		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30528</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2015 20:01:44 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vielleicht noch ein sozusagen &#039;exemplarisches&#039; Marx-Zitat, aus dem &#039;Elend&#039;: &quot;In jeder historischen Epoche hat sich das Eigentum anders und unter ganz verschiedenen gesellschaftlichen Verhältnissen entwickelt. Das bürgerliche Eigentum definieren heißt somit nichts anderes, als &lt;i&gt;alle gesellschaftlichen Verhältnisse&lt;/i&gt; der bürgerlichen Produktion darzustellen.&quot; (Herv. von mir) - Das versteht sich dann natürlich auch für die Kritik. 

Und hier, extra für dich ;), noch eine ganz spezielle &lt;a href=&quot;http://www.nachdenkseiten.de/?p=26848#h06&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Marx-Volte&lt;/a&gt;, vorgetragen am Hochtrapez von den Flying Flassbecks: &quot;Es scheint, der Marxismus besiegt die Marktwirtschaft am Ende auf eine ganz hinterhältige Weise. Indem die Marktwirtschaft von denen regiert wird, die der Marxismus so verschreckt hat, dass sie nur an die Auseinandersetzung zwischen den Systemen denken, nicht aber an die konstruktive Auseinandersetzung mit dem übrig gebliebenen System selbst, macht er der Marktwirtschaft endgültig den Garaus. Bravo Karl Marx – das ist die höchste Form der Dialektik.&quot;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht noch ein sozusagen &#8216;exemplarisches&#8217; Marx-Zitat, aus dem &#8216;Elend&#8217;: &#8220;In jeder historischen Epoche hat sich das Eigentum anders und unter ganz verschiedenen gesellschaftlichen Verhältnissen entwickelt. Das bürgerliche Eigentum definieren heißt somit nichts anderes, als <i>alle gesellschaftlichen Verhältnisse</i> der bürgerlichen Produktion darzustellen.&#8221; (Herv. von mir) &#8211; Das versteht sich dann natürlich auch für die Kritik. </p>
<p>Und hier, extra für dich ;), noch eine ganz spezielle <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=26848#h06" rel="nofollow">Marx-Volte</a>, vorgetragen am Hochtrapez von den Flying Flassbecks: &#8220;Es scheint, der Marxismus besiegt die Marktwirtschaft am Ende auf eine ganz hinterhältige Weise. Indem die Marktwirtschaft von denen regiert wird, die der Marxismus so verschreckt hat, dass sie nur an die Auseinandersetzung zwischen den Systemen denken, nicht aber an die konstruktive Auseinandersetzung mit dem übrig gebliebenen System selbst, macht er der Marktwirtschaft endgültig den Garaus. Bravo Karl Marx – das ist die höchste Form der Dialektik.&#8221;</p>
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		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30503</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Jul 2015 11:53:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&lt;i&gt;Das unterstellt die Wertkritik dem Kapitalismus als Zweck den hat der aber nicht.&lt;/i&gt;

Nein, das tut sie mitnichten. Aber egal wie eng du das fasst, das Kapital kann nicht prozessieren, wenn die gesellschaftliche Reproduktion überhaupt nicht (mehr) gelingt. Auch die allfälligen &#039;Kollateralschäden&#039; können nur bis zu einem gewissen Grad hingenommen werden. Warum sonst benötigte es den &#039;ideellen Gesamtkapitalisten&#039; wenn nicht ua dafür zu sorgen, eben weil sich das Kapital &#039;von selbst&#039; nicht dafür interessiert? Reproduktion ist die conditio sine qua non für &lt;i&gt;alle&lt;/i&gt; Gesellschaftsformen. 

&lt;i&gt;Im Übrigen wird halt während der &#039;Hausarbeit&#039; null Wert produziert, folglich lässt sich von dem vermittels solcher &#039;Hausarbeit&#039; davon auch nix abspalten.&lt;/i&gt;

Es wird auch nichts vom Wert abgespalten, sondern der Wert wie auch die &#039;Hausarbeit&#039; werden von der gesellschaftlichen Reproduktion abgespalten, bzw diese in jene aufgespalten. Sie sind die im Gesamtsystem des Kapitalismus notwendigen zwei Seiten der Medaille. 

&lt;i&gt;Der Rahmen kommt aber nicht von selbst in die Welt und statt die Macht in Frage zu stellen, verallgemeinert die Wertkritik halt genau dies als &#039;Fetisch&#039; und propagiert für den St. Nimmerleinstag eine &#039;gesamtgesellschaftliche Transformation&#039;, &lt;/i&gt;

Die Machtfrage kann aber erst gestellt werden, wenn der Fetisch &#039;durchschaut&#039; ist, und zwar sinnvollerweise &#039;in seiner ganzen Gänze&#039;. Und &#039;gesamtgesellschaftliche Transformation&#039; lese ich entsprechend nicht so, dass die gesamte Gesellschaft fröhlich und einig an einem Strang ziehen muss und soll, sondern dass in der Tat die &#039;gesamte Gesellschaft&#039; transformiert werden muss. 

Um dabei auf &#039;deinen&#039; Hauptwiderspruch zu kommen: wer nur das Kapitalverhältnis in Form der &#039;privaten Aneignung&#039; abschaffen will, nicht aber auch die natürlich genuin dazugehörigen Formen der &#039;gesellschaftlichen Arbeit&#039; in Frage stellt, hat nur die halbe Miete im Visier. Wenn du jetzt entgegnen tätest, dass sich dann ja notwendig auch der &#039;Überbau&#039; verändern würde, tät ich sagen: eben. Aber warum sollte man da auf einen quasi automatischen, also auch nur wieder &#039;fetischisierten&#039; Prozess bauen, statt auch da &#039;bewusst&#039; vorzugehen? 

Dem Klassenkampf wird auch nicht &#039;die Legitimation entzogen&#039;, es wird nur konstatiert, dass er historisch bislang eher in der Durchsetzungsgeschichte des Kapitalismus selbst zu verorten ist. Daraus wird aber weder der Schluss gezogen, dass man sich jetzt immanent nicht mehr gegen die Zumutungen des Kapitals wehren sollte, noch dass daraus partout und nimmermals ein &#039;revolutionäres Subjekt&#039; mehr entstehen könnte. In Sicht allerdings, da sind wir uns wohl wenigstens einig, ist es momentan nicht unbedingt. 

So, ich habe erstmal fetisch. :D]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><i>Das unterstellt die Wertkritik dem Kapitalismus als Zweck den hat der aber nicht.</i></p>
<p>Nein, das tut sie mitnichten. Aber egal wie eng du das fasst, das Kapital kann nicht prozessieren, wenn die gesellschaftliche Reproduktion überhaupt nicht (mehr) gelingt. Auch die allfälligen &#8216;Kollateralschäden&#8217; können nur bis zu einem gewissen Grad hingenommen werden. Warum sonst benötigte es den &#8216;ideellen Gesamtkapitalisten&#8217; wenn nicht ua dafür zu sorgen, eben weil sich das Kapital &#8216;von selbst&#8217; nicht dafür interessiert? Reproduktion ist die conditio sine qua non für <i>alle</i> Gesellschaftsformen. </p>
<p><i>Im Übrigen wird halt während der &#8216;Hausarbeit&#8217; null Wert produziert, folglich lässt sich von dem vermittels solcher &#8216;Hausarbeit&#8217; davon auch nix abspalten.</i></p>
<p>Es wird auch nichts vom Wert abgespalten, sondern der Wert wie auch die &#8216;Hausarbeit&#8217; werden von der gesellschaftlichen Reproduktion abgespalten, bzw diese in jene aufgespalten. Sie sind die im Gesamtsystem des Kapitalismus notwendigen zwei Seiten der Medaille. </p>
<p><i>Der Rahmen kommt aber nicht von selbst in die Welt und statt die Macht in Frage zu stellen, verallgemeinert die Wertkritik halt genau dies als &#8216;Fetisch&#8217; und propagiert für den St. Nimmerleinstag eine &#8216;gesamtgesellschaftliche Transformation&#8217;, </i></p>
<p>Die Machtfrage kann aber erst gestellt werden, wenn der Fetisch &#8216;durchschaut&#8217; ist, und zwar sinnvollerweise &#8216;in seiner ganzen Gänze&#8217;. Und &#8216;gesamtgesellschaftliche Transformation&#8217; lese ich entsprechend nicht so, dass die gesamte Gesellschaft fröhlich und einig an einem Strang ziehen muss und soll, sondern dass in der Tat die &#8216;gesamte Gesellschaft&#8217; transformiert werden muss. </p>
<p>Um dabei auf &#8216;deinen&#8217; Hauptwiderspruch zu kommen: wer nur das Kapitalverhältnis in Form der &#8216;privaten Aneignung&#8217; abschaffen will, nicht aber auch die natürlich genuin dazugehörigen Formen der &#8216;gesellschaftlichen Arbeit&#8217; in Frage stellt, hat nur die halbe Miete im Visier. Wenn du jetzt entgegnen tätest, dass sich dann ja notwendig auch der &#8216;Überbau&#8217; verändern würde, tät ich sagen: eben. Aber warum sollte man da auf einen quasi automatischen, also auch nur wieder &#8216;fetischisierten&#8217; Prozess bauen, statt auch da &#8216;bewusst&#8217; vorzugehen? </p>
<p>Dem Klassenkampf wird auch nicht &#8216;die Legitimation entzogen&#8217;, es wird nur konstatiert, dass er historisch bislang eher in der Durchsetzungsgeschichte des Kapitalismus selbst zu verorten ist. Daraus wird aber weder der Schluss gezogen, dass man sich jetzt immanent nicht mehr gegen die Zumutungen des Kapitals wehren sollte, noch dass daraus partout und nimmermals ein &#8216;revolutionäres Subjekt&#8217; mehr entstehen könnte. In Sicht allerdings, da sind wir uns wohl wenigstens einig, ist es momentan nicht unbedingt. </p>
<p>So, ich habe erstmal fetisch. :D</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30295</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2015 12:31:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Peinhart:

&lt;i&gt;Ich auch, aber woher nimmst du das...? Und natürlich ist es dem Kapital schnurz, wer die &#039;Hausarbeit&#039; macht, aber gemacht werden muss sie wenn die gesellschaftliche Reproduktion - um die geht es doch? - gelingen soll.&lt;/i&gt;

Das unterstellt die Wertkritik dem Kapitalismus als &lt;i&gt;Zweck&lt;/i&gt; den hat der aber nicht. Es geht um Reproduktion &lt;i&gt;fürs&lt;/i&gt; Kapital, mit der Reproduktion der Gesellschaft hat das Kapital nix am Hut, sonst täte es die Leute nicht verhungern lassen, obwohl es &lt;i&gt;gleichzeitig&lt;/i&gt; alles mögliche &lt;i&gt;für Menschen lebensnotwendige&lt;/i&gt; Zeug zwar produziert, das aber gnadenlos vernichtet, wenn es sich nicht verwerten lässt. Folglich kümmern sich &#039;Hilfsorganisationen&#039; zuhauf darum, den tatsächlich Notleidenden beim Entkommen aus der gröbsten Not &#039;beizustehen&#039;. Im Übrigen wird halt während der &#039;Hausarbeit&#039; null Wert produziert, folglich lässt sich von dem vermittels solcher &#039;Hausarbeit&#039; davon auch nix abspalten. Ausführlicheres findet sich u.a. im Pamphlet &lt;a href=&quot;http://www.fhuisken.de/krisis.htm&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;&quot;Wir sitzen alle in einem Boot - in dem der kollabierenden Arbeitsgesellschaft!&quot;&lt;/a&gt;, aber das wirst du sicher kennen.

&lt;i&gt;Aber dass sie es selbstverständlich tun, ändert eben auch nichts an dem Rahmen, in dem sie es nur tun können ohne ich sach ma das &#039;automatische Subjekt&#039; nachhaltig zu verärgern&lt;/i&gt;

Der Rahmen kommt aber nicht von selbst in die Welt und statt die Macht in Frage zu stellen, verallgemeinert die Wertkritik halt genau dies als &#039;Fetisch&#039; und propagiert für den St. Nimmerleinstag eine &#039;gesamtgesellschaftliche Transformation&#039;, während dem Klassenkampf jegliche Legitimation mit Verweis auf &#039;gescheiterte Modernisierung&#039; entzogen wird. Der Witz daran ist nicht, dass sie damit ähnlich wie Varoufakis argumentiert, der statt Lenin gleich Marx die &#039;Schuld&#039; in die Schuhe schiebt, sondern dass hier ein Zweck unterstellt wird, den die Klassenkämpfer nie unterschrieben haben, an dem sie sich aber gefälligst zu messen lassen haben. Welche Fehler die &#039;Realsozialisten&#039; in Bezug auf ihre &lt;i&gt;eigenen&lt;/i&gt; Zwecke tatsächlich gemacht haben, spielt dann eh keine Rolle mehr.

&lt;i&gt;Moderne/Postmoderne...

Und zum Dritten - woher...?&lt;/i&gt;

Dann lies ihre Texte. Der zweite Satz im Streifzüge-Text geht so los: &quot;&lt;i&gt;Das postmodern kontaminierte Bewusstsein scheut jede offene Konfrontation ...&lt;/i&gt;&quot; Da geht es wirklich &#039;pathologisch&#039; zu.

&lt;i&gt;Auch da musst du mir wohl auf die Sprünge helfen.&lt;/i&gt;

Der Sprung ist der, dass die sach&#039;schma &#039;Blütezeit&#039; der &#039;Marxologie&#039; einherging mit tatsächlicher &lt;i&gt;politischer Verfolgung&lt;/i&gt; von Klassenkämpfern (das KPD-Verbot Mitte der 50er in der BRD war nur ein Teil davon). D.h. &#039;Marxologie&#039; betrieben vorwiegend Leute, die den Klassenkampf ad acta gelegt hatten. Deswegen schrob ich, Kurz (nicht nur er und vor allem nicht nur Wertkritker) kam zu spät, um noch auf &lt;i&gt;politisches&lt;/i&gt; Interesse zu stoßen.

Btw, ich bin für die nächsten paar Tage abwesend, und komme bis Mitte nächster Woche nicht zum Posten]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Peinhart:</p>
<p><i>Ich auch, aber woher nimmst du das&#8230;? Und natürlich ist es dem Kapital schnurz, wer die &#8216;Hausarbeit&#8217; macht, aber gemacht werden muss sie wenn die gesellschaftliche Reproduktion &#8211; um die geht es doch? &#8211; gelingen soll.</i></p>
<p>Das unterstellt die Wertkritik dem Kapitalismus als <i>Zweck</i> den hat der aber nicht. Es geht um Reproduktion <i>fürs</i> Kapital, mit der Reproduktion der Gesellschaft hat das Kapital nix am Hut, sonst täte es die Leute nicht verhungern lassen, obwohl es <i>gleichzeitig</i> alles mögliche <i>für Menschen lebensnotwendige</i> Zeug zwar produziert, das aber gnadenlos vernichtet, wenn es sich nicht verwerten lässt. Folglich kümmern sich &#8216;Hilfsorganisationen&#8217; zuhauf darum, den tatsächlich Notleidenden beim Entkommen aus der gröbsten Not &#8216;beizustehen&#8217;. Im Übrigen wird halt während der &#8216;Hausarbeit&#8217; null Wert produziert, folglich lässt sich von dem vermittels solcher &#8216;Hausarbeit&#8217; davon auch nix abspalten. Ausführlicheres findet sich u.a. im Pamphlet <a href="http://www.fhuisken.de/krisis.htm" rel="nofollow">&#8220;Wir sitzen alle in einem Boot &#8211; in dem der kollabierenden Arbeitsgesellschaft!&#8221;</a>, aber das wirst du sicher kennen.</p>
<p><i>Aber dass sie es selbstverständlich tun, ändert eben auch nichts an dem Rahmen, in dem sie es nur tun können ohne ich sach ma das &#8216;automatische Subjekt&#8217; nachhaltig zu verärgern</i></p>
<p>Der Rahmen kommt aber nicht von selbst in die Welt und statt die Macht in Frage zu stellen, verallgemeinert die Wertkritik halt genau dies als &#8216;Fetisch&#8217; und propagiert für den St. Nimmerleinstag eine &#8216;gesamtgesellschaftliche Transformation&#8217;, während dem Klassenkampf jegliche Legitimation mit Verweis auf &#8216;gescheiterte Modernisierung&#8217; entzogen wird. Der Witz daran ist nicht, dass sie damit ähnlich wie Varoufakis argumentiert, der statt Lenin gleich Marx die &#8216;Schuld&#8217; in die Schuhe schiebt, sondern dass hier ein Zweck unterstellt wird, den die Klassenkämpfer nie unterschrieben haben, an dem sie sich aber gefälligst zu messen lassen haben. Welche Fehler die &#8216;Realsozialisten&#8217; in Bezug auf ihre <i>eigenen</i> Zwecke tatsächlich gemacht haben, spielt dann eh keine Rolle mehr.</p>
<p><i>Moderne/Postmoderne&#8230;</p>
<p>Und zum Dritten &#8211; woher&#8230;?</i></p>
<p>Dann lies ihre Texte. Der zweite Satz im Streifzüge-Text geht so los: &#8220;<i>Das postmodern kontaminierte Bewusstsein scheut jede offene Konfrontation &#8230;</i>&#8221; Da geht es wirklich &#8216;pathologisch&#8217; zu.</p>
<p><i>Auch da musst du mir wohl auf die Sprünge helfen.</i></p>
<p>Der Sprung ist der, dass die sach&#8217;schma &#8216;Blütezeit&#8217; der &#8216;Marxologie&#8217; einherging mit tatsächlicher <i>politischer Verfolgung</i> von Klassenkämpfern (das KPD-Verbot Mitte der 50er in der BRD war nur ein Teil davon). D.h. &#8216;Marxologie&#8217; betrieben vorwiegend Leute, die den Klassenkampf ad acta gelegt hatten. Deswegen schrob ich, Kurz (nicht nur er und vor allem nicht nur Wertkritker) kam zu spät, um noch auf <i>politisches</i> Interesse zu stoßen.</p>
<p>Btw, ich bin für die nächsten paar Tage abwesend, und komme bis Mitte nächster Woche nicht zum Posten</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30263</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jul 2015 06:08:35 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Samson:

&lt;i&gt;...dass Frauen innerhalb der Warenproduktion, als &#039;Produktionsagenten&#039; andere Interessen hätten als Männer, halte ich für Quatsch.&lt;/i&gt;

Ich auch, aber woher nimmst du das...? Und natürlich ist es dem Kapital schnurz, wer die &#039;Hausarbeit&#039; macht, aber gemacht werden muss sie wenn die gesellschaftliche Reproduktion - um die geht es doch? - gelingen soll. 

&lt;i&gt;...das &#039;automatische Subjekt&#039; sich zwar &#039;hinter dem Rücken&#039; der tatsächlichen Produktionagenten zu schaffen macht, dies aber gerade nicht heißt, dass die über ihre gesellschaftliche Macht als meinetwegen &#039;Funktionäre des Kapitals&#039; nichts wüssten und daher nie auf den Gedanken kämen, derlei Macht für ihre in der Theorie als partikular begriffenen Interessen absolut und gebieterisch zu benutzen.&lt;/i&gt;

Natürlich nicht, aber selbe Frage, woher nimmst du das? Aber dass sie es selbstverständlich tun, ändert eben auch nichts an dem Rahmen, in dem sie es nur tun können ohne ich sach ma das &#039;automatische Subjekt&#039; nachhaltig zu verärgern. 

&lt;i&gt;...dann gäbe es keinerlei &#039;Vernunft&#039; außer der, jedes[?] gesellschaftliche Leben eben diesem Zweck zu unterwerfen. &lt;/i&gt;

Genau das ist aber doch die &#039;praktizierende Vernunft&#039;, an die ständig appelliert wird und die genau das bewirkt. Dass sie dennoch kritisiert werden kann liegt daran, dass es eine &#039;umfassendere&#039; Vernunft gibt, die über die Einschränkungen, die Kant ihr &#039;zu diesem Zweck&#039; verpasst hat, hinausgeht. Hielte man die kantische für die einzig mögliche und nicht für eine wieder historisch bedingte, so wäre in der Tat nur Resignation möglich, wie sie Adorno/Horkheimer zumindest in der &#039;Dialektik&#039; ja auch durchaus befallen hat.  

&lt;i&gt;...Die Wertkritik (mit und ohne Kurz) hält es daher m.E. nicht von ungefähr mit der Moderne/Postmoderne...&lt;/i&gt;

Und zum Dritten - woher...?

&lt;i&gt;Das m.W. einzige Argument, das sie hervorbrachten, war ein politisches Statement, welches von der &#039;liberalen&#039; Bourgeoisie mehr oder weniger geteilt wurde...&lt;/i&gt;

Auch da musst du mir wohl auf die Sprünge helfen.

Und dass die &#039;Realsozialisten&#039; mit ihrem Projekt gescheitert sind, war eben auch &lt;i&gt;Resultat der kapitalistischen Reichtumsproduktion in den &#039;Metropolen&#039;&lt;/i&gt; und seiner politischen Aktionen. Das gehört doch zusammen, wenn man den Terminus &#039;Politische Ökonomie&#039; noch ernst nimmt, im Gegensatz zur &#039;praktizierenden Vernunft&#039; der VWL etc, die dann erst zwei angeblich getrennte Bereiche daraus gemacht hat. Die &#039;politische Sphäre&#039; mit der wir es &#039;praktisch&#039; zu tun haben - und die das einzig mögliche Betätigungsfeld unseres &#039;freien Willens&#039; abgeben soll - ist eben die von dieser Ökonomie bestimmte und einzig zu ihr passende. Außer je partikularen Interessen - und die natürlich mit aller zur Verfügung stehenden Macht - soll und kann da nichts vertreten werden.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Samson:</p>
<p><i>&#8230;dass Frauen innerhalb der Warenproduktion, als &#8216;Produktionsagenten&#8217; andere Interessen hätten als Männer, halte ich für Quatsch.</i></p>
<p>Ich auch, aber woher nimmst du das&#8230;? Und natürlich ist es dem Kapital schnurz, wer die &#8216;Hausarbeit&#8217; macht, aber gemacht werden muss sie wenn die gesellschaftliche Reproduktion &#8211; um die geht es doch? &#8211; gelingen soll. </p>
<p><i>&#8230;das &#8216;automatische Subjekt&#8217; sich zwar &#8216;hinter dem Rücken&#8217; der tatsächlichen Produktionagenten zu schaffen macht, dies aber gerade nicht heißt, dass die über ihre gesellschaftliche Macht als meinetwegen &#8216;Funktionäre des Kapitals&#8217; nichts wüssten und daher nie auf den Gedanken kämen, derlei Macht für ihre in der Theorie als partikular begriffenen Interessen absolut und gebieterisch zu benutzen.</i></p>
<p>Natürlich nicht, aber selbe Frage, woher nimmst du das? Aber dass sie es selbstverständlich tun, ändert eben auch nichts an dem Rahmen, in dem sie es nur tun können ohne ich sach ma das &#8216;automatische Subjekt&#8217; nachhaltig zu verärgern. </p>
<p><i>&#8230;dann gäbe es keinerlei &#8216;Vernunft&#8217; außer der, jedes[?] gesellschaftliche Leben eben diesem Zweck zu unterwerfen. </i></p>
<p>Genau das ist aber doch die &#8216;praktizierende Vernunft&#8217;, an die ständig appelliert wird und die genau das bewirkt. Dass sie dennoch kritisiert werden kann liegt daran, dass es eine &#8216;umfassendere&#8217; Vernunft gibt, die über die Einschränkungen, die Kant ihr &#8216;zu diesem Zweck&#8217; verpasst hat, hinausgeht. Hielte man die kantische für die einzig mögliche und nicht für eine wieder historisch bedingte, so wäre in der Tat nur Resignation möglich, wie sie Adorno/Horkheimer zumindest in der &#8216;Dialektik&#8217; ja auch durchaus befallen hat.  </p>
<p><i>&#8230;Die Wertkritik (mit und ohne Kurz) hält es daher m.E. nicht von ungefähr mit der Moderne/Postmoderne&#8230;</i></p>
<p>Und zum Dritten &#8211; woher&#8230;?</p>
<p><i>Das m.W. einzige Argument, das sie hervorbrachten, war ein politisches Statement, welches von der &#8216;liberalen&#8217; Bourgeoisie mehr oder weniger geteilt wurde&#8230;</i></p>
<p>Auch da musst du mir wohl auf die Sprünge helfen.</p>
<p>Und dass die &#8216;Realsozialisten&#8217; mit ihrem Projekt gescheitert sind, war eben auch <i>Resultat der kapitalistischen Reichtumsproduktion in den &#8216;Metropolen&#8217;</i> und seiner politischen Aktionen. Das gehört doch zusammen, wenn man den Terminus &#8216;Politische Ökonomie&#8217; noch ernst nimmt, im Gegensatz zur &#8216;praktizierenden Vernunft&#8217; der VWL etc, die dann erst zwei angeblich getrennte Bereiche daraus gemacht hat. Die &#8216;politische Sphäre&#8217; mit der wir es &#8216;praktisch&#8217; zu tun haben &#8211; und die das einzig mögliche Betätigungsfeld unseres &#8216;freien Willens&#8217; abgeben soll &#8211; ist eben die von dieser Ökonomie bestimmte und einzig zu ihr passende. Außer je partikularen Interessen &#8211; und die natürlich mit aller zur Verfügung stehenden Macht &#8211; soll und kann da nichts vertreten werden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30248</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2015 22:18:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://feynsinn.org/?p=3975#comment-30248</guid>
		<description><![CDATA[Nachtrag:
Was man dem &#039;Realsoz&#039; so alles nachträglich anhängen kann erzählt der &lt;a href=&quot;http://www.woz.ch/-5a79&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Varoufakis&lt;/a&gt; ja auch, schiebt sogar Marx die Schuld dafür in die Schuhe. Und nur weil Varoufakis der Gedanke an einen revolutionären Bruch partout nicht kommen mag, die Marxsche Prämisse &#039;Proletarier aller Länder vereinigt euch&#039; für den &#039;unorthodoxen Marxist&#039; keine Rolle spielt, präferiert der lieber &quot;Bündnisse mit dem Teufel&quot; und gibt die Parole aus &quot;Rettet den Kapitalismus!&quot;

Varoufakis&#039; Krokodilstränen werden Schäuble vielleicht einen Rülpser verursacht haben, wenn er sich vor Lachen verschluckt hat, mehr nicht.

Als MLer würde ich das für ein gefundenes Fressen halten, und daran zu erklären versuchen, warum Lenin &lt;i&gt;historisch&lt;/i&gt; recht hatte mit der These von &#039;friedlicher Koexistenz&#039; und Bernstein, Kautsky etc. Schwurbel erzählten vom &#039;friedlichen Hinüberwachsen&#039;]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nachtrag:<br />
Was man dem &#8216;Realsoz&#8217; so alles nachträglich anhängen kann erzählt der <a href="http://www.woz.ch/-5a79" rel="nofollow">Varoufakis</a> ja auch, schiebt sogar Marx die Schuld dafür in die Schuhe. Und nur weil Varoufakis der Gedanke an einen revolutionären Bruch partout nicht kommen mag, die Marxsche Prämisse &#8216;Proletarier aller Länder vereinigt euch&#8217; für den &#8216;unorthodoxen Marxist&#8217; keine Rolle spielt, präferiert der lieber &#8220;Bündnisse mit dem Teufel&#8221; und gibt die Parole aus &#8220;Rettet den Kapitalismus!&#8221;</p>
<p>Varoufakis&#8217; Krokodilstränen werden Schäuble vielleicht einen Rülpser verursacht haben, wenn er sich vor Lachen verschluckt hat, mehr nicht.</p>
<p>Als MLer würde ich das für ein gefundenes Fressen halten, und daran zu erklären versuchen, warum Lenin <i>historisch</i> recht hatte mit der These von &#8216;friedlicher Koexistenz&#8217; und Bernstein, Kautsky etc. Schwurbel erzählten vom &#8216;friedlichen Hinüberwachsen&#8217;</p>
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	</item>
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		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30236</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2015 19:27:26 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Peinhart:

&lt;i&gt;&#039;Falsche Unmittelbarkeit&#039; kenne ich in erster Linie aus der &#039;Dialektik der Aufklärung&#039;&lt;/i&gt;

Mir ist auch klar, dass der Begriff ursprünglich daher stammt. Irgendwo bei Horkheimer steht über den Faschismus was von &quot;neuer Konfiguration von Herrschaft&quot; o.s.ä. &lt;i&gt;Damit&lt;/i&gt; in Zusammenhang m.E. auch der Adorno-Satz bezgl. Auschwitz resp. was danach nicht mehr möglich sei. Allerdings &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt; irgendwas &lt;i&gt;praktisches&lt;/i&gt; davor und danach passiert sein, welches die Konfiguration hervorbrachte. Auf irgendeinen tatsächlichen Zusammenhang bezieht die sich immer. Die Frage, wie man diesen Zusammenhang einordnet, ist. m.E. maßgebend dafür, was das Neue an der Konfiguration gegenüber der vorangegangenen ausmacht. Ähnlich verhält es sich mit dem MWW resp. der Wertabspaltung. Was im &lt;i&gt;ökonomischen&lt;/i&gt; Verhältnis soll damit erklärt werden? Dem Kapital ist ziemlich schnurz, wer die Familienarbeit verrichtet, der Bereich gehört in die &#039;Privatspähre&#039;, ist also &lt;i&gt;außerhalb&lt;/i&gt; der Warenproduktion angesiedelt, das Verhältnis dahin quasi zu &#039;verlängern&#039;, und den Wert darum zu spalten, ändert nix an seiner Erklärung. Dass das Patriarchat meinetwegen &#039;kulturell&#039; tradiert daherkommt, ist eine Sache, dass Frauen innerhalb der Warenproduktion, als &#039;Produktionsagenten&#039; andere Interessen hätten als Männer, halte ich für Quatsch.

Man kann sich bspw. auch die Frage vornehmen, warum bei Marx, da wo er sich als Ökonom betätigt, Begriffe wie &#039;Gattungswesen&#039; nicht mehr vorkommen und das &#039;automatische Subjekt&#039; sich zwar &#039;hinter dem Rücken&#039; der tatsächlichen Produktionagenten zu schaffen macht, dies aber gerade &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; heißt, dass die über ihre gesellschaftliche Macht als meinetwegen &#039;Funktionäre des Kapitals&#039; nichts wüssten und daher nie auf den Gedanken kämen, derlei Macht für ihre in der Theorie als partikular &lt;i&gt;begriffenen&lt;/i&gt; Interessen absolut und gebieterisch zu benutzen. Und man darf m.E. nicht vergessen, dass die &lt;i&gt;Instrumente&lt;/i&gt; solchen Machterhalts &lt;i&gt;immer politisch&lt;/i&gt; sind, die sich eben auch nur so, und das heißt immer auch &lt;i&gt;praktisch&lt;/i&gt; oder gar nicht erklären lassen. Existierte  tatsächlich ein meinetwegen &#039;automatisches Subjekt&#039;, welches das gesellschaftliche Leben der Menschen &lt;i&gt;seinen&lt;/i&gt; Zwecken unterwerfen täte, dann gäbe es keinerlei &#039;Vernunft&#039; außer der, jenes gesellschaftliche Leben eben diesem Zweck zu unterwerfen. Man könnte dann noch nichtmal eine Differenz ausmachen zwischen Reichtum, welches das Subjekt produziert, und dazu die Menschen temporär &lt;i&gt;benutzt&lt;/i&gt;, und der permanenten Armut der Menschen selber. Erst recht gäbe es dann keinen Widerspruch, auf dessen &#039;Transformation&#039; durch meinetwegen dereinst &#039;sittlich gefestigte&#039; Menschen man spekulieren könnte. Mehr noch, es gäbe nicht einmal sowas wie Geschichte, die sich nach qualitativ verschiedenen &#039;Epochen&#039; bestimmen lässt.

Die Wertkritik (mit und ohne Kurz) hält es daher m.E. nicht von ungefähr mit der Moderne/Postmoderne, ohne irgendwo zu definieren, wie derlei Begriffe (die nicht von ungefähr dem Kunst&#039;betrieb&#039; entstammen, wo sie als &lt;i&gt;Verkaufs&lt;/i&gt;argumente Sinn ergeben mögen) zustande kommen. Das m.W. einzige Argument, das sie hervorbrachten, war ein &lt;i&gt;politisches&lt;/i&gt; Statement, welches von der &#039;liberalen&#039; Bourgeoisie mehr oder weniger geteilt wurde, weswegen sich aus ebenso durchschaubaren Gründen darauf sogar Existenzen gründen ließen, die wegbrachen, als das Statement &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt; obsolet wurde. Insofern, muss man sagen, hatte nicht nur Kurz einfach Pech. Hätte er 20, 30 Jahre eher mit der Wertkritik angefangen, wäre womöglich sogar eine Professur oder Literaturkariere rausgesprungen, denn eins muss man ihm ja lassen, publikumswirksam vortragen (ich hab ihn allerdings nur einmal persönlich erlebt) und schreiben konnte er tatsächlich.

&lt;i&gt;Vom gewesenen Resozismus könnte man gemeinerweise noch sagen, dass er dem Kapitalismus erst zu der Akzeptanz oder Affirmation verholfen hat, mit der wir es heute leider zu tun haben, indem er ihn allein schon durch die Drohung seiner Existenz zu einer auch für die Massen einigermaßen gedeihlichen Entwicklung gezwungen hat, ...&lt;/i&gt;

Klar kann man das, fragt sich nur, wieviel meinetwegen gewesene &#039;sozial-marktwirtschaftliche Realität&#039; man dabei neben den politischen Implikationen unterm Tisch stapeln muss, damit das wenigstens beim Blick auf die &#039;Metropolen&#039; auch einigermaßen hinkommt. Die Attraktion der Warenproduktion für die &#039;Lohnabhängigen&#039; entspringt womöglich tatsächlich der &#039;falschen Unmittelbarkeit&#039;, dass man scheinbar alles &lt;i&gt;kaufen darf&lt;/i&gt;. Das diesem Verhältnis entsprechende &#039;notwendig falsche Bewusstsein&#039; vermittelt den Leuten, mit paar &#039;Überstunden&#039; kriegt man sogar die Tilgungsraten für Häuschen oder Auto &#039;auf die Reihe&#039; (deswegen ist solch &#039;falschem Bewusstsein&#039; auch leicht einzureden, Neger, Polen, Griechen etc. seien zu faul zum Arbeiten, könnten zudem nicht mal richtig &#039;haushalten&#039; und &#039;die Juden&#039; wären alle bloß gierige Geldsäcke). Ob man allerdings tatsächlich alles &lt;i&gt;kaufen kann&lt;/i&gt;, steht auf einem ganz anderen Blatt. Und &lt;i&gt;diesbezüglich&lt;/i&gt; waren die &#039;Realsozialisten&#039; immer im Hintertreffen, allerdings taugt der Verweis auf die &#039;gescheiterte nachholende Modernisierung&#039; an der Stelle herzlich wenig, und das &lt;i&gt;wusste&lt;/i&gt; vor allem auch Kurz. Man muss sich nur (kein Ahnung obs die Texte noch gibt) durchlesen, was er über die von ihm selber erlebte Realität, bspw. beim Weltsozialforum vor paar Jahren in Rio, schreibt (kann auch sein, er hats damals erzählt). Und &lt;i&gt;diese&lt;/i&gt; Zustände, besser &#039;Lebensverhältnisse&#039; der sog. &#039;Entwicklungsländer&#039; waren &lt;i&gt;immer Resultat&lt;/i&gt; der kapitalistischen Reichtumsproduktion in den &#039;Metropolen&#039;. Verglichen damit, ging der Osten in &#039;seinem&#039; Teil der Welt immer human zu Werke und zwar aus ebenso &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; Gründen wie es der &#039;freie Westen&#039; nicht tat. Cuba bspw. ist zurecht stolz darauf, eine niedrigere Säuglingssterblichkeit und ein besseres (kostenloses) Gesundheitssystem zu haben als die Amis, hing aber jahrelang am &#039;Tropf&#039; des RGW und das hatte ausdrücklich nix mit der Produktivität zu tun. Idiotischerweise spielt das partiell jetzt eine Rolle, wo es den &#039;Tropf&#039; nicht mehr, aller gegenteiligen Propaganda zum Trotz die Blockade immer noch, und offenbar, wenngleich subtiler als früher, verstärkter gibt.

&lt;i&gt;Zu #246 - Tja - wie...? Es scheint leider immer noch wahrscheinlicher, dass sie sich wieder, diesmal vielleicht unter dem Label der &#039;Kulturen&#039;, eher gegenseitig die Schädel einschlagen werden.&lt;/i&gt;

Gut möglich, die Frage für mich ist ohnehin, wen &quot;wir&quot; mit dem Kram überhaupt (noch) erreichen. Und selbst die Leute, die sich ernsthaft Gedanken über &#039;Vereinsgründungen&#039; machen (bei diversen iNet-MLern lese ich gelegentlich mit), sind dabei, sich über vorwiegend ideologische Differenzen zu zerstreiten. Wie schon andernorts angedeutet, glaube ich, dass die Frage Barbarei oder nicht von den &#039;Europäern&#039; nicht beantwortet wird.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Peinhart:</p>
<p><i>&#8216;Falsche Unmittelbarkeit&#8217; kenne ich in erster Linie aus der &#8216;Dialektik der Aufklärung&#8217;</i></p>
<p>Mir ist auch klar, dass der Begriff ursprünglich daher stammt. Irgendwo bei Horkheimer steht über den Faschismus was von &#8220;neuer Konfiguration von Herrschaft&#8221; o.s.ä. <i>Damit</i> in Zusammenhang m.E. auch der Adorno-Satz bezgl. Auschwitz resp. was danach nicht mehr möglich sei. Allerdings <i>muss</i> irgendwas <i>praktisches</i> davor und danach passiert sein, welches die Konfiguration hervorbrachte. Auf irgendeinen tatsächlichen Zusammenhang bezieht die sich immer. Die Frage, wie man diesen Zusammenhang einordnet, ist. m.E. maßgebend dafür, was das Neue an der Konfiguration gegenüber der vorangegangenen ausmacht. Ähnlich verhält es sich mit dem MWW resp. der Wertabspaltung. Was im <i>ökonomischen</i> Verhältnis soll damit erklärt werden? Dem Kapital ist ziemlich schnurz, wer die Familienarbeit verrichtet, der Bereich gehört in die &#8216;Privatspähre&#8217;, ist also <i>außerhalb</i> der Warenproduktion angesiedelt, das Verhältnis dahin quasi zu &#8216;verlängern&#8217;, und den Wert darum zu spalten, ändert nix an seiner Erklärung. Dass das Patriarchat meinetwegen &#8216;kulturell&#8217; tradiert daherkommt, ist eine Sache, dass Frauen innerhalb der Warenproduktion, als &#8216;Produktionsagenten&#8217; andere Interessen hätten als Männer, halte ich für Quatsch.</p>
<p>Man kann sich bspw. auch die Frage vornehmen, warum bei Marx, da wo er sich als Ökonom betätigt, Begriffe wie &#8216;Gattungswesen&#8217; nicht mehr vorkommen und das &#8216;automatische Subjekt&#8217; sich zwar &#8216;hinter dem Rücken&#8217; der tatsächlichen Produktionagenten zu schaffen macht, dies aber gerade <i>nicht</i> heißt, dass die über ihre gesellschaftliche Macht als meinetwegen &#8216;Funktionäre des Kapitals&#8217; nichts wüssten und daher nie auf den Gedanken kämen, derlei Macht für ihre in der Theorie als partikular <i>begriffenen</i> Interessen absolut und gebieterisch zu benutzen. Und man darf m.E. nicht vergessen, dass die <i>Instrumente</i> solchen Machterhalts <i>immer politisch</i> sind, die sich eben auch nur so, und das heißt immer auch <i>praktisch</i> oder gar nicht erklären lassen. Existierte  tatsächlich ein meinetwegen &#8216;automatisches Subjekt&#8217;, welches das gesellschaftliche Leben der Menschen <i>seinen</i> Zwecken unterwerfen täte, dann gäbe es keinerlei &#8216;Vernunft&#8217; außer der, jenes gesellschaftliche Leben eben diesem Zweck zu unterwerfen. Man könnte dann noch nichtmal eine Differenz ausmachen zwischen Reichtum, welches das Subjekt produziert, und dazu die Menschen temporär <i>benutzt</i>, und der permanenten Armut der Menschen selber. Erst recht gäbe es dann keinen Widerspruch, auf dessen &#8216;Transformation&#8217; durch meinetwegen dereinst &#8216;sittlich gefestigte&#8217; Menschen man spekulieren könnte. Mehr noch, es gäbe nicht einmal sowas wie Geschichte, die sich nach qualitativ verschiedenen &#8216;Epochen&#8217; bestimmen lässt.</p>
<p>Die Wertkritik (mit und ohne Kurz) hält es daher m.E. nicht von ungefähr mit der Moderne/Postmoderne, ohne irgendwo zu definieren, wie derlei Begriffe (die nicht von ungefähr dem Kunst&#8217;betrieb&#8217; entstammen, wo sie als <i>Verkaufs</i>argumente Sinn ergeben mögen) zustande kommen. Das m.W. einzige Argument, das sie hervorbrachten, war ein <i>politisches</i> Statement, welches von der &#8216;liberalen&#8217; Bourgeoisie mehr oder weniger geteilt wurde, weswegen sich aus ebenso durchschaubaren Gründen darauf sogar Existenzen gründen ließen, die wegbrachen, als das Statement <i>politisch</i> obsolet wurde. Insofern, muss man sagen, hatte nicht nur Kurz einfach Pech. Hätte er 20, 30 Jahre eher mit der Wertkritik angefangen, wäre womöglich sogar eine Professur oder Literaturkariere rausgesprungen, denn eins muss man ihm ja lassen, publikumswirksam vortragen (ich hab ihn allerdings nur einmal persönlich erlebt) und schreiben konnte er tatsächlich.</p>
<p><i>Vom gewesenen Resozismus könnte man gemeinerweise noch sagen, dass er dem Kapitalismus erst zu der Akzeptanz oder Affirmation verholfen hat, mit der wir es heute leider zu tun haben, indem er ihn allein schon durch die Drohung seiner Existenz zu einer auch für die Massen einigermaßen gedeihlichen Entwicklung gezwungen hat, &#8230;</i></p>
<p>Klar kann man das, fragt sich nur, wieviel meinetwegen gewesene &#8216;sozial-marktwirtschaftliche Realität&#8217; man dabei neben den politischen Implikationen unterm Tisch stapeln muss, damit das wenigstens beim Blick auf die &#8216;Metropolen&#8217; auch einigermaßen hinkommt. Die Attraktion der Warenproduktion für die &#8216;Lohnabhängigen&#8217; entspringt womöglich tatsächlich der &#8216;falschen Unmittelbarkeit&#8217;, dass man scheinbar alles <i>kaufen darf</i>. Das diesem Verhältnis entsprechende &#8216;notwendig falsche Bewusstsein&#8217; vermittelt den Leuten, mit paar &#8216;Überstunden&#8217; kriegt man sogar die Tilgungsraten für Häuschen oder Auto &#8216;auf die Reihe&#8217; (deswegen ist solch &#8216;falschem Bewusstsein&#8217; auch leicht einzureden, Neger, Polen, Griechen etc. seien zu faul zum Arbeiten, könnten zudem nicht mal richtig &#8216;haushalten&#8217; und &#8216;die Juden&#8217; wären alle bloß gierige Geldsäcke). Ob man allerdings tatsächlich alles <i>kaufen kann</i>, steht auf einem ganz anderen Blatt. Und <i>diesbezüglich</i> waren die &#8216;Realsozialisten&#8217; immer im Hintertreffen, allerdings taugt der Verweis auf die &#8216;gescheiterte nachholende Modernisierung&#8217; an der Stelle herzlich wenig, und das <i>wusste</i> vor allem auch Kurz. Man muss sich nur (kein Ahnung obs die Texte noch gibt) durchlesen, was er über die von ihm selber erlebte Realität, bspw. beim Weltsozialforum vor paar Jahren in Rio, schreibt (kann auch sein, er hats damals erzählt). Und <i>diese</i> Zustände, besser &#8216;Lebensverhältnisse&#8217; der sog. &#8216;Entwicklungsländer&#8217; waren <i>immer Resultat</i> der kapitalistischen Reichtumsproduktion in den &#8216;Metropolen&#8217;. Verglichen damit, ging der Osten in &#8216;seinem&#8217; Teil der Welt immer human zu Werke und zwar aus ebenso <i>politischen</i> Gründen wie es der &#8216;freie Westen&#8217; nicht tat. Cuba bspw. ist zurecht stolz darauf, eine niedrigere Säuglingssterblichkeit und ein besseres (kostenloses) Gesundheitssystem zu haben als die Amis, hing aber jahrelang am &#8216;Tropf&#8217; des RGW und das hatte ausdrücklich nix mit der Produktivität zu tun. Idiotischerweise spielt das partiell jetzt eine Rolle, wo es den &#8216;Tropf&#8217; nicht mehr, aller gegenteiligen Propaganda zum Trotz die Blockade immer noch, und offenbar, wenngleich subtiler als früher, verstärkter gibt.</p>
<p><i>Zu #246 &#8211; Tja &#8211; wie&#8230;? Es scheint leider immer noch wahrscheinlicher, dass sie sich wieder, diesmal vielleicht unter dem Label der &#8216;Kulturen&#8217;, eher gegenseitig die Schädel einschlagen werden.</i></p>
<p>Gut möglich, die Frage für mich ist ohnehin, wen &#8220;wir&#8221; mit dem Kram überhaupt (noch) erreichen. Und selbst die Leute, die sich ernsthaft Gedanken über &#8216;Vereinsgründungen&#8217; machen (bei diversen iNet-MLern lese ich gelegentlich mit), sind dabei, sich über vorwiegend ideologische Differenzen zu zerstreiten. Wie schon andernorts angedeutet, glaube ich, dass die Frage Barbarei oder nicht von den &#8216;Europäern&#8217; nicht beantwortet wird.</p>
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	<item>
		<title>Von: Peinhart</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30218</link>
		<dc:creator>Peinhart</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2015 13:45:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Samson - &#039;Falsche Unmittelbarkeit&#039; kenne ich in erster Linie aus der &#039;Dialektik der Aufklärung&#039;: &quot;Wahrnehmung ist nur möglich, insofern das Ding schon als bestimmtes, etwa als Fall einer Gattung wahrgenommen wird. Sie ist vermittelte Unmittelbarkeit, Gedanke in der verführerischen Kraft der Sinnlichkeit. Subjektives wird von ihr blind in die scheinbare Selbstgegebenheit des Objekts verlegt. Einzig die ihrer selbst bewusste Arbeit des Gedankens kann sich diesem Halluzinatorischen wieder entziehen, dem Leibniz&#039;schen und Hegelschen Idealismus zufolge die Philosophie. Indem der Gedanke im Gang der Erkenntnis die in der Wahrnehmung unmittelbar gesetzten und daher zwingenden Begriffsmomente als begriffliche identifiziert, nimmt er sie stufenweise ins Subjekt zurück und entkleidet sie der anschaulichen Gewalt. In solchem Gange erweist sich jede frühere Stufe, auch die der Wissenschaft, gegenüber der Philosophie noch gleichsam als Wahrnehmung, als ein mit unerkannten intellektuellen Elementen durchsetztes, entfremdetes Phänomen; dabei zu verharren ohne Negation, gehört der Pathologie der Erkenntnis zu. Der naiv Verabsolutierende, und sei er noch so universal tätig, ist ein Leidender, er unterliegt der verblendenden Macht falscher Unmittelbarkeit.&quot;

Das ist dem Begriff des &#039;notwendig falschen Bewußtseins&#039; insofern zwar schon verwandt, aber doch umfassender, aber auch ohne dass er ihn völlig übergreift. Wenn überhaupt würde ich aber eher letzteren als einen &#039;soziologischen&#039; Begriff bezeichnen. Kurz&#039; Verwendung scheint mir hier aber auch etwas &#039;unsauber&#039; zu sein. 

Vom gewesenen Resozismus könnte man gemeinerweise noch sagen, dass er dem Kapitalismus erst zu der Akzeptanz oder Affirmation verholfen hat, mit der wir es heute leider zu tun haben, indem er ihn allein schon durch die Drohung seiner Existenz zu einer auch für die Massen einigermaßen gedeihlichen Entwicklung gezwungen hat, und nicht erst durch sein &#039;Scheitern&#039;. Davon zehrt er auch nach seinem Übergang zur &#039;Alternativlosigkeit&#039; immer noch.

Zu #246 - Tja - wie...? Es scheint leider immer noch wahrscheinlicher, dass sie sich wieder, diesmal vielleicht unter dem Label der &#039;Kulturen&#039;, eher gegenseitig die Schädel einschlagen werden. Theorie ist da schon aufgrund der Komplexität des Gegenstandes leider auch immer im Hintertreffen im Streit mit &#039;falscher Unmittelbarkeit&#039;. Und sie hat gesellschaftlich offenbar keinen Ort und keine Rolle mehr. Sie scheint ein einsames &#039;Privatvergnügen&#039; geworden zu sein.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Samson &#8211; &#8216;Falsche Unmittelbarkeit&#8217; kenne ich in erster Linie aus der &#8216;Dialektik der Aufklärung&#8217;: &#8220;Wahrnehmung ist nur möglich, insofern das Ding schon als bestimmtes, etwa als Fall einer Gattung wahrgenommen wird. Sie ist vermittelte Unmittelbarkeit, Gedanke in der verführerischen Kraft der Sinnlichkeit. Subjektives wird von ihr blind in die scheinbare Selbstgegebenheit des Objekts verlegt. Einzig die ihrer selbst bewusste Arbeit des Gedankens kann sich diesem Halluzinatorischen wieder entziehen, dem Leibniz&#8217;schen und Hegelschen Idealismus zufolge die Philosophie. Indem der Gedanke im Gang der Erkenntnis die in der Wahrnehmung unmittelbar gesetzten und daher zwingenden Begriffsmomente als begriffliche identifiziert, nimmt er sie stufenweise ins Subjekt zurück und entkleidet sie der anschaulichen Gewalt. In solchem Gange erweist sich jede frühere Stufe, auch die der Wissenschaft, gegenüber der Philosophie noch gleichsam als Wahrnehmung, als ein mit unerkannten intellektuellen Elementen durchsetztes, entfremdetes Phänomen; dabei zu verharren ohne Negation, gehört der Pathologie der Erkenntnis zu. Der naiv Verabsolutierende, und sei er noch so universal tätig, ist ein Leidender, er unterliegt der verblendenden Macht falscher Unmittelbarkeit.&#8221;</p>
<p>Das ist dem Begriff des &#8216;notwendig falschen Bewußtseins&#8217; insofern zwar schon verwandt, aber doch umfassender, aber auch ohne dass er ihn völlig übergreift. Wenn überhaupt würde ich aber eher letzteren als einen &#8216;soziologischen&#8217; Begriff bezeichnen. Kurz&#8217; Verwendung scheint mir hier aber auch etwas &#8216;unsauber&#8217; zu sein. </p>
<p>Vom gewesenen Resozismus könnte man gemeinerweise noch sagen, dass er dem Kapitalismus erst zu der Akzeptanz oder Affirmation verholfen hat, mit der wir es heute leider zu tun haben, indem er ihn allein schon durch die Drohung seiner Existenz zu einer auch für die Massen einigermaßen gedeihlichen Entwicklung gezwungen hat, und nicht erst durch sein &#8216;Scheitern&#8217;. Davon zehrt er auch nach seinem Übergang zur &#8216;Alternativlosigkeit&#8217; immer noch.</p>
<p>Zu #246 &#8211; Tja &#8211; wie&#8230;? Es scheint leider immer noch wahrscheinlicher, dass sie sich wieder, diesmal vielleicht unter dem Label der &#8216;Kulturen&#8217;, eher gegenseitig die Schädel einschlagen werden. Theorie ist da schon aufgrund der Komplexität des Gegenstandes leider auch immer im Hintertreffen im Streit mit &#8216;falscher Unmittelbarkeit&#8217;. Und sie hat gesellschaftlich offenbar keinen Ort und keine Rolle mehr. Sie scheint ein einsames &#8216;Privatvergnügen&#8217; geworden zu sein.</p>
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		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30206</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Jul 2015 08:08:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Doch auch hier, und zwar im Opener:

&quot;&lt;i&gt;Die Dekadenz einer Herrschaft, die sich und anderen nichts mehr zu sagen hat, birgt dabei durchaus auch Vorteile.&lt;/i&gt;&quot;

Beim ersten &lt;i&gt;praktischen&lt;/i&gt; Revolutionär nach der Commune, ging es noch allgemeiner zu, der schrieb von &quot;&lt;i&gt;faulendem, absterbenden Kapitalismus&lt;/i&gt;&quot;, als dessen &#039;höchste Stufe&#039; er Imperialismus spezifizierte. Nur war er sich (anders als etliche &#039;linke&#039; Theoretiker) über &#039;Ross und Reiter&#039; klar, und deswegen verfolgte er die der &lt;i&gt;historischen Situation&lt;/i&gt; entsprechende Taktik, den aus seiner Perspektive &lt;i&gt;unvermeidlichen&lt;/i&gt; Krieg der ohnehin gegeneinander konkurrierenden Imperialisten in einen der Bevölkerungen gegen die Imperialisten selber umzuwandeln. 

Die erste Frage &lt;i&gt;heute&lt;/i&gt; ist daher, wie bekommt man die (lohnabhängige) Bevölkerung dazu, sich an die &#039;alte&#039; &lt;i&gt;Klassenkampf&lt;/i&gt;parole zu erinnern, dass der Feind im eigenen Land ist. Denn bspw. &lt;i&gt;dessen&lt;/i&gt; &#039;Krieg gegen Terror&#039; &lt;i&gt;soll&lt;/i&gt; überhaupt nicht &#039;enden&#039;, weil er das (womöglich allerletze) Mittel &lt;i&gt;seiner&lt;/i&gt; Wahl ist, um die Herrschaft aufrecht zu halten]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Doch auch hier, und zwar im Opener:</p>
<p>&#8220;<i>Die Dekadenz einer Herrschaft, die sich und anderen nichts mehr zu sagen hat, birgt dabei durchaus auch Vorteile.</i>&#8221;</p>
<p>Beim ersten <i>praktischen</i> Revolutionär nach der Commune, ging es noch allgemeiner zu, der schrieb von &#8220;<i>faulendem, absterbenden Kapitalismus</i>&#8220;, als dessen &#8216;höchste Stufe&#8217; er Imperialismus spezifizierte. Nur war er sich (anders als etliche &#8216;linke&#8217; Theoretiker) über &#8216;Ross und Reiter&#8217; klar, und deswegen verfolgte er die der <i>historischen Situation</i> entsprechende Taktik, den aus seiner Perspektive <i>unvermeidlichen</i> Krieg der ohnehin gegeneinander konkurrierenden Imperialisten in einen der Bevölkerungen gegen die Imperialisten selber umzuwandeln. </p>
<p>Die erste Frage <i>heute</i> ist daher, wie bekommt man die (lohnabhängige) Bevölkerung dazu, sich an die &#8216;alte&#8217; <i>Klassenkampf</i>parole zu erinnern, dass der Feind im eigenen Land ist. Denn bspw. <i>dessen</i> &#8216;Krieg gegen Terror&#8217; <i>soll</i> überhaupt nicht &#8216;enden&#8217;, weil er das (womöglich allerletze) Mittel <i>seiner</i> Wahl ist, um die Herrschaft aufrecht zu halten</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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		<title>Von: flatter</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30187</link>
		<dc:creator>flatter</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 18:10:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich meinte: in diesem Thread ;-)]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich meinte: in diesem Thread ;-)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Samson</title>
		<link>https://archiv2.feynsinn.org/?p=3975#comment-30182</link>
		<dc:creator>Samson</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 16:20:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@ Peinhart

Was mich an Kurz (nicht nur in dem verlinkten Text gegen die Streifzüge) zum Schluss aufgeregt hat ist, dass er seine ziemlich unverholenen Antipathien gegen den gewesenen Osten versteckte hinter der Attitüde, mitttels umdefinierter Kategorien vermeintlich neue Erkenntnisse zu verbreiten (bspw. ist die Kurzsche &#039;falsche Unmittelbarkeit&#039; m.E. nicht mehr als eine &lt;i&gt;soziologische&lt;/i&gt; Verbrämung des Marxschen &#039;notwendig falschen Bewusstseins&#039;, das sich bei dem aber ausschließlich auf die Arbeiter und deren &#039;falsche Gedanken&#039; über ihre eigene &lt;i&gt;gesellschaftliche&lt;/i&gt; Stellung bezog.) Bei der Krisis-Trennung ging&#039;s halt um Geld. Aber selbst den einfachen Umstand, dass auch der Theoretiker von irgendwas leben muss, mochte er 1) nicht anders als verschwurbelt einzuräumen, weil die Umstände ihn zwängen &quot;&lt;i&gt;... den kritischen Inhalt in der äußeren gesellschaftlichen Form des kritisierten Verhältnisses selbst erscheinen zu lassen, also vermittels eines Verlagswesens mit entsprechender Buch- und Zeitschriftenproduktion. Es gibt keine andere Möglichkeit als die bürgerliche Zirkulationssphäre, um die Ideen kategorialer Kritik in Umlauf zu bringen.&lt;/i&gt;&quot;, und, wichtiger, er machte dabei 2) entweder einen groben Denkfehler (woran ich nicht wirklich glaube) oder aber gab zu, dass ihm die Arbeiter, um deren &#039;Selbstbefreiung&#039; es Marx noch ging, und weswegen der alle vorangegangene Geschichte als solche von &lt;i&gt;Klassenkämpfen&lt;/i&gt; identifizierte, dass Kurz das alles immer schon ziemlich scheißegal gewesen ist. Einen anderen Schluss lässt sein Postulat &quot;&lt;i&gt;... solange nicht eine gesamtgesellschaftliche Transformationsbewegung das Kapitalverhältnis als Ganzes aufzusprengen beginnt ...&lt;/i&gt;&quot;, für mich nicht zu.

Das ist m.E. 1) &lt;i&gt;ahistorisch&lt;/i&gt;, weil es die ganzen Befreiungsversuche pauschal auf &#039;fehlgeschlagene Modernisierungsversuche&#039; o.s.ä. reduziert, wobei er 1a) eben die &lt;i&gt;politischen Implikationen&lt;/i&gt; glatt negiert, was 1b) den Schluss aufdrängt, der ganze Zirkus war ohnehin sinnlos, weil eben keine &quot;gesamtgesellschaftliche Transformationsbewegung&quot;. (An der Stelle könnte man &lt;i&gt;historisch korrekt&lt;/i&gt; tatsächlich an Lenins These vom &#039;unterschiedlichen Entwicklungstempo&#039; erinnern). Für meine Begriffe wichtiger ist aber 2), dass er genau in dem Moment, wo er den Klassenkampf als quasi &#039;außertheoretische Voraussetzung&#039; der Revolutionstheorie bestreitet, &lt;i&gt;gezwungen&lt;/i&gt; ist, die Marxschen Kategorien durch seine eigenen zu ersetzen, um vermittels &lt;i&gt;dieser&lt;/i&gt; Widersprüchlichkeiten zu konstituieren, die erst &#039;gesamtgesellschaftlich&#039; zu &#039;transformieren&#039; wären.

Diesbezüglich ist m.E. die ganze Wertkritik noch weiter hinter dem Mond als die verbliebenen Trotzkisten, die unverdrossen die Arbeiter zur Weltrevolution auffordern, oder die &#039;Rest&#039;-MLer, die wie die KKE in Griechenland nicht müde werden, den Leuten zu vertickern, welche Erpressung selbst die &lt;a href=&quot;http://de.kke.gr/de/articles/NEIN-zum-neuen-linken-Memorandum/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Regierung der „linken“ SYRIZA&lt;/a&gt; den &#039;kleinen Leute&#039; resp. der Mehrheit der Bevölkerung zumutet. Dass diese Erpressungen gar nicht &#039;gesamtgesellschaftlich&#039; aus der Welt zu schaffen sind, versteht sich dann fast schon wieder &#039;von selbst&#039;, auch ohne Theorie.

Btw, mit &#039;Nische&#039; hatte ich eher an sowas wie &lt;a href=&quot;http://www.oekopolis.info/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Ökopolis&lt;/a&gt; gedacht, die geben ihren ideologischen Spleen wenigstens unumwunden zu, kommen dem Kapital (vorerst) auch nicht in die Quere, stoßen aber &lt;i&gt;ganz praktisch&lt;/i&gt; an Grenzen, an die &#039;Kommunen&#039; genauso kommen &lt;i&gt;müssen&lt;/i&gt;. Verglichen damit halte ich eben &#039;Gesankenspiele&#039; wie die von flatter über &#039;Staatssozialismus&#039; für realistischer, mit der Einschränkung, dass &lt;i&gt;zuvor&lt;/i&gt; irgendwer &quot;von uns&quot; die Regierung übernehmen müsste, und zwar mit der ausdrücklichen diesbezüglichen Ansage, Industrie + Banken unter staatliche Kuratel zu stellen, um &lt;i&gt;dann&lt;/i&gt; zu sagen, &lt;i&gt;Re&lt;/i&gt;privatisierung wird per Verfassung ausgeschlossen, es sei den 101 % der Leute wären dafür.

@flatter:

&lt;i&gt;Zu den politischen Implikatonen und Möglichkeiten habe ich mich bis hierhin gar nicht geäußert ...&lt;/i&gt;
Dochdochdoch!! Das machst du immerzu und meistens hervorragend, du machst das einzig richtige, wenn man &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; seinen eigenen Verein gründen und in den (politischen) Kampf ziehen kann/mag: Du bezeichnest völlig korrekt die politischen Dünnbrettbohrer nebst deren Helfershelfern unumwunden als das, was sie, im Gegensatz zu dem, was sie über sich offiziell verlautbaren lassen, tatsächlich sind, politische Dünnbrettbohrer eben, die schleunigst zum Teufel gejagt gehören, weil es ansonsten gefährlich &lt;i&gt;für alle&lt;/i&gt; werden könnte.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ Peinhart</p>
<p>Was mich an Kurz (nicht nur in dem verlinkten Text gegen die Streifzüge) zum Schluss aufgeregt hat ist, dass er seine ziemlich unverholenen Antipathien gegen den gewesenen Osten versteckte hinter der Attitüde, mitttels umdefinierter Kategorien vermeintlich neue Erkenntnisse zu verbreiten (bspw. ist die Kurzsche &#8216;falsche Unmittelbarkeit&#8217; m.E. nicht mehr als eine <i>soziologische</i> Verbrämung des Marxschen &#8216;notwendig falschen Bewusstseins&#8217;, das sich bei dem aber ausschließlich auf die Arbeiter und deren &#8216;falsche Gedanken&#8217; über ihre eigene <i>gesellschaftliche</i> Stellung bezog.) Bei der Krisis-Trennung ging&#8217;s halt um Geld. Aber selbst den einfachen Umstand, dass auch der Theoretiker von irgendwas leben muss, mochte er 1) nicht anders als verschwurbelt einzuräumen, weil die Umstände ihn zwängen &#8220;<i>&#8230; den kritischen Inhalt in der äußeren gesellschaftlichen Form des kritisierten Verhältnisses selbst erscheinen zu lassen, also vermittels eines Verlagswesens mit entsprechender Buch- und Zeitschriftenproduktion. Es gibt keine andere Möglichkeit als die bürgerliche Zirkulationssphäre, um die Ideen kategorialer Kritik in Umlauf zu bringen.</i>&#8220;, und, wichtiger, er machte dabei 2) entweder einen groben Denkfehler (woran ich nicht wirklich glaube) oder aber gab zu, dass ihm die Arbeiter, um deren &#8216;Selbstbefreiung&#8217; es Marx noch ging, und weswegen der alle vorangegangene Geschichte als solche von <i>Klassenkämpfen</i> identifizierte, dass Kurz das alles immer schon ziemlich scheißegal gewesen ist. Einen anderen Schluss lässt sein Postulat &#8220;<i>&#8230; solange nicht eine gesamtgesellschaftliche Transformationsbewegung das Kapitalverhältnis als Ganzes aufzusprengen beginnt &#8230;</i>&#8220;, für mich nicht zu.</p>
<p>Das ist m.E. 1) <i>ahistorisch</i>, weil es die ganzen Befreiungsversuche pauschal auf &#8216;fehlgeschlagene Modernisierungsversuche&#8217; o.s.ä. reduziert, wobei er 1a) eben die <i>politischen Implikationen</i> glatt negiert, was 1b) den Schluss aufdrängt, der ganze Zirkus war ohnehin sinnlos, weil eben keine &#8220;gesamtgesellschaftliche Transformationsbewegung&#8221;. (An der Stelle könnte man <i>historisch korrekt</i> tatsächlich an Lenins These vom &#8216;unterschiedlichen Entwicklungstempo&#8217; erinnern). Für meine Begriffe wichtiger ist aber 2), dass er genau in dem Moment, wo er den Klassenkampf als quasi &#8216;außertheoretische Voraussetzung&#8217; der Revolutionstheorie bestreitet, <i>gezwungen</i> ist, die Marxschen Kategorien durch seine eigenen zu ersetzen, um vermittels <i>dieser</i> Widersprüchlichkeiten zu konstituieren, die erst &#8216;gesamtgesellschaftlich&#8217; zu &#8216;transformieren&#8217; wären.</p>
<p>Diesbezüglich ist m.E. die ganze Wertkritik noch weiter hinter dem Mond als die verbliebenen Trotzkisten, die unverdrossen die Arbeiter zur Weltrevolution auffordern, oder die &#8216;Rest&#8217;-MLer, die wie die KKE in Griechenland nicht müde werden, den Leuten zu vertickern, welche Erpressung selbst die <a href="http://de.kke.gr/de/articles/NEIN-zum-neuen-linken-Memorandum/" rel="nofollow">Regierung der „linken“ SYRIZA</a> den &#8216;kleinen Leute&#8217; resp. der Mehrheit der Bevölkerung zumutet. Dass diese Erpressungen gar nicht &#8216;gesamtgesellschaftlich&#8217; aus der Welt zu schaffen sind, versteht sich dann fast schon wieder &#8216;von selbst&#8217;, auch ohne Theorie.</p>
<p>Btw, mit &#8216;Nische&#8217; hatte ich eher an sowas wie <a href="http://www.oekopolis.info/" rel="nofollow">Ökopolis</a> gedacht, die geben ihren ideologischen Spleen wenigstens unumwunden zu, kommen dem Kapital (vorerst) auch nicht in die Quere, stoßen aber <i>ganz praktisch</i> an Grenzen, an die &#8216;Kommunen&#8217; genauso kommen <i>müssen</i>. Verglichen damit halte ich eben &#8216;Gesankenspiele&#8217; wie die von flatter über &#8216;Staatssozialismus&#8217; für realistischer, mit der Einschränkung, dass <i>zuvor</i> irgendwer &#8220;von uns&#8221; die Regierung übernehmen müsste, und zwar mit der ausdrücklichen diesbezüglichen Ansage, Industrie + Banken unter staatliche Kuratel zu stellen, um <i>dann</i> zu sagen, <i>Re</i>privatisierung wird per Verfassung ausgeschlossen, es sei den 101 % der Leute wären dafür.</p>
<p>@flatter:</p>
<p><i>Zu den politischen Implikatonen und Möglichkeiten habe ich mich bis hierhin gar nicht geäußert &#8230;</i><br />
Dochdochdoch!! Das machst du immerzu und meistens hervorragend, du machst das einzig richtige, wenn man <i>nicht</i> seinen eigenen Verein gründen und in den (politischen) Kampf ziehen kann/mag: Du bezeichnest völlig korrekt die politischen Dünnbrettbohrer nebst deren Helfershelfern unumwunden als das, was sie, im Gegensatz zu dem, was sie über sich offiziell verlautbaren lassen, tatsächlich sind, politische Dünnbrettbohrer eben, die schleunigst zum Teufel gejagt gehören, weil es ansonsten gefährlich <i>für alle</i> werden könnte.</p>
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